Naturalismus und Realismus. "Gloria" von Benito Pérez Galdós und "Insolación" von Emilia Pardo Bazón


Hausarbeit, 2016
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Definition von Figur
1.2. Arten von Figurencharakterisierung nach Pfister

2. Eigenschaften von Realismus und Naturalismus
2.1. Realismus
2.2. Naturalismus

3.Inhaltsangabe von den Werken „Gloria“ und „Insolación“

4. Analyse der Figurenkonstellation von „Gloria“ und „Insolación“
4.1. Gloria
4.2. Insolación

5. Zusammenfassung und Fazit

6.Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hauarbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, inwiefern sich die Figurencharakteristik im realistischen und im naturalistischen Roman voneinander unterscheiden.Dafür werde ich mir eine Textpassage aus dem Werk „Gloria “ von Perez Galdos Benito und eine aus dem Werk „Insolación“ Emilia Pardo Bazán genauer ansehen.

1.1. Definition von Figur

In der Einleitung werde ich als erstes auf die Definitionen der literarischen Figur und der Figurenkonstellation eingehen.

Eine literarische Figur (personaje) ist eine fiktive Gestalt in einem literarischen Werk, die meistens einen Namen hat oder man diese durch ihre Eigenschaften identifizieren kann. Man unterscheidet auch zwischen Haupt- und Nebenfiguren und Figuren, die nur erwähnt werden, aber an den Handlungen nicht beteiligt sind. Diese fiktiven Gestalten können Namen und Charakteristika realer Personen besitzen. Die literarischen Figuren müssen aber nicht menschlich sein. Manche besitzen auch phantastische Qualitäten. Außerdem sind sie vom Menschenbild und literarischen Konventionen der jeweiligen Zeit geprägt. Das heißt, dass Autoren die Figuren in ihren Werken oft so darstellen, wie sie die die Mitmenschen oder sich selbst sehen. Einer Figur können mentale Zustände, wie Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle, u.s.w zugeschrieben werden. Leser der literarischen Werke können sich so mit den dargestellten Eigenschaften literarischer Figuren identifizieren. ( Martínez/Schefel , 2012,S,144-150)

Figurencharakteristika im Roman werden mit Hilfe der Kategorien der Dramenanalsyse analsysiert. Mithilfe der Analyse kann man das Wesen der vom Schriftsteller ausgedachten Figur, Gründe für das Auftreten der literarischen Figuren und die eigenen Wertungen des Schriftstellers und Lesers plausibel machen. So erreicht man ein besseres Textverständnis und eine vertiefte Interpretation.

Die folgenden Kategorien von Manfred Pfister, die dazu dienen, Figuren aus einem Drama zu charakterisieren, kann man teilweise auch auf die Romananalyse übertragen.

Die Figur kann durch ihre äußere Erscheinung, soziale Situation, äußeres Verhalten, Sprache, inneres Verhalten und die Wirkung auf die Gesellschaft charakterisiert werden.

Man unterscheidet zwischen flat und round character. Wenn einer Figur wenige Merkmale zuordnet werden, dann spricht man von einem flat character und bei vielen Merkmalen von einem round character. (Pfister , 1977, S. 258)

1.2. Arten von Figurencharakterisierung nach Pfister

Es gibt vier Klassen einer Figurencharakterisierung: explizit-figural, implizit-figural, explizit-auktorial und implizit-auktorial.

Die explizit-figurale ist rein sprachlich. Hier können Eigenkommentare der Figur verwendet werden. Die Figur ist gleichzeitig Subjekt und Objekt. Eigenkommentare können in Form eines Monologes oder Dialoges dargestellt werden. Auch können Fremdkommentare verwendet werden, wobei eine Figur durch eine andere charakterisiert wird. Hier sind Subjekt und Objekt nicht identisch.

Die implizit-figurale ist nicht rein sprachlich, denn hier werden auch das Aussehen, Verhalten und Rahmen der Figur beschrieben.

