Das Phänomen der Errichtung von Prunkgräbern kann man zu verschiedenen Zeiten und Orten feststellen. In der Eisenzeit kommt diese Form der Bestattung in Mitteleuropa wieder auf, nachdem sich in der vorangegangenen Urnenfelderzeit eine auffällige Gleichartigkeit in der Bestattungsform feststellen lässt. Den Anfang macht die Osthallstattkultur am Beginn der frühen Eisenzeit. Man findet hier noch viele Beigaben, die in der Tradition der Urnenfelderzeit hergestellt worden sind. Als nun die Sitte der Errichtung von Prunkgräbern im Osthallstattkreis aufhört, beginnt sie im Westhallstattkreis, zuerst in Süddeutschland und gegen Ende der Hallstattzeit auch in Ostfrankreich. Nicht viel später sind die Menschen des Hunsrück-Eifel-Kreises prunkvoll mit Wagenbeigaben bestattet worden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die topographische Lage der Prunkgräber in der Hallstatt- und Frühlatènezeit
Der Osthallstattkreis
Der Westhallstattkreis
Die Hunsrück-Eifel-Kultur
Zusammenfassung
Katalog der Prunkgräber
Osthallstattkreis
Westhallstattkreis
Hünsrück-Eifel-Kultur
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die topographische Lage der sogenannten Prunkgräber in Mitteleuropa zu vermitteln, wobei die spezifischen Gegebenheiten verschiedener Kulturkreise detailliert untersucht werden. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, inwieweit eine Korrelation zwischen der Lage dieser Bestattungen und topographischen Merkmalen wie Höhensiedlungen, Flussläufen oder Ressourcenstandorten besteht, und ob sich hierbei einheitliche Muster oder regionale Unterschiede feststellen lassen.
- Topographische Analyse von Prunkgräbern in Mitteleuropa.
- Vergleichende Untersuchung der Kulturkreise (Osthallstattkreis, Westhallstattkreis, Hunsrück-Eifel-Kultur).
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Bestattungsplätzen und Höhensiedlungen.
- Einfluss von Geographie und Rohstoffvorkommen auf die Wahl der Bestattungslage.
Auszug aus dem Buch
Die topographische Lage der Prunkgräber in der Hallstatt- und Frühlatènezeit
Das Phänomen der Errichtung von Prunkgräbern1 kann man zu verschiedenen Zeiten und Orten feststellen. In der Eisenzeit kommt diese Form der Bestattung in Mitteleuropa wieder auf, nachdem sich in der vorangegangenen Urnenfelderzeit eine auffällige Gleichartigkeit in der Bestattungsform feststellen lässt. Den Anfang macht die Osthallstattkultur am Beginn der frühen Eisenzeit. Man findet hier noch viele Beigaben, die in der Tradition der Urnenfelderzeit hergestellt worden sind. Als nun die Sitte der Errichtung von Prunkgräbern im Osthallstattkreis aufhört, beginnt sie im Westhallstattkreis, zuerst in Süddeutschland und gegen Ende der Hallstattzeit auch in Ostfrankreich. Nicht viel später sind die Menschen des Hunsrück-Eifel-Kreises prunkvoll mit Wagenbeigaben bestattet worden.
Das Beigabenspektrum verändert sich immer wieder, doch sind die Gemeinsamkeiten erkennbar, weswegen wir hier durchgehend von Prunkgräbern sprechen können. Für den Osthallstattkreis definiert sich ein Prunkgrab durch die Mitgabe von bronzenen Schutzwaffen und oftmals auch Pferdegeschirr. Im Westhallstattkreis sind es vor allem das Bronzegeschirr, zuerst noch aus dem Mittelmeerraum importiert, später in heimischen Werkstätten imitiert, das Pferdegeschirr und der Reichtum an Edelmetallen, die uns von einem Prunkgrab sprechen lassen. Die Prunkgräber des Hunsrück-Eifel-Kreises in der späten Hallstattzeit zeichnen sich vor allem durch die Wagenmitgabe aus, weshalb hier oftmals von Wagenbestattungen und nicht verallgemeinert von Prunkgräbern die Rede ist. Sicherlich ist dies nur ein kurzer Einblick in die Besonderheiten der Beigaben der Prunkgräber zu den verschiedenen Zeiten, doch sollten die Unterschiede an dieser Stelle schon Erwähnung finden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Phänomen der Prunkgräber, definiert deren Merkmale in den verschiedenen Kulturkreisen und formuliert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über deren topographische Lage zu geben.
