Projektarbeit im deutschen Schulsystem


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

36 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Handlungsorientierter Unterricht mit dem Schwerpunkt Projektunterricht
1.1. Zum Begriff „Handlungsorientierter Unterricht“
1.2. Notwendigkeit des handlungsorientierten Unterricht
1.2.1. Veränderte Sozialisationsbedingungen der Gegenwart
1.2.2. Handlungsorientierter Unterricht als Alternative zum Frontalunterricht
1.3. Wesentliche handlungsorientierte Unterrichtsformen
1.4. Projektunterricht
1.4.1. Begriffserklärungen
1.4.2. Historischer Hintergrund des Projektunterrichts
1.4.3. Merkmale des Projektunterricht

2. Das deutsche Bildungssystem
2.1. Das deutsche Schulsystem
2.1.1. Aufbau
2.1.2. Historische Vergangenheit des deutschen Schulsystems
2.1.3. Die Dreigliedrigkeit und das Selektionsprinzip
2.1.4. Sozialökonomische Schülerstruktur
2.2. Die Hauptschule – ein Abschied auf Raten?
2.2.1. Schülerstruktur
2.2.2. Erziehungs- und Bildungsziele
2.2.3. Aktuelle Situation
2.3. Das Gymnasium – die eigentliche Hauptschule 22 2.3.2. Erziehungs- und Bildungsziele
2.3.2. Aktuelle Situation

3. Auswertung eines Gespräches mit einer Fokusgruppe

4. Fazit

Literatur

Anhang

Einleitung

„Deutsche Schüler – „Horde lernunwilliger, ungezogener, an Fernsehunterhaltung gewöhnter Bestien“, wie der Hamburger Bildungskritiker Dietrich Schwanitz sarkastisch meint? Zu unmotiviert, zu gelangweilt, zu abgelenkt, um sich für die Wissensgesellschaft des dritten Jahrtausends fit zu machen?

Oder sind die Jungen und Mädchen einfach nur gut angepasst an eine Zeit, in der Wissen rasant verfällt, in der vom Werbespot bis zur Vorabendsoap der hedonistische Individualist den Ton angibt? Sind es deshalb vielleicht eher die Schulen mit ihren starren Lehrplänen, ihren großen Klassen und hergebrachten Unterrichtsmethoden, die dem Gesellschaftlichen Wandel nicht gewachsen sind und ihre kindliche Kundschaft allein lassen?“

(Der Spiegel, 23/2002)

Dieser Ausschnitt eines Artikels in dem Magazin „Spiegel“ spricht eine Thematik an, die ich in dieser Arbeit aufgreifen möchte.

Kaum ein Begriff ist in der letzten Zeit so präsent gewesen, wie „Bildung“.

Aufgrund des relativ schlechten Abschneidens Deutschlands in der PISA Studie, ist die Debatte um eine Bildungsreform so aktuell, wie seit den 60er Jahren nicht mehr.

Alle Bildungsinstitutionen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, werden beleuchtet und auch kritisiert.

Der Ruf nach einer schulpolitischen Reform wird immer lauter.

Dennoch gehen die Meinungen von der Beibehaltung bzw. Verbesserung des bestehenden dreigliedrigen Systems bis hin zur Neureformierung der Schulformen weit auseinander.

Ich möchte in dieser Arbeit keine möglichen Reformierungsvorschläge anbieten, ich möchte die aktuelle Situation aufgreifen und hier Möglichkeiten aufzeigen, die (vielleicht) zu einer innerschulischen Verbesserung der Unterrichtsstrukturen führen können.

Im ersten Teil der Arbeit stelle ich den handlungsorientierten Unterrichtsansatz allgemein und, als eine mögliche Form dessen, die Projektarbeit, im speziellen, dar.

Das deutsche Schulsystem bearbeite ich im zweiten Teil.

Da eine komplette kritische Betrachtung in diesem Rahmen nicht möglich ist, konzentriere ich mich auf einige, für dieses System typische Elemente, um diese differenzierter darstellen zu können.

Mein Schwerpunkt liegt hierbei im System der Hauptschule und des Gymnasiums, als zwei schulpolitisch gegensätzliche Schulformen.

Um eine einseitig literarische Sicht zu vermeiden, habe ich ein Interview mit einem Hauptschullehrer geführt, auf das ich mich im zweiten Teil beziehe.

Für die Betrachtung des Gymnasiums habe ich ein Interview mit einer Fokusgruppe, welches ich im Rahmen der soziologischen Erhebungen im Seminar durchgeführt habe, ausgewertet. Diese Auswertung bildet den dritten Teil der Facharbeit. Protokolle beider Gespräche sind dem Anhang beigefügt.

Der vierte Teil ist ein Fazit der bisherigen Informationen und zugleich eine Begründung für Projektarbeit an Hauptschulen und dem Gymnasium.

1. Handlungsorientierter Unterricht mit dem Schwerpunkt Projektunterricht

1.1. Zum Begriff „Handlungsorientierter Unterricht“

Der Begriff bezeichnet ein Unterrichtsprinzip, das bestimmte Merkmale hat, argumentativ theoretisch begründbar ist (lerntheoretisch und sozialisationstheoretisch) und das in verschiedenen Unterrichtszusammenhängen realisiert werden kann (und sollte).[1]

Hierbei stehen die Handlungen der Schüler im Mittelpunkt.

Das gemeinsame Handeln und Erleben bilden den Ausgangspunkt des Lernprozesses.

„Es kommt darauf an, den Schüler aus dem Passivum in das Aktivum zu übersetzen.“[2]

Zudem sieht der Hamburger Schulpädagoge Gudjons „in dem Unterrichtsprinzip Handlungsorientierung, (...), die Möglichkeit, dem „Verschwinden der Wirklichkeit“ und der Reduktion auf Sekundärerfahrungen im schulischen Lehren und Lernen entgegenzuwirken.“[3]

1.2. Zur Notwendigkeit handlungsorientierten Unterrichts

1.2.1.Veränderte Sozialisationsbedingungen der Gegenwart

Die Sozialisationsbedingungen der SchülerInnen wandeln sich ständig. Gerade die Aneignungsweise von Kultur bei Kindern und Jugendlichen verändert sich notwendigerweise permanent.

Bedingt durch diese wandelnden Sozialisationsbedingungen der Gegenwart, ergibt sich für die Lehrerschaft die Notwendigkeit, den Unterricht den veränderten Bedingungen der Kinder anzupassen.

Schüler wachsen heute oftmals in Familien auf, in denen Grundregeln des Zusammenlebens nicht eingeübt bzw. beachtet werden.

Der Wandel der Lebensbedingungen unserer Gesellschaft hat zu erheblichen Veränderungen der Erfahrungswelt der Kinder geführt. Die Bedeutung von Video, Computer und Fernseher nimmt bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zu. Durch die auf Multimedia ausgerichtete Gesellschaft verschwindet zunehmend die „reale“ Wirklichkeit.

Aneignungsprozesse und Lernen vollziehen sich in virtuellen Welten und zunehmend nicht mehr durch die Wechselwirkung des Menschen mit der Welt durch menschliche Tätigkeit, sondern durch rezeptives Lernen durch moderne elektronische Medien. Selbständiges Planen und das Sammeln eigener Erfahrungen treten immer mehr in den Hintergrund. Somit werden vor allem visuelle Wahrnehmungskanäle zum Lernen genutzt, wobei andere Wahrnehmungskanäle ungenutzt bleiben. Der auf der Ganzheitlichkeit beruhenden Aneignung von Wissen und Können wird so ebenfalls Rechnung getragen. Sich verändernde Sozialisationsbedingungen in unserer Gesellschaft haben analog veränderte Aneignungsprozesse zu Folge, bei denen soziales Lernen, welches auf Interaktion und Kommunikation der Lernenden ausgerichtet sein muss, somit kaum möglich ist.

