Mit der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 ist die Einwanderung nach Deutschland wieder mehr in den Fokus öffentlicher Diskussionen gerückt. Aber nicht nur Flüchtlinge aus Krisen- und Kriegsgebieten sondern auch Europäer und andere ausländische Staatsangehörige kommen in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland. Der Beleg zeigt im ersten Teil, wer in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen ist und welche Gründe die Zuwanderung nach Deutschland hat. Im weiteren Fokus der Belegarbeit steht dann jedoch die Gruppe der Flüchtlinge und Zuwanderer, da die Integration dieser Gruppe besonders kontrovers in Politik und Medien diskutiert wird.
Hier wird zunächst geprüft, ob ein häufig angemahnter Fachkräftemangel, der durch die Überalterung der deutschen Gesellschaft noch bestärkt werde, überhaupt besteht und ob dieser durch den möglichen Arbeitsmarkteintritt der zahlreichen Flüchtlinge in den kommenden Jahren vielleicht abgemildert werden könnte. Lassen sich heute schon Erfolgschancen der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen abschätzen? Um den Erfolg der Integration steuern und Maßnahmen ergreifen zu können, wird im Beleg im Weiteren die Qualifikationsstruktur dieser Zuwanderer analysiert. Da die Betrachtung der Flüchtlinge und Asylbewerber als Arbeitskräfte relativ neu ist und die deutsche Politik nahezu unvorbereitet von der Krise getroffen wurde, sind die Abläufe und Maßnahmen, die zu einer langfristigen Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt dienen können, noch unerprobt und stellenweise uneffektiv. Welche Probleme treten derzeit im Aufnahmeprozess auf? Und wie kann schon frühzeitig mit der Integration in den Arbeitsmarkt begonnen werden? Im Hauptteil der Belegarbeit werden einige Stationen der Flüchtlinge bei ihrem Ankommen in Deutschland beleuchtet und Verbesserungsvorschläge unterbreitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einwanderungspolitik Deutschlands
2.1 Wer kommt nach Deutschland?
2.2 Hauptgründe für die Zuwanderung nach Deutschland
2.3 Qualifikationsstruktur der Flüchtlinge und Potenzial für den deutschen Arbeitsmarkt
3. Fachkräftebedarf und demografischer Wandel in Deutschland
4. Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen
4.1 Verteilung der Flüchtlinge und häufige Wohnortwechsel
4.2 Erfassung arbeitsmarktrelevanter Daten
4.2 Erwerb deutscher Sprachkenntnisse
4.3 Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse
4.4 Vorrangprüfung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Potenziale der Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines häufig diskutierten Fachkräftemangels.
- Analyse der aktuellen Einwanderungspolitik und Zuwanderungsgründe.
- Untersuchung der Qualifikationsstruktur von Flüchtlingen.
- Bewertung des Fachkräftebedarfs im Kontext des demografischen Wandels.
- Diskussion von Integrationshemmnissen wie Wohnortwechsel und Sprachbarrieren.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Effektivitätssteigerung im Integrationsprozess.
Auszug aus dem Buch
2.3 Qualifikationsstruktur der Flüchtlinge und Potenzial für den deutschen Arbeitsmarkt
Von der Qualifikation der Zuwanderer hängt maßgeblich ab, welche Maßnahmen in Zukunft ergriffen werden müssen, um diese effektiv in den Arbeitsmarkt integrieren und ihnen auch langfristig eine Perspektive in Deutschland bieten zu können. Einzige repräsentative Datengrundlage, in der auch die Qualifikationsstruktur der Zuwanderer erhoben wurde, bildet die Flüchtlingsstudie des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aus dem Jahr 2014, in der rund 2.800 Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Sri Lanka und Syrien im Alter zwischen 18 und 69 Jahren bundesweit schriftlich befragt wurden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bezieht sich in einem Bericht auf von Asylbewerbern bei Antragstellung freiwillig gemachte Angaben gegenüber dem BAMF. Diese Daten lassen sich in den Publikationen des BAMF jedoch nicht nachprüfen, da sie nach eigenen Angaben des Autors Herbert Brückner nicht publiziert sind. Daher können die Daten lediglich Grundlage für eine vorsichtige Analyse der Qualifikationsstruktur der Zuwanderer sein und lassen nur ansatzweise Schlüsse auf künftige politische Maßnahmen zu.
Ein schulischer Qualifizierungsbedarf der Flüchtlinge besteht bei zwei Gruppen. Neben den in 2015 eingereisten 15 % schulpflichtiger Kinder und Jugendlicher sowie ein Zehntel Vorschulkinder bedarf es auch der Nachqualifizierung bei den ab 18-jährigen, die keine oder nur die Grundschule besucht haben. Diese Gruppe bilden rund ¼ der ab 18-jährigen Flüchtlinge. Hinzu kommt eine bisher unbekannte Zahl der Flüchtlinge, die ihre Bildungswege unterbrechen und ihre Schulen ohne Abschluss verlassen mussten. Es ist daher in Zukunft besonders wichtig, jungen Flüchtlingen den frühzeitigen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, da allgemeinbildende Abschlüsse den Grundstein bilden, um eine Integration in Ausbildung oder Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Flüchtlingsthematik und die Fragestellung zur Arbeitsmarktintegration in den Kontext des vermeintlichen Fachkräftemangels.
2. Einwanderungspolitik Deutschlands: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der deutschen Einwanderungspolitik und die verschiedenen Motive der Zuwanderung, insbesondere die Qualifikationsstruktur der Flüchtlinge.
3. Fachkräftebedarf und demografischer Wandel in Deutschland: Es wird untersucht, ob ein genereller Fachkräftemangel existiert oder ob es sich um ein strukturelles Missverhältnis handelt, das durch den demografischen Wandel beeinflusst wird.
4. Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen: Hier werden zentrale Hindernisse wie der Verteilungsschlüssel, Sprachkurse, die Anerkennung von Abschlüssen und die Vorrangprüfung kritisch diskutiert.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine erfolgreiche Integration vor allem von der Senkung der Zugangshürden und einer verbesserten Datenlage abhängt.
Schlüsselwörter
Einwanderungspolitik, Flüchtlingskrise, Arbeitsmarktintegration, Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Qualifikationsstruktur, Asylverfahren, Sprachkenntnisse, Anerkennungsgesetz, Vorrangprüfung, Königsteiner Schlüssel, Arbeitserlaubnis, Bildungsbedarf, Integration, Erwerbspersonenpotenzial
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt und bewertet die hierfür notwendigen politischen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Einwanderungspolitik, die Analyse der Qualifikationen von Flüchtlingen, der demografische Wandel sowie praktische Aspekte der Arbeitsmarktintegration.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Flüchtlinge den Fachkräftemangel mildern können und welche Hürden derzeit einer effektiven Arbeitsmarktintegration entgegenstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Daten des BAMF, des IAB sowie weiteren Fachpublikationen und Statistiken basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Stationen der Flüchtlinge auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt, von der Verteilung über die Sprachförderung bis hin zur Anerkennung von Abschlüssen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Arbeitsmarktintegration, Flüchtlingskrise, Fachkräftemangel, Qualifikationsstruktur und Integrationspolitik.
Welche Rolle spielt der sogenannte Königsteiner Schlüssel bei der Arbeitsmarktintegration?
Der Königsteiner Schlüssel regelt die Verteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer, was laut Autor jedoch die berufliche Integration erschweren kann, da regionale Arbeitsmarktbedarfe nicht berücksichtigt werden.
Warum ist die Datenlage laut Autor zur Qualifikation der Zuwanderer problematisch?
Die Datenlage ist laut Autor mangelhaft, da keine repräsentativen, nachprüfbaren Studien vorliegen, was eine verlässliche Prognose über das Potenzial der Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt erschwert.
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- Anonym (Author), 2016, Integration der Zuwanderer am deutschen Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345388