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Die Bedeutung der Landwirtschaft für den Industrialisierungsprozess Deutschlands

Titel: Die Bedeutung der Landwirtschaft für den Industrialisierungsprozess Deutschlands

Hausarbeit , 2015 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sebastian Flock (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gibt man das Wort Industrialisierung in eine der gängigen Internetsuchmaschinen ein, werden zahlreiche Bilder präsentiert, die in solcher oder ähnlicher Form schon seit
Jahrzehnten als Ikonen dieser Epoche gelten: Rauchende Schlote, riesige Fabrikanlagen, Dampfmaschinen, Lokomotiven und Scharen von Arbeitern. Die gewählten Darstellungen sind auf den ersten Blick einleuchtend, da sie unverzichtbare und zentrale Elemente der Industrialisierung zeigen. Dem Betrachter wird dabei jedoch der Eindruck vermittelt, als könne man den Prozess der Industrialisierung nur auf eben diese Bereiche, die Industrie und die technologischen Neuerungen, reduzieren. Dass dies zu kurzgefasst ist, zeigt schon allein
der Blick auf die Bevölkerungsstatistiken Deutschlands im 19. Jahrhundert. So arbeitete noch im Jahr 1882 fast die Hälfte der erwerbstätigen Personen in der Landwirtschaft. Bedenkt man, dass in den Jahren zuvor, während der Frühphase der deutschen Industrialisierung, ein noch erheblich größerer Teil der Bevölkerung in der Landwirtschaft
tätig gewesen sein muss, wird deutlich, dass diesem Wirtschaftszweig ein ebenso großes Gewicht bei der Betrachtung des Industrialisierungsprozesses zugesprochen werden müsste.
In der vorliegenden Arbeit soll daher untersucht werden, welche Bedeutung die Landwirtschaft für den Industrialisierungsprozess in Deutschland hatte, welche Voraussetzungen sie schuf und welche Wachstumsimpulse sie auf die Industrie aussandte. Nach einer zeitlichen und regionalen Eingrenzung soll zunächst auf die Bedeutung der Agrarreformen für die Industrialisierung eingegangen werden. Im Fokus stehen dabei vor allem die Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse, das Arbeitskräftepotential und die Kaufkraft der bäuerlichen Schichten. Im zweiten Teil der Arbeit soll die Bedeutung der Landwirtschaft für die Entwicklung spezieller Industriezweige in Deutschland untersucht werden. Dabei wird vor allem auf die Chemieindustrie, die Stahl- und Eisenindustrie sowie die Maschinenbauindustrie eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zeitliche und geographische Eingrenzung

3 Agrarreformen als Grundlage industrieller Entwicklung

3.1 Verfügbarmachung von Arbeitskräften

3.2 Steigerung der bäuerlichen Kaufkraft

4 Wachstumsimpulse der Landwirtschaft auf die Industrie

4.1 Wachstumsimpulse der Landwirtschaft auf die Chemieindustrie

4.2 Wachstumsimpulse der Landwirtschaft auf die Eisen- und Stahlindustrie

4.3 Wachstumsimpulse der Landwirtschaft auf den Maschinenbau

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Bedeutung der Landwirtschaft für den Industrialisierungsprozess in Deutschland. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern landwirtschaftliche Reformen als Voraussetzung für die industrielle Entwicklung dienten und welche spezifischen Wachstumsimpulse die Landwirtschaft auf Schlüsselindustrien wie die Chemiebranche, die Eisen- und Stahlindustrie sowie den Maschinenbau ausübte.

  • Die Rolle der Agrarreformen für das Arbeitskräftepotenzial und die bäuerliche Kaufkraft.
  • Die Auswirkungen der gesteigerten landwirtschaftlichen Nachfrage auf die industrielle Produktion.
  • Regionale Unterschiede der Industrialisierung und deren Abhängigkeit von agrarischen Rahmenbedingungen.
  • Der Einfluss der Zuckerrübenproduktion auf die Entwicklung des mitteldeutschen Maschinenbaus.
  • Die Debatte um die Landwirtschaft als „conditio sine qua non“ des industriellen Aufstiegs.

Auszug aus dem Buch

3.1 Verfügbarmachung von Arbeitskräften

Schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts war im Untersuchungsraum ein deutliches Bevölkerungswachstum festzustellen.22 Durch die aufgrund der Agrarreformen intensivierte Landwirtschaft konnte dieses Wachstum weiter stimuliert werden. Entscheidend war hierbei vor allem die Auflösung der Gemeinheiten und die Beseitigung der Gemengelage. Durch die Überführung der bisher gemeinschaftlich genutzten Flächen in individuelle Nutzung wurden nicht nur die herrschaftlichen Huterechte an den bäuerlichen Nutzflächen abgeschafft, so dass diese von den Bauern intensiver genutzt werden konnten. Hinzu kam, dass die einzelnen Bauern durch die Zusammenlegung der Nutzflächen der Höfe sowie durch die Beseitigung der Überfahrts- und Weiderechte ihr Land nun intensiver und ohne Rücksicht auf Nachbarn bearbeiten konnten.

