Stress durch Arbeitslosigkeit - Erklärung und Gegenmaßnahmen


Hausarbeit, 2003

15 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die gesellschaftliche Einschätzung der Arbeitslosigkeit
2.1. Die individuellen und gesellschaftlichen Kosten der Arbeitslosigkeit
2.2. Die psycho – soziale Kosten der Arbeitslosigkeit
2.2.1 Arbeit und Persönlichkeit
2.2.2 Arbeitslosigkeit und Gesundheit
2.2.3 Arbeitslosigkeit und soziale Beziehungen

3. Psycho – soziale Belastungen
3.1 Psycho – soziale Stabilisierung durch Interventionsmaßnahmen
3.1.1. Vorteile durch Interventionsmaßnahmen
3.2 Psychosoziale Stabilisierung durch Wiederbeschäftigung
3.3 Soziales Aktivitätsniveau

4. Ausblick und Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Arbeitslosigkeit ist ein sehr unangenehmes Thema. Es findet denn auch nur punktuell, in ausgeprägten ökonomischen Krisenlagen, Eingang in wirtschafts-, berufs- und sozialpolitischen Debatten oder in wissenschaftlichen Aktivitäten. Sonst wird die Auseinandersetzung damit möglichst vermieden.

Die vorliegende Arbeit soll dem Leser einen Einblick in die psychische Befindlichkeit des Arbeitslosen geben. Denn nicht nur die Über- und Fehlbeanspruchung in der Arbeitswelt, sondern auch die fehlende Gelegenheit zur Erwerbsarbeit birgt die Gefahr einer Beeinträchtigung und Schädigung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit. In Kapitel 2 wird zunächst die gesellschaftliche Einschätzung von Arbeitslosigkeit herausgearbeitet. Hier richtet sich mein Augenmerk etwas genauer auf die individuellen und gesellschaftlichen und die psycho – sozialen Kosten der Arbeitslosigkeit, wobei ich mich etwas detaillierter mit den psycho – sozialen Kosten der Arbeitslosigkeit beschäftigt habe. Die psychischen Auswirkungen von Arbeit und Persönlichkeit, Arbeitslosigkeit und Gesundheit und Arbeitslosigkeit und soziale Beziehungen wurden dabei näher betrachtet..

In Kapitel 3 geht es mir darum, erst einmal nur kurz auf den Begriff Stress, als Folge der psycho – sozialen Belastungen einzugehen. Als Vater der Stressforschung wird der Arzt Hans Selye bezeichnet, welcher die allgemeinen Regeln für den Stressablauf im Juli 1936 in der Zeitschrift Nature erstmals darlegte.

Nach der relativ kurzen Ausarbeitung von Stress erfolgt eine Betrachtung von Interventionsmaßnahmen und vor allem deren Wichtigkeit. Ebenfalls wird die psychische Stabilisierung durch Wiederbeschäftigung angesprochen.

Als letzten Punkt in Kapitel 3 möchte ich die Wichtigkeit des sozialen Aktivitätsniveaus hervorheben. Denn ohne Beschäftigung ziehen sich die Tage für die Betroffenen unendlich lang hin. Langeweile und Zeitverschwendung werden zur Regel, besonders wenn erst einmal der Anfangsschock überwunden ist und die Suche nach Arbeit als aussichtslos aufgegeben wurde.

Der letzte Teil dieser Arbeit enthält eine zusammenfassende Schlussbetrachtung mit einen Aufruf an alle Betroffenen zur Mobilisierung aller Kräfte unserer Gesellschaft gegen die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Denn wer kann denn von sich aus behaupten, dass es ihn niemals treffen wird ?

2. Die gesellschaftliche Einschätzung der Arbeitslosigkeit

Den Schrecken der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft im Industriezeitalter folgt der Schrecken nicht mehr notwendiger Ausbeutung. Erstmals in der Geschichte ist lebendige Arbeitskraft für wirtschaftliches Wachstum nicht nur überflüssig sondern auch hinderlich.1 Die damit verbundene länger anhaltende Arbeitslosigkeit ist eine Verletzung der Menschenwürde. Dies gilt besonders in einem Kulturkreis, in dem Erwerbsarbeit primäres Mittel sozialer Existenzsicherung und zudem eine vorrangige Quelle von Lebenssinn ist. In einer Gesellschaft, die sich als Leistungsgesellschaft versteht, sind Arbeit und Leistung sehr eng miteinander verknüpft. Arbeit wird zur sozialen Norm. Selbst in Zeiten massenhafter Arbeitslosigkeit finden sich in der Öffentlichkeit immer wieder negative Bewertungen gegenüber den Betroffenen . Arbeitslose werden als Versager, als Schmarotzer oder als Drückeberger hingestellt und damit als sogenannte unechte Arbeitslose abqualifiziert.2

2.1. Die individuellen und gesellschaftlichen Kosten der Arbeitslosigkeit

Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Arbeitslosigkeit für das Gros der Betroffenen mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden ist. Während beispielsweise im Jahr 1995 das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen bei etwa 2.600,- DM lag, erhielt der Arbeitslosengeldbezieher etwa nur 1.424,- DM.. Durch die steigende Arbeitslosigkeit, insbesondere durch die wachsende Langzeitarbeitslosigkeit, kommt es immer öfter dazu, dass immer mehr Haushalte auf zusätzliche Hilfe beim Sozialamt angewiesen sind. Insgesamt hat die Zahl der Haushalte die Sozialhilfe wegen Arbeitslosigkeit beziehen, seit Beginn der achtziger Jahre sehr stark zugenommen.3

Bei einer engen Abgrenzung bestehen die Kosten der Arbeitslosigkeit nicht nur aus Mehrausgaben der öffentlichen Haushalte, sondern auch aus Mindereinnahmen, wie

zum Beispiel aus Steuerausfällen und Rückgängen der Sozialversicherungsbeiträge. In der Öffentlichkeit werden zumeist nur die unmittelbaren Ausgaben für Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe wahrgenommen. Tatsächlich machen diese aber nur ein Drittel der gesamten Kosten der Arbeitslosigkeit aus.4

2.2. Die psycho - sozialen Kosten der Arbeitslosigkeit

Die negativen gesellschaftlichen Auswirkungen schlagen sich für die Betroffenen mit erheblichen persönlichen und psychischen Problemen nieder. Ganz abgesehen von den finanziellen Einbussen, die die Betroffenen erleiden, fühlen sich viele Arbeitslose wertlos und überflüssig. Nicht selten stellen sich bald auch gesundheitliche Probleme ein. Beruf und Arbeit sind eben mehr als lästige Notwendigkeit zur Betreitung des Lebensunterhalts. Sie bedeuten nicht nur entgangene Freizeit, sondern sind auch Lebensaufgabe und begründen sozialen Status.5 Die individuelle psycho-soziale und gesundheitliche Betroffenheit von Arbeitslosigkeit wirkt sich allerdings auch unterschiedlich aus. Sie hängt von individuellen Einstellungen und Fähigkeiten, von der Arbeitsethik, von der Höhe der Arbeitslosenrate und von der davon beeinflussten gesellschaftlichen Akzeptanz, von der finanziellen Situation und von der Einbindung in Netzwerke sozialer Unterstützung ab.6

Die Erwerbsarbeit stellt den zentralen Zugang zu den materiellen Ressourcen für die alltägliche Lebensführung dar. Sie hat zentrale Bedeutung als sozialintegrativer Faktor. Sie bedeutet Teilhabe an gesellschaftlichen Austauschbeziehungen, an kommunikativen und sozialkulturellen Prozessen. Die betroffenen Menschen erfahren Existenzängste, Identitätsverluste und biographische Brüche. In den Gesellschaften, die im höchsten Maße der Solidarität als Mittel der Steuerung und Problemlösung bedürfen, wirkt die Beschäftigungskrise entsolidarisierend und psychiatrisierend.7

Bei andauernder Arbeitslosigkeit lassen sich die typischen Situationen der Arbeitslosigkeit in vier verschiede Phasen aufteilen. Der Eintritt in die

Arbeitslosigkeit bedeutet zunächst ein Schockerlebnis. Es folgt eine aktive Phase der Stellensuche, die durch einen noch ungebrochenen Optimismus gekennzeichnet ist. Geldsorgen treten insbesondere auf, wenn Arbeitslose mit Zahlungsverpflichtungen in Verzug geraten. Bei andauernder Arbeitslosigkeit, wenn alle Bemühungen um Beschäftigung erfolglos waren, treten Langeweile und familiäre Belastungen auf, die die Phase des Pessimismus einleiten. Das Selbstwertgefühl erleidet erheblichen Schaden, da die Selbstbestätigung aus dem Einkommenserwerb fehlt und der Arbeitslose sich überflüssig oder als Schmarotzer fühlt. In dieser kritischen Phase treten Ängste und Depressionen auf. Die letzte Phase ist durch Resignation gekennzeichnet.8

[...]


1 Vgl. Susanne Elsen, Gemeinwesenökonomie – eine Antwort auf Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ausgrenzung ?, Neuwied, 1998, S. 24 – 25.

2 Vgl. Horst Friedrich, Michael Wiedemeyer, Arbeitslosigkeit – ein Dauerproblem, Dimensionen, Ursachen, Strategien, 3. Auflage, Augsburg, 1998, S. 43 – 44.

3 Vgl. Horst Friedrich, Michael Wiedemeyer, a.a.O., S. 47 – 50.

4 Vgl. Horst Friedrich, Michael Wiedemeyer, a.a.O., S. 51.

5 Vgl. Oliver Landmann, Jürgen Jerger, Beschäftigungstheorie, Berlin, 1999, S. 9.

6 Vgl. Horst Friedrich, Michael Wiedemeyer,a.a.O., S. 57.

7 Vgl. Susanne Elsen, a.a.o., S. 28.

8 Vgl. Horst Friedrich, Michael Wiedemeyer, a.a.O., S. 54.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Stress durch Arbeitslosigkeit - Erklärung und Gegenmaßnahmen
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
15
Katalognummer
V34565
ISBN (eBook)
9783638347518
ISBN (Buch)
9783638775076
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stress, Arbeitslosigkeit, Erklärung, Gegenmaßnahmen
Arbeit zitieren
Diplom Betriebswirt Mario Pasalic (Autor), 2003, Stress durch Arbeitslosigkeit - Erklärung und Gegenmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34565

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