Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball


Seminararbeit, 1999
22 Seiten, Note: 1

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. DER TORWART

3. SOZIALE INTERAKTION
3.1. Ansätze zur Erforschung sozialer Interaktion
3.2. Interaktionssequenz

4. TORWART - TRAINER - BEZIEHUNG/INTERAKTION

5. TORWART - TORWART - BEZIEHUNG/INTERAKTION

6. TORWART - FELDSPIELER - BEZIEHUNG/INTERAKTION

7. TORWART - ZUSCHAUER - BEZIEHUNG/INTERAKTION

8. SCHLUSSWORTE

9. LITERATURVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

Den Angehörigen und Interessierten möchte ich etwas mehr Verständnis für die schwierige aber auch oft so faszinierende Situation des Torhüters geben. Er steht meist als Einzelgänger da. Seine Beziehung zu Feldspielern, Trainern, Zuschauern, Fans und dem zweiten Torhüter sind nicht immer reibungslos.

Alles, was in dieser Arbeit über den „Torhüter“ gesagt wird, gilt in gleicher Weise für den weiblichen Torhüter.

Um eine Wortwiederholung zu vermeiden, werde ich viele verschiedene Ausdrücke für den Torhüter gebrauchen; z. B. Torhüter, Torwart, Goalie, Schlussmann, Tormann/Torfrau, Panther, Spinne, Keeper:

Da ich selbst Torwart bin, werde ich einige Beispiele oder nur Kommentare zu den einzelnen Beziehungen/Interaktionen mit Torhütern aus meinen eigenen Erfahrungen dazufügen und ergänzen, um etwas Persönliches in diese Arbeit zu bringen.

2. DER TORWART

„Torhüter, Panther, Tiger, kurz Nummer Eins, der hütet das Tor und schreit laut mit seinen Abwehrspielern und Vorderleuten solange, bis er am falschen Fuß erwischt wird, und ein Tor bekommt, das er auf seine Kappe nehmen muss, und die Abwehr keine Mauer mehr für ihn macht.“

(Ö3, am Sonntag dem 20. März 1994, zwischen 2230 bis 2245)

Der „Torhüter“ nimmt eine Sonderstellung ein, die schon optisch dadurch dokumentiert wird, dass er sich laut Regelwerk in der Spielkleidung von den Feldspielern beider Mannschaften unterscheiden muss. Er darf den Ball mit der Hand spielen (nur im eigenen Strafraum), was sonst keinem Spieler auf dem Spielfeld erlaubt ist. Seine Aufgabe besteht darin, dank seiner Fähigkeiten wie Sprungkraft, Fangsicherheit, Reaktionsschnelligkeit und Stellungsspiel die Torschüsse des Gegners abzuwehren. Aber auch die Organisation zählt zu seinen Aufgaben. Nach gehaltenen Bällen hat er Einfluss auf den Fortgang des Spielgeschehens, kann die Bälle nach vorn schlagen oder werfen oder auch in der Abwehr halten; er kann damit ein Spiel schnell oder langsam machen, was spieltaktische Fähigkeiten voraussetzt.

Die sich aus der Position des Torhüters ergebenden Entfaltungsmöglichkeiten sind einerseits überaus reizvoll, stellen aber andererseits hohe Anforderungen an sein psychisches und physisches Leistungsvermögen. Von den Leistungen eines Torhüters hängen im entscheidenden Maß Erfolg und Misserfolg einer Mannschaft ab. An einem guten Torhüter kann sich ein Team, also seine Mitspieler orientieren, neu motivieren und aufrichten. Torhüter können aber auch die ganze Mannschaft verunsichern und zum Ausgangspunkt vieler Fehlerquellen seiner Vorderleute werden.

„Ein Spiel gewinnen kann er nie,

aber eine Niederlage vereiteln.

Als einzelner in der Elf erzielt

er wohl den schönsten Sieg,

wenn er über sich selbst hinauswächst.“

(Worte eines Trainers)

- Was sind nun die wichtigsten Eigenschaften eines Torhüters?

Sicher stehen Sprungkraft, Fangsicherheit, Reaktionsschnelligkeit, Mut und Geschicklichkeit ganz oben auf seiner Liste. Aber auch gutes Stellungsspiel, die Beherrschung des Strafraumes und die Organisation der gesamten Abwehr zählen zu seinen Aufgaben. Weiters sollte eine gute Technik bei Abstößen und Abschlägen sowie bei Abwürfen bereits im jugendlichen Alter zum Repertoire eines Torhüter gehören. Oft zeichnet sich der Torhüter mit übermäßigem Ehrgeiz aus. Er ist sogar meist mit mehr Eifer beim Training als so mancher Feldspieler.

