Analyse des Theaterstücks „An Irish Triangle“ von Djuna Barnes


Hausarbeit, 2016
20 Seiten
James Glosterfrau (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das Drama
2.1.1 Definition
2.1.2 Formen des Dramas
2.1.2.1 Das geschlossene Drama
2.1.2.2 Das offene Drama
2.1.2.3 Sonderform: Der Einakter
2.2 Dramenanalyse
2.2.1 Relevante Aspekte
2.2.2 Haupttext und Nebentext

3. Dramenanalyse: „An Irish Triangle“ von Djuna Barnes
3.1 Grobe Struktur und Handlung des Dramas
3.2 Die Analyse an Hand Haupt- und Nebentext
3.3 Die Bedeutung des Nebentextes für das Drama

4. Zusammenfassung und kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Oftmals fällt beim Lesen eines Textes auf, dass die eigentliche Bedeutung des Gelesenen sozusagen „zwischen den Zeilen“ zu finden ist. Was aber ist damit gemeint? Es müssen folglich zwei Arten von Texten existieren: Den einen offensichtlichen Text, der gelesen wird, und einen zweiten Text, welcher nach der Lektüre entsteht. Zudem bekommt ein Text eine weitere Bedeutung, indem das Gesagte durch die Art, wie es ausgedrückt wird, unterstrichen wird. So kann die Aussage durch die Information über die Art und Weise der Äußerung eine andere Bedeutung gewinnen. Es kann demnach eine weitere Bedeutungsebene geschaffen werden, indem zusätzliche Informationen gegeben werden.

Wie sich dieser Sachverhalt auf einen speziellen Text auswirkt, ist Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit. Genauer gesagt, ist die Textform eines dramatischen Theaterstücks von Interesse.

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwiefern durch den Nebentext in Form von Regieanweisungen und zusätzlichen Informationen über die Figuren im Theaterstück „An Irish Triangle“ von Djuna Barnes eine neue Bedeutungsebene geschaffen werden kann.

Die Arbeit soll folgendermaßen aufgebaut werden: Zunächst soll im zweiten Teil die theoretische Grundlage für die spätere Dramenanalyse geschaffen werden. Aus diesem Grund wird der Begriff Drama zunächst definiert und dessen verschiedene Ausprägungen näher erläutert. Dabei wird auf die geschlossene, offene Form des Dramas sowie die Sonderform des Einakters genauer eingegangen. Im Anschluss werden die für die Arbeit relevanten Aspekte der Dramenanalyse näher erläutert. Hierbei soll auch auf die Bedeutung des Haupttextes und des Nebentextes eingegangen und welche Rolle diese im Kontext mit dem Drama spielen.

Im dritten Teil erfolgt die Dramenanalyse des Einakters „An Irish Triangle“ von Djuna Barnes. Zunächst wird die grobe Struktur sowie Handlung des Dramas skizziert dargestellt. Anschließend soll das Drama anhand von ausgewählten Ausschnitten des Dialogs analysiert werden. Dabei soll zunächst die Bedeutungsebene nur anhand des Haupttextes untersucht werden und darauffolgend die veränderte Bedeutung durch die zu Hilfenahme des Nebentextes abgeleitet werden. Danach soll der Nebentext noch in einen Gesamtzusammenhang mit dem Drama gebracht.

Im letzten Teil werden die Ergebnisse zusammengefasst. Die Forschungshypothese erfährt noch eine kritische Würdigung und die Arbeit schließt mit einem Fazit ab.

2. Theoretische Grundlagen

In diesem Abschnitt werden die theoretischen Grundlagen für die spätere Analyse in dieser Arbeit geschaffen. Hier sei bereits darauf hingewiesen, dass sich die Dramenanalyse in dieser Arbeit nicht auf die Aufführung des Theaters, sondern auf die textliche Form bezieht.

Zunächst erfolgt eine Erläuterung der wichtigsten Begrifflichkeiten im Kontext mit dem Drama. Für die spätere Analyse ist vor allem die textuelle Zusammensetzung von Bedeutung, deshalb werden besonders Haupttexte und Nebentexte fokussiert.

2.1 Das Drama

Im Folgenden soll die Gattungsart Drama definiert und näher erläutert werden. Aus diesem Grund werden ebenso die unterschiedlichen Formen von Dramen sowie der Aufbau dargestellt.

2.1.1 Definition

Von einem geschichtlichen Abriss des Dramas wird abgesehen, da dies sonst den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde.

Nach dem griechischen Philosophen Aristoteles werden folgende sechs Elemente für eine Tragödie und somit auch für ein Drama benötigt1. Diese sind: „[…] mythos (Handlung), ethe (Charaktere; Einzahl: ethos), lexis (Rede, Sprache), di à nioa (Gedanke, Absicht), opsis (Schau, Szenerie) und melopoi ì a (Gesang, Musik)“2. Um die Eigenheit des Dramas näher zu erläutern, wird der Fokus besonders auf die Handlung, die Sprache und die Szenerie gerichtet3. Die Charaktere und die Gedanken sind in der Handlung inbegriffen und müssen somit nicht explizit erklärt werden4. Die größte Rolle im Drama spielt nach Meinung von Aristoteles die Handlung5. Dabei kann diese nach heutiger Auffassung entweder prä-historische Weltanschauungen oder auch neuere Arten des Denkens umfassen6. Für diese Arbeit ist vor allem der Gedankengang nach Asmuth (1984) von Interesse, da er der Ansicht ist, dass viele Handlungen und vor allem in Form von gesellschaftlichen Verhaltensäußerungen vorkommen7. Er sieht die Handlung hierbei als verbundenen Ablauf von Geschehen8. Dabei werden auch unterschiedliche Begebenheiten zusammengefasst, welche eher weniger in Zusammenhang mit der Handlung stehen, aber dennoch als solche gelten9. Hierbei unterscheidet Asmuth (1984) Handlungen, welche über den engeren Sinn hinausgehen, wie bspw. Handeln ohne Ziel oder Willen10. Weiterhin ordnet er Gedanken und Gefühle von Personen, die eine laute Äußerung im Drama erfahren, der Kategorie mit einiger Anstrengung als Handlung auszuweisen, zu. Als letzte Unterscheidung nennt er die nicht mehr als Handlung fassbare Umstände, welche keine Tätigkeit sei es in Form von Körperlichkeit oder Geistigkeit erlauben. Hier sind Gewalten der Natur zu nennen, die den Personen nur eine Möglichkeit der Reaktion einräumen11.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Rede der Figuren. Hier verweist Asmuth (1984) auf die Abgrenzung des Dramas von Texten, die beschreibend wirken12. Jedoch nicht von erzählender Literatur13. Er differenziert Epos und Drama anhand des von Aristoteles aufgestelltem Kriteriums der „[…] >lexis< (Sprache, Rede)“14. Im Drama wird das Reden zur vorrangigen Handlung und auch zum Ausdruck von Vorgängen, die im Inneren ablaufen15. Um eine genauere Abgrenzung vorzunehmen, bedarf es somit eines weiteren Kriteriums: „[…] das sogenannte »Redekriterium« […] bezieht das redende Subjekt mit ein“16. So haben im Drama lediglich Personen, die auch handeln, einen Redeanteil, während dagegen in epischen Texten, der Autor ebenso auch zu Wort kommt17. Folglich wird die Rede der Figuren zum bedeutendsten Bestandteil in einem Drama18. Ebenso von Bedeutung für das Drama ist die Darbietung auf der Bühne19. Obwohl ein Text in schriftlicher Form schon als Drama bezeichnet werden kann, wird dieser erst auf der Bühne zur Erfüllung20. Jedoch liegt der Fokus in dieser Arbeit auf der Betrachtung des dramatischen Textes. Deshalb wird von einer genaueren Erklärung der Aufführung des Dramas auf der Bühne abgesehen.

Zuletzt ist noch, zusätzlich zur Szene und Dialog, das Rollenspiel von Bedeutung. Dabei wird vom Rollenspieler durch dessen Stimme und Körper eine fremde Person dargestellt21. Ferner muss noch ergänzt werden, dass diese Art von Spiel bestimmten Regeln folgen muss, um für ein Publikum ausgelegt zu werden22. Das Spiel muss einen Charakter haben, der auf die Darbietung ausgerichtet ist23. Darunter sind die Handlung, Charaktere, Rede und Sprache, Gedanke, Szenerie und Gesang und Musik zu verstehen24. Hier wird in der Arbeit eine Einschränkung vorgenommen und von der Betrachtung von Gesang oder Musik abgesehen, da keine Aufführungsanalyse durchgeführt wird.

2.1.2 Formen des Dramas

2.1.2.1 Das geschlossene Drama

Grundsätzlich werden zwei Arten von Dramen unterschieden. Die geschlossene und die offene Form25. Das geschlossene Drama ist folgendermaßen aufgebaut „[…] Exposition, erregendes Moment, Verwirrung, Höhepunkt/Peripetie, retardierendes Moment, Auflösung/Dénouement, Katastrophe“26. Dabei liefert erstgenanntes Hintergrundinformationen über die Geschichte, welche essentiell für das Nachvollziehen der Gesamthandlung ist27. Als erregendes Moment wird eine signifikante Entscheidung bezeichnet, die zu einer Verwicklung führt28. Die gegenteilige situative Umwandlung wird auch als Peripetie bezeichnet29. Als retardierendes Moment wird ein Ereignis betitelt, welches keine versöhnliche Auflösung eines Konfliktes mehr nach sich zieht. Im Anschluss wird das Ende hinausgezögert30. Schließlich endet das Drama in einer Katastrophe, welche sich je nach Art des Dramas unterschiedlich in Konfliktlösung durch Heldenuntergang oder Ausräumung von Missverständnissen, äußert31.

2.1.2.2 Das offene Drama

Diese Art des Dramas wird durch „[…] Haupt- und Nebenhandlungen und die Vermischung von Komischem und Tragischem“32 charakterisiert. Mit ihr wurden als erstes die Werke von Shakespeare in Verbindung gebracht33. Hauptanliegen dieser Form war ein Wiederstand gegen die bisherige Form des geschlossenen Dramas34.

2.1.2.3 Sonderform: Der Einakter

Eine eindeutige Definition für das Wort Einakter zu finden, gestaltet sich sehr schwierig. Jedoch existiert ein Konsens darüber, dass es sich dabei um die Kurzform eines Dramas handelt und ein signifikantes Merkmal die kurze Dauer ist35.

Bei der Art des Dramas in einem Akt handelt es sich um eine Sonderform, die weder dem geschlossenen, noch dem offenen Drama zu zuordnen ist. Im Gegensatz dazu hat der Einakter eine besondere Form: „Die Struktur des Einakter besteht aus einer gegebenen Anfangs- und Endsituation, die das Spiel nach dem Rahmenprinzip einklammern“36. Dabei wird besonders das Auflösen in den Vordergrund gerückt und zum zentralen Thema gemacht37.

Börnchen (2012) bezieht sich in seiner Beschreibung eines Einakters auf das Werk „Theorie des Dramas 1880-1950“ von Peter Szondi (1978)38. Dabei stellt Börnchen (2012) folgende Merkmale eines Einakters heraus: Es handelt sich bei der modernen Form des Einakters nicht um ein kleines Drama. Vielmehr um einen Abschnitt des Dramas, welcher nun ganzheitlich wirkt. Das zugrunde liegende Modell stellt die dramatische Szene dar. Die im Einakter immanente Spannung muss in der Situation gegeben sein, da kein Geschehen zwischenmenschlicher Art von statten geht.

[...]


1 Asmuth, Bernhard: Einführung in die Dramenanalyse. Stuttgart 1984, S.3.

2 Ebd. S.3.

3 Vgl. Asmuth, Bernhard: Einführung in die Dramenanalyse. Stuttgart 1984, S.4.

4 Vgl. ebd. S.4.

5 Vgl. ebd. S.4.

6 Vgl. ebd. S.4.

7 Vgl. ebd. S.5.

8 Vgl. ebd. S.5.

9 Vgl. ebd. S.5.

10 Vgl. ebd. S.6.

11 Vgl. ebd. S.7.

12 Vgl. ebd. S.8.

13 Vgl. ebd. S.8.

14 Ebd. S.8.

15 Vgl. ebd. S.8.

16 Ebd. S.9.

17 Vgl. Hofmann, Michael: Drama. Grundlagen-Gattungsgeschichte-Perspektiven. Paderborn 2013, S.9.

18 Vgl. ebd. S.9.

19 Vgl. ebd. S.10.

20 Vgl. ebd. S.10.

21 Vgl. ebd. S.13.

22 Vgl. ebd. S.13.

23 Vgl. ebd. S.13.

24 Vgl. ebd. S.14

25 Vgl. ebd. S.21.

26 Ebd. S. 21.

27 Vgl. ebd. S.21.

28 Vgl. ebd. S.21.

29 Vgl. Hofmann, Michael: Drama. Grundlagen-Gattungsgeschichte-Perspektiven. Paderborn 2013, S.21.

30 Vgl. ebd. S.21.

31 Vgl. ebd. S.21.

32 Ebd. S.23.

33 Vgl. ebd. S.23.

34 Vgl. ebd. S.23.

35 Vgl. Pazarkaya Yüksel: Die Dramaturgie des Einakters. Der Einakter als eine besondere Erscheinungsform im deutschen Drama des achzehnten Jahrhunderts. Stuttgart 1973, S.10.

36 Ebd. S.283.

37 Vgl. ebd. S.283.

38 Börnchen, Stefan: Was bisher geschah. Szondis Gattungstheorie und die epische Paradoxie des langen Dramas in Richard Wagners Rheingold. In: Kohns, Oliver (Hrsg.) und Liebrand, Claudia (Hrsg.): Gattung und Geschichte. Literatur- und medienwissenschaftliche Ansätze zu einer neuen Gattungstheorie. Bielefeld 2012, S.241.

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Details

Titel
Analyse des Theaterstücks „An Irish Triangle“ von Djuna Barnes
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V345194
ISBN (eBook)
9783668345096
ISBN (Buch)
9783668345102
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, theaterstücks, irish, triangle, djuna, barnes
Arbeit zitieren
James Glosterfrau (Autor), 2016, Analyse des Theaterstücks „An Irish Triangle“ von Djuna Barnes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345194

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