Ein sprachlicher Vergleich unterschiedlicher Übersetzungen von Shakespeare-Sonette


Seminararbeit, 1999
27 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Zur Übersetzungswissenschaft
1. Historische Entwicklung und Probleme der Übersetzungswissenschaft

III. Intentionen der ÜbersetzerInnen

IV. Vergleich der Übersetzungen
1. Formalität der Texte
2. Inhalt der Texte, lyrische Mittel

V. Zusammenfassung

Anlage 1: Die Sonette 27 und 143 von Shakespeare

Anlage 2: Übersetzungen von Friedrich Bodenstedt

Anlage 3: Übersetzungen von Stefan George

Anlage 4: Übersetzungen von Christa Schuenke

Anlage 5: Verteilung der Silbigkeit in den Sonetten

I. Einleitung

Im Proseminar ”Einführung in die anglistische Literaturwissenschaft II” wurden mehrere Sonette Shakespeares und verschiedene zugehörige Übersetzungen betrachtet. Dadurch wurde in mir ein reichliches Interesse für diese Thematik geweckt, so daß ich mit meiner Arbeit an die Diskussionen vertiefend anknüpfen möchte. Meine Überlegungen gehen dahin, Übersetzungen aus verschiedenen Epochen miteinander zu vergleichen. Verzichten möchte ich dabei auf eine separate ausführliche Interpretation der Original-Sonette ebenso wie der Übersetzungen, ich beschränke mich darauf, inwieweit bestimmte Bedeutungen auf unterschiedliche Weisen ins Deutsche übertragen wurden, wie sprachliche Mittel (Syntax ect.) und Mittel der Dichtkunst (Reimschemen ect.) verwendet wurden. Auch werde ich mich auf zwei ausgewählte Sonette beschränken, da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, mehr oder gar sämtliche Sonette zu betrachten. Ich wähle für meine Vergleiche die Sonette 27 und 143.

Leider ist es mir nicht gelungen, in die Originalausgabe von Stefan George aus dem Jahre 1909 Einsicht zu nehmen. Somit mußte ich mich auf die Ausgabe von Günter Walch von 1989 und einer Biographie George´s von Eckhard Heftrich von 1968 stützen. Aus diesem Grunde habe ich diese Bücher unter ‘Primärliteratur’ angegeben. In der Sekundärliteratur sind einschlägige Werke zu den betrachteten Punkten angegeben, wo der interessierte Leser sein Wissen vertiefen kann. Die Sonette habe ich jeweils als Anlage beigefügt.

An dieser Stelle nenne ich die von mir gewählten Übersetzer und werde kurz begründen, warum ich gerade diese vergleiche.

Friedrich Martin von Bodenstedt, Lyriker und Übersetzer, lebte von 1819 bis 1892. 1862, im Alter von 43 Jahren, gibt er ”William Shakespeare´s Sonette in Deutscher Nachbildung” heraus. Damit zählt seine Übersetzung zu einer typischen Arbeit der Spätromantik.[1]

Stefan George lebte von 1868 bis 1933. Er gab seit 1892 die ”Blätter für die Kunst” heraus und stillte damit seinen ständigen Drang, sich literarisch mitzuteilen. 1909, im Alter von 41 Jahren, gibt er seine deutschsprachige Fassung der Shakespeare-Sonette heraus.[2] Seine Übersetzung gilt als extrem umstritten[3], was sie für eine Betrachtung besonders interessant macht.

Christa Schuenke ist seit 1981 ”als freischaffende literarische Übersetzerin aus dem Englischen tätig.” (Archiv für das Studium der neuen Sprachen und Literaturen, 232 (1995), S. 324) Sie wurde 1948 in Weimar geboren. Die Sonette gingen 1992 an den Straelener Manuskripte Verlag[4]. Sie war zu diesem Zeitpunkt also 44 Jahre, damit die älteste in meinem Terzett, die die Sonette in die deutsche Sprache übertrug.

Bei der Bearbeitung versuche ich, die Reihenfolge einzuhalten, in der die Übersetzungen erschienen sind:

von Bodenstedt 1862

von George 1909

von Schuenke 1992

II. Zur Übersetzungswissenschaft

1. Historische Entwicklung und Probleme der Übersetzungswissenschaft

Obwohl die Übersetzungsarbeit seit Bestehen der Menschheit eine der ältesten menschlichen Tätigkeiten ist, gibt es doch keine gesamtgeschichtliche Übersicht über diese Aktivitäten.[5]

Bei der Vielzahl der Sprachen und Kulturen der Welt ist es wohl am sinnvollsten, solche Betrachtungen immer insofern einzugrenzen, daß man ganz bestimmte, geschichtlich wertvolle Werke und wichtige Persönlichkeiten betrachtet. So ist es gelungen, Vorgehensweisen zu erforschen, nach denen Übersetzungen im Laufe der Geschichte immer wieder vollbracht wurden.