- Was gab es früher, den Ball oder das Tor? (ein geschichtlicher Überblick)

Mit Sicherheit weiß man jedenfalls, dass es in früheren Zeiten keinen Torwart gab. Im ersten Buch über Fußball „Guico del calcio“, das 1580 in Florenz erschienen war, lesen wir nichts von einem „portiere“ (Torhüter). 1863 wurde im Auftrag der „Football Association“ die Spielregel zum ersten Mal schriftlich niedergelegt. Es dauerte weitere acht Jahre, bis der Schlussmann geboren war Die englische „Football Association“ beschloss 1871 die Spielregel, dass es nur mehr einem Spieler erlaubt war, den Ball in die Hände zu nehmen: DER TORWART, der das Tor verteidigt. Ein Fußballspieler, der eigentlich gar keiner ist. Der Torhüter gehört zur Elf, aber ist gewissermaßen auf sich alleine gestellt. Sein Platz ist das Tor, das es zu verteidigen gilt, aber er ist gleichzeitig Regisseur und Organisator seiner Abwehr. Heute ist der Tormann einer von elf und immer weniger ein Einzelgänger. Der Status des Goalies wurde schon bald aufgewertet. 1877 zimmerte man eine Torlatte. 1885 wurde in Birmingham zum ersten Mal ein Netz hinter die Latte gespannt. Seit dem Jahre 1902 ist das Handspiel des Schlussmannes auf den Strafraum beschränkt. Der Torwart entwickelte sich zu einem Allroundspieler, der in der heutigen Zeit bis weit vor seinem Tor mitdenken und agieren muss. Ein Organisator der Abwehr, der Selbstvertrauen, Übersicht, Fingerspitzengefühl und exzellente Technik vereinen muss.

- Wann ist man ein guter Torhüter?

Wie beurteilt man eigentlich einen guten Torwart. Geht es darum, dass er unhaltbare Bälle abwehrt, oder geht es um das augenscheinliche fehlerlose Spielen. Er muss schnell die Gefahr erkennen und bannen. Außerdem muss der Goalie danach trachten, so schnell wie möglich in den Ballbesitz zu kommen, dabei ist sein Stellungsspiel äußerst wichtig. Vom Tormann werden immer optimale Leistungen erwartet und gefordert. Mentale, körperliche und äußere Faktoren wie Ausrüstung, Witterungsbedingungen und zustand des Spielfeldes spielen dabei eine wichtige Rolle und sind bestimmend für ein gutes oder schlechtes Spiel. Es ist deshalb für den Schlussmann wie für seinen Trainer wichtig, diese Faktoren, die die Leistung beeinflussen, genau zu kennen. Sein Spiel kann dann systematisch analysierte werden, wobei Stärken und Schwächen unter die Lupe genommen werden können. Mit einer guten Methodik kann daran gearbeitet werden, diese Eigenschaften einzuüben, zu verbessern, zu perfektionieren und zu bewahren.

- Die spinnen die Goalies - Der ganz normale „Tormann“ - Wahnsinn

Leute, die alles halten, sind normale Menschen, aber dennoch außergewöhnliche Typen. Jeder ist auf seine Art ein „Spinner“. Einige Torleute laufen immer mit der gleichen Dressfarbe auf den Platz, weil sie schon eine lange Siegesserie hinter sich haben. Andere wiederum schwören auf eine überlange kurze Torwarthose. Wieder ein Goalie klopft vor jeder Partie auf die Torstangen und fleht: „Bitte, helft mir. Lasst mich beim Match nicht im Stich.“ Wieder ein anderer lässt sich vor jedem Spiel von der Frau des Platzmeisters auf den rechten Schuh ein weißes Kleeblatt malen. Auch wenn er nur auf der Bank sitzt. Maskottchen stehen bei den meisten Torleuten hoch im Kurs: So gibt es Plüschtiere, Hufeisen, Kappen, Lederbänder, ...

[...]

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Details

Titel
Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball
Hochschule
Universität Wien  (Sportuniversität Wien)
Veranstaltung
Seminar Didaktik
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
22
Katalognummer
V34652
ISBN (eBook)
9783638348157
ISBN (Buch)
9783638729468
Dateigröße
600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sonderstellung, Torhüters, Fussball, Seminar, Didaktik
Arbeit zitieren
Mag. Karlheinz Piringer (Autor), 1999, Zur Sonderstellung des Torhüters im Fussball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34652

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