Diese Seminararbeit befasst sich mit der nationalsozialistischen Pädagogik, der Ideologie der Gemeinschaft sowie interessanten Ansichtsweisen von Schiraach und Krieck.
In der Arbeit wird dargelegt, wie wichtig der Einfluss der Umwelt und die Entfaltung der Individualität für die Erziehung ist und was die Konsequenzen sind, wenn dies nicht so ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Du bist nichts, dein Volk ist alles
3. Revolution der Erziehung (Baldur von Schiraach)
4. Erziehung für einen „organisch“ gegliederten Volksstaat (Ernst Krieck)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit analysiert die Grundzüge der nationalsozialistischen Pädagogik sowie die erziehungswissenschaftlichen Ansätze von Baldur von Schiraach und Ernst Krieck. Ziel ist es, die ideologischen Mechanismen der NS-Erziehung, insbesondere die Unterordnung des Individuums unter die Volksgemeinschaft, kritisch zu beleuchten und deren Konsequenzen zu hinterfragen.
- Ideologie der Volksgemeinschaft und deren pädagogische Umsetzung
- Erziehungsideale von Baldur von Schiraach im Kontext der Hitlerjugend
- Ernst Krieck und das Konzept der „völkisch-realistischen Erziehungswissenschaft“
- Die Rolle von Gehorsam, Disziplin und Massenveranstaltungen
- Kritische Reflexion über Totalitarismus und Menschenrechte in der Pädagogik
Auszug aus dem Buch
Erziehung in der Hitler-Jugend: Kameradschaft, Leistung und „blinder“ Gehorsam
Schiraach bezeichnet das Erziehungsprinzip als „Selbstführung“ (vgl. Kuhlmann, 2013, S. 163). Jedoch gibt es eine genaue Hierarchie, alle haben dem Reichsführer zu folgen und müssen gehorsam sein.
„Von der ‚Kameradschaft‘ und der ‚Schar‘ als kleinste Einheiten war die Hitlerjugend in ‚Gefolgschaften‘, ‚Unter- und Oberbanne‘ und schließlich bis in fünf Obergebieten zusammengefasst.“ (Kuhlmann, 2013, S. 163).
Jeder hatte die Chance eine Führungsposition zu bekommen. „So trägt in der HJ. jeder den Marschall-Stab im Tornister; jeder kann sich in das Führerkorps der HJ. einschalten, indem er mehr leistet als seine Kameraden. Der Jugendführer muß[!] seine Aufgabe darin sehen, seine Jugend selbständig zu machen.“ (Schiraach, 1936, S. 60f., zit. nach Kuhlmann, 2013, S. 163f).
Der Führer war zwar auch nur ein Kamerad, hatte aber das Recht zu befehlen, weil er auch die Verantwortung trug. Gehorsamkeit ist laut Schiraach ein Gesetz durch welchen der Erwachsene später den Erfolg für die Gemeinschaft sieht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den Fokus der Arbeit auf die NS-Pädagogik sowie die Bedeutung von Umweltfaktoren und Individualität im Erziehungsprozess.
2. Du bist nichts, dein Volk ist alles: Dieses Kapitel thematisiert die radikale Ausrichtung der Erziehung auf die Volksgemeinschaft unter Hintanstellung individueller Bedürfnisse sowie die Praxis der Mütterberatung zur emotionalen Distanzierung.
3. Revolution der Erziehung (Baldur von Schiraach): Hier werden die Erziehungsgrundsätze in der Hitlerjugend, basierend auf Kameradschaft, Leistung und einer strengen Befehlshierarchie, analysiert.
4. Erziehung für einen „organisch“ gegliederten Volksstaat (Ernst Krieck): Das Kapitel befasst sich mit Kriecks völkischer Erziehungstheorie, die Massenveranstaltungen als zentrales Mittel zur Integration in den nationalsozialistischen Staat nutzte.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Pädagogik, Volksgemeinschaft, Baldur von Schiraach, Ernst Krieck, Hitlerjugend, Erziehung, Gehorsam, Ideologie, Totalitarismus, Kameradschaft, Menschenbild, Mütterberatung, NS-Herrschaft, Rasse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht pädagogische Theorien und Erziehungspraktiken während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Mittelpunkt stehen die Ideologie der Volksgemeinschaft, das Erziehungskonzept der Hitlerjugend sowie die wissenschaftlichen Ansätze von Ernst Krieck.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll dargelegt werden, wie Erziehung zur Durchsetzung totalitärer Ideologien instrumentalisiert wurde und welche Bedeutung dies für das Individuum hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse pädagogischer Theorien, basierend auf dem Werk von Carola Kuhlmann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des NS-Menschenbildes, die Strukturen der Hitlerjugend und Kriecks Konzepte zur völkischen Erziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nationalsozialismus, Volksgemeinschaft, Gehorsam und Erziehungsideologie.
Wie wurde die „Mütterberatung“ im NS-Kontext genutzt?
Sie diente weniger der Unterstützung der Beziehung zwischen Mutter und Kind, sondern sollte die emotionale Bindung einschränken, um das Kind auf Gehorsam gegenüber der Gemeinschaft vorzubereiten.
Was bedeutet der Begriff „Selbstführung“ bei Baldur von Schiraach?
Obwohl Schiraach den Begriff „Selbstführung“ verwendete, basierte das System faktisch auf einer strikten Hierarchie, die bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Reichsführer erforderte.
- Citar trabajo
- Amela Porcic (Autor), 2015, Nationalsozialistische Pädagogik. Auszug und Zusammenfassung aus dem Buch „Erziehung und Bildung“ von Carola Kuhlmann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346797