In der nachfolgenden Arbeit soll die Situation im Pflegebereich und die Möglichkeit ausländische Arbeitskräfte in den verschiedenen Pflegebereichen zu rekrutieren und einzusetzen untersucht werden.
Pflegebedürftigkeit kann unverhofft von heute auf morgen jeden treffen. Sei es durch einen Unfall, eine Krankheit oder einfach nur auf Grund des Alters. Alleine schon auf Grund der Tatsache, dass es in Deutschland immer mehr Single Haushalte gibt, sind sehr viele nicht mehr in der Lage, sich in einer solchen Situation selber zu versorgen. [...]
Nach wie vor genießen die Pflegeberufe in Deutschland immer noch nicht das Ansehen und die Anerkennung die ihnen zustehen, obwohl diese Berufe einen sehr wertvollen Beitrag in der Kranken- und Altenversorgung darstellen. Die Situation, die Pflegeberufe mit deutschen Arbeitskräften abzudecken, wird somit und auch durch den demografischen Wandel immer problematischer. Seit Jahren gibt es daher einen Trend, um die Pflege sicherzustellen, auf ausländische Arbeitskräfte zurückzugreifen.
Inhaltsverzeichnis
1. Pflege in Deutschland
1.1. Pflegearten und Pflegeorganisationen
1.2. Organisation der Pflegekräfte
1.3. Aktuelle Situation in Deutschland
2. Gesundheit und Pflege als Wachstumsbranche
2.1. Allgemeine Rahmenbedingungen
2.2. Hoher gesellschaftlicher Wert - niedrige Einkommen
2.3. niedriges Ansehen der Pflegeberufe
3. Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Pflege
3.1. Kompetenz ist erforderlich
3.2. Fachkräftemangel und Fachkräfteengpass
3.3. Pflegefachkräftemangel
4. Maßnahmen gegen Fachkräftemangel
4.1. Pflege zuhause
4.2. Pflege zu Hause contra Pflege in Heimen
4.3. Gesetzliche Regelungen
4.3.1. Pflege - Neuausrichtungs - Gesetz
4.3.2. Pflegestärkungsgesetz
5. Auslandskräfte
5.1. Kosten für Pflegeheime gegen Kosten für Auslandskräfte
5.2. Einsatz ausländischer Pflegekräfte
5.3. Ausländische Pflegekräfte – immer noch ein Problem?
5.4. Voraussetzungen für den Einsatz ausländischer Pflegekräfte
5.4.1. Visum
5.4.2. Entsendebescheinigung nach Arbeitnehmerentsendegesetz
5.4.3. Deutschkenntnisse
5.5. Pflegefachkraftausbildung im Ausland
5.6. Anerkennung erworbener Abschlüsse aus dem Ausland
5.7. Wege um Pflegekräfte aus dem Ausland zu rekrutieren
5.7.1. Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
5.7.2. Private Vermittlungsunternehmen
5.8. Anerkennung von Qualifikationen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die angespannte Situation auf dem deutschen Pflegemarkt, der durch einen massiven Fachkräftemangel und den demografischen Wandel gekennzeichnet ist. Sie analysiert die Wirksamkeit interner Maßnahmen sowie gesetzlicher Rahmenbedingungen und beleuchtet kritisch die Notwendigkeit, Strategien zur Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte zu etablieren, um die medizinische und pflegerische Versorgung langfristig sicherzustellen.
- Demografischer Wandel und steigender Pflegebedarf in Deutschland
- Gesellschaftliches Ansehen und ökonomische Rahmenbedingungen der Pflegeberufe
- Rechtliche Grundlagen und gesetzliche Reformen im Pflegesektor
- Herausforderungen und Wege der internationalen Fachkräfterekrutierung
- Vergleich und Rolle von Vermittlungsinstanzen wie der ZAV
Auszug aus dem Buch
5.2. Einsatz ausländischer Pflegekräfte
Der Einsatz ausländischer Pflegekräfte ist kein Novum der heutigen Zeit. Bereits vor 50 Jahren hat man in Deutschland auf ausländische Pflegekräfte zurückgegriffen.
„Die Rekrutierung internationaler Pflegekräfte ist in Deutschland kein neues Phänomen. Bereits in den 60er und 70er Jahren wurden u.a. Pflegekräfte aus Korea ins Land geholt. Zudem gibt es seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit dem Einsatz indischer Ordensschwestern. Auch befinden sich mittlerweile zahlreiche Pflegekräfte aus Russland und vielen europäischen Staaten im Lande. Zuletzt ist die Beschäftigung ausländischer Beschäftigter in der Pflege allerdings stark angestiegen.
