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'Ehe-', 'living apart together-' oder 'Single-Gesellschaft'? - wo bleibt die Familie?

Ein Abriß der Entwicklung familialer Lebensformen oder die „Entmachtung“ der „Institution Ehe“?

Title: 'Ehe-', 'living apart together-' oder 'Single-Gesellschaft'?  - wo bleibt die Familie?

Term Paper , 2001 , 45 Pages , Grade: 1

Autor:in: Bastian Wienrich (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Das Leitthema dieses Buches ist die Erfassung und Ergründung des Wandels familaler Lebensformen im zuge der Entwicklung von modernen Gesellschaften. Hierfür wird zunächst die Struktur und Funktionsweise der bürgerlichen Kleinfamilie nachgezeichnet und als Ausgangspunkt für den zu beschreibenden Wandel begriffen. Kennzeichen der bürgerlichen Kleinfamilie ist die ‚institutionelle Kopplung‘ von liebesfundierter Ehe und Elternschaft. Hier wird die Elternschaft als die Vollendung der Ehe, die Familiengründung als der eigentliche Zweck der Heirat aufgefaßt.
Der eigentliche Wandel, der in der Forschung zu Theoremen wie 'Single-Gesellschaft' oder 'Entinstitutionalisierung der Ehe' geführt hat, vollzieht sich entlang der Entkopplung von Ehe und Familie zum einen und der Entwicklung bzw. der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptierung nichtehelicher Lebensformen (NEL) zum anderen. Unter der Betrachtung der maßgeblichen gesellschafts-historischen Einflußfaktoren (wie sexuelle Revolution, Emanzipation, usw.) wird die Struktur und Funktionsweise der Ehe analysiert und mit den NEL in Beziehung gesetzt. Es wird gezeigt, wie sich aufgrund der Einflußfaktoren die Wahrnehmung der Ehe verändert, welche Auswirkungen dies auf Biographie und Partnerschaft hat und welche Rolle die NEL dabei spielen.
Die dem Thema eingangs gestellte Frage, ob man von einer Entmachtung der Institution Ehe sprechen kann, wird schließlich negativ beantwortet. Vielmehr ist eine Verschiebung des Familienzyklus zu konstatieren, die sich aus der individuellen Anpassung an die Erfordernisse moderner Gesellschaften rekrutiert. Die Ehe als Lebensform, obwohl im Vergleich zur bürgerlichen Kleinfamilie stark modifiziert, hat ihren Status dabei nicht verloren.

Das Buch basiert auf der Auswertung der einschlägigen Forschungsliteratur. Verschiedene Strömungen werden systematisch gegenübergestellt, Essenzen miteinander verknüpft. Da diese Arbeit im Rahmen des Seminars „International Vergleichende Sozialstrukturanalyse“ an der TU-Dresden enstanden ist, wird der oben beschriebene Wandel einem internationalen Vergleich ausgesetzt. Hierfür wurden die Indikatoren von neun europäischen Ländern ausgewertet und die gemachten Aussagen einem internationalen Trend zugeordnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familienformen und Lebensformen im Wandel

2.1. Familie aus „traditioneller“ Sicht

2.2. Die Ehe als Familie, die „Ehe als Institution“

2.2.1. Funktionswandel der Familie – Die bürgerliche Kleinfamilie

2.2.2. Die Ehe selbst

2.3. Wandel der „traditionellen“ Familie nsicht – Welche Bedeutung gewinnen Nichteheliche Lebensgemeinschaften (NEL)?

2.4. „neue“ Lebensformen, „neue“ Familienformen

2.5. Resümee und Ausblick

3. Der Wandel im internationalen Vergleich

3.1. Querschnittsbetrachtung ausgewählter europäischer Länder

3.2. Gemeinsamkeiten

3.3. Unterschiede

3.4. Resümee

4. Schluß

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel familialer Lebensformen in modernen Gesellschaften unter besonderer Berücksichtigung der „Institution Ehe“. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine tatsächliche Deinstitutionalisierung der Ehe vorliegt oder ob sich lediglich ein gewandeltes Verständnis im Sinne partnerschaftlicher Bindungen vollzogen hat, ergänzt durch einen internationalen Vergleich europäischer Länder.

  • Historische Entwicklung des Familienbegriffs und der bürgerlichen Kleinfamilie
  • Die Ehe als Institution im Spannungsfeld zwischen Recht und sozialemotionalen Leistungen
  • Pluralisierung familialer Lebensformen und Bedeutung von Nichtehelichen Lebensgemeinschaften (NEL)
  • Soziologische Erklärungsansätze für den Wandel (Individualisierung, sexuelle Revolution)
  • Internationaler Vergleich von Familienstrukturen und politischen Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Die Ehe selbst

Der Ehe selbst ist als Forschungsgegenstand, v.a. im deutschsprachigen Raum34, nicht viel Beachtung geschenkt worden. Das liegt daran, „daß Ehe primär aus dem Blickwinkel der Familie thematisiert wurde [...] oder lediglich als kurzer und dadurch unbedeutender Vorlauf zu einer als dem ‚eigentlichen Zweck‘ [...] aufgefaßten Familienbildung angesehen“35 wird. Eine wissenschaftliche Erfassung der Ehe in der Literatur kann daher zumeist nur auf der Symbiose von Ehe und der bürgerlichen Familie nachvollzogen werden, da ja „ein zentrales Kennzeichen dieses bürgerlichen Familienmodells, die ‚institutionelle Kopplung‘ von liebesfundierter Ehe und Elternschaft ist. Hier wird die Elternschaft als die Vollendung der Ehe, die Familiengründung als der eigentliche Zweck der Heirat aufgefaßt. Die Ehe verschwindet hier weitgehend in der Familie, sie wird fraglos unter die Familie subsumiert.“36

Dieser Abschnitt heißt: Die Ehe als Familie, die „Ehe als Institution“. Nach der Beschreibung der bürgerlichen Familie (sowie ihrem Zusammenhang mit der Ehe) in der Forschung soll nun hier versucht werden, die Ehe als solches darzulegen und wie das eingangs erwähnte Zitat aufweist, zeigt sich die Literaturlage hier eher dürftig.

Eine Möglichkeit der genauen Abgrenzung findet man bei Huinink, der mit seinem Begriffsinstrumentarium (oben dargestellt) Ehe wie folgt beschreibt: „Die Ehe ist die institutionalisierte Form der Partnerschafts- oder auch Paarbeziehung in unserer Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das polymorphe Begriffsverständnis von Familie ein und definiert die Problemstellung sowie die Forschungsziele der Arbeit.

2. Familienformen und Lebensformen im Wandel: Dieses Kapitel analysiert den historischen Funktionswandel der Familie von der vorindustriellen Zeit hin zur bürgerlichen Kleinfamilie und beleuchtet die Rolle der Ehe sowie alternativer Lebensformen.

3. Der Wandel im internationalen Vergleich: Hier werden anhand ausgewählter europäischer Länder Indikatoren des familialen Wandels verglichen und soziokulturelle Unterschiede in Verlauf und Intensität herausgearbeitet.

4. Schluß: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Ehe ihre Bedeutung behalten hat, sich jedoch in ihrem Charakter an moderne gesellschaftliche Individualisierungsprozesse angepasst hat.

Schlüsselwörter

Familie, Ehe, Wandel, Lebensformen, Nichteheliche Lebensgemeinschaften, Kleinfamilie, Individualisierung, Partnerschaft, Internationaler Vergleich, Institution Ehe, Demografischer Wandel, Familienpolitik, Ehetypologien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Wandel familiärer Lebensformen in modernen Gesellschaften und hinterfragt den Status der Ehe als zentrales Ordnungsmodell.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der historische Wandel der Familienstruktur, die Entkoppelung von Ehe und Familie, die Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften sowie der internationale Vergleich dieser Trends.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel der Ehe zu analysieren und zu klären, ob von einer Deinstitutionalisierung gesprochen werden kann oder ob ein gewandeltes Verständnis von partnerschaftlicher Bindung vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse soziologischer Ansätze sowie einen internationalen Vergleich anhand statistischer Indikatoren aus verschiedenen europäischen Ländern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemein-theoretische Auseinandersetzung mit Familien- und Lebensformen sowie einen empirisch gestützten internationalen Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Familie, Ehe, Individualisierung, Pluralisierung, Nichteheliche Lebensgemeinschaften und der internationale Wandel.

Welche Rolle spielt die Ehe im internationalen Vergleich?

Der Vergleich zeigt, dass sich die Trends in ganz Europa ähneln, jedoch in ihrer Intensität stark variieren, wobei nordische Länder oft eine Vorreiterrolle einnehmen, während südliche Länder traditionellere Strukturen bewahren.

Warum werden Nichteheliche Lebensgemeinschaften als "Eheprobe" bezeichnet?

Viele Paare nutzen das Zusammenleben ohne Trauschein als erprobte Übergangsphase, um die Kompatibilität der Partner im Alltag zu prüfen, bevor sie eine formale Ehe eingehen.

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Details

Title
'Ehe-', 'living apart together-' oder 'Single-Gesellschaft'? - wo bleibt die Familie?
Subtitle
Ein Abriß der Entwicklung familialer Lebensformen oder die „Entmachtung“ der „Institution Ehe“?
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
International Vergleichende Sozialstrukturanalyse
Grade
1
Author
Bastian Wienrich (Author)
Publication Year
2001
Pages
45
Catalog Number
V34684
ISBN (eBook)
9783638348379
ISBN (Book)
9783638789578
Language
German
Tags
Ehe- Single-Gesellschaft Familie International Vergleichende Sozialstrukturanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Wienrich (Author), 2001, 'Ehe-', 'living apart together-' oder 'Single-Gesellschaft'? - wo bleibt die Familie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34684
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