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Das islamische Spanien im Blick von Moslems und Christen

Title: Das islamische Spanien im Blick von Moslems und Christen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 27 Pages , Grade: 2,3 (gut)

Autor:in: Diana Bading (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Das islamische Spanien ist geschichtlich wie auch sozial- oder kulturwissenschaftlich gesehen ein Thema, das vielleicht nicht nur Wissenschaftler anspricht, sondern auch den heutigen Reisenden fesselt, der in Spanien unweigerlich mit einer Vielzahl von herausragenden geschichtlichen Zeugnissen konfrontiert wird. Ich spreche hiermit vor allem die eindrucksvollen maurischen Hinterlassenschaften an, die man heute noch vorwiegend in Andalusien, aber auch in anderen Teilen Spaniens bewundern kann. Interessant ist vor allem, wie drei Weltreligionen – das Christentum, der Islam und das Judentum – auf einer Halbinsel, der Iberischen Halbinsel, lange Zeit nebeneinander existieren konnten.

In dieser Arbeit soll es jedoch darum gehen, wie Reisende, die Spanien in dieser Zeit besucht haben, über das Land berichten. Um auch eine differenzierte Sichtweise zu erhalten, ist es natürlich wichtig, die Berichte von Reisenden, die den oben erwähnten Religionen angehörten, zu betrachten. Die Schwierigkeit besteht hier jedoch im Auffinden dieser Reiseberichte, denn im Mittelalter war das Reisen ins Ausland und insbesondere zur Iberischen Halbinsel noch nicht so verbreitet wie beispielsweise heute. Außerdem sind die Schriften vermutlich entweder über die Zeit verloren gegangen oder ganz einfach noch nicht übersetzt worden. In Jüdische Reisen im Mittelalter (Benjamin ben Jona 1991, 173-174) wird im Nachwort erwähnt, dass das mittelalterliche Judentum zwar keine so großen arabischen Vertreter der geografischen Wissenschaft (die übrigens vorwiegend gereist sind, um ihre Kenntnisse zu erweitern) hervorgebracht hat und daher keine so bekannten Reisegeschichten entstanden sind. Jedoch existieren Itinerarien1, die von jüdischen Reisenden verfasst wurden, wie zum Beispiel die Reisebeschreibungen von Rabbi Petachja von Regensburg. Er berichtete aber nicht von einer Reise nach Spanien. So konnte ich mich leider nur auf Zeugnisse christlicher Reisender, wie Georg von Ehingen oder Niclas von Popplau, und arabischer Reisender, deren bekanntester Vertreter vielleicht der Geograf Ibn Battuta war, beziehen. Hierzu fand ich vergleichsweise brauchbare Quellen.

Bevor ich zu den Reisebeschreibungen komme, gehe ich erst einmal kurz auf den geschichtlichen Hintergrund ein. Das ist nötig um einen kleinen Überblick über das islamische Spanien zu erhalten, wobei jedoch eher der Begriff Iberische Halbinsel oder die Erwähnung der damals existierenden Königreiche für diese Zeit zutrifft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 DAS ISLAMISCHE SPANIEN

2 DER BLICK AUF DAS ISLAMISCHE SPANIEN

2.1 REISENDE CHRISTEN

2.1.1 Johannes von Gorze

2.1.2 Aimeric Picaud

2.1.3 Georg von Ehingen

2.1.4 Leo von Rožmital

2.1.5 Niclas von Popplau

2.2 REISENDE MUSLIME

2.2.1 Al Masudi

2.2.2 Al Idrisi

2.2.3 Abulfeda

2.2.4 Ibn Battuta

2.2.5 Abd al-Basit

3 SCHLUSSFOLGERUNG

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Wahrnehmungen des mittelalterlichen Spaniens durch christliche und muslimische Reisende. Das primäre Ziel ist es, die durch die Reiseberichte vermittelten Fremd- und Selbstbilder sowie die subjektiven Eindrücke bezüglich Kultur, Religion und Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und zu vergleichen.

  • Analyse christlicher Reiseberichte und deren von Vorurteilen geprägte Sicht auf Spanien.
  • Untersuchung der Perspektiven muslimischer Reisender auf das islamische Erbe in Andalusien.
  • Gegenüberstellung des Zusammenlebens der drei Weltreligionen (Christentum, Islam, Judentum).
  • Bewertung der kulturellen Bereicherung durch die maurische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel.
  • Herausarbeitung der Rolle von Reiseberichten als subjektive Quellen zur Geschichtsschreibung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Johannes von Gorze

Johannes von Gorze wurde 953 von Otto dem Großen nach Córdoba an den Hof des Kalifen Abd ar-Rahman III. gesandt. (García Mercadal 1999, 141; Reichert 2001, 90)

In der Reisebeschreibung erfährt man, dass ihm und seinen Begleitern, in Córdoba angekommen, eine Unterkunft in der Nähe des Palastes gewährt wurde, wo sie verweilen sollten, bis sie vom Kalifen empfangen werden. Sie waren sehr aufgebracht darüber, dass sie solange warten mussten, bis man ihnen erzählte, dass sie erst nach neun Jahren den Kalifen sehen könnten mit der Begründung, dass sie erst drei Jahre, nachdem sie von ihrem König geschickt worden sind, in Córdoba angekommen sind. Dies und einige andere Unannehmlichkeiten und Missverständnisse, die sie in Córdoba erfuhren, ließ sie natürlich nicht sehr positiv über das Land und vor allem seine Gesetze denken. Diese seien so starr, dass sogar sehr alte Gesetze nicht aufgehoben werden dürfen. Wer ihnen zuwider handelt, bezahlt dies mit dem Tod.

