Das iPhone einer Schülerin vibriert auf dem Tisch, in der letzten Reihe tuscheln zwei Schüler hinter ihren Büchern, der Lehrer klagt über zu wenige Meldungen, vor den geöffneten Fenstern werden hörbar Glascontainer geleert – Störungen wie diese sind ein fester Bestandteil des Schulunterrichts. Tatsächlich stellen sie keine Seltenheit dar; im Durchschnitt treten sie alle zwei Minuten auf, so dass jede Lehrkraft jeden Tag mit ihnen konfrontiert wird.
Eine besondere Herausforderung bedeuten Störungen für Nachwuchslehrerinnen, etwa weil ihnen noch die professionelle Routine im Umgang mit denselben fehlt. In meinem berufsfelderschließenden Praktikum habe ich mich mit Unterrichtsstörungen auseinandergesetzt, gerade weil ich als Nachwuchslehrer durch sie besonders gefordert sein werde. Anhand der übergeordneten Fragestellung, welche Störungen im Gymnasialunterricht auftreten und wie man sie wirksam beheben kann, habe ich Unterricht in zahlreichen Jahrgängen, Klassen, Kursen und Fächern bzw. bei zahlreichen Lehrerinnen beobachtet.
Als theoretisches Fundament für meine Beobachtungen und deren Auswertung haben Texte aus der Erziehungswissenschaft zum Thema Störungsmanagement gedient. In diesen wird einerseits diskutiert, was Unterrichtsstörungen sind und wodurch sie verursacht werden, andererseits wie sie erfolgreich behoben werden können, wobei es unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte gibt. Am Ende meines zum Praktikum verfassten Berichts stehen die Beantwortung meiner Forschungsfrage sowie ein produktiver Vergleich zwischen Theorie und Praxis des Störungsmanagements.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Profil der Praktikumsschule
3. Praktikumsprojekt
3.1 Problem und Zielsetzung
3.2 Theoretischer Hintergrund
3.3 Methodisches Vorgehen
3.4 Ergebnisse
3.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
4. Abschließende Reflexion zum Blockpraktikum
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung von Unterrichtsstörungen im Gymnasialunterricht, um zu ermitteln, welche Störungsformen auftreten und welche Gegenmaßnahmen effektiv zu deren Behebung beitragen können, wobei der Fokus auf dem pädagogischen Handeln der Lehrkräfte liegt.
- Analyse der Häufigkeit und Art von Unterrichtsstörungen
- Vergleich von theoretischen Störungsmanagement-Ansätzen mit der schulischen Praxis
- Untersuchung von proaktiven und reaktiven Bewältigungsstrategien
- Reflexion des schulpraktischen Handelns als angehende Lehrkraft
- Evaluation der Rolle von Humor und nonverbaler Kommunikation bei der Deeskalation
Auszug aus dem Buch
3.3 Methodisches Vorgehen
Im Kursbuch Schulpraktikum schreiben Böhmann und Schäfer-Munro:
„Schule und Unterricht sind eingebettet in konkrete räumliche, soziale, kulturelle und politische Zusammenhänge, die für die meisten Schüler/innen und Lehrer/innen, die schon lange an dieser Schule sind, völlig selbstverständlich und normal sind, die aber jemand von außen zuweilen viel bewusster wahrnehmen und analysieren kann.“70
Eben diesen Vorteil einer externen Perspektive wollte ich für mein Forschungsprojekt nutzen, indem ich Daten durch Beobachtung gesammelt und mich bewusst gegen ein Mehrmethodendesign entschieden habe, das beispielsweise eine Befragung von Lehrer oder Schülerinnen einschließt.71 D.h. mit den Lehrerinnen habe ich natürlich besprochen, worauf der Fokus meiner Beobachtung liegt, die Schülerinnen aber sollten nichts von meinem Thema Störungsmanagement wissen72, um einen möglichst authentischen Unterricht mit möglichst authentischen Störungen zu garantieren. Diesen habe ich am hinteren Ende des Klassenraumes still verfolgt. Die von mir gewählte Methode ist also eine offene, nicht-teilnehmende Beobachtung.73 Meine Beobachtungen selbst konzentrierten sich einerseits auf das Lehrerinnenhandeln, wobei der Schwerpunkt auf dem Verhalten in Konfliktsituationen lag, andererseits auf das Handeln der Schülerinnen, denn von ihnen gingen die Störungen ja zu einem großen Teil aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsthemas „Unterrichtsstörungen“ und Begründung der Relevanz für Nachwuchslehrkräfte sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise im Praktikumsbericht.
2. Profil der Praktikumsschule: Darstellung der Rahmenbedingungen des XX-Gymnasiums, inklusive der Bedeutung des Blockstundenmodells und der Zusammensetzung des Lehrkörpers für den Schulalltag.
3. Praktikumsprojekt: Detaillierte Untersuchung des Störungsmanagements durch theoretische Fundierung, Beobachtungsmethodik, statistische Auswertung der Daten sowie Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich effektiver Gegenmaßnahmen.
3.1 Problem und Zielsetzung: Herleitung der Forschungsfrage aus der Fachliteratur und Erläuterung der Bedeutung eines professionellen Umgangs mit alltäglichen Unterrichtsstörungen.
3.2 Theoretischer Hintergrund: Auseinandersetzung mit verschiedenen Definitionen und Strategien zum Umgang mit Störungen, basierend auf erziehungswissenschaftlichen Ansätzen von Winkel, Lohmann und Thomas.
3.3 Methodisches Vorgehen: Beschreibung der gewählten Beobachtungsmethode und der Kriterien für die Datenerhebung zur Gewährleistung authentischer Forschungsergebnisse.
3.4 Ergebnisse: Quantitative Auswertung der beobachteten Störungsarten sowie Analyse erfolgreicher, teils origineller Strategien wie Humor oder nonverbaler Kommunikation.
3.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse basierend auf fünf zentralen Thesen und abschließende Beantwortung der Forschungsfrage unter Einbeziehung der theoretischen Grundlagen.
4. Abschließende Reflexion zum Blockpraktikum: Persönliche Bilanz des Autors über den Erkenntnisgewinn aus dem Schulpraktikum und die Bedeutung für die weitere professionelle Entwicklung.
Schlüsselwörter
Unterrichtsstörungen, Störungsmanagement, Gymnasialunterricht, pädagogischer Takt, Lehrerhandeln, Klassenführung, Unterrichtspraxis, Disziplinkonflikte, Beobachtungsmethode, Deeskalation, Erziehungswissenschaft, Schulpraktikum, pädagogische Routine, Kommunikation, Lehrerausbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Reflexion und der praktischen Handhabung von Unterrichtsstörungen an einem Gymnasium im Rahmen eines schulpraktischen Blockpraktikums.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Störungen, der Vergleich theoretischer Managementansätze mit der Praxis sowie die Identifikation erfolgreicher pädagogischer Gegenmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Störungen treten im Gymnasialunterricht auf und wie können sie wirksam behoben werden?
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzte die Methode der offenen, nicht-teilnehmenden Beobachtung und wertete die erhobenen Daten sowohl qualitativ als auch quantitativ aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Problemstellung, dem theoretischen Hintergrund, der methodischen Umsetzung sowie der detaillierten Auswertung der Beobachtungen an der Praktikumsschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Störungsmanagement, pädagogische Routine, Deeskalation, Unterrichtspraxis und professionelles Lehrerhandeln.
Welche Rolle spielt Humor in der Arbeit?
Der Autor identifiziert Humor als eine effektive und oft vernachlässigte Facette des Störungsmanagements, die hilft, schwierige Situationen zu entschärfen und die Lernatmosphäre positiv zu beeinflussen.
Wie bewertet der Autor das Blockstundenmodell der Schule?
Das Modell wird positiv hervorgehoben, da es durch weniger Raumwechsel für mehr Ruhe sorgt und ein intensiveres sowie zügigeres Lehren und Lernen ermöglicht.
- Citation du texte
- Michael Thiele (Auteur), 2016, Unterrichtsstörungen theoretisch reflektieren und effektiv beheben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344800