Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Geschichte der Internationalen Beziehungen

Von der Greed-Theorie zur Feasibility-Hypothese. Theoretischer Fortschritt oder Kapitulation vor einer aussagekräftigen Mikrofundierung?

Titel: Von der Greed-Theorie zur Feasibility-Hypothese. Theoretischer Fortschritt oder Kapitulation vor einer aussagekräftigen Mikrofundierung?

Hausarbeit , 2015 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Tino Baast (Autor:in)

Politik - Thema: Geschichte der Internationalen Beziehungen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die Gegenüberstellung der „Greed“-Theorie von Collier (2000) und der „Feasibility“-Hypothese von Collier, Hoeffler und Rohner (2009), die beide das Risiko eines Landes hinsichtlich eines innerstaatlichen Konflikts erklären wollen.

Hierzu werden beide nacheinander vorgestellt und dann in das Mehr-Ebenen-Modell von Coleman und Esser eingebettet. So können analytisch die Stärken und Schwächen aufgezeigt werden, um die Ansätze am Ende konstruktiv kritisieren zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Mikro-Makro-Modelle

1. Begründung der Wahl eines Mikro-Makro-Modells als Analyseraster des Vergleichs

2. Die „Coleman-Esser‘sche-Badewanne“ als Prototyp eines Mehr-Ebenen-Modells

II. Die „Greed“-Theorie und die „Feasibility“-Hypothese

1. Die „Greed“-Theorie

1.0. Der ideengeschichtliche Ursprung

1.1. Vorgehen von Collier und Hoeffler in „Doing Well out of War“

1.2. Die empirischen Ergebnisse

1.3. Die wahre Motivation: „Greed“ unter dem Deckmantel von „Grievance“

2. Der Kausalpfad der „Greed“-Theorie

3. Die „Feasibility“-Hypothese

3.0. Erläuterung der „Feasibility“-Hypothese

3.1. Der ideengeschichtliche Ursprung

3.2. Vorgehen von Collier et al. in „Beyond Greed and Grievance: Feasibility and Civil War“

3.3. Die Variablen der „core regression“

3.4. Die empirischen Ergebnisse

4. Der Kausalpfad der „Feasibility“-Hypothese

III. Vergleichende Gegenüberstellung

1. Der Makro-Mechanismus

2. Der Mikro-Mechanismus

3. Fokusverschiebung von der Mikro-Ebene auf die Makro-Ebene

4. Kritische Würdigung der „Greed“-Theorie

5. Kritische Würdigung der „Feasibility“-Hypothese

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert und vergleicht die „Greed“-Theorie und die „Feasibility“-Hypothese von Paul Collier et al. im Hinblick auf deren Erklärungsgehalt für das Risiko innerstaatlicher Konflikte. Ziel ist es, durch die Einbettung in das „Coleman-Esser-Modell“ (Badewanne) die zugrunde liegenden Kausalmechanismen offen zu legen und kritisch zu prüfen, ob die Entwicklung von der mikrofundierten „Greed“-Theorie hin zur makroorientierten „Feasibility“-Hypothese einen theoretischen Fortschritt oder eine Kapitulation vor der Komplexität darstellt.

  • Strukturelle Analyse der „Greed“-Theorie und ihrer mikro-soziologischen Fundierung.
  • Untersuchung der „Feasibility“-Hypothese als rein makro-orientierter Erklärungsansatz.
  • Systematischer Vergleich beider Theorien mittels der „Coleman-Esser-Badewanne“.
  • Kritische Reflexion der Fokusverschiebung von der Mikro- auf die Makro-Ebene.
  • Diskussion der empirischen Validität und der wissenschaftlichen Qualität beider Ansätze.