Bei der explizit-auktorialen Figurencharakterisierung werden Nebentexte (moderne Drama) verwendet, um das Aussehen, Bekleidung, Requisiten der Figur zu beschreiben. Auch können die Stimmqualität, das sprachliche Verhalten, die Mimik, Gestik und die Handlungen der Figur charakterisiert werden. Es werden bei der explizit-auktorialen Figurencharakterisisierung auch sprechende Namen verwendet, wie z.B. Gloria. Der Name bedeutet in Religionen, wie dem Christentum „Paradies“ oder Ehre. Diese Namen dienen auch dazu, die Figur zu beschreiben.

Bei der implizit auktorialen Figurencharakterisierung werden interpretive names verwendet, die den realistisch plausibel sind, wie z.B. Brand. Der charakterisierende Bezug auf die Figur ist hier implizit. Das Wichtigste bei dieser Charakterisierung sind die Korrespondenz-und Kontrastrelation zu den anderen Figuren. Die Figuren eines Romans unterscheiden sich durch die Gegensätzlichkeit oder Andersartigkeit. Es gibt aber auch Figuren, die einige gemeinsame Eigenschaften besitzen. (Pfister,1977, S.250-264)

Man kann eine einzelne Figur charakterisieren, aber auch mithilfe der Figurenkonstellation beschreiben, wie die literarischen Figuren zueinander gestellt sind und wie sich die Beziehungen zwischen den Figuren innerhalb eines Romans verändern.

Diese Kategorien müssen nicht bei jeder Figur verwirklicht werden, aber es hilft, sie systematisch zu suchen.

2. Eigenschaften von Realismus und Naturalismus

Die zu analysierenden Romane „ Gloria“ und „Insolación“ werden dem Realisimus bzw. dem Naturalismus in der Literatur zugeordnet.

Der Realismus war eine Strömung der europäischen Literatur in den Jahren 1830-1880 und der Naturalismus 1880-1900. Sowohl der Realismus als auch der Naturalismus strebten danach die Wirklichkeit detailgetreu darzustellen.

2.1. Realismus

Der Realismus wollte die Objektivität darstellen, aber die Darstellung des Negativen in der Gesellschaft wurde vermieden. Im den literarischen Werken des Realismus waren verschiedene soziale Klassen vertreten, wie das Bürgertum und die Politiker. Im Mittelpunkt waren der einzelne bürgerliche Mensch und seine Auseinandersetzungen mit dem Alltag, der Gesellschaft und sich selbst. Auch wurden der Ort und die Zeit beschrieben, an dem die Handlungen ausgeführt wurden. Die meist behandelten Themen waren die Politik, die Religion, das Proletariat, die ländliche Welt und das Stadtleben. Damit man die Probleme so objektiv wie möglich darstellen konnte, wurde das personale Erzählverhalten gewählt. Der Autor konnte nicht seine eigene Meinung zu der Welt darstellen, da er sonst die Realität subjektiv darstellen würde. Auch gibt es in den Werken eine Moral. Die Sprache der Realisten war einfach genug, um die Probleme der Menschen so einfach wie möglich darzustellen. (Wolfzettel Friedrich ,S. 162, 313/314,369)

Die spanischen Autoren schrieben ihre Werke in einer unpersönlichen Art und Weise, damit die Werke so objektiv wie möglich werden.

Außerdem wurden die Werke der höheren Klassen tragischer dargestellt als die der niedrigeren Klassen, denn da wurden auch lustige Ausdrücke verwendet.

