Adipositas ist derzeit ein sehr aktuelles Thema im Gesundheitssektor. In vielen Zeitschriften findet man Artikel mit Überschriften wie beispielsweise: „Hilfe, mein Kind ist zu dick....“. Lebensbedrohliche Erkrankungen und andere Folgen von Adipositas sind fatal, deshalb zählt Übergewicht/ Adipositas zu den erheblichen gesundheitlichen Risikofaktoren, die zu vermeiden bzw. zu reduzieren möglich sind. „In einer Konferenz im Juni 1997 hat die WHO dem Problem der Adipositas einen Stellenwert eingeräumt, der in seiner Wichtigkeit dem Tabakrauchen gleichkommt“ (Roberts et al., 1988 in Zwiauer, 1998:88). Bisher wird dem Thema Übergewicht/ Adipositas im Bereich der Sozialen Arbeit noch nicht ausreichend Bedeutung beigemessen, obwohl es dort in der alltäglichen Arbeit mit vielen betroffenen Kindern und Jugendlichen Berührungspunkte gibt. Dies gab mir Anlass, in Form einer Hausarbeit mich ausführlicher mit dem Thema und die daraus folgenden Aufgaben für unser Arbeitsfeld auseinander zusetzen. Da es noch nicht viel Literatur gibt, die sich mit diesem Thema im Hinblick auf das soziale Arbeitsfeld beschäftigt, habe ich zur Bearbeitung dieser Hausarbeit überwiegend mit Artikeln und Literatur aus dem pädiatrischen und medizinischen Bereich gearbeitet.
Zu Beginn stelle ich grundlegende Informationen über Adipositas da, wie die Definition, die Prävalenzzahlen, Ursachen und Entstehung von Adipositas, die Diagnostik und Adipositasformen, sowie die Folgen und Konsequenzen von Adipositas. In einem weiteren Schritt beschreibe ich die Therapieformen und –möglichkeiten, wie Adipositas behandelt werden kann, und gehe auf die Verbreitung der Therapieangebote in Deutschland ein. Damit die Prävalenzzahlen, wie unter Punkt 2.2 dargestellt, nicht enorm weiter ansteigen, ist es wichtig, dass auch in der Sozialen Arbeit im alltäglichen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen präventiv gehandelt wird. Mögliche Formen der Prävention werden in einem weiteren Kapitel erläutert. Die Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit werden in Kapitel 5 ausführlicher beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Adipositas
2.1 Was bedeutet Adipositas? (Definition)
2.2 Prävalenzzahlen
2.3 Ursachen und Entstehung von Adipositas
2.3.1 Genetische Faktoren
2.3.2 Psychische Faktoren
2.3.3 Soziale und familiäre Faktoren
2.3.4 Andere Einflussfaktoren
2.4 Diagnostik
2.5 Adipositasformen
2.6 Folgen und Konsequenzen von Adipoistas
2.6.1 Medizinische Konsequenzen
2.6.1.1 Unmittelbare Konsequenzen
2.6.1.2 Langzeitfolgen
2.6.2 Psychosoziale Folgen
2.6.3 Gesellschaftliche Folgen/ Auswirkungen
3 Wie kann Adipositas behandelt werden? (Therapieformen und -möglichkeiten)
3.1 Ansatzpunkte und Grundelemente der Adipositasbehandlung
3.2 Therapieziele
3.3 Therapieformen
3.3.1 Gruppen- oder Einzeltherapie?
3.3.2 Stationäre Adipositasbehandlung
3.3.3 Ambulante Adipositasbehandlung
3.4 Qualität und Quantität von Therapieangeboten und –konzepten in Deutschland
4 Prävention
4.1 Früherkennung einer Entwicklung zu Adipositas
4.2 Primäre Prävention
4.3 Sekundäre Prävention
5 Begründung und Darstellung sozialpädagogischer Interventionsmöglichkeiten
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit beleuchtet die medizinischen und psychosozialen Hintergründe von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie die Soziale Arbeit durch präventive und interventionelle Maßnahmen zur Bewältigung dieses gesundheitspolitischen Problems beitragen kann.