Schule sollte die Entwicklung des Kindes im ökologischen Zusammenhang betrachten, d.h. das Kind als Ganzheit im Verhältnis zu seiner Umwelt, entstandene Defizite aus ungünstigen Sozialisationsbedingungen erkennen und Lernformen zur Kompensation finden.

Beschäftigt an sich mit dem Konzept des handlungsorientierten Unterrichts, so muss man zwangsläufig über die Funktion von Schule in der „verschwindenden Wirklichkeit“ nachdenken. So soll der handlungsorientierte Unterricht die Schüler wieder stärker aktivieren und motivieren und somit Spaß am Lernen mit möglichst mehreren Sinnen möglichen. Der handlungsorientierte Unterricht soll eine Antwort auf die sich verändernden Sozialisationsbedingungen und den damit verbundenen Wandel des kulturellen Aneignungsprozesses von Schülern sein, in der die ´Erfahrungen aus zweiter Hand jene aus erster Hand zu überlagern beginnen . [4]

1.2.2. Handlungsorientierter Unterricht als notwendige Alternative zum Frontalunterricht

Das allgemeine Unterrichtskonzept in Deutschland, und auch vielen anderen Ländern, lässt sich wohl am besten mit der gängigen Definition des Frontalunterrichts beschreiben.

Der Unterricht ist lehrerzentriert und die Schüler werden in eine Rolle des Passivum gedrängt.

Des weiteren stimmt die Methode des Frontalunterrichts im Großen und Ganzen mit dem Modell des Didaktischen Dreiecks überein. Dieses Modell begnügt sich mit drei Merkmalen: Lehrer, Schüler und Thema.

„Die Schüler beschäftigen sich mit einem vorgegebenen Thema, das ein eigens ausgebildeter Erwachsener (=Lehrer) auswählt und gestaltet, damit die Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten nach den Regeln pädagogischer Vernunft bzw. Lehrerzunft vonstatten geht.“[5]

So werden die kognitiven Strukturen großteils von Lehrern organisiert und auch der Ablauf der Schulstunden wird durch die Lehrer festgesetzt.

Kommunikation und soziales Lernen sind somit nur noch bedingt möglich, oder sogar als störend empfunden.

Auch die Entwicklung der Selbstständigkeit rückt in den Hintergrund, bzw. wird teilweise sogar, aufgrund der fehlenden Selbsttätigkeit eingeschränkt.

An dieser Stelle stellen sich die Fragen:

Wie weit orientiert sich die Schule an den grundlegenden Bedürfnissen von Kindern?

Wie weit werden Kinder eigentlich auf ein zukünftiges Miteinanderleben und Miteinanderarbeiten vorbereitet?

Wie weit berücksichtigt die Schule die jeweilige Umwelt der Kinder?

Und warum lernen Kinder überhaupt noch?

Weil Lehrer es so wollen?

Diese Fragen sollen zugleich Gründe zur Notwendigkeit eines handlungsorientierten Unterrichts sein.

1.3. Wesentliche handlungsorientierte Unterrichtsformen

Handlungsorientierte Unterrichtsformen lassen sich im Prinzip in zwei unterschiedliche Gruppen einteilen, die sozial verstärkenden und aktionsgebundene Formen. Daraus resultieren natürlich auch Mischformen.

Sozialformen ist z.B. die Partner- oder Gruppenarbeit oder auch der Gruppenunterricht.

Als Aktionsformen gelten Experimente, didaktische Spiele, Projekte und Erkundungen.

Ich werde mich im weiteren auf die Projektarbeit, bzw. Projektunterricht an Schulen konzentrieren, da diese den Gedanken des handlungsorientierten Unterricht, meiner Meinung nach, am ehesten verwirklichen kann.