Weiterhin scheint abschreckend zu wirken, dass nach dem Gesetz niemand, auch kein Ausländer, ein Wort gegen die Religion, in dem Fall wohl gegen den Islam, erheben darf. Die Strafe dafür ist ebenfalls der Tod.

Zusammenfassung der Kapitel

1 DAS ISLAMISCHE SPANIEN: Ein Überblick über die historische Entwicklung der maurischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel und deren soziokulturelle Auswirkungen.

2 DER BLICK AUF DAS ISLAMISCHE SPANIEN: Eine detaillierte Analyse der Reiseberichte christlicher und muslimischer Reisender sowie deren subjektive Wahrnehmung der spanischen Gesellschaft.

2.1 REISENDE CHRISTEN: Betrachtung der Erlebnisse von fünf christlichen Reisenden, deren Berichte oft von religiösen Vorurteilen und kulturellen Missverständnissen geprägt sind.

2.1.1 Johannes von Gorze: Ein Bericht über die schwierigen diplomatischen Erfahrungen am Hof des Kalifen in Córdoba.

2.1.2 Aimeric Picaud: Eine Untersuchung des Liber Sancti Jacobi und der negativen Wahrnehmung der Bevölkerung entlang des Jakobsweges.

2.1.3 Georg von Ehingen: Ein Blick auf die diplomatische und militärische Reise eines Ritters durch das Spanien des 15. Jahrhunderts.

2.1.4 Leo von Rožmital: Analyse der Reiseeindrücke eines böhmischen Adligen, die sowohl Begeisterung als auch Unverständnis für lokale Sitten dokumentieren.

2.1.5 Niclas von Popplau: Eine Betrachtung des diplomatischen Besuchs eines Katholiken, dessen Reisebericht durch starke Ablehnung gegenüber anderen Religionen gekennzeichnet ist.

2.2 REISENDE MUSLIME: Analyse von fünf arabischen Geografen und Händlern, die den Fokus ihrer Berichte meist auf die kulturelle Pracht und den wirtschaftlichen Reichtum Andalusiens legen.

2.2.1 Al Masudi: Eindrücke eines arabischen Geografen über die kriegerische Natur der lokalen Völker wie der Galicier.

2.2.2 Al Idrisi: Eine detaillierte Schilderung der blühenden Städte und der kulturellen Größe Andalusiens im 12. Jahrhundert.

2.2.3 Abulfeda: Ein historischer und geografischer Blick auf die bedeutenden Städte und den Reichtum des maurischen Spaniens.

2.2.4 Ibn Battuta: Schilderungen des berühmten Reisenden, der insbesondere die Befestigungen und das kulturelle Leben im Süden Spaniens bewundert.

2.2.5 Abd al-Basit: Beobachtungen eines ägyptischen Händlers, der den Niedergang maurischer Städte durch die Reconquista beklagt.

3 SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wahrnehmungsmuster von Christen und Muslimen und deren Fazit über das mittelalterliche Spanien.

Schlüsselwörter

Iberische Halbinsel, Mittelalter, Reisebericht, maurische Herrschaft, Kulturgeschichte, Religionen, Christen, Muslime, Reconquista, Al-Andalus, Selbstbild, Fremdbild, diplomatische Gesandtschaft, Pilgerfahrt, Kulturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Reisende des Mittelalters – sowohl Christen als auch Muslime – das islamische Spanien in ihren persönlichen Reiseaufzeichnungen wahrgenommen und bewertet haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die kulturelle Koexistenz der drei Religionen, die Wahrnehmung des maurischen Erbes, die subjektiven Vorurteile der Reisenden sowie die Auswirkungen der Reconquista auf die Beschreibungen der Länder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sehr die Wahrnehmung der Reisenden durch den eigenen kulturellen und religiösen Hintergrund beeinflusst wurde und warum christliche Reisende Spanien häufig als fremder empfanden als muslimische Reisende.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse von historischen Reiseberichten und zeitgenössischen Aufzeichnungen, wobei der Fokus auf der kritischen Interpretation der subjektiven Sichtweisen liegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Sektionen: Die Berichte christlicher Reisender, die häufig von Befremdung geprägt sind, und die Berichte muslimischer Reisender, die primär die kulturelle Pracht und den Reichtum der Region hervorheben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Spanien, Mittelalter, Kulturvergleich, Reisebericht, maurische Herrschaft, Religion und subjektive Wahrnehmung.

Wie unterschied sich die Sichtweise der muslimischen Reisenden von der der Christen?

Die muslimischen Reisenden betrachteten Andalusien oft als Teil des „Hauses des Islams“ und bewunderten die kulturelle und wirtschaftliche Blüte, während christliche Reisende häufig Unverständnis für lokale Sitten zeigten und von ihren eigenen Vorurteilen geleitet wurden.

Welche Bedeutung hat die Stadt Granada in den untersuchten Quellen?

Granada nimmt in den muslimischen Berichten eine zentrale Stellung als kulturelles Zentrum und Symbol des maurischen Spaniens ein, dessen Schönheit und Schutz durch die Reisenden besonders hervorgehoben wird.

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Details

Title
Das islamische Spanien im Blick von Moslems und Christen
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Spanienbilder: Urteile, Vorurteile
Grade
2,3 (gut)
Author
Diana Bading (Author)
Publication Year
2003
Pages
27
Catalog Number
V34513
ISBN (eBook)
9783638347136
Language
German
Tags
Spanien Blick Moslems Christen Spanienbilder Urteile Vorurteile
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diana Bading (Author), 2003, Das islamische Spanien im Blick von Moslems und Christen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34513
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