In der folgenden Arbeit geht es um das subjektive Wohlbefinden eines Menschen und wie es im Zusammenhang steht mit der wirtschaftlichen Lage und der sozialpsychologischen Glücksforschung.
Was ist das wirkliche Ziel im Leben eines Jeden und wie versucht der Mensch, diesen Zielen näherzukommen? Dies ist eine der Fragen, die mich seit jeher beschäftigt. Hierbei bin ich zu der Feststellung gekommen, dass, egal welche Hautfarbe der Mensch besitzt, aus welchen Kulturen er stammt und in welchen sozialen Schichten er lebt, seine Vorstellungen immer auf das gleiche Ziel hinauslaufen: Er möchte glücklich sein.
Es gibt keinen größeren Motivationsfaktor für den Menschen, der versucht, sich gut zu fühlen und Schmerzen zu vermeiden. Der Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel erklärt auch warum: Das Streben nach Glück verleiht Energie, führt zu erhöhter Kreativität und stärkt sogar das Immunsystem. Menschen, die etwas für ihr Glück tun, so meint er, fühlen sich generell besser, festigen ihre Beziehungen und erhöhen dadurch sogar ihre Lebenserwartung.
Wie der Mensch jedoch versucht, sein Glück zu maximieren, ist individuell unterschiedlich. Besonders interessant ist hierbei, welche Funktion das Geld einnimmt - Ist Glück überhaupt käuflich? Falls ja, wie viel Geld braucht man, um sich das absolute Glück kaufen zu können? All diese Überlegungen führten mich zu der Forschungsfrage, ob Geld überhaupt glücklich macht.
Dies ist ein Thema, das jeden betriff. Daher möchte ich vorab alle Leser dazu animieren, möglichst unvoreingenommen in die Thematik einzusteigen. Anders als manch andere wissenschaftliche Arbeiten geht es hierbei schließlich um das Wichtigste im Leben jedes Einzelnen: den Weg zum eigenen Glück.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
2.1 Geld
2.2 Wohlstand
2.3 Glück
2.3.1 Glücksfaktoren
2.3.2 Extrinistische und intrinistische Werte
2.4 Lebenszufriedenheit
3 Ökonomischer Forschungsansatz
3.1 Prinzip der freien Marktwirtschaft
3.2 Bruttoinlandsprodukt
3.2.1 Prinzip des abnehmenden Grenznutzens
3.2.2 Grenzeinkommen
3.3 Einkommen und Lebenszufriedenheit
3.3.1 Beschäftigungsstatus und -niveau
3.3.2 Mitarbeitermotivation
3.3.3 Kehrseite des Wohlstandes
4 Sozialpsychologischer Forschungsansatz
4.1 Wohlstandsparadoxon
4.2 Vier Säulen der Glücksforschung
4.2.1 Soll-Wert-Theorie
4.2.2 Anpassungsprinzip
4.2.3 Relatives Einkommen
4.2.4 Hedonistische Tretmühle
4.3 Fünf-Faktoren-Inventar
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen materiellem Wohlstand und individuellem Glück, um die Forschungsfrage zu klären, ob Geld tatsächlich glücklich macht. Dabei werden ökonomische Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt kritisch beleuchtet und mit sozialpsychologischen Erkenntnissen über Lebenszufriedenheit und menschliche Verhaltensmuster in Kontext gesetzt.
- Analyse der ökonomischen Sichtweise auf Glück und das Prinzip der freien Marktwirtschaft.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Lebenszufriedenheit.
- Kritische Betrachtung des Wohlstandsparadoxons und der "Glücksgrenze".
- Erforschung der psychologischen Mechanismen wie Gewöhnung, relatives Einkommen und Persönlichkeitsfaktoren.
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Hedonistische Tretmühle
„Der Reichtum gleicht dem Seewasser. Je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man“ (Schopenhauer 1894:125f.).
Der Mensch gewöhnt sich sehr schnell an einen höheren Lebensstandard, sodass es immer größerer materieller Güter bedarf, um die gleiche Wirkung auf sein Glücksempfinden zu erzielen (vgl. Dahl 2008). Die Auffassung, dass es zu einer raschen Gewöhnung an ein bestimmtes Konsumverhalten oder Gehalt kommt, wird auch von Stutzer (2004) bekräftigt.