Heute unterscheiden wir zwischen den Begriffen Dolmetschen, der hier nicht Gegenstand der Betrachtungen sein soll, und Übersetzen, womit alle schriftlichen Übertragungen von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache gemeint sind:

”Translation ist die Produktion eines funktionsgerechten Zieltextes in einer je nach der angestrebten oder geforderten Funktion des Zieltextes (...) unterschiedlich spezifizierten Anbindung an einen vorhandenen Ausgangstext. Durch die Translation wird eine kommunikative Handlung möglich, die ohne sie aufgrund vorhandener Sprach- und Kulturbarrieren nicht zustandegekommen wäre.” (Nord, 1995, S. 31)

Bei Übersetzungen wird unterschieden zwischen dem Übersetzen von Sach- und Fachtexten einerseits und zwischen dem Übersetzen von literarischen Texten andererseits. Da ich in meinen Ausführungen eindeutig literarische Texte betrachte, werde ich mich mit meinen Erläuterungen auf diese beschränken.

Snell-Hornby beschreibt einen ‘roten Faden’ in der Geschichte des literarischen Übersetzens, indem sie übersetzte Werke als Dokumente solcher Handlungen heranzieht.[6] Sie geht dabei von Cicero´s Ausführungen zur Zweiteilung von Wort und Sinn aus, welche er etwa im 1. Jahrhundert vor Christus formulierte. Rund 400 Jahre später wurden diese Gedanken von Hieronymus wieder aufgenommen. Hieronymus wird nach Snell-Hornby oft als ‘Schutzheiliger der Übersetzer’ bezeichnet. In einem Brief an einen Freund schrieb er:

”Ich gebe nicht nur zu, sondern bekenne frei heraus, daß ich bei der Übersetzung griechischer Texte - ... - nicht ein Wort durch das andere, sondern einen Sinn durch den anderen - ausdrücke.” (Snell-Hornby, 1996, S. 11)

In diesem kurzen historischen Dokument wird bereits deutlich, welche Probleme die Tätigkeit eines Übersetzers mit sich bringt. Es läßt sich feststellen, daß immer wieder, z. B. zu Beginn des 16. Jahrhunderts durch Martin Luther, dieses von Hieronymus geschilderte Problem der Dichotomie von Wort und Sinn auftritt und sich eben wie ein ‘roter Faden’ durch die Geschichte zieht.

Einen zweiten ‘roten Faden’ beschreibt Snell-Hornby anhand von immer wiederkehrenden formulierten Grunderkenntnissen von Übersetzern über ihre Tätigkeit. Diese Grundkomponenten des ‘roten Fadens’ faßt sie in Sachkenntnisse, Sprachbeherrschung, Empathie mit dem Autor und stilistisches Fingerspitzengefühl zusammen. Der Leser sei an dieser Stelle auf die entsprechende Literatur verwiesen.[7]

Nach dem zweiten Weltkrieg empfand man eine Notwendigkeit, auch die Übersetzungswissenschaft als eine streng systematisch objektive Wissenschaft zu profilieren, um sich als solche vor z. B. den Naturwissenschaften behaupten zu können, bzw. meinte man, man würde sich auf solche Art und Weise behaupten müssen. So wurde versucht, Methoden von benachbarten Wissenschaften, wie z. B. der Linguistik, auf die Übersetzungswissenschaft zu übertragen und hier anzuwenden. Das hatte vorerst eine Ausklammerung der literarischen Texte zur Folge, da hier ein schematisch strenges Vorgehen nicht funktionierte. Erst in den 70er Jahren wurde diese Strenge mit der sogenannten ‘pragmatischen Wende’ überwunden. Man spricht jetzt nicht mehr von ‘Umkodierung sprachlicher Zeichen’, sondern von ‘transkulturellem Handeln’, d. h. man überträgt einen Text als Teil der Ausgangskultur in die Zielkultur.[8]

