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Inhaltliche und formale Aspekte von Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“

Die Einsiedlerepisode

Titre: Inhaltliche und formale Aspekte von Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“

Dossier / Travail , 2008 , 13 Pages , Note: 1,3

Autor:in: M.A. Christian Schubert (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Zu den bekanntesten Werken von Hans Jacob Christoph (Christoffel) von Grimmelshausen gehören zweifellos die simplicianischen Schriften. Der gesamte Zyklus umfasst insgesamt zehn Bücher [...]. Das Erstwerk des simplicianischen Zyklus’, „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ , gilt als erster deutscher Roman und bedeutendster Schelmen- oder Pikaroroman in dem barocken Zeitalter des siebzehnten Jahrhunderts, in welchem vor allem in der ersten Hälfte der höfisch-historische Roman eine dominante Stellung einnahm. Laut Volker Meid, wie er in seinem Nachwort der Grimmelshausen-Ausgabe von 1996 festhält, bildet der „Abentheuerliche Simplicissimus“ von 1668 (auf dem Titelblatt vordatiert auf 1669) den Beginn „dieses satirischen Romanzyklus“.

Mitunter kontrovers werden die Diskussionen innerhalb der Grimmelshausenforschung geführt. Einen Teilaspekt dieser gegensätzlichen wissenschaftlichen Standpunkte bildet die sogenannte Einsiedlerepisode. Mit dieser Arbeit möchte ich zunächst einen kurzen Abriss über die Ausgangssituation des Protagonisten, sowie über die Begegnung und das Leben mit dem Eremiten liefern. Im Anschluss soll dann eine Einordnung in den Lebenslauf der Hauptfigur Simplicius Simplicissimus folgen, in der dann auch explizit auf das Romanende und die Rückkehr des „seltsamen Vaganten“ in die Einsiedelei eingegangen wird. Zum Ende des Hauptteils folgt dann eine Gegenüberstellung konträrer wissenschaftlicher Positionen, welche die Einsiedlerepisode nach formalen Kriterien, sprich: nach Funktionen für den Gesamtroman als Rahmung oder eben Nicht-Rahmung, beurteilen. Im dritten und letzten Teil der vorliegenden Ausführungen soll dann resümierend ein Überblick über die Funktionen der Einsiedlerepisode sowohl auf inhaltlicher als auch formaler Ebene erfolgen. Ziel der Gesamtarbeit ist die Zusammenfassung von dem Erzählten sowie die Darstellung des Forschungsstandes und der Diskussion über das Erzählte zur Einsiedlerthematik, wozu auch abschließend kritisch Stellung bezogen wird.

Dabei wird insbesondere auf die ersten fünf Bücher des simplicianischen Zyklus Wert gelegt, wohingegen auf die Continuatio samt zweimaliger versuchter Rückkehr des Protagonisten in das Eremitenleben verzichtet wird. Primärliteraturquelle ist die Textausgabe Grimmelshausen, H. J. C. (1996): Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch. Mit einem Nachwort von Volker Meid. Stuttgart: Reclam.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung, Gegenstand, Methode und Ziel

2 Inhaltliche und formale Aspekte der Einsiedlerepisode

2.1 Ausgangssituation – Simplicii Leben bei dem Einsiedler

2.2 Die Benennung des Namenlosen – Funktionen im Lebenslauf

2.3 Einsiedlertum als Rahmung des Romans? – Konträre Positionen

3 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die sogenannte Einsiedlerepisode in Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ hinsichtlich ihrer inhaltlichen Bedeutung und formalen Funktion für den Gesamtroman. Dabei steht insbesondere die Analyse konträrer wissenschaftlicher Positionen zur Frage einer möglichen Rahmung des Romans durch das Einsiedlertum im Zentrum.

  • Die Ausgangssituation des Protagonisten und seine Begegnung mit dem Eremiten.
  • Funktionen der Namensgebung und christlichen Unterweisung für den Lebenslauf des Simplicius.
  • Die Bedeutung der Vater-Sohn-Beziehung im Kontext der Romanstruktur.
  • Diskussion der wissenschaftlichen Debatte zur Einsiedlerepisode als Rahmungselement.
  • Kritische Würdigung der Positionen von Volker Meid und Andreas Merzhäuser.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Benennung des Namenlosen – Funktionen im Lebenslauf

Welche Rolle spielt die Einsiedlerepisode im Lebenslauf des Simplicius Simplicissimus? Zunächst einmal ist die Namensgebung der größte Verdienst des Eremiten. Der bis zum Treffen mit dem Waldbewohner allenfalls „Bub, Schelm, ungeschickter Dölpel, und Galgenvogel“ (Grimmelshausen 1996: 36) genannte Bauernjunge bekommt von dem Einsiedler im Diskurs des achten Kapitels (I. Buch) aufgrund der Einfalt seines Zöglings den Namen Simplici verliehen: „Höre du, Simplici (dann anderst kann ich dich nicht nennen), wenn du das Vatterunser betest, so mußt du sprechen: [...]“ (Grimmelshausen 1996: 37). Im darauffolgenden neunten Kapitel reflektiert das erzählende Ich noch einmal die Namensgebung: „[...] gleichwohl aber ist die pure Einfalt, gegen andern Menschen zu rechnen, noch immerzu bei mir verblieben, dahero der Einsiedel (weil weder er noch ich meinen rechten Namen gewußt) mich nur Simplicium genennet“ (Grimmelshausen 1996: 42). Somit ist also die Namensgebung der erste Schritt zur Wandlung der „Bestia [...] zum Menschen“ (Triefenbach 1979: 142).