… [Dies gilt, A.d.V.] vor allem für die Altenpflege: Hier stieg nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2013 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent, die Zahl der Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit dagegen um ein Siebtel (Ausländer mit Staatsangehörigkeit eines Nicht-EU-Landes, Drittstaatler) oder sogar um ein Fünftel (EU-Ausländer). Zwar sind hierbei Ausländer ohne eigene Migrationserfahrung mitgezählt, also die nachwachsende zweite und dritte Migrantengeneration, die teilweise noch nicht über einen deutschen Pass verfügt. Hinter der massiven Zunahme steht jedoch zweifellos die zuletzt stark angewachsene Zuwanderung aus wirtschaftlichen Motiven, die sich in Folge der Erleichterungen bei der Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt (Umsetzung der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU, Liberalisierung der Beschäftigungsverordnung zur Zuwanderung in Ausbildungsberufe), aber auch der anhaltenden Wirtschaftskrise in einigen EU-Ländern ergeben hat.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Pflege in Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die aktuelle Pflegesituation in Deutschland, inklusive der prognostizierten Zunahme an Pflegebedürftigen bis 2030.
2. Gesundheit und Pflege als Wachstumsbranche: Hier wird der Gesundheitssektor als bedeutender Wirtschaftsmotor analysiert, wobei besonders die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichem Wert und niedriger Entlohnung hervorgehoben wird.
3. Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Pflege: Das Kapitel befasst sich mit der steigenden Nachfrage nach Fachkräften und der zunehmenden Schwierigkeit, offene Stellen angesichts des demografischen Wandels zu besetzen.
4. Maßnahmen gegen Fachkräftemangel: Es werden Strategien zur Attraktivitätssteigerung des Berufsfeldes sowie gesetzliche Regelungen, wie das Pflegestärkungsgesetz, zur Unterstützung pflegender Angehöriger diskutiert.
5. Auslandskräfte: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Voraussetzungen, Kosten und Wege zur Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Anerkennung von Abschlüssen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Unzulänglichkeit interner Maßnahmen zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Rekrutierung ausländischer Arbeitskräfte zur Deckung des Bedarfs unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Pflegefachkräftemangel, demografischer Wandel, Altenpflege, Krankenhaus, ZAV, Arbeitsmarktentwicklung, ausländische Arbeitskräfte, Qualifikationsanerkennung, Pflegestärkungsgesetz, häusliche Pflege, Fachkräfteengpass, Rekrutierung, Sozialgesetzbuch, Arbeitsrecht, Pflegeversicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die akute Problematik des Fachkräftemangels in der deutschen Pflegebranche vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den Arbeitsmarktstrukturen der Pflege, den Auswirkungen des demografischen Wandels sowie den rechtlichen und praktischen Voraussetzungen für die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum eine ausschließliche Deckung des Fachkräftebedarfs durch inländische Kräfte nicht mehr möglich ist und welche Lösungsansätze die Rekrutierung von Arbeitskräften aus dem Ausland bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit genutzt?
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Auswertung existierender Studien, Statistiken der Bundesagentur für Arbeit sowie geltender Gesetze und Verordnungen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die demografische Entwicklung, die Problematik der geringen beruflichen Wertschätzung, die Bedeutung staatlicher Gesetze zur Entlastung der Pflege sowie detaillierte Wege der internationalen Personalvermittlung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Pflegefachkräftemangel, Fachkräfteengpass, demografischer Wandel, ZAV, Rekrutierung ausländischer Kräfte und Qualifikationsanerkennung.
Warum wird die Pflege durch Angehörige als oft nicht ausreichend angesehen?
Obwohl häusliche Pflege durch Angehörige gefördert wird, stoßen diese häufig an ihre physischen und psychischen Grenzen, zudem fehlt ihnen oft die notwendige pflegerische Fachausbildung.
Welche Rolle spielt die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)?
Die ZAV unterstützt Unternehmen bei der Suche nach ausländischen Pflegekräften durch Beratung, das Pilotprojekt „Triple Win“ und die Sicherstellung der Einhaltung rechtlicher Standards.
Wie unterscheidet sich die Situation für ausländische Pflegekräfte aus der EU gegenüber Drittstaaten?
Während EU-Bürger aufgrund der Personenfreizügigkeit einfacheren Zugang haben, unterliegen Arbeitskräfte aus Drittstaaten strengeren Visums- und Anerkennungsregeln.
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- Martin Neugebauer (Autor), 2016, Rekrutierung ausländischer Kräfte in der Pflege, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345351