2.2. Naturalismus

Der Begriff „Naturalismus“ wird manchmal manchmal als Synonym für „Realismus“ benutzt, manchmal als Verschärfung und Zuspitzung des „Realismus“. Der Unterschied zwischen dem Realismus und dem Naturalismus lag längliche Zeit nicht fest. Die beiden Begriffe wurden erst durch die moderne Literaturwissenschaft getrennt.(Brinkmann , S. 411)

Die Naturalisten waren hauptsächlich pessimistisch und thematisierten die negativen Seiten des Bürgertums (der einfachen Menschen). Der Naturalismus bildet die Wirklichkeit ab, ohne diese zu verschönern oder zu verändern und war im Einklang mit der Wissenschaftstradition z.B. Charles Darwins Evolutionstheorie. Man hat gedacht, dass die menschlichen Handlungen vom Schicksal kontrolliert werden. Die Menschen und die Gesellschaft wurden auf biologische und elementare Prozesse reduziert. Man wollte eine möglichst getreue Wiedergabe der Natur durch exakte Beschreibungen. Es wurden Kräfte des Instinkts und des Unbewussten des einfachen Menschen ausgedrückt. Die Themen des Naturalismus waren das Leid, das Wohlfühlen des menschlichen Körpers und die Religion. Man wollte das Elend, den Hunger, die Armut des Menschen und die Traditionen während der Industrialisierung darstellen. Wesentliche Probleme waren die „Soziale Frage“ und Großstadt. Die Großstadt wurde als Ort des Elends und Schmutzes beschrieben und ein Ort, an dem die Aspekte der Natur verlorengegangen sind. Die literarischen Figuren sind alle in niedrigen sozialen Klassen (Bürgertum und Proletariat). Der Naturalismus basiert auf der Philosophie des Determinismus. Diese Philosophie sagt aus, dass der Mensch durch seine Instinkte und das soziale Umfeld kontrolliert wird.

Die Naturalisten haben eine neue Erzähltechnik entwickelt, den Sekundenstil, mithilfe dessen man eine exakte Beschreibung und Wiedergabe der Wirklichkeit gab. Es wurden deswegen hauptsächlich Dialoge und personale Erzählweisen verwendet. Bei den Dialogen wurden auch Pausen und Dialekte mit eingebracht. Die Erzählzeit und erzählte Zeit haben oft übereingestimmt.

Da die Autoren alles genauso datstellen wollten, wie es wirklich war, haben diese die dialogische Form bevorzugt, da man in den dialogen die „wirklichen“ Gespräche miterleben kann.

Sowohl in den realistischen Werken als auch in den naturalistischen verwendeten die Auoren die Ironie. (spielerische Ausdrücke)

Auch wollten die Autoren in den Werken Sympathie für die Figuren zeigen. Es ist auch wichtig zu betonen, dass die beiden Autoren miteinander befreundet waren und sich beide dafür eingesetzt haben, dass man für Frauen Sympathie entwickelt, da auch Frauen viel Energie haben und viel erreichen können.

Milhilfe dieser Kategorien werde ich die Figuren aus den beiden Textpassagen der Romane „Insolación. Historia amorosa (1889)“ von Emilia Pardo Bazón und „Gloria“ (1876-1877) von Benito Pérez Galdós charakterisieren und die Figurenkonstellationen vergleichen um herauszufinden, ob die Figurencharakteristika in den beiden Werken diesen Charakteristika des Realismus und Naturalismus entsprechen oder nicht.

Davor werde ich aber für den besseren Verständnis der Figurenkonstellationen den Inhalt der beiden Werke zusammenfassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Naturalismus und Realismus. "Gloria" von Benito Pérez Galdós und "Insolación" von Emilia Pardo Bazón
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V344709
ISBN (eBook)
9783668349421
ISBN (Buch)
9783668349438
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Naturalismus, Realismus, Gloria, Benito Perez Galdos, Insolacion, Emilia Pardo Bazon
Arbeit zitieren
Regina Tseytlina (Autor), 2016, Naturalismus und Realismus. "Gloria" von Benito Pérez Galdós und "Insolación" von Emilia Pardo Bazón, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344709

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Naturalismus und Realismus. "Gloria" von Benito Pérez Galdós und "Insolación" von Emilia Pardo Bazón


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden