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Der Begriff der Achtung in Immanuel Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"

Title: Der Begriff der Achtung in Immanuel Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"

Term Paper , 2015 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Thiele (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Diese Arbeit will sich dem Achtungsbegriff, so wie er in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ verwendet wird, annähern, indem zunächst textnah untersucht wird: In welchem Zusammenhang wird der Begriff eingeführt? Wie definiert ihn Kant? Wer oder was soll überhaupt von wem geachtet werden? Und gibt es Fragen oder Probleme, die sich hier bereits auftun?

Weitergeführt wird die Begriffsklärung, indem die Kant-Forschung herangezogen wird. Wie versteht und bewertet sie Achtung? Obwohl es sich bei Kants Ethik um eine Metaethik handelt, der konkrete Praxisbezug also eher nachgeordnet ist, soll des Weiteren anhand eines Beispiels versucht werden, Achtung im Handeln zu verorten. Wo setzt dieses Gefühl an, und was würde folgen, wenn es nicht vorhanden wäre? Immanuel Kant sieht sich den Ideen der Aufklärung verpflichtet. Wie Achtung und Aufklärung zusammengehen, soll abschließend gezeigt werden. Zuvor jedoch soll Kants Argumentation, so wie er sie in der „Grundlegung“ vornimmt, kurz nachgezeichnet werden.

Ob Pflicht, Neigung, Autonomie, Imperativ, Maxime oder der gute Wille, der allein im Gegensatz zu allen denkbaren Dingen inner- und außerhalb der Welt „ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden“ – in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten arbeitet Immanuel Kant mit einer Reihe von zentralen Begriffen, um seine Moralphilosophie zu entwickeln. Aus dieser Reihe fällt ein Begriff heraus, und zwar der der Achtung. Zum einen handelt ihn der Autor im Vergleich zu den genannten Schlüsselbegriffen recht rasch ab; im Wesentlichen erläutert er ihn nur in einer Fußnote. Zum anderen versteht er Achtung als ein Gefühl; und damit ergänzt er seine apriorische, von Vernunft geprägte Ethik um eine ungewöhnliche, emotionale Komponente. Achtung steht also im Spannungsverhältnis von Rationalität und Emotionalität.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Achtung in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten – Umriss eines „dunklen Gefühls“

3. Achtung in der Kant-Forschung – Interpretation und Kritik des Begriffs

4. Achtung in der Handlungspraxis – Kants Beispiel des Selbstmordverbots

5. Achtung im Kontext der Aufklärung – das neue Gefühl der Vernunft

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Achtungsbegriff in Immanuel Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“. Das zentrale Ziel ist es zu klären, wie Kant diesen Begriff definiert, welches Spannungsverhältnis zwischen Rationalität und Emotionalität er dabei konstruiert und welche Funktion die Achtung als Triebfeder für moralisches Handeln innerhalb seiner Ethik einnimmt.

  • Analyse des Achtungsbegriffs im Kontext der kantischen Moralphilosophie.
  • Untersuchung des Spannungsverhältnisses von Vernunft und Gefühl.
  • Verortung der Achtung als motivierendes Element im praktischen Handeln.
  • Diskussion des Achtungsbegriffs innerhalb der aktuellen Kant-Forschung.
  • Zusammenhang von Achtung und den Idealen der Aufklärung.

Auszug aus dem Buch

Achtung in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten – Umriss eines „dunklen Gefühls“

In der Grundlegung fällt der Begriff Achtung zum ersten Mal im ersten Abschnitt, genauer im dritten Satz zur Pflicht, welcher lautet, „Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung fürs Gesetz“. Definiert wird hier also der Pflichtbegriff unter Zuhilfenahme der Achtung, während der Gegenstand der Achtung – also das, was geachtet werden soll – das Gesetz ist, wobei Kant unter Gesetz einen moralischen Grundsatz versteht. Achtung kann hier als eine Art Vehikel verstanden werden, als ein Antriebsmotor zum Handeln aus Pflicht. Umgekehrt könnte man auch formulieren: Gerade weil ich das Gesetz achte, kann ich überhaupt nicht anders, als aus Pflicht zu handeln. Aus Achtung folgt notwendigerweise Pflicht.

Indem Kant im Folgenden die Pflicht weiter erläutert, bestimmt er auch Achtung mit. Denn nötig ist die Pflicht als ein „Vorliegen moralischen Sollens“, weil der Mensch nicht nur vernunftbestimmt ist, sondern auch durch Neigungen beeinflusst wird. Diese Neigungen aber sind „als Wirkung mit meinem Willen verknüpft“ – sie beziehen sich nur auf die Handlungsfolgen, nicht auf den -grund. Es bedarf also einer Motivation, die die Neigung ausschließt, oder sie zumindest übersteigt, und das ist die Achtung. Die Pflichthandlung ist also eine achtungs-, keine neigungsgeleitete. Kant beendet den Absatz, in welchem der Achtungsbegriff eingeführt wird, mit der zentralen Aussage, „also bleibt nichts für den Willen übrig, was ihn bestimmen könne, als objektiv das Gesetz und subjektiv reine Achtung für dieses praktische Gesetz“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Achtungsbegriffs ein und steckt das methodische Vorgehen der Arbeit ab.

2. Achtung in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten – Umriss eines „dunklen Gefühls“: Dieses Kapitel erläutert die erstmalige Einführung und die Bedeutung der Achtung als notwendige Triebfeder des moralischen Handelns.

3. Achtung in der Kant-Forschung – Interpretation und Kritik des Begriffs: Hier wird der philosophische Diskurs um den Achtungsbegriff beleuchtet und verschiedene kritische Perspektiven der Kant-Forschung diskutiert.

4. Achtung in der Handlungspraxis – Kants Beispiel des Selbstmordverbots: Anhand des Beispiels des Selbstmordverbots wird illustriert, wie Achtung konkret als emotionales Motiv im praktischen Handeln wirkt.

5. Achtung im Kontext der Aufklärung – das neue Gefühl der Vernunft: Das Kapitel verortet das Verständnis von Achtung im weiteren Kontext der Aufklärungsphilosophie und des Verhältnisses von Denken und Fühlen.

6. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Achtung eine unverzichtbare Konstruktion für Kants Moralphilosophie darstellt, die den Übergang zwischen Wollen und Sollen moderiert.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Achtung, Pflicht, moralisches Gefühl, Kategorischer Imperativ, Rationalität, Emotionalität, Aufklärung, Selbstmordverbot, Vernunft, Autonomie, Moralphilosophie, Triebfeder, Handlungspraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem von Kant in seiner „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ eingeführten Begriff der Achtung und dessen Rolle als emotionaler Bestandteil einer sonst rein vernunftbasierten Ethik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen Vernunft und Gefühl, die Definition der moralischen Pflicht und die motivationale Kraft der Achtung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie Kant die Achtung als Brücke zwischen dem vernünftigen Gesetz und dem menschlichen Willen konstruiert und warum dieser Begriff für sein System essenziell ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse der „Grundlegung“ in Kombination mit einer Sichtung der aktuellen Kant-Forschung, um den Begriff zu kontextualisieren und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition der Achtung, ihre kritische Betrachtung durch Forschungsliteratur, ihre praktische Anwendung anhand von Kants Beispielen sowie ihre Bedeutung im Kontext der Aufklärung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Achtung, Pflicht, kategorischer Imperativ, Vernunft, Gefühl und moralische Triebfeder.

Warum bezeichnet Kant die Achtung als „dunkles Gefühl“?

Der Ausdruck bezieht sich darauf, dass Achtung ein Gefühl ist, das nicht wie andere Affekte durch äußere Einflüsse entsteht, sondern direkt durch einen Vernunftbegriff selbstgewirkt ist und somit eine spezielle, schwer greifbare Qualität hat.

Wie korrespondiert die Achtung mit dem Selbstmordverbot?

Im Beispiel des Selbstmordverbots fungiert die Achtung als notwendige Motivation, um dem Leben den Vorzug vor einer rein auf Selbstliebe basierenden, destruktiven Maxime zu geben.

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Details

Title
Der Begriff der Achtung in Immanuel Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten"
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
PS Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785)
Grade
1,3
Author
Michael Thiele (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V344785
ISBN (eBook)
9783668344914
ISBN (Book)
9783668344921
Language
German
Tags
Philosophie Kant Grundlegung Begriff Analyse Achtung Aufklärung Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Thiele (Author), 2015, Der Begriff der Achtung in Immanuel Kants "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344785
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