Der Autor war oft verblüfft, dass die Deutschen immer öfter das Anführungszeichen so <″ ″> oder so <“ ”> verwenden als wie ursprünglich die standarddeutsche Ausführung <„ “>.
Dabei stellen sich folgende Fragen: Welche unterschiedlichen Wirkungen und Funktionen bestehen bei den differenzierten Anführungszeichen im Deutschen? Stehen Punkt und Komma vor oder nach dem Anführungszeichen? Wie kann man ausführliche und korrekte Anführungszeichen im gegenwärtigen Deutschen verwenden?
Antworten auf solche Fragen sollen in dieser Arbeit erläutert werden. Die wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich im weiteren Sinn mit einer Vorstellung beziehungsweise einer Analyse der Anführungszeichen im Deutschen und im engeren Sinn mit den Formen und Funktionen der Anführungszeichen. Sie verfolgt deshalb das Ziel, einen Überblick über die Anführungszeichen im gegenwärtigen Deutschen zu geben und systematisch darzustellen, so dass man als germanistischer Linguist sie gründlich und präzise verwendet und sie nicht mit den englischen durcheinanderbringt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
2.1 Interpunktion im Deutschen
2.2 Die Anführungszeichen im Deutschen
3 Formen der Anführungszeichen im Deutschen
3.1 Doppelte und einfache Anführungszeichen
3.2 Direkte Rede
3.3 Zitat und wörtliche Wiedergabe
3.4 Besondere Gebrauchsweisen von Einzelwörtern und Wortgruppen
4 Funktionen der Anführungszeichen im Deutschen
4.1 Ein Vergleich von DUDEN Bd.1 (2013) und amtliche Regeln (2006)
4.2 Konventioneller Anführungszeichengebrauch
4.3 Modalisierender Anführungszeichengebrauch
4.4 Zusammenfassung
5 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über die Formen und Funktionen von Anführungszeichen in der deutschen Gegenwartssprache zwischen 1996 und 2013 zu geben, um deren präzise Verwendung in der germanistischen Linguistik zu fördern und Abgrenzungen zu englischen Standards zu verdeutlichen.
- Analyse der verschiedenen Formen von Anführungszeichen (doppelt, einfach, Guillemets).
- Untersuchung der Funktionen: direkte Rede, Zitierung und wörtliche Wiedergabe.
- Differenzierung zwischen konventionellem und modalisierendem Anführungszeichengebrauch.
- Vergleich der Regelwerke von DUDEN Bd. 1 (2013) und den amtlichen Regeln (2006).
- Bedeutung der Anführungszeichen für semantische Distanzierung und Ironie.
Auszug aus dem Buch
3.1 Doppelte und einfache Anführungszeichen
Die Anführungszeichen sind ausnahmslos vor und nach dem ausgezeichneten Wort oder der ausgezeichneten Textpassage platziert. Das eröffnende Anführungszeichen wird als »Anführung« bezeichnet, das schließende Anführungszeichen hingegen als »Abführung«. Im Fall, dass in eine Anführung eine andere Anführung eingeschoben wird, erhält diese ein halbes Anführungszeichen.
Im Deutschen sitzt das öffnende Anführungszeichen unten. Dies ist der Grund dafür, weshalb die Verwendung des doppelten Kodierungszeichens gleich doppelt falsch ist, also weder Position noch Form stimmen, wobei die Regel eigentlich ganz einfach ist: 99 unten, 66 oben! Bringhurst schlug vor, nach besten Möglichkeiten wenig Anführungszeichen zu applizieren und stattdessen, wo sinnvoll, kursiv zu setzen. Ebenfalls nennt Tschichold das Anführungszeichen »deutlich wohl, aber nicht gerade satzverschönernd« (Schriften 2. Band 1947–1974: 185). Nach Gallmann (2015) sind doppelte Anführungszeichen der Standardfall und ihre Form ist von Ihrer Auffassung aus je nach Schrift verschieden eindeutig:
(1) a. Schreibmaschine: "Beispiel"
b. Gänsefüßchen, deutsch (99tief – 66hoch): ‚, Beispiel‘‘
c. Gänsefüßchen, english (66hoch – 99hoch): ‘‘ Exampleʼʼ
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Beobachtung fehlerhafter Anführungszeichensetzung im Deutschen und steckt den Rahmen für eine systematische Analyse von Formen und Funktionen im Zeitraum 1996-2013 ab.
2 Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert Interpunktion als Mittel zur syntaktischen Strukturierung und ordnet die Anführungszeichen innerhalb des deutschen Interpunktionsinventars ein.
3 Formen der Anführungszeichen im Deutschen: Es werden die verschiedenen typografischen Varianten vorgestellt und deren spezifische Verwendung in der direkten Rede, bei Zitaten sowie bei der Hervorhebung einzelner Begriffe erläutert.
4 Funktionen der Anführungszeichen im Deutschen: Das Kapitel analysiert die Regelwerke, unterscheidet zwischen konventionellem und modalisierendem Gebrauch und fasst die Entwicklung der Zeichenfunktion zusammen.
5 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die beobachtete Vereinheitlichungstendenz und die Rolle des Linguisten bei der Bewahrung standarddeutscher Interpunktionsregeln.
Schlüsselwörter
Anführungszeichen, Interpunktion, Direkte Rede, Zitat, Sprachgebrauch, Sprachsystem, Deutsche Gegenwartssprache, Rechtschreibregeln, Typografie, Konventioneller Gebrauch, Modalisierender Gebrauch, Gänsefüßchen, Guillemets, Linguistik, Zeichensetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Darstellung und Gebrauchsanalyse von Anführungszeichen in der deutschen Gegenwartssprache im Zeitraum von 1996 bis 2013.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Formen der Anführungszeichen, deren funktionale Unterscheidung zwischen konventionellem und modalisierendem Gebrauch sowie der Vergleich aktueller Regelwerke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die korrekte Verwendung von Anführungszeichen zu geben, um deren präzisen Einsatz in der germanistischen Linguistik zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, vergleicht amtliche Regelwerke sowie Duden-Empfehlungen und zieht Sprachbeispiele aus Literatur, Webseiten und eigenen linguistischen Analysen heran.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der verschiedenen Formen von Anführungszeichen und eine detaillierte Funktionsanalyse, inklusive des Vergleichs zwischen dem Duden Bd.1 und den amtlichen Regeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anführungszeichen, Interpunktion, Direkte Rede, Zitat, konventioneller/modalisierender Gebrauch und deutsche Gegenwartssprache.
Wie unterscheidet sich der modalisierende vom konventionellen Gebrauch?
Während der konventionelle Gebrauch syntaktisch vorhersagbar ist und auf festen Regeln basiert, signalisiert der modalisierende Gebrauch eine kritische Distanz oder Ironie des Sprechers gegenüber dem markierten Ausdruck.
Was bedeutet das Prinzip "99 unten, 66 oben"?
Dies ist die Merkregel für die standarddeutsche Form der doppelten Anführungszeichen, bei der das öffnende Zeichen unten (99) und das schließende Zeichen oben (66) gesetzt wird.
Welche Rolle spielen die "Amtlichen Regeln" für diese Arbeit?
Sie dienen als maßgebliche Vergleichsbasis für die Analyse der korrekten Zeichensetzung im deutschen Schriftsystem.
Was sind "halbe Anführungszeichen" und wann werden sie eingesetzt?
Es handelt sich um einfache Anführungszeichen, die primär zur Kennzeichnung einer Anführung innerhalb einer bereits bestehenden Anführung verwendet werden.
- Arbeit zitieren
- Changen Tu (Autor:in), 2016, Systematische Darstellung und Gebrauchsanalyse der Anführungszeichen in der deutschen Gegenwartssprache von 1996 bis 2013, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346428