Der Großteil unserer Gesellschaft scheint davon auszugehen, dass der Einzelne maßgeblich am Grad seiner körperlichen und geistigen Verfassung verantwortlich sei. Der Lebensstil, die Ernährung, der Konsum von Genussmitteln, das Ausmaß der sportlichen Betätigung und das Einhalten von Ruhephasen beziehungsweise die Vermeidung von Stress gelten als wichtige Aspekte der Prävention und Gesundheitsförderung.
Die unzähligen virtuellen und digitalen Gesundheitsangebote setzen an dieser Haltung gegenüber Gesundheit und Krankheit an, versuchen Ratschläge und Wegweiser zu geben, wie das Individuum sein Leben gesünder gestalten und seine Gesundheit selbst managen kann.
Es stellt sich die Frage, welche Bedürfnisse durch die Digitalisierung von Gesundheit gestillt werden und welche Probleme dadurch entstehen können. Ferner stellt sich die Frage, welche Chancen die Digitalisierung von Gesundheit für das Individuum und die Gesellschaft bieten kann und welche Risiken beziehungsweise Herausforderungen sich daraus ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Werte und Wertewandel in unserer Gesellschaft
1.2 Fragestellung und Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Eine sozialwissenschaftliche Betrachtung der Digitalisierung von Gesundheit
2.1 Sozialwissenschaftliche Grundlagen und Begriffsklärungen
2.1.1 Gesellschaft
2.1.2 Werte und Wertewandel
2.1.3 Gesundheit
2.1.4 Einordnung der Digitalisierung von Gesundheit
2.2 Chancen der Digitalisierung von Gesundheit für Individuum und Gesellschaft
2.3 Herausforderungen der Digitalisierung von Gesundheit für Individuum und Gesellschaft
3 Fazit
3.1 Bewertung der Ergebnisse
3.2 Weiterer Forschungsbedarf und neue Fragestellungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des gesellschaftlichen Wertewandels auf die zunehmende Digitalisierung der Gesundheitsfürsorge. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Bedürfnisse durch digitale Angebote gestillt werden und welche Chancen sowie Herausforderungen sich daraus für das Individuum und die Gesellschaft ergeben.
- Sozialwissenschaftliche Analyse des Wertewandels in modernen Gesellschaften.
- Bedeutung der Digitalisierung für die Patientenautonomie und Demokratisierung von Gesundheit.
- Chancen durch elektronische Gesundheitskarten und Big-Data-Analyse.
- Herausforderungen in Bezug auf Datensicherheit und Verbraucherkompetenz.
Auszug aus dem Buch
2.2 Chancen der Digitalisierung von Gesundheit für Individuum und Gesellschaft
Digitalisierung von Gesundheit kann als Demokratisierung von Gesundheit gesehen werden, da die Individuen, die Angebote der Digitalisierung nutzen, aktiv in ihre Gesundheitsversorgung eingebunden und ermächtigt und somit zu mündigen PatientInnen werden. Sie sind selbst für die Kontrolle ihrer Gesundheits beziehungsweise Krankheitszeichen verantwortlich. Dadurch wird es ihnen ermöglicht, autonom zu entscheiden, wann eine Kontaktaufnahme mit professionellen Gesundheitsdiensten erforderlich wird und wann nicht.
Die Philips Gesundheitsstudie prognostiziert, dass der Patient und die Patientin im Gesundheitssystem der Zukunft im Mittelpunkt stehen wird. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arzt und PatientIn würde zum entscheidenden Qualitätskriterium der Gesundheitsversorgung, denn wenn PatientInnen heutzutage mit ihrer Behandlung unzufrieden sind, liegt es meist daran, dass sie das Gefühl haben, der Arzt würde ihnen paternalistisch oder nicht empathisch genug begegnen. (vgl. Huber et al. 2015. S.7 ff.)
Die größte Chance der Digitalisierung von Gesundheit besteht in der Verbesserung der Zufriedenheit und Lebensqualität von Nutzerinnen und Nutzern und ganz besonders auch die Verbesserung der Patientensicherheit. Als gutes Beispiel hierfür dient die elektronische Gesundheitskarte. Auf ihr werden wichtige Patientendaten wie durchgeführte diagnostische und therapeutische Maßnahmen in einer Datenbank verschlüsselt gespeichert und unter anderem für zukünftige behandelnden Ärzte abrufbar. Sie leistet eine Fülle von Diensten, beispielsweise können mit ihr Verordnungen ausgestellt und übertragen, Arztbriefe und Befunde gespeichert, Notfalldaten bereitgestellt und ehemals oder aktuell eingenommene Medikamente dokumentiert werden. So kann im Idealfall überflüssigen medizinischen Leistungen vorgebeugt und die Gesundheit der PatientInnen optimal gefördert werden. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen allen an der Gesundheit eines Individuums Beteiligten zu verbessern und Kosten zu sparen. (vgl. Weichert. 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Legt den Grundstein durch die Darstellung des gesellschaftlichen Wertewandels und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2 Eine sozialwissenschaftliche Betrachtung der Digitalisierung von Gesundheit: Analysiert theoretische Grundlagen, definiert zentrale Begriffe und untersucht differenziert die Chancen und Herausforderungen der digitalen Gesundheitsversorgung.
3 Fazit: Bewertet die zentralen Ergebnisse der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf notwendigen zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Gesundheit, Wertewandel, Patientenautonomie, Gesundheitsversorgung, Datensicherheit, Soziale Innovation, Verbraucherkompetenz, Gesundheitskarte, Big-Data, Demokratisierung von Gesundheit, Partizipation, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen digitalem Wandel und Gesundheit und untersucht, wie technologische Innovationen das Leben des Einzelnen und die gesellschaftlichen Strukturen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Hauptthemenfelder umfassen den gesellschaftlichen Wertewandel, die Definition von Gesundheit im modernen Kontext sowie die Chancen und Risiken digitaler Gesundheitsanwendungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Individuum zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, welche Chancen und Herausforderungen daraus resultieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Herleitung sowie eine umfangreiche Literaturrecherche, deren Ergebnisse kritisch gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den sozialwissenschaftlichen Grundlagen, der Einordnung der Digitalisierung sowie einer detaillierten Erörterung von Chancen (wie Demokratisierung und Effizienz) und Herausforderungen (wie Datenschutz und Überforderung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Digitalisierung, Patientenautonomie, Gesundheitsversorgung und sozialer Wandel definiert.
Welche Rolle spielt der Datenschutz in der digitalen Gesundheitswelt?
Datenschutz wird als eine der größten Herausforderungen identifiziert, da Gesundheitsdaten als besonders intime Informationen gelten, deren Schutz vor Missbrauch essenziell für das Vertrauen der Patienten ist.
Wie trägt die Digitalisierung zur Demokratisierung von Gesundheit bei?
Indem Patienten aktiver in ihre Gesundheitsversorgung eingebunden werden und eigenständig fundierte Entscheidungen treffen können, findet eine Verschiebung der Machtverhältnisse in Richtung einer partnerschaftlichen Arzt-Patienten-Beziehung statt.
- Citar trabajo
- Lisa Beer (Autor), 2016, Welche Chancen und Herausforderungen birgt die Digitalisierung von Gesundheit für Individuum und Gesellschaft?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345150