- Ursachenanalyse (genetische, psychische und soziale Faktoren)
- Medizinische Diagnostik und Konsequenzen der Adipositas
- Ansätze stationärer und ambulanter Therapieprogramme
- Früherkennung sowie primäre und sekundäre Präventionsstrategien
- Rolle und Handlungsmöglichkeiten der Sozialpädagogik
Auszug aus dem Buch
3.1 Ansatzpunkte und Grundelemente der Adipositasbehandlung
Als Ansatzpunkt in der Therapie ging man von den auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen der Adipositas aus. Diese sind in der folgenden Abbildung zu finden. Wichtig schien in diesem Zusammenhang die Vermittlung von Wissen an die Patienten, wie es zu Adipositas kommt und wo sie Veränderungen erzielen können. Drei Grundelemente kennzeichnen die Behandlung, diese sind eine angemessene Ernährung, körperliche Bewegung und eine Veränderung des Eßverhaltens (vgl. Wojtalla et al., 1998).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aktualität des Themas Adipositas im Gesundheitssektor ein und begründet die Relevanz der Auseinandersetzung mit den Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Bereich.
2 Adipositas: Dieses Kapitel definiert Adipositas, erläutert Prävalenzzahlen und analysiert differenziert die Ursachen sowie die medizinischen und psychosozialen Folgen für betroffene Kinder und Jugendliche.
3 Wie kann Adipositas behandelt werden? (Therapieformen und -möglichkeiten): Der Abschnitt skizziert die methodischen Ansatzpunkte und Grundelemente der Adipositasbehandlung, vergleicht stationäre und ambulante Therapiekonzepte und bewertet deren Qualität.
4 Prävention: Hier werden Strategien zur Früherkennung sowie Maßnahmen der primären und sekundären Prävention als gesamtgesellschaftliche und gesundheitspolitische Aufgabe diskutiert.
5 Begründung und Darstellung sozialpädagogischer Interventionsmöglichkeiten: Das Kapitel leitet die Notwendigkeit sozialpädagogischen Handelns aus gesetzlichen Vorgaben ab und zeigt praxisnahe Empowerment-Strategien und Case-Management-Ansätze auf.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Adipositas nicht nur medizinisch, sondern verstärkt durch präventive Ansätze der Sozialen Arbeit anzugehen, um langfristig gesundheitsfördernde Strukturen zu etablieren.
Schlüsselwörter
Adipositas, Kinder und Jugendliche, Soziale Arbeit, Prävention, Ernährung, Bewegung, Adipositasbehandlung, Sozialpädagogik, Gesundheitsförderung, Psychosoziale Folgen, Adipositastraining, Empowerment, Case Management, Übergewicht, Therapiekonzepte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zunehmenden Verbreitung von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und untersucht deren Ursachen, Folgen sowie Möglichkeiten der therapeutischen und präventiven Intervention durch die Soziale Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die medizinischen Hintergründe, die verschiedenen Therapieformen (ambulant/stationär), Strategien der Prävention (primär/sekundär) und die Rolle der sozialen Dienstleister.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Adipositas über den rein medizinischen Bereich hinausgeht und eine aktive Einbindung der Sozialen Arbeit erfordert, um benachteiligten Gruppen gesundheitsfördernd zu helfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung pädiatrischer und medizinischer Fachliteratur, Leitlinien sowie Studien zu Präventions- und Trainingsprogrammen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse, eine detaillierte Beschreibung therapeutischer Interventionen und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit präventiven Handlungsfeldern der Sozialpädagogik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adipositas, Prävention, Soziale Arbeit, Ernährung, Bewegung, Empowerment und Adipositastraining.
Warum ist die Einbeziehung der Eltern bei der Therapie so wichtig?
Da das Essverhalten, das familiäre Umfeld und die Lebensstile der Kinder maßgeblich durch die Eltern geprägt werden, ist eine aktive Einbindung für den langfristigen Erfolg der Verhaltensmodifikation unverzichtbar.
Welchen Beitrag leistet das Konzept des Empowerments in dieser Arbeit?
Das Empowerment-Konzept fordert einen Perspektivwechsel weg von der Defizitorientierung hin zur Stärkung der vorhandenen Ressourcen bei den Betroffenen, um diese zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung zu ermutigen.
- Quote paper
- Henrike Weßeler (Author), 2004, Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Therapeutische Ansätze und Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34525