Wenn man in aktuellen Fachbüchern der Übersetzungswissenschaft nachließt, so fällt eines deutlich auf: Es wird immer mehr versucht, die wissenschaftlichen Seiten, d. h. bestimmte Schemata und Methoden des Vorgehens, Grammatik, Syntax u.s.w., mit den kulturell notwendigen Seiten so gut wie möglich zu verbinden. Dieter Stein z. B. kommt in seinem Aufsatz Bedeutungsgleichheit (oder nicht) in der Syntax als Problem beim Übersetzen zu dem Schluß, daß es nicht immer sinnvoll ist, bei einer Übersetzung die syntaktisch ‘bessere’ Lösung zu wählen, sondern daß es gleichwohl die Lösung sein kann, die besser in den Kontext paßt. Problematisch ist hier aber auch heute noch, daß man sich nicht gern mit einer Begründung zufrieden gibt, die da lautet ‘klingt besser’.[9]

Meiner Meinung nach ist dieser Stand der Wissenschaft nicht mehr so einfach zu überwinden. Kulturen, und mit ihnen auch die Sprachen, entwickeln sich. Texte, vor allem literarische, lassen sich nicht nach Schablonentechnik bearbeiten, wie dies in der Mathematik möglich ist. Aber gerade das macht sie vielleicht so besonders interessant.

Wie bereits angedeutet, steckt die Hauptproblematik der Übersetzungstätigkeit in der Dichotomie von Wort und Sinn. Bereits bei frühesten Übersetzungen von Heiligen Schriften gab es das Problem, daß eine wörtlich genaue Übersetzung, die nach Ansicht der Kirche absolut notwendig ist, den Sinn der Worte nicht eindeutig wiederzugeben vermag. Hierzu paßt nocheinmal der bereits zitierte Auszug aus dem Brief von Hieronymus an seinen Freund, diesmal dem Zweck entsprechend vollständig:

”Ich gebe nicht nur zu, sondern ich bekenne frei heraus, daß ich bei der Übersetzung griechischer Texte - abgesehen von den Heiligen Schriften, wo auch die Wortfolge ein Mysterium ist - nicht ein Wort durch das andere, sondern einen Sinn durch den anderen - ausdrücke.” (Snell-Hornby, 1996, S. 11)

Es wird deutlich, wie schwierig eine Übersetzung sein kann, wenn der Übersetzer derart eingeschränkt ist.

Was ist ein Übersetzungsfehler?

Ein Übersetzungsfehler liegt nach Christiane Nord[10] immer dann vor, wenn der Übersetzungsauftrag nicht erfüllt wurde. So kann z. B. der Auftrag lauten, alle inhaltlichen Details genau wiederzugeben. Hier wäre jede noch so kleine Abweichung bereits als Übersetzungsfehler zu benennen. Lautet der Auftrag dagegen nur ‘grobe Wiedergabe der wichtigsten Informationen’, kann man nicht jede Auslassung als Fehler markieren. Je nach Übersetzungsauftrag ist demnach ganz unterschiedlich zu bewerten, ob Fehler in der Übersetzung gemacht werden oder nicht.

Wer erteilt den Übersetzungsauftrag?

”Der Initiator gibt den Anstoß zu dem Translationsvorgang, weil er einen bestimmten Zieltext, ..., benötigt.” (Nord, 1995, S. 9)

Nun kann der Initiator ein externer Auftraggeber sein, der dem Übersetzer einen Ausgangstext mit einem bestimmten Auftrag übergibt. Es kann aber auch sein, daß der Übersetzer selbst die Eingebung hatte, einen bestimmten Text zu einem bestimmten Zwecke zu übersetzen. Unabhängig davon bestimmt der Zweck der Übersetzung die Anforderungen, die der Übersetzende an seine Arbeit stellen muß. Letztendlich entscheidet also der Übersetzer als Fachmann der Zielkultur über Mittel und Methoden der Realisierung des Ausgangstextes.[11]

Der Übersetzer ist bei seiner Arbeit also weitestgehend vom Zweck des Zieltextes bestimmt. Somit steht er bereits beim Rezipieren des Ausgangstextes unter dem Einfluß des Zwecks.[12] Er muß sich in die Rolle der künftigen Rezipienten der Zielkultur genauso versetzen können wie in die Rolle des Autors des Ausgangstextes und der Rezipienten dieser Kultur. Ich bin der Meinung, daß hier ebenfalls vom Zweck bestimmt wird, in welche Rolle(n) er sich mehr und in welche er sich weniger versetzen muß. Bei einem Fachtext, z. B. der Beschreibung für eine Küchenmaschine, sollte er sich wohl eher in die Rolle der Rezipienten der Zielkultur versetzen, während er sich bei einem literarischen Text, der i. d. R. vom Zielrezipienten in eine bestimmte Kultur und Historie eingeordnet wird, in möglichst viele Rollen versetzen sollte. Die Schwierigkeit liegt auf der Hand: Er muß absoluter Kenner beider Kulturen sein, um nicht nur den Text, sondern die Aussage des Textes in die Zielkultur zu übertragen.

Leider sprengt es den Rahmen dieser Arbeit, auf die Probleme des Übersetzens detaillierter einzugehen. Ich denke jedoch, daß ich die wichtigsten Punkte kurz umrissen habe und möchte nun zu der Fragestellung übergehen, was die ÜbersetzerInnen dazu bewogen hat, die Shakespeare-Sonette zu übersetzen.

III. Intentionen der ÜbersetzerInnen

Nach Lektüre der unten angegebenen Literatur[13] liegt es auf der Hand, daß bei den Übersetzern die Begeisterung für Shakespeare, ja eigentlich sogar die Liebe zu seinen Arbeiten, der größte Anstoß für das Übersetzen gewesen ist. Man kann sich geradezu von Bodenstedt´s Enthusiasmus anstecken lassen, ließt man sein Schlußwort.[14]

Stark von der Romantik beeinflußt[15] setzte es sich Bodenstedt zum Ziele, ”... die Sonette in die poetische Sprache unserer Zeit zu übersetzen.” (Bodenstedt, 1862, S. 196) Kritiker sagen den Übersetzern der Spätromantik nach, daß sie sich durch solche Abitionen zu weit von den Originalen entfernten, daß sie die Gedichte zu sehr vereinfachten.[16] Schließlich hat selbst der englische Leser mit Shakespeare Zugangsprobleme, so daß mir die Absicht Bodenstedt´s ebenfalls eher zweifelhaft erscheint.

George stellt sich mit seiner Übersetzung ganz klar gegen die

”... spätromantischen, glättenden und banalisierenden Übersetzungen der Shakespeare-Sonette in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.” (Walch, 1989, S. 339)[17]

Im folgenden wird festzustellen sein, inwieweit und wodurch sich die Übersetzung Georges von der Bodenstedt´schen unterscheidet. George stellt mit seinem Werk sehr hohe Ansprüche an den Rezipienten, und vergleicht man ihn mit dem Original (und ganz bewußt nicht mit anderen Übersetzern), so muß man sagen, daß ein hoher Grad von Äquivalenz erreicht wurde.[18]

Christa Schuenke sagt deutlich, daß sie eine ‘wirkungsäquivalente’[19] Übersetzug schaffen wollte. Sie sagt sich eindeutig von einer bloßen Wiedergabe von Worten los.

”... hatte ich nicht die Absicht, eine Übersetzung zu schaffen, die zwar philologisch präzise ist, aber die Einheit der Elemente, die die Wirkung eines Gedichts ausmachen (Wortsinn, Gesamtaussage, Rhythmus, Metrum, Atmosphäre, und ich möchte noch hinzufügen: Emotionalität, Anstrengung des Gedankens und nicht zuletzt Klang), zerstört.” (Schuenke, 1999, S. 167)

”Dem modernen Leser die Sprachattitüden des Elisabethaners nahezubringen war für mich kein vorrangiges Ziel.” (Schuenke, 1999, S. 166)

Damit nimmt sie, dem heutigen Stand der Erkenntnisse entsprechend, eine Vereinigung Bodenstedt´scher (bzw. spätromantischer) und George´scher Ziele vor. An dieser Stelle verweise ich nocheinmal auf Dieter Stein und seinen oben genannten Aufsatz.[20]

IV. Vergleich der Übersetzungen

1. Formalität der Texte

Die Reihenfolge der Sonette haben bis auf Bodenstedt alle so übernommen, wie sie 1609 von Thomas Thorpe herausgegeben wurden. Bodenstedt hat versucht, die Reihenfolge so zu wählen, wie sie womöglich nach seinen Nachforschungen entstanden sein könnten.[21] Da sich diese Anordnung bei folgenden Übersetzungen nicht durchgesetzt hat, kann man davon ausgehen, daß die Thesen Bodenstedt´s der Nachwelt auch nicht glaubwürdiger erscheinen als die Reihenfolge in der Thorpe-Ausgabe.

Die äußere Form - 14 Zeilen, 3 Quartette , 1 Paarreim (engl.: rhyming couplet) - behalten alle bei. Das Reimschema lautet ‘abab cdcd efef gg’. Innerhalb der Zeilen stößt man auf 5silbige Versfüße (engl.: iambic pentameter)[22]. George hat als einziger die Quartette und Paarreime durch Leerzeile voneinander getrennt, so daß man als Rezipient das Gefühl hat, Strophen zu lesen. Die Paarreime am Ende eines Sonettes sind jeweils eingerückt, um sich so auch optisch von den Quartetten zu unterscheiden. Dies gilt wiederum für alle Übersetzungen.

In der Syntax zeigen sich weitere Unterschiede. Das jeweils erste Quartett der beiden Sonette bildet bei Bodenstedt und George einen abgeschlossenen Satz, während Schuenke hier mit einem Semikolon abschließt. Damit hält sie es ähnlich wie Shakespeare - er schließt sein erstes Quartett in 27 mit einem Doppelpunkt, in 143 ebenfalls mit einem Semikolon. Ein Semikolon verdeutlicht, daß ein sehr enger Zusammenhang des vorhergehenden zum folgenden Text besteht. Es trennt nicht so scharf wie ein Punkt. Bei Schuenke ist der erste Satz am Ende des zweiten Quartettes beendet. George bringt in jedem der beiden ersten Quartette einen Satz unter, während bei Bodenstedt je zwei Zeilen des zweiten Quartettes bei Nr. 27 syntaktisch zusammengefaßt sind. In Nr. 143 endet Bodenstedt mit einem Doppelpunkt, worauf eine wörtlich gemeinte Rede folgt, so daß man sagen kann, daß auch das zweite Quartett als eine syntaktische Einheit steht. Bodenstedt schließt sein drittes Quartett in 27 mit einem Doppelpunkt und stellt somit einen direkten Bezug zum Paarreim her. In 143 faßt er wiederum je zwei Zeilen syntaktisch zusammen, ebenso verfährt hier George. Bei George bildet das letzte Quartett in 27 einen Satz, genauso bei Schuenke in beiden Sonetten. Die Paarreime bilden jeweils einen Satz bei allen Übersetzungen. Damit hat man sich lediglich mehr oder weniger an Shakespeare´s Original gehalten. Bei ihm sind alle drei Quartette bei Nr. 27 ein Satz, der Paarreim ein zweiter. In 143 wird sogar erst am Ende des Sonettes ein Punkt gesetzt.

[...]


[1] Näheres siehe Jansohn, 1993, S. 214

[2] Näheres siehe Heftrich, 1968, S. 168 ff.

[3] Näheres siehe Walch, 1989, S. 339

[4] Schuenke, 1999, S. 171

[5] Snell-Hornby, 1996, S. 9

[6] Snell-Hornby, 1996, S. 11

[7] Snell-Hornby, 1996, S. 10 ff.

[8] Snell-Hornby, 1996, S. 13, 14

[9] Keller, S. 103, 108

[10] Nord, 1995, S. 194, 195

[11] Nord, 1995, S. 10

[12] Nord, 1995, S. 12

[13] Bodenstedt, 1862, S. 6 ff., S. 193 ff.; Walch, 1989, S. 339 ff.; Schuenke, 1999, S. 163 ff.

[14] Bodenstedt, 1862, S. 193 ff.

[15] Borgmeier, 1986, S. 221

[16] Borgmeier, 1986, S. 221

[17] siehe auch Borgmeier, 1986, S. 222

[18] Borgmeier, S. 222

[19] Schuenke, 1999, S. 167

[20] siehe Anlagen 1 - 4

[21] Bodenstedt, 1862, S. 212 f.

[22] Fabian, 1998, S. 71

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Ein sprachlicher Vergleich unterschiedlicher Übersetzungen von Shakespeare-Sonette
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Anglistik)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die anglistische Literaturwissenschaft II
Note
2,3
Autor
Jahr
1999
Seiten
27
Katalognummer
V3464
ISBN (eBook)
9783638121316
ISBN (Buch)
9783638638135
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Shakespeare-Sonette, Proseminar, Einführung, Literaturwissenschaft
Arbeit zitieren
Diana Krasnov (Autor), 1999, Ein sprachlicher Vergleich unterschiedlicher Übersetzungen von Shakespeare-Sonette , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3464

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Ein sprachlicher Vergleich unterschiedlicher Übersetzungen von Shakespeare-Sonette


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden