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Die Bilder Mohammeds. Reaktionen muslimischer Dachverbände im Spiegel journalistischer Ethikkodizes in Deutschland

Titre: Die Bilder Mohammeds. Reaktionen muslimischer Dachverbände im Spiegel journalistischer Ethikkodizes in Deutschland

Dossier / Travail , 2007 , 12 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Médias / Communication - Ethique des médias
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Résumé Extrait Résumé des informations

Rund anderthalb Jahre sind nach der öffentlichen Debatte um die Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed vergangen. Die erstmals bereits am 30. September 2005 in der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ veröffentlichten zwölf Bilder gingen um die Welt und lösten bei Muslimen rund um den Globus zum Teil heftige Stürme der Entrüstung aus, die sogar in Gewalt gegen Mensch und Material gipfelten. Während vornehmlich im arabischen Raum gewaltsame Proteste, besonders medienwirksame öffentliche Flaggenverbrennungen oder ähnliches als adäquate Mittel der Wut und des Entsetzen über die Karikaturen galten, blieben derartige Szenen in weiten Teilen Westeuropas aus. Das galt auch für Deutschland. Doch wie fielen die Reaktionen bei den in Deutschland lebenden Muslimen, immerhin rund 3,2 Millionen, aus? Darf man annehmen, dass insbesondere die Nachfolgegeneration der ehemals türkischen Gastarbeiter die vermeintlichen Skandal-Bilder aus einem anderen Blickwinkel sieht? Immerhin sind viele Muslime bereits in Deutschland geboren und auch aufgewachsen, in der Gesellschaft integriert und womöglich liberaler in Auslebung ihres Glaubens. Eine Welle der Entrüstung sollte dann doch nach den vorangestellten Vermutungen ausbleiben, so glaubt man. Aber ist dies wirklich so?

Diese Arbeit soll Aufschluss über die Reaktionen islamischer Dachverbände in Deutschland bringen, sie vergleichen und journalistischen Kodizes gegenüberstellen. Die Ausgangsfrage soll also sein: Besteht eine Deckungsgleichheit der Stellungnahmen islamischer Verbände in Deutschland mit journalistischen Ethikvorstellungen? Zunächst einmal sollen dazu zu Beginn des Hauptteils aber die zwei größten Verbände, der Zentralrat der Muslime und der Islamrat, im Kurzportrait vorgestellt werden. Gepaart damit sollen Ethikcodes des in Deutschland geltenden Presskodex’ knapp erörtert werden. Im Anschluss daran folgen dann eine Analyse der öffentlichen Stellungnahmen der Vertreter muslimischer Verbände sowie ein Vergleich derer mit Bestimmungen des Pressekodexes. Die Vermutung, dass sich die Reaktionen der muslimischen Verbände auf die Mohammed-Karikaturen mit den Bestimmungen der journalistischen Ethik decken, soll die vorangestellte Hauptthese bilden, die dann im Schlussteil belegt bzw. widerlegt werden und die Gesamtarbeit abrunden soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Muslimische Reaktionen im Spiegel journalistischer Ethikcodes

2.1 Muslimische Dachverbände in Deutschland

2.1.1 Der Islamrat

2.1.2 Der Zentralrat der Muslime

2.2 Journalistische Pressekodizes

2.3 Reaktionen muslimischer Dachverbände

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der journalistischen Pressefreiheit in Deutschland und den religiösen Empfindungen muslimischer Gläubiger im Kontext der Mohammed-Karikaturen. Ziel ist es zu analysieren, ob die Stellungnahmen islamischer Dachverbände mit den ethischen Vorgaben des Deutschen Presserates korrespondieren.

  • Analyse der Strukturen islamischer Dachverbände in Deutschland (Islamrat und Zentralrat der Muslime)
  • Erläuterung journalistischer Ethikrichtlinien, insbesondere Ziffer 10 des Pressekodex
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Positionen von Medienvertretern und muslimischen Repräsentanten
  • Evaluation der Reaktionen auf die Karikaturen im Hinblick auf Gewaltverzicht und Dialogbereitschaft

Auszug aus dem Buch

2.3 Reaktionen muslimischer Dachverbände

Während in vielen Teilen der Welt – überwiegend aber im arabischen Raum und Indonesien – die Proteste wütender Muslime gewaltsam verliefen, riefen die beiden islamischen Dachverbände Islamrat und Zentralrat der Muslime zu einem Verzicht der Gewalt im Namen ihrer Religionen auf. Sie gingen sogar soweit, dass die beiden eher konkurrierenden Verbände zum ersten Mal eine gemeinsame Erklärung veröffentlichten, in der sie die gewaltsamen Proteste verurteilten.

Aber auch in Sachen Mohammed-Karikaturen herrschte überwiegende Gleichheit in den Meinungen der Vorsitzenden der Verbände. In einem „Stern.de“-Interview mit Florian Güßgen sah der Islamrat-Vorsitzende Ali Kizilkaya in dem Nachdruck der Karikaturen in deutschen Zeitungen „Provokation und Beleidigungen“ und erklärte weiter, dass es in der deutschen Presselandschaft an Fingerspitzengefühl gemangelt hätte und er persönlich sehr enttäuscht und bestürzt sei. Die Karikaturen verletzten laut Kizilkaya religiöse Bestimmungen, da der Prophet Mohammed generell nicht abgebildet werden dürfe. Auf die Frage des Journalisten, ob die Presse nicht das Recht habe, solche Karikaturen zu veröffentlichen, auch wenn sie die Gefühle von Muslimen verletzen, antwortete der Islamrat-Vorsitzende, dass die Pressefreiheit ein hohes Gut sei und auch für Muslime sehr wichtig ist. „Allerdings gibt es auch dort Grenzen – etwa wenn andere Menschen verletzt werden. Muslime werden durch diese Karikaturen in ihren religiösen Gefühlen sehr tief verletzt“ (vgl. dazu http://www.stern.de/politik/deutschland/:Mohammed-Karikaturen-Die-Integration-Schaden/554880.html). Demnach sieht Ali Kizilkaya einen Verstoß in Ziffer 10 des Pressekodex’, der wie bereits erwähnt die Zeile „das [...] religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzten können [...]“ zum damaligen Zeitpunkt enthielt. Folglich sei durch die Verletzung der muslimischen Gefühle durch die „Veröffentlichungen in Wort und Bild“ ein Verstoß gegen den Pressekodex vorliegend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Mohammed-Karikaturenstreit und stellt die Forschungsfrage zur Vereinbarkeit muslimischer Empfindungen mit journalistischen Ethikvorstellungen.

2. Muslimische Reaktionen im Spiegel journalistischer Ethikcodes: Dieses Kapitel stellt die Akteure (Islamrat, Zentralrat der Muslime) vor, analysiert den Pressekodex und untersucht die öffentliche Debatte zwischen Journalisten und muslimischen Verbänden.

3. Fazit: Das Fazit widerlegt die Ausgangsthese, da keine Deckungsgleichheit zwischen den muslimischen Stellungnahmen und der Einschätzung des Presserates besteht.

Schlüsselwörter

Mohammed-Karikaturen, Pressekodex, Ziffer 10, Journalismus, Ethik, Islamrat, Zentralrat der Muslime, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Diskriminierung, Debatte, Integration, Islam, Medien, Meinungsfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Reaktionen islamischer Dachverbände in Deutschland auf die Mohammed-Karikaturen und stellt diese den journalistischen Ethikregeln gegenüber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Pressefreiheit und religiösen Gefühlen, die Rolle muslimischer Verbände sowie die Interpretation journalistischer Standesregeln.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob eine Deckungsgleichheit zwischen den Stellungnahmen muslimischer Verbände in Deutschland und den journalistischen Ethikvorstellungen besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der dokumentarische Quellen, öffentliche Stellungnahmen und der Pressekodex verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beinhaltet die Vorstellung der Verbände (Islamrat, ZMD), eine Analyse der entsprechenden Ziffern des Pressekodex sowie eine Untersuchung der Reaktionen der Verbandsvertreter auf die Veröffentlichung der Bilder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Karikaturenstreit, Pressekodex, Meinungsfreiheit, islamische Dachverbände und ethische Verantwortung der Medien.

Welche Rolle spielt der Zentralrat der Muslime?

Der ZMD fungiert als Diskussionspartner für den deutschen Staat und sah in den Karikaturen eine tiefe Kränkung und Verletzung der Würde von Muslimen.

Wie bewertet der Autor die Entscheidung des Presserates?

Der Autor empfindet die Begründung des Presserates als „schwammig“, da keine eindeutige Grenze zwischen Meinungsfreiheit und der Verletzung religiöser Gefühle definiert wird.

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Résumé des informations

Titre
Die Bilder Mohammeds. Reaktionen muslimischer Dachverbände im Spiegel journalistischer Ethikkodizes in Deutschland
Université
University of Erfurt  (Seminar für Medien und Kommunikation)
Cours
„Journalismus und journalistische Ethik im interkulturellen Vergleich“
Note
2,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
12
N° de catalogue
V345390
ISBN (ebook)
9783668351035
ISBN (Livre)
9783668351042
Langue
allemand
mots-clé
Jyllands-Posten Karikatur Mohammed-Karikatur Islamrat Zentralrat der Muslime Medienethik Presserat Pressekodex Kodex
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2007, Die Bilder Mohammeds. Reaktionen muslimischer Dachverbände im Spiegel journalistischer Ethikkodizes in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345390
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Extrait de  12  pages
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