Diwan beschreibt das von Dahl erwähnte Suchtverhalten etwas ausführlicher mit einem Beispiel des Überkonsums anhand von Schuhen: Beim Kauf eines elften Paars Schuhe ist dessen Nutzen relativ gering, sodass die Zufriedenheitserhöhung wegen neuer Schuhe zwar kaum spürbar ist, jedoch aber der kurzfristige Glücksrausch.
„The consumer feels good for the buying moment only. Once these moments are over, the consumer feels a let down and needs to go for shopping again, to get back to the good feeling. Buying, thus, has aquired the same characteristics as any addictive drug“ (Diwan 2000:309).
Im Bezug auf den materialistischen Überkonsum ist sogar von einer ernsthaften wirtschaftlichen Krankheit die Rede, deren Bezeichnung Affluenza schon weltweit mit der Bedeutung des exzessiven Konsumverhaltens und dem Ziel des Strebens nach Glücks verbreitet ist (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Forschungsfrage ein, ob Geld glücklich macht, und skizziert die Notwendigkeit einer interdisziplinären Untersuchung.
2 Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Leitbegriffe der Arbeit, darunter Geld, Wohlstand, Glück und Lebenszufriedenheit, unter Berücksichtigung unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven.
3 Ökonomischer Forschungsansatz: Hier wird die ökonomische Sichtweise auf Glück untersucht, kritische Wohlstandsindikatoren wie das BIP hinterfragt und der Zusammenhang zwischen Einkommen, Arbeitswelt und subjektivem Wohlergehen analysiert.
4 Sozialpsychologischer Forschungsansatz: Dieses Kapitel beleuchtet das Wohlstandsparadoxon durch verschiedene psychologische Modelle wie die vier Säulen der Glücksforschung und das Fünf-Faktoren-Inventar.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Geld bis zu einer gewissen Schwelle für die Grundbedürfnisse wichtig ist, das individuelle Glück jedoch maßgeblich von immateriellen Faktoren und der persönlichen Einstellung abhängt.
Schlüsselwörter
Geld, Wohlstand, Glück, Lebenszufriedenheit, Bruttoinlandsprodukt, Wohlstandsparadoxon, Hedonistische Tretmühle, Grenzeinkommen, Mitarbeitermotivation, Sozialpsychologie, Persönlichkeitsfaktoren, Arbeitslosigkeit, Konsumverhalten, Psychologisches Wohlbefinden, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die sozio-ökonomische Beziehung zwischen dem materiellen Wohlstand (Geld) und der subjektiven Lebenszufriedenheit des Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind ökonomische Indikatoren wie das BIP, sozialpsychologische Theorien zum Glücksempfinden, der Einfluss von Arbeit auf die Zufriedenheit sowie die negativen Auswirkungen von exzessivem Wohlstand.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die komplexe Frage zu beantworten, ob Geld überhaupt glücklich macht und ab welchem Punkt materieller Zuwachs keinen weiteren Nutzen für das Glück bringt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse, bei der sozio-ökonomische Paneldaten (SOEP) und psychologische Forschungsergebnisse in den Kontext der Fragestellung gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Perspektive, die sich mit BIP und Grenzeinkommen befasst, und eine sozialpsychologische Sicht, die menschliche Verhaltensmuster wie die hedonistische Tretmühle oder das relative Einkommen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Glück, Wohlstandsparadoxon, Lebenszufriedenheit, Grenzeinkommen und Hedonistische Tretmühle charakterisiert.
Was besagt das Easterlin-Paradoxon laut der Arbeit?
Es beschreibt das Phänomen, dass das Glücksempfinden innerhalb einer Gesellschaft nicht linear mit dem Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens korreliert, da relative Vergleiche und Ansprüche mitwachsen.
Warum ist laut der Autorin ein zu großer Wohlstand problematisch?
Die Autorin argumentiert, dass übermäßiger Wohlstand zu Vereinsamung, Egoismus und einer Vernachlässigung sozialer Bindungen führen kann, was das psychische Wohlbefinden langfristig negativ beeinflusst.
Welche Rolle spielt die "Glücksgrenze"?
Die Arbeit diskutiert unterschiedliche Ansätze zur Definition eines Grenzeinkommens, ab dem eine Gehaltserhöhung keinen wesentlichen Beitrag zur Steigerung des Lebensglücks mehr leistet.
- Citation du texte
- Aliza Dansch (Auteur), 2016, Macht Geld glücklich? Sozio-ökonomische Analyse zur Beziehung zwischen Wohlstand und Lebenszufriedenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346441