Auszug aus dem Buch

1.2. Die empirischen Ergebnisse

Collier erwartet eine enge Beziehung zwischen Messungen von Hass und Groll und dem Auftreten und der Häufigkeit von Konflikten zu finden. Stattdessen findet er heraus, dass die ökonomische Agenda zentral dabei ist zu verstehen, warum Bürgerkrieg beginnt. „Greed“ scheint die entscheidende Erklärung zu sein, nicht „Grievance“ (Collier 2000: 96), wie es im vorherrschenden Diskurs über Konflikte häufig angenommen wird: „Die wahre Ursache von vielen Bürgerkriegen ist nicht der laute Diskurs des Grolls, sondern der leise Zwang der Gier.“ (Collier 2000: 101). Bezüglich der Möglichkeit der Finanzierung arbeitet er heraus, dass die häufigste Quelle von Rebellenfinanzierung natürliche Ressourcen sind. Als Indikator der Abhängigkeit eines Landes von diesen grundlegenden Rohstoffen („primary commodities“) verwendet er den Anteil der Rohstoffexporte am BIP. Ein Land, das grundlegende Rohstoffe exportiert, erhöht deshalb sein Konfliktrisiko viermal gegenüber einem Land, das dies nicht tut. Dieser Befund ist statistisch hochsignifikant (Collier 2000: 97).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Mikro-Makro-Modelle: Dieses Kapitel begründet die Wahl des Analyserasters nach Coleman und Esser als Instrument, um die „black box“ zwischen makrosoziologischen Strukturen und individuellem Handeln aufzubrechen.

II. Die „Greed“-Theorie und die „Feasibility“-Hypothese: Hier werden die beiden zentralen Theorien von Collier et al. detailliert vorgestellt, ihre ideengeschichtlichen Wurzeln beleuchtet sowie ihre jeweiligen Kausalpfade und empirischen Herangehensweisen aufgearbeitet.

III. Vergleichende Gegenüberstellung: Das Kapitel bietet eine kritische Würdigung beider Ansätze, analysiert die deutliche Fokusverschiebung von mikro- auf makroökonomische Erklärungen und diskutiert die wissenschaftliche Qualität der jeweiligen Argumentationslinien.

Schlüsselwörter

Greed-Theorie, Feasibility-Hypothese, Bürgerkriegsrisiko, Coleman-Esser-Badewanne, Mikrofundierung, Konfliktforschung, ökonomische Agenda, Rebellion, ökonomischer Nutzenmaximierer, Makro-Mechanismus, empirische Sozialforschung, rationale Wahl, Motivationsanalyse, Strukturanalyse, Ressourcenabhängigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht zwei maßgebliche theoretische Erklärungsansätze für die Entstehung von Bürgerkriegen, die von Paul Collier und seinen Kollegen entwickelt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Konfliktforschung, die soziologische Theoriebildung (speziell Mikro-Makro-Modelle) sowie die ökonomische Analyse von Rebellenmotivationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, ob die theoretische Entwicklung von einer auf Individuen fokussierten „Greed“-Theorie hin zu einer rein durchführbarkeitsorientierten „Feasibility“-Hypothese einen Fortschritt darstellt oder ob sie den Verzicht auf eine fundierte Erklärung menschlichen Handelns bedeutet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die „Coleman-Esser’sche-Badewanne“ als analytisches Raster, um die Kausalpfade beider Theorien zu rekonstruieren und ihre Stärken und Schwächen systematisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der beiden Theorien inklusive ihrer empirischen Befunde und eine anschließende kritische vergleichende Würdigung der Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie „Greed-Theorie“, „Feasibility-Hypothese“, „Konfliktrisiko“, „Mikrofundierung“ und „Rational-Choice“ definieren.

Warum ist die „Feasibility“-Hypothese laut der Arbeit so bedeutend?

Sie gilt als der aktuellste Zugang von Collier et al. zur Konflikterklärung und markiert eine deutliche Abkehr von der mikro-basierten Theoriebildung, was sie für eine wissenschaftliche Kritik besonders interessant macht.

Wie bewertet der Autor das „Fehlen“ einer Mikrofundierung in der späteren Theorie?

Der Autor sieht darin trotz berechtigter Kritik an der resultierenden Korrelation eher einen Fortschritt als eine Kapitulation, da eine solche Abstraktion angesichts der Komplexität gesellschaftlicher Phänomene als probates Mittel gesehen wird, um über die Grenzen rein individueller Motivationstheorien hinauszublicken.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von der Greed-Theorie zur Feasibility-Hypothese. Theoretischer Fortschritt oder Kapitulation vor einer aussagekräftigen Mikrofundierung?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Innerstaatlicher Konflikt
Note
2,0
Autor
Tino Baast (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V347037
ISBN (eBook)
9783668363618
ISBN (Buch)
9783668363625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Collier Hoeffler Rohner Greed Grievance Feasibility Theorievergleich Coleman Esser Mikro-Makro-Modell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tino Baast (Autor:in), 2015, Von der Greed-Theorie zur Feasibility-Hypothese. Theoretischer Fortschritt oder Kapitulation vor einer aussagekräftigen Mikrofundierung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347037
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  29  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum