Grundlagen der Handlungstheorie und Konzepte der Verantwortung


Seminararbeit, 2012

9 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Moralische Verantwortung
2.2. Universelle Gültigkeit
2.3. Beeinflussung moralischen Handelns

3. Schluss

Literaturverzeichnis

1. EINLEITUNG

Das Thema „Ethik“ wird in unserer heutigen Gesellschaft immer bedeutender, da diese an Wertigkeit zu verlieren scheint.

Vor allem auf Grund struktureller gesellschaftsspezifischer Veränderungen tritt das Phänomen auf, dass der Begriff des moralischen Handelns ebensolchen Veränderungen unterliegt.

Was geschieht tatsächlich im Kopf eines Menschen, wenn er in eine Situation gerät, in welcher er, und zwar nur er, ein Leben retten kann? Von welchen Faktoren wird dieser Mensch dabei geleitet und wie würde er in einer Notsituation handeln? Ebenso entsteht die Frage, ob das Handeln eines Jeden situationsbedingt ist.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die differenzierte Ansicht zwischen Peter und Laura, ob zu den jeweils gegebenen Situationen das Prinzip der moralischen Verpflichtung gegeben ist oder nicht.

All dies sind Fragen, die geklärt werden müssen, um verstehen zu können, wie wichtig moralisches Handeln ist. Anhand drei ausgewählter Werke wird in einzelnen Kapiteln auf die eben gestellten Fragen eingegangen.

2. HAUPTTEIL

2.1. Moralische Verantwortung

Es scheint als ob jeder Mensch die Grundbegriffe moralischen Handelns nicht nur von seiner unmittelbaren Umgebung bezieht, sondern darüber hinaus ein eigenes Gefühl für Moral entwickelt.

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist ein Ereignis, bei dem Peter an einem Teich vorbeikommt, in dem gerade ein Junge zu ertrinken droht. Da Peter sich auf dem Weg zu einer wichtigen Lehrveranstaltung befindet und diese keineswegs verpassen will, fasst er den Schluss, das ertrinkende Kind nicht zu beachten und seinen Weg zur Universität fortzusetzen.

„Und möglicherweise will ich nicht deshalb in einen eiskalten Fluß springen, um einen ertrinkenden Freund zu retten, weil mir etwas ein gutes Gefühl verschafft, sondern weil ich einsehe, daß das Leben eines anderen wichtig ist, so wichtig wie mein eigenes, und weil ich erkenne, daß es für mich ebenso einen Grund gibt, sein Leben zu retten, wie es im umgekehrten Fall für ihn einen Grund gäbe, mich zu retten.“(Nagel, 1990, S. 64)

Nach diesem Zitat m sollte man meinen, jeder Mensch würde in solch einer Situation ein Leben retten, sofern dies ihm rechtzeitig gelingt. Moralisch richtig zu handeln ist eine Voraussetzung für das funktionierende Zusammenleben aller Menschen. Unabhängig davon, ob es sich um einen Freund oder einen Fremden handelt, ist nur eine Entscheidung moralisch gesehen richtig: Peter sollte es als seine Pflicht sehen, das Kind zu retten, doch stattdessen ist sein Sozialgefühl eingeschränkt und er macht sich keine weiteren Gedanken darüber.

In einem weiteren Beispiel wird schnell ersichtlich, dass es durchaus auch

situationsbedingt sein kann, ob moralisch gehandelt werden kann bzw. soll. Im zweiten Beispiel erhält Laura einen Brief, worin ihr mitgeteilt wird, mit 100€ ein Kind vor dem Hungertod bewahren zu können. Sie liest ihn durch und wirft ihn letztendlich in den Mistkübel.

Nun stellt sich die Frage, wer in diesen Situationen für was hinsichtlich welcher Normen und vor welcher Instanz moralisch gesehen die Verantwortung zu tragen hat.

Im ersten Beispiel, wo Peter das Kind ertrinken lässt, ist schnell klar, dass er falsch gehandelt hat. Denn in dieser Situation benötigt es keine anderen Mittel, als das moralische Denken, um das Kind aus dem Wasser zu ziehen. Wer in solch einer Situation lieber andere Aktivitäten vorzieht, handelt eindeutig moralisch falsch. Peter trägt in dieser Situation die volle Verantwortung, denn er ist der einzige, der vor Ort ist.

Im zweiten Beispiel ist dies jedoch etwas anders. Laura hat selber Probleme, existentiell mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld auszukommen. Moralisch gesehen, kann sie nicht die Verantwortung tragen, da sie zu dem unterernährten Kind keinen Bezug hat.

„Many natural catastrophes produce human catastrophes only when social structures are inadequate.” (O'Neill, 1987, S. 141)

Mit diesem Zitat wird deutlich, dass es unmöglich scheint, einen Menschen vor dem Hungertod zu bewahren, solange die Sozialstrukturen nicht adäquat sind. Dies würde bedeuten, dass Laura wenig Einfluss auf die Rettung des Kindes hätte, da sie die dort herrschende Situation nicht auf Dauer, sondern nur für einen kurzen Zeitraum nach ihrer Einzahlung verbessern könnte. Es kann nicht gewährleistet werden, dass das Kind durch ihre Zahlung eine Zukunft hat.

In einem weiteren Zitat soll gezeigt werden, dass es einem Menschen auch

schwer fallen kann in Hinblick auf die Gesamtheit der Weltbevölkerung moralisch richtig zu handeln.

„Nun trifft zu, daß die Menschen oft ein gutes Gefühl haben, wenn sie tun, was sie ihrer Überzeugung nach tun sollen; und ebenso haben sie des öfteren ein schlechtes Gefühl, wenn sie tun, was sie für unrecht halten.“ (Nagel, 1990, S. 63)

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Grundlagen der Handlungstheorie und Konzepte der Verantwortung
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V345567
ISBN (eBook)
9783668354289
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, handlungstheorie, konzepte, verantwortung
Arbeit zitieren
Astrid Pusch (Autor), 2012, Grundlagen der Handlungstheorie und Konzepte der Verantwortung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345567

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