In Kombination mit Bebauungen von Brachen und der Urbarmachung bisher ungenutzten Bodens führte dies zwischen 1835 und 1860 zu einer Verdopplung der genutzten Ackerfläche. Außerdem wurde der Ertrag durch veränderte Produktionsmethoden, wie verbesserter Dreifelderwirtschaft oder Fruchtwechselwirtschaft gesteigert.23 Für das erste Drittel des 19. Jahrhunderts lassen sich dafür leider keine Zahlen finden, allerdings lässt sich Statistiken entnehmen, dass die landwirtschaftliche Produktion zwischen 1840 und 1900 in Deutschland um 190 % anstieg.24

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die dominierende Rolle der Industrie im historischen Bewusstsein und begründet die Notwendigkeit, die Landwirtschaft als zentralen, oft unterschätzten Faktor des Industrialisierungsprozesses zu betrachten.

2 Zeitliche und geographische Eingrenzung: Dieses Kapitel erläutert die methodische Entscheidung, den Industrialisierungsprozess regional differenziert und im Zeitraum von 1815 bis 1914 zu betrachten, da nationale Verallgemeinerungen der Komplexität der Entwicklung nicht gerecht werden.

3 Agrarreformen als Grundlage industrieller Entwicklung: Es wird analysiert, wie die Aufhebung bäuerlicher Untertänigkeitsverhältnisse die ökonomische Basis für industrielle Entwicklung durch die Bereitstellung von Arbeitskräften und die Steigerung der bäuerlichen Kaufkraft schuf.

4 Wachstumsimpulse der Landwirtschaft auf die Industrie: Das Kapitel untersucht anhand der Chemie-, Eisen- und Maschinenbauindustrie, wie landwirtschaftliche Produktionsanforderungen spezifische industrielle Impulse und technologische Innovationen erforderten.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Landwirtschaft zwar eine wichtige Voraussetzung für die Industrialisierung war, aber regional unterschiedlich wirkte und der Prozess insgesamt primär von der Montan- und Eisenbahnindustrie getragen wurde.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Landwirtschaft, Agrarreformen, Bauernbefreiung, Wirtschaftswachstum, Maschinenbau, Chemieindustrie, Eisen- und Stahlindustrie, Zuckerrübenproduktion, regionale Differenzierung, Kapitalismus, Arbeitskräftepotenzial, Kaufkraft, Deutschland, 19. Jahrhundert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die oft unterschätzte Rolle der Landwirtschaft für den deutschen Industrialisierungsprozess im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Auswirkungen der Agrarreformen, das daraus resultierende Bevölkerungswachstum und die Nachfrageimpulse der Landwirtschaft auf verschiedene industrielle Sektoren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Bedingungen die Landwirtschaft für die Industrialisierung schuf und inwieweit sie als Wachstumsmotor für die Industrie fungierte.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine regional vergleichende historische Analyse, die ökonomische Daten und bestehende wirtschaftshistorische Forschung auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bedeutung der Agrarreformen für Arbeitskräfte und Kaufkraft sowie die detaillierte Untersuchung der Wachstumsimpulse auf Chemie, Eisen/Stahl und Maschinenbau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Industrialisierung, Agrarreformen, Wirtschaftswachstum, regionale Differenzierung und produktive Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Industrie.

Welche Bedeutung hatte die Zuckerrübenproduktion für den Maschinenbau?

Sie wirkte als starker Beschleuniger, da die Rübenzuckerfabriken einen stetigen Bedarf an Dampfmaschinen und Spezialgeräten erzeugten, was wiederum zur Entstehung lokaler Maschinenbauanstalten führte.

Warum war der Einfluss der Landwirtschaft regional so unterschiedlich?

Die Auswirkungen hingen stark von der Ausgangslage der bäuerlichen Rechtsverhältnisse und dem Vorhandensein anderer industrieller Standortfaktoren ab; in Regionen ohne Montanindustrie war der agrarische Impuls wesentlich entscheidender.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung der Landwirtschaft für den Industrialisierungsprozess Deutschlands
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Agrarischer Kapitalismus und sozialer Wandel in West- und Südeuropa (18. bis 20. Jahrhundert). Die ländliche Gesellschaft auf dem Weg in die Moderne.
Note
1,3
Autor
Sebastian Flock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V346926
ISBN (eBook)
9783668361270
ISBN (Buch)
9783668361287
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrialisierung Landwirtschaft Chemieindustrie Eisenindustrie Maschinenbauindustrie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Flock (Autor:in), 2015, Die Bedeutung der Landwirtschaft für den Industrialisierungsprozess Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346926
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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