Seit Jahren streiten sich Forscher über eine genaue Definition von „Kreativität“. Der Begriff gehört zu den verwirrendsten und mehrdeutigsten der Psychologie.
Aus diesem Grund und weil nicht festgelegt ist, ob sich Kreativität an der Person, am Produkt oder am Prozess orientiert, ist die empirische Erfassung von Kreativität äußerst schwierig. Dennoch wird Kreativität als Kompetenz hoch bewertet. Somit stellt sich dem Lehrer die Aufgabe, jedem/r seiner Schüler/innen einen Zugang zum kreativen Arbeiten zu gewährleisten.
Frühere Forschungen haben gezeigt, dass „Schulgebäude […], die einladend, schön, freundlich, sympathisch usw. wirken, […] im Vergleich mit negativ erlebten Bauten bessere Schulleistungen […] und eine bessere „Grundstimmung“ im Schulalltag [begünstigen]“ (Rittelmeyer 2013).
Der für den Lernalltag wichtigste Raum des Schulgebäudes ist das Klassenzimmer, weswegen diese Untersuchung hinsichtlich der Fragestellung durchgeführt wurde, ob die Raumgestaltung Auswirkungen auf die Kreativität von Schüler/innen hat.
Zu diesem Zweck wurden zwei Testgruppen ausgewählt, welche unter verschiedenen Rahmenbedingungen den TSD-Z absolvieren sollen. Eine Gruppe wird ihn in ihrem eigenen, persönlich gestalteten Klassenzimmer durchführen, während die andere in einer kahlen und unpersönlichen Sporthalle zeichnen wird.
In dieser Arbeit wird zunächst versucht, sich dem Begriff „Kreativität“ zu nähern. Anschließend wird das ausgewählte Instrument TSD-Z erläutert, mit dem die Überprüfung erfolgen soll. Für die Forschungsarbeit wird dann eine Hypothese aufgestellt, die mithilfe des Instruments überprüft werden soll. Des Weiteren werden die Stichprobe und die Methode zur Auswertung genauer dargestellt, bevor die Ergebnisse der Untersuchung dargelegt werden. Abschließend erfolgt eine Interpretation der Ergebnisse mit einem Ausblick für weiterführende Forschungsmöglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1.0 EINLEITUNG
2.0 ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF KREATIVITÄT
3.0 DER TSD-Z
4.0 HYPOTHESE
5.0 STICHPROBE UND DURCHFÜHRUNG
6.0 AUSWERTUNG
7.0 ERGEBNISSE
8.0 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Gestaltung der Lernumgebung einen messbaren Einfluss auf die Kreativität von Kindern hat, indem sie die Leistungen von zwei Testgruppen in unterschiedlichen räumlichen Settings vergleicht.
- Definition und Facetten des Kreativitätsbegriffs
- Einführung in den Test zum schöpferischen Denken (TSD-Z)
- Vergleich der Kreativleistung in unterschiedlichen Lernumgebungen
- Methodische Aspekte der empirischen Datenerhebung
- Diskussion über raumgestalterische Auswirkungen auf kreative Denkprozesse
Auszug aus dem Buch
2.0 ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF KREATIVITÄT
Bereits in der Einleitung wurde angedeutet, dass eine Definition des Kreativitätsbegriffs kaum möglich ist. Preiser nennt sie „ein umstrittenes Konzept“ (Preiser 2006, S. 51), unter Anderem weil nicht einmal geklärt ist, ob sich ein Definitionsversuch auf die Person, die Problemstellung, den Problemlöseprozess, das Endprodukt oder die Atmosphäre beziehen sollte. Gleichzeitig werde „kreativ“ jedoch für alle dieser Bereiche attributiv verwendet (vgl. ebd., S. 52).
Person
Der Versuch einer Definition von kreativen Personen stellt sich immer wieder als besonders komplexer Teilbereich heraus. Eine Vielzahl an neueren Theorien führte dazu, dass Zusammenfassungen von Einflussfaktoren nur sehr schwer übersichtlich zu gestalten sind (vgl. Preiser 2006, S. 56).
Zum Zweck einer einfachen Übersicht sollen im Rahmen dieser Arbeit sieben Persönlichkeitsmerkmale vorgestellt werden, die sich laut Preiser (2006) über Jahre als förderlich für kreatives Denken herausgestellt haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 EINLEITUNG: Die Autoren begründen die Relevanz der Untersuchung zur Lernumgebung und skizzieren das methodische Vorgehen der Studie.
2.0 ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF KREATIVITÄT: Dieses Kapitel erläutert die Vielschichtigkeit des Kreativitätsbegriffs und stellt relevante Persönlichkeitsmerkmale sowie Prozess- und Produktkriterien vor.
3.0 DER TSD-Z: Das Testinstrument zur Erfassung schöpferischen Denkens wird hinsichtlich Material, Anweisungen, Auswertungskriterien und Gütekriterien detailliert beschrieben.
4.0 HYPOTHESE: Auf Basis theoretischer Vorüberlegungen wird die Annahme formuliert, dass eine ansprechende Lernumgebung die Kreativität positiv beeinflusst.
5.0 STICHPROBE UND DURCHFÜHRUNG: Die Rahmenbedingungen der Studie, die Probandenauswahl und der Ablauf des Tests in verschiedenen Räumlichkeiten werden dargestellt.
6.0 AUSWERTUNG: Die Vorgehensweise zur Datenerfassung und der Vergleich der Ergebnisse beider Testgruppen werden erläutert.
7.0 ERGEBNISSE: In diesem Kapitel werden die quantitativen Daten der Untersuchung tabellarisch präsentiert und deskriptiv ausgewertet.
8.0 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert und in den Kontext der Ausgangshypothese sowie methodischer Einschränkungen gestellt.
Schlüsselwörter
Kreativität, Lernumgebung, TSD-Z, Schöpferisches Denken, Grundschule, Raumgestaltung, Kreativitätsforschung, Problemstellung, Problemlöseprozess, Divergentes Denken, Empirische Untersuchung, Schulleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob die physische Gestaltung einer Lernumgebung, wie beispielsweise ein klassisches Klassenzimmer im Vergleich zu einer Sporthalle, einen Einfluss auf die kreative Leistung von Kindern hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Kreativität, die Anwendung des Tests zum schöpferischen Denken (TSD-Z) und die Auswirkungen von Raumkontexten auf kognitive Leistungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu überprüfen, ob Kinder in einer persönlich gestalteten Umgebung höhere Kreativitätspotenziale zeigen als in einer kahlen und unpersönlichen Umgebung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Untersuchung mit zwei Testgruppen durchgeführt, wobei der TSD-Z (Test zum schöpferischen Denken – zeichnerisch) als Messinstrument eingesetzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung des Kreativitätsbegriffs, die Vorstellung des Testverfahrens, die Formulierung der Hypothese sowie die Beschreibung der Stichprobe, Auswertung und Ergebnisinterpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kreativität, Lernumgebung, TSD-Z, Schöpferisches Denken, Raumgestaltung und Divergentes Denken sind die prägenden Begriffe.
Wie wurde die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sichergestellt?
Die Ergebnisse wurden durch die Berechnung von Durchschnittspunkten und Medianen für beide Gruppen quantitativ vergleichbar gemacht und tabellarisch einander gegenübergestellt.
Welche Einschränkungen nennen die Autorinnen für ihre Forschung?
Die Autorinnen weisen kritisch auf die kleine Stichprobengröße, die fehlende Durchführung der zweiten Testrunde (TSD-Z B) und mögliche Mängel bei der akkuraten Einhaltung der Instruktionen hin.
Welche Rolle spielt der „Ausreißer“ in den Ergebnissen der Testgruppe 2?
Ein Kind erzielte in der zweiten Gruppe ein überdurchschnittlich hohes Ergebnis, das den Gruppendurchschnitt stark beeinflusste; ohne diesen Ausreißer läge der Schnitt der Testgruppe 2 unter dem der Testgruppe 1.
- Quote paper
- Mariana Lapschies (Author), Janina Bartols (Author), 2015, Beeinflusst die Lernumgebung die Kreativität von Kindern? Eine Untersuchung mit dem Test zum Schöpferischen Denken - Zeichnerisch (TSD-Z), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346586