Neben der namentlichen Benennung vollendet einhergehend die Lehre der christlichen Religion die Wandlung des Protagonisten, der bis dato nichts von Gott und den Christentum gewusst hat. So stellt Simplicius bereits bei dem ersten Treffen mit dem Eremiten rückschauend fest, dass ein Christenmensch wohl getröstet worden wäre, er selbst aber in Angst verfiel (vgl. Grimmelshausen 1996: 30f). Gleichsam war er auch nicht in der Lage das Vaterunser zu beten (vgl. Grimmelshausen 1996: 36f). Somit entschließt sich der Einsiedler, die Hauptfigur in das Christentum einzuführen und gibt ihm drei Lebenslehren mit auf dem Weg, nämlich dass der Zögling sich „je länger je mehr selbst erkennen, [...] sich jederzeit vor böser Gesellschaft hüten [...] und vor allen Dingen standhafftig“ bleiben solle (Grimmelshausen 1996: 48), womit der geistige Vater seinen Sohn „auf dem angetrettenen Weg der Tugend“ zu stärken versucht (Grimmelshausen 1996: 47).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung, Gegenstand, Methode und Ziel: Dieses Kapitel verortet das Werk im simplicianischen Zyklus und definiert das Ziel der Arbeit, die Funktion der Einsiedlerepisode wissenschaftlich zu untersuchen.

2 Inhaltliche und formale Aspekte der Einsiedlerepisode: Hier werden die Begegnung mit dem Eremiten, die Namensgebung sowie die unterschiedlichen Forschungspositionen zur Rahmung des Romans detailliert analysiert.

2.1 Ausgangssituation – Simplicii Leben bei dem Einsiedler: Der Abschnitt schildert die erste Begegnung zwischen dem Protagonisten und dem Eremiten sowie die anschließende christliche Erziehung des Jungen.

2.2 Die Benennung des Namenlosen – Funktionen im Lebenslauf: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bedeutung der Namensgebung als entscheidenden Wandlungsprozess vom unbedarften Bauernjungen zum christlich erzogenen Simplicius.

2.3 Einsiedlertum als Rahmung des Romans? – Konträre Positionen: Hier werden die divergierenden Thesen von Volker Meid und Andreas Merzhäuser zur Frage, ob die Episode eine zirkuläre Struktur des Romans begründet, gegenübergestellt.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Kritik an der Position von Andreas Merzhäuser unter Berücksichtigung der Vater-Sohn-Beziehung und der Bedeutung der Namensgebung.

Schlüsselwörter

Grimmelshausen, Simplicissimus, Einsiedlerepisode, Eremit, Romanstruktur, Rahmung, Lebenslauf, Identität, Christentum, Literaturwissenschaft, Pikaroroman, Barock, Simplizianische Schriften, Motivgeschichte, Vater-Sohn-Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Einsiedlerepisode in Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ und untersucht deren Bedeutung für den gesamten Romanverlauf.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die inhaltliche Rolle der christlichen Unterweisung, die Namensgebung des Protagonisten sowie die formale Frage nach einer zyklischen Rahmung des Romans durch das Eremitentum.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Zusammenfassung des Erzählten sowie eine kritische Auseinandersetzung mit konträren wissenschaftlichen Forschungspositionen bezüglich der Funktion der Einsiedlerepisode.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse der primären Romanausgabe unter Einbeziehung und kritischer Gegenüberstellung relevanter literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ausgangssituation, die Analyse der Namensgebung als Wandlungsschritt und die Diskussion zwischen den Forschern Volker Meid und Andreas Merzhäuser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Grimmelshausen, Simplicissimus, Einsiedlerepisode, Rahmung, Lebenslauf, Identität und Literaturwissenschaft.

Warum spielt die Vater-Sohn-Beziehung eine so wichtige Rolle?

Die Enthüllung am Ende des Romans, dass der Eremit der leibliche Vater des Protagonisten ist, stützt die These einer bewussten formalen Rahmung des Gesamtwerks.

Welche Kritik übt der Autor an der Position von Andreas Merzhäuser?

Der Autor kritisiert, dass Merzhäuser wichtige Aspekte wie die Namensgebung und die zwischenzeitlichen Rückverweise auf die Lehren des Eremiten im Romanverlauf vernachlässigt.

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Résumé des informations

Titre
Inhaltliche und formale Aspekte von Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“
Sous-titre
Die Einsiedlerepisode
Université
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät - Literaturwissenschaft)
Cours
Literatur der frühen Neuzeit: Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“
Note
1,3
Auteur
M.A. Christian Schubert (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
13
N° de catalogue
V345314
ISBN (ebook)
9783668350816
ISBN (Livre)
9783668350823
Langue
allemand
mots-clé
Grimmelshausen Simplicissimus Barock Frühe Neuzeit Pikaro Schelmenroman Dreißigjähriger Krieg Literatur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. Christian Schubert (Auteur), 2008, Inhaltliche und formale Aspekte von Grimmelshausens „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345314
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Extrait de  13  pages
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