1.4. Projektunterricht

1.4.1. Begriffserklärungen

In dem Kontext des „Projektunterrichts“ tauchen verschiedene Begriffe auf, die ähnlich klingen und deren Unterschiede in der Bedeutung oft nicht leicht auszumachen sind.

Um den Versuch einer Ordnung in gebräuchliche Projektbegriffe zu bringen, fasst Chott sie in zwei Gruppen zusammen.

Zu der ersten Gruppe gehören demnach die Termini „Projektarbeit“, „Projektlernen“, Projektmethode“, „Projektunterricht“ und „Unterrichtsprojekte“. Da die ersten drei Begriffe wahrscheinlich, wenn sie im Kontext von schulischen Unterricht erscheinen eine synonyme Bedeutung haben, wie die zwei zuletzt genannten und stehen für „ein Verfahren lernunterstützender Lehrtätigkeit“[6]

Die zweite Gruppe, besteht aus den Begriffen, die das Wort „orientiert“ enthalten, also „Projektorientiertes Lernen“ oder „Projektorientierter Unterricht“. Diese Form definiert sich über des Begriff „orientiert“, und zeigt somit, dass sie sich an der „Idealvorstellung orientiert, d.h. sie sucht diese nur in gesteigertem und steigendem Maße zu erreichen“[7] und wäre somit eine Reduktion der ersten Gruppe.

Projektorientierter Unterricht wäre also schulischer Unterricht, der sich, anknüpfend an dem Stand der Schüler, der Methode und Merkmale des Projektgedankens bedient.[8]

Im weiteren benutze ich den Begriff Projektunterricht, schließe damit aber eine Form der Projektorientierung mit ein.

1.4.2. Historischer Hintergrund des Projektunterrichts

Die Suche nach wissenschaftlichen Antworten auf die Frage, wie Menschen lernen, ist ein wichtiges Teilgebiet der Pädagogik.

Die Aspekte Aktivität, Handeln und Eigenmotivation werden in diesem Zusammenhang ständig genannt und diskutiert.

Die Wurzeln des handlungsorientierten Unterrichts reichen weit zurück, schon Rousseau, Humboldt und Pestalozzi forderten eine ganzheitliche Lehrmethode, bei der Kopf, Herz und Hand gefordert seien sollen. Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit waren hierbei Schlüsselbegriffe.

Ab ca. 1900 kam in den USA und in Deutschland zeitgleich im Rahmen der Schulreformbewegung handlungsorientiertere Unterrichtsformen auf. Der Begriff „project“ tauchte erstmals im Kontext von Pädagogik auf.

1918 definierte Kilpatrick ein pädagogisches Projekt bereits als „ein planvolles Handeln aus ganzem Herzen, das in einer sozialen Umgebung stattfindet.“[9]

Einen ganz neuen Stellenwert bekam der projektorientierte Unterricht durch die Reformpädagogik in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, die Chott sogar als „die geistige Mutter des Projektgedankens“ bezeichnet,[10]

Auch in vielen weiteren Bereichen der Geschichte der Geschichte wurde mehr Handlungsorientiertheit im Unterricht in den verschiedensten Konzepten gefordert.

Handlungsorientierter Unterricht ist, wie Gudjons bemerkt, „keine neue Strophe im Jahrhunderte alten Lied vom Versuch, passive Schüler/innen wider aktiv zu machen.“[11] Der Bedarf ist nicht neu und keine Laune der aktuellen Mode in der Pädagogik.

1.4.3. Merkmale des Projektunterricht

Um Aufbau und Zielsetzung des Projektunterrichts genau beschreiben zu können, ist eine Auflistung der Merkmale von Nöten.

Gudjons beschreibt sie folgendermaßen:

Merkmal 1: Situationsbezug und Lebensweltorientierung

Der Gegenstand von Projektunterricht sollten Aufgaben und Problem aus dem "Leben" sein, d.h. es sollte nicht an Schulfächer, sondern an Lebenssituationen orientiert sein, und damit einen Lebensbezug haben.

Die erste Legitimation durch die Beteiligten stiftet den Sinn des Projekts.

Die Themen eines Projekts enthalten oft konkrete Aufgaben und/oder Probleme, damit gewinnt die praktische Arbeit und die sinnliche Erfahrung einen höheren Stellenwert. Dadurch entsteht aber auch das Gefühl vieler Lehrer mit Projektunterricht überfordert zu sein.

Merkmal 2: Orientierung an den Interessen der Beteiligten

Oft ist das Projekt, und sollte es auch sein, ein Spiegelbild der Interessen der Beteiligten (Schülern und Lehrern).

Interessen sind nicht auf einen Schlag da, sondern sie sind das Produkt bisheriger Erfahrungen, z.T. auch aus Erfahrungen bisheriger Projekte.

Merkmal 3: Selbstorganisation und Selbstverantwortung

Projektunterricht bricht mit der Geringschätzung der Kompetenz der Schüler auf Ebene der Projektplanung, wie es in der traditionellen Schulpädagogik der Fall war. Im Projektunterricht

müssen Schüler und Lehrer sich gemeinsam sachkundig machen und notwendige Planungen ableiten.

Allerdings ist auch die Hilfe des Lehrers wichtig, z.B. beim vorschlagen von Verfahrensregeln.

Die Planung muss im Projektunterricht immer offen und revisionsfähig sein, denn Erfahrungen im Prozess der Durchführung fließen auch als neues Planungselement ein.

Merkmal 4: gesellschaftliche Praxisrelevanz

Durch die gesellschaftliche Relevanz des Themas, ist eine Entschulung der traditionellen Lernorte möglich, d.h. Schulen werden zu Werkstätten.

Damit heißt Lernen zugleich auch Schaffen von Wirklichkeiten. Nur so hat das Projekt eine Bedeutung und das Ergebnis ist wichtig.

Merkmal 5: Zielgerichtete Projektplanung

Projektunterricht hat genau wie anderer Unterricht Ziele, damit handelt es sich um zielgerichtetes Tun.

Die Voraussetzung das Projektunterricht plangeleitet und zielbestimmt ist, liegt nicht in der Festlegung und der Operationalisierung von Lernzielen durch Lehrer, sondern in der Beantwortung der Frage, wie Handlungssituationen in der Projektarbeit didaktisch organisiert werden.

Im Projektunterricht soll Mitbestimmung für Schüler bei der Entscheidung über Ziele und die dazu zu erwerbenden Qualifikationen ermöglicht werden.

Damit soll ermöglicht werden, dass aus dem Lehrziel auch das Lernziel der Schüler wird, was sich zumeist auf "reale" Ziele richtet und sie deshalb für sich Handlungsziele formulieren.

Das "Produkt strukturiert also die Planung."

Merkmal 6: Produktorientiert

Produkte des Projektunterricht sind nicht wie sonst "Lernbestandsveränderungen", die in Klassenarbeiten festgestellt werden können, sondern persönlich tiefgreifende Erfahrungen und Veränderungen von Haltungen und Einstellungen. Hier spricht man besser von Ergebnissen, nicht von Produkten. Das Ergebnis ist wertvoll, nützlich, wichtig und hat "Gebrauchs-und Mitteilungswert".

In solchen Produkten liegt die organisierte Kraft für die gesamte Unterrichtsgestaltung, denn damit können sich Schüler leichter identifizieren und lernen sich mit realen Schwierigkeiten vom Ziel her auseinander zusetzen.

Wenn die Herstellung des Produktes mit unmittelbarem Gebrauchswert nicht sinnvoll ist, können Teilnehmer ihre Erkenntnisse, Einsichten und Erfahrungen in anderