Die Franchise-Wirtschaft verzeichnet entgegen dem allgemeinen Trend stetes Wachstum. Dies ist die freudige Nachricht des Deutschen Franchise Verbands e.V. (DFV). Wie kein anderes Vertriebssystem hat sich das Franchising in seiner weiterentwickelten Form nach dem zweiten Weltkrieg in den USA, Europa und anderswo verbreitet. In Deutschland verzeichnete der DFV im Jahre 2003 ca. 830 Franchisegeber, denen 43.000 Franchisenehmer gegenüberstehen. Durch das kontinuierliche Wachstum wurden allein im Jahre 2003 18.000 neue Jobs geschaffen. Und auch für die Zukunft erhofft sich der DFV die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Doch was ist Franchising überhaupt, was bedeutet es? In welchen Formen tritt es auf, wie funktioniert es und was macht es so erfolgreich? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit beantwortet werden. Dazu wird zunächst seine Entstehung beleuchtet, um dann den Begriff und die wesentlichen Merkmale des Franchising zu erläutern. Nachdem die unterschiedlichen Arten behandelt wurden und die Vor- und Nachteile des Franchising erörtert sind, wird auf die wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs Franchising – was ist Franchising?
2.1. Geschichte
2.2. Definition des Franchising
2.2.1. Amerikanische Definition
2.2.2. Europäische Definition
2.2.3. Deutsche Definition
2.2.4. Wesentliche Merkmale
2.3. Arten des Franchising
2.3.1. Die Vertriebs-Franchise
2.3.2. Die Dienstleistungs-Franchise
2.3.3. Die Produkt-Franchise
2.3.4. Mischformen
2.3.5. Weitere Begriffe
2.4. Abgrenzung zu anderen Vertriebsformen
3. Vor- und Nachteile des Franchising
3.1. Vorteile für den Franchisegeber
3.2. Vorteile für den Franchisenehmer
3.3. Nachteile für den Franchisegeber
3.4. Nachteile für den Franchisenehmer
3.5. Resümee
4. Bedeutung des Franchising
4.1. Entwicklung des Franchising in Deutschland
4.2. Erwartungen für die Zukunft
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Vertriebssystem Franchising grundlegend zu definieren, seine verschiedenen Erscheinungsformen zu erläutern und eine wissenschaftliche Abgrenzung zu anderen Vertriebswegen vorzunehmen. Zudem wird der Frage nachgegangen, welche Vor- und Nachteile für die beteiligten Akteure (Franchisegeber und Franchisenehmer) entstehen und welche wirtschaftliche Bedeutung das System in Deutschland besitzt.
- Historische Entwicklung und Definition von Franchising
- Differenzierung der verschiedenen Arten und Mischformen
- Analyse der Chancen und Risiken für Franchisegeber und Franchisenehmer
- Abgrenzung zu alternativen Vertriebsformen
- Wirtschaftliche Kennzahlen und Zukunftsbetrachtung der Franchise-Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.2.4. Wesentliches Merkmal: Vertikale Organisationsstruktur
Das auffälligste Merkmal von Franchise-Systemen, ist die vertikale Organisationsstruktur. Hierzu sei festzuhalten, daß sich drei- und zweigliedrige Systeme unterscheiden lassen, bei denen der Franchisenehmer stets in einer dem Kunden näheren Marktstufe anzutreffen ist als der Franchisegeber.21 In dreigliedrigen Systemen erhalten Franchisenehmer auf einer Großhandelsstufe Produkte oder Dienstleistungen eines Herstellers und geben sie an Franchisenehmer einer tieferen Markstufe ab, die diese dann vertrieben. Dies geschieht zum Beispiel im Bereich der Autohersteller, die ihre Produkte über Gebietshändler an Einzelhändler verteilen. Es läßt sich jedoch der Trend feststellen, daß kleinere Händler in den Hintergrund treten und sich somit in der Praxis vorwiegend noch zweigliedrige Systeme finden lassen. Dabei kann man folgende vier Grundtypen unterscheiden (siehe auch Abbildung 2):22
I. Franchisegeber ist Hersteller, als Franchisenehmer treten Einzelhändler, Handwerksbetriebe oder Direktverkäufer auf. Beispiele hierfür sind Yves Rocher, Marco Polo oder die Villeroy und Boch AG
II. Franchisegeber ist Hersteller und seine Franchisenehmer sind Großhändler bzw. Abfüller, wie dies in der Getränkeindustrie zu finden ist (Coca Cola )
III. Franchisegeber vergibt als Dienstleistungs-Zentrale Franchisen an Einzelhändler, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe, z.B. Hertz, Burger King, McDonald’s, Schülerhilfe
IV. Franchisegeber ist nicht Hersteller sondern Großhändler und vergibt Franchisen an Einzelhändler, Handwerksbetriebe oder Direktverkäufer. Beispiele hierfür sind Der Teeladen oder Vom Faß.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet das stetige Wachstum der Franchise-Wirtschaft und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Definition des Begriffs Franchising – was ist Franchising?: Hier werden die historische Entstehung, unterschiedliche nationale Definitionen, die wesentlichen Merkmale sowie diverse Arten des Franchisings und dessen Abgrenzung zu anderen Vertriebswegen dargestellt.
3. Vor- und Nachteile des Franchising: Dieses Kapitel analysiert detailliert die spezifischen Chancen und Risiken, die sich sowohl für den Franchisegeber als auch für den Franchisenehmer in einem vertikalen Vertriebssystem ergeben.
4. Bedeutung des Franchising: Hier wird anhand von Daten des Deutschen Franchise Verbands die Entwicklung der Branche in Deutschland sowie die zukünftige Markterwartung untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Erfolg des Systems von einer fairen Kooperation beider Parteien abhängt, weist jedoch auch auf die Grenzen bei zu starker Expansion hin.
Schlüsselwörter
Franchising, Franchisegeber, Franchisenehmer, Vertriebssystem, Business Format Franchising, vertikale Organisationsstruktur, Marktauftritt, Know-how, Risikoreduktion, Systemzentrale, Franchise-Paket, Diversifikation, Vertragshändlersystem, Existenzgründung, Expansion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Vertriebssystem Franchising in seiner theoretischen Fundierung, seinen praktischen Ausprägungsformen und seiner wirtschaftlichen Bedeutung im deutschen Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition des Franchising, die Kategorisierung in verschiedene Arten, eine Abgrenzung zu anderen Vertriebsformen sowie die Evaluation von Vor- und Nachteilen für die Beteiligten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das System Franchising zu vermitteln, seine verschiedenen Erscheinungsformen zu erläutern und die Chancen und Risiken für die Akteure herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Branchenzahlen des Deutschen Franchise Verbands (DFV), ergänzt durch Fallbeispiele bekannter Systeme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Systematisierung der Franchising-Arten, die Analyse von Vor- und Nachteilen für beide Parteien sowie eine Untersuchung der wirtschaftlichen Kennzahlen der Branche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Franchising, Franchisegeber, Franchisenehmer, Vertriebssystem, Know-how, vertikale Kooperation und Expansionsmöglichkeiten.
Was unterscheidet das "Business Format Franchising" von traditionellen Formen?
Es zeichnet sich durch eine deutlich stärkere Integration aus: Neben der reinen Markenlizenz wird ein umfassendes Geschäftssystem inklusive Know-how-Weitergabe, Marketingunterstützung und einheitlichem Betriebskonzept geboten.
Welche Rolle spielt die vertikale Organisationsstruktur?
Sie ist das auffälligste Merkmal des Franchisings und beschreibt die hierarchische Aufstellung, in der der Franchisenehmer in einer marktnahen Position agiert, während der Franchisegeber zentrale Aufgaben wie Strategie und Konzeptentwicklung übernimmt.
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- Martin Keßler (Author), 2005, Ausprägungsformen nationaler Franchise-Systeme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34644