Die topographische Lage der Prunkgräber in der Hallstatt- und Frühlatènezeit: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und untersucht detailliert die topographische Verteilung und Einbettung von Prunkgräbern in den drei Regionen Osthallstattkreis, Westhallstattkreis und Hunsrück-Eifel-Kultur.
Der Osthallstattkreis: Dieser Abschnitt beschreibt die regionalen Eigenheiten der Bestattungssitten und Siedlungsstrukturen in den Gebieten des Osthallstattkreises.
Der Westhallstattkreis: Hier werden die Besonderheiten der Prunkgrabbestattungen im Westhallstattkreis, ihre Lage zu Höhensiedlungen und die Einflüsse mediterraner Kultur diskutiert.
Die Hunsrück-Eifel-Kultur: Dieses Kapitel analysiert die typischen Merkmale und die topographische Anordnung der Prunkbestattungen sowie der Wagenbestattungen in der Hunsrück-Eifel-Kultur.
Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Beobachtungen und Gemeinsamkeiten der topographischen Lage der Prunkgräber kulturübergreifend zusammengefasst.
Katalog der Prunkgräber: Ein strukturierter Katalog führt die untersuchten Fundorte, Befunde und Datierungen regional gegliedert auf.
Schlüsselwörter
Prunkgräber, Hallstattkultur, Frühlatènezeit, Bestattungssitten, Höhensiedlungen, Wagenbestattungen, Osthallstattkreis, Westhallstattkreis, Hunsrück-Eifel-Kultur, Eisenzeit, Topographie, Archäologie, Grabbeigaben, Elite, Siedlungsarchäologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der topographischen Lage von Prunkgräbern während der Hallstatt- und Frühlatènezeit in verschiedenen Regionen Mitteleuropas.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Analyse archäologischer Bestattungsformen, die räumliche Beziehung zwischen Gräbern und Siedlungsstrukturen sowie der Einfluss von natürlichen Ressourcen und Handelswegen auf die Wahl der Bestattungsplätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, einen systematischen Überblick über die topographische Lage der Prunkgräber zu geben und zu prüfen, ob es überregionale Muster in der Platzierung dieser prestigeträchtigen Bestattungen gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine archäologische Analyse von Fallbeispielen, den Vergleich regionaler Bestattungssitten sowie die Auswertung relevanter archäologischer Fundquellen aus den jeweiligen Kulturkreisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Osthallstattkreis, der Westhallstattkreis und die Hunsrück-Eifel-Kultur detailliert betrachtet und die dortigen Befunde zu Prunkgräbern hinsichtlich ihrer topographischen Lage diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Prunkgräber, Hallstattkultur, Frühlatènezeit, Höhensiedlungen, Elite, Bestattungssitten und Archäologie.
Wie unterscheidet sich die Bestattungssituation in Slowenien vom restlichen Osthallstattkreis?
In Slowenien werden Prunkgräber häufig in Grabhügel integriert, die auch einfachere Bestattungen enthalten, während eine isolierte Lage der Prunkgräber dort eher die Ausnahme darstellt.
Warum wird im Kontext der Hunsrück-Eifel-Kultur oft von Wagenbestattungen gesprochen?
Da die Prunkgräber dieses Kulturkreises in der späten Hallstattzeit maßgeblich durch die Beigabe eines Wagens gekennzeichnet sind, wird dort häufig explizit von Wagenbestattungen statt verallgemeinert von Prunkgräbern gesprochen.
Welche Bedeutung haben Eisenvorkommen für die Lage der Prunkgräber laut der Autorin?
Die häufige räumliche Nähe von Prunkgräbern zu Eisenvorkommen und wichtigen Handelswegen führt zu der Annahme, dass die in diesen reichen Gräbern bestatteten Individuen ihren Reichtum durch den Handel mit diesen Rohstoffen akkumuliert haben könnten.
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- Isabel Thomas (Author), 2010, Die topographische Lage der Prunkgräber in der Hallstatt- und Frühlatènezeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347043