Interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht

Vor-und Nachteile der Operationalisierung von Interkultureller Kompetenz


Hausarbeit, 2016
10 Seiten

Leseprobe

Inhalt:

1. Einleitung

2. Von der Landeskunde zur Interkulturellen Kompetenz

3. Vor -und Nachteile der Operationalisierung der Interkulturellen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

“ As we have seen earlier, intercultural competence is a keyword in education policy in general and has an important place in preambles and in policy position papers on values education. Nonetheless the concept remains as fuzzy as ever and is at risk of not being realised in concrete ways in curricula or having a substantial role in language teaching because of the simultaneously developing pressure for visible and measurable realisations of competences. ( … ) The pressure is great, and schools, teachers and theorists are well advised to find quickly as possible practical operationalisations for teaching and learning and to present applicable models -especially for the assessment of intercultural competence (Hu / Byram 2009: XI f.). “

Hu und Byram sagen hier, dass die interkulturelle Kompetenz eine wichtige Rolle in der Bildungspolitik spielt, doch das Konzept (das genaue Ziel) dieser Kompetenz ist noch sehr ungenau/ nicht messbar dargestellt. Es besteht die Gefahr, dass dieses Konzept im Unterricht nicht richtig umgesetzt wird. Deswegen wollen Hu und Byram, dass Schulen, Lehrer und Theoretiker so schnell wie möglich Operationalisierungsmethoden- und geeignete Modelle für den Unterricht finden. Man bezieht sich hier nicht nur auf die Vermittlung der interkulturellen Kompetenz in den Fremdsprachen, sondern auf den Unterricht allgemein.

Für ein besseres Verständnis des Zitats sollte man den Begriff der “Operationalisierung” definieren. Jahnk/Meyer führten 1991 folgende Definition auf : “ Die Operationalisierung ist die Kleinarbeitung einer ungenauen Lernzielangabe bis hin zur sprachlich eindeutigen Angabe beobachtbarer Elemente der gew ü nschten neuen Verhaltensdisposition des Lernenden. ” 1

Ein Lernziel ist operationalistiert, wenn messbare Kenntnisse/Fähigkeiten des Schülers nach dem Unterricht beschrieben werden können. Auch müssen Bedingungen genannt werden, unter denen das Verhalten des Schülers kontrolliert werden soll (Lernzeit, Hilfsmittel, kooperatives/ individuelles Lernen) und es muss auch ein Bewertungsmaßstab angegeben sein, der dabei behilflich sein soll zu entscheiden, ob und wie weit der Schüler das gewünschte Lernziel erreicht hat.

Bei der Erstellung der Lernziele sollte man darauf achten, dass diese sowohl eine Inhalts- und eine Verhaltenskomponente enthalten. Die inhaltliche gibt Auskunft über die konkreten Inhalte/Gegenstände benötigt werden, um eine Kompetenz zu erwerben. Bei der Verhaltenskomponente achtet man auf die sichtbaren Verhaltensweisen der Lerner, die zeigen, ob er die gewünschte Kompetenz erreicht hat oder nicht. Die Operationalisierung hat das Ziel, die Verhaltenskompenente durch konkrete und messbare Operatoren so genau wie möglich zu beschreiben. Operationalisierende Faktoren wie Neugier auf andere Menschen, Empathiefähigkeit, Selbstkenntnis,cultural awareness sind aber sehr schwer zu messen.

Laut dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (2001, S.105) sollte man angeben, welche soziokulturellen Erfahrungen und Kenntnisse bei den Lernenden vorausgesetzt werden können und welche von ihnen erwartet werden. Auch sollte man sich drüber Gedanken machen, welche neuen Erfahrungen und Kenntnisse des sozialen Lebens sowohl in der eigenen als auch in der Zielgemeinschaft die Lernenden erwerben müssen, um die kommunikativen Anforderungen in der L2 zu meistern, genauso wie das Bewusstsein der Beziehung zwischen der eigenen und der Zielkultur die Lernenden haben müssen, um eine angemessene interkulturelle Kompetenz zu entwickeln.

2. Von der Landeskunde zur interkulturellen Kompetenz

Den Begriff der Interkulturellen Kompetenz gibt es erst seit den 1990er Jahren. Davor gab es die Begriffe der Landeskunde, Realienkunde und Kulturkunde.

In der Landeskunde wird sehr allgemeines Faktenwissen über gesellschaftliche, historische, geographische und politische Zusammenhänge für das Verständnis des jeweiligen Landes vermittelt.

Die Realienkunde hat sich direkt mit speziellen Themen des fremden Landes auseinandergesetzt, z.B mit der Hauptstadt, Anzahl der Einwohner, Menükarten in den Restaurants, u.s.w.

Die Kulturkunde beschäftigt sich in den 1920er und 1930er Jahren mit der Kultur, dem Wesen und dem Nationalcharakter des jeweiligen Landes, wobei Sprache, Kultur und Literatur analysiert werden. Dabei werden Volk, Kultur und Nation als Einheit betrachtet. Hier besteht aber die Gefahr, dass Verallgemeinerungen zu Stereotypen und Klischees führen und zu einer vereinfachten Wahrnehmung des fremden Nationalcharakters. (Steinbrügge 2005)

1968 wurde ein neues Konzept der Landeskunde entwickelt, das Kultur und Gesellschaft in den Vordergrund stellt “cultura y civilización”. Hier zielt die Landeskunde auf Völkerverständigung, Abbau von Vorurteilen und Förderung von interkultureller Kompetenz in internationalen Zusammenhängen.

In den 1990er Jahren wurden die Sprache und Kultur im Fremdsprachenunterricht als interkulturell eingestuft. Das heißt, dass man sich nicht nur mit dem fremden Land auseinander setzen soll, sondern auch lernen soll die Sichtweisen und Wahrnehmungen zur eigenen Kultur und fremden Kultur tolerant und kritisch in Beziehung zu setzen. (Perspektivenwechsel) Die Schüler sollen dabei lernen Fremdes zu akzeptieren, sich in die fremden Kulturen hineinzuversetzen und die eigene Position neu zu überdenken. Interkulturelles Lernen soll auch als Prinzip für andere Schulfächer wie Geographie,Geschichte, Ethik,... dienen. Auch soll nicht nur ein Land im Unterricht behandelt werden, wo eine Sprache gesprochen wird, da z.B. Spanisch nicht nur in Spanien gesprochen wird, sondern auch in Perú, Costa Rica, Argentinien,...

Das Ziel der interkulturellen Kompetenz in den Bildungsstandards ist es “ die Sch ü ler zu kommunikationsf ä higen und damit offenen, toleranten und m ü ndigen B ü rgern in einem zusammenwachsenden Europa zu erziehen und ihnen zu einem “ Zuwachs von Erfahrung ” und zu einer “ St ä rkung von Identit ä t ” zu verhelfen. ” (KMK 2004:6)

Dieses Ziel wird von Wolfgang Hallet aber als sehr allgemein formuliert angesehen. Auch hält er die Merkmale der Aufgabenbereiche für sehr ungenau formuliert, wie z.B.

“ F ä higkeiten imUmgang mit kultureller Differenz: Umgang mit Stereotypen, Erkennen von eigen- und fremdkulturellen Eigenarten, F ä higkeiten zum Perspektivwechsel. Die Sch ü lerinnen und Sch ü ler k ö nnen z.B ihren eigenen Lebensbereich mit dem der Zielsprache vergleichen ” ( KMK 2004:10)

Seiner Meinung nach kann man die Merkmale schwer auf den konkreten Unterricht beziehen.

1997 hat Byram ein sehr wichtiges Modell interkultureller Kompetenz entwickelt.

[...]

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Details

Titel
Interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht
Untertitel
Vor-und Nachteile der Operationalisierung von Interkultureller Kompetenz
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Didaktik - Spanischunterricht
Autor
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V344712
ISBN (eBook)
9783668349803
ISBN (Buch)
9783668349810
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelle, kompetenz, fremdsprachenunterricht, vor-und, nachteile, operationalisierung, interkultureller
Arbeit zitieren
Regina Tseytlina (Autor), 2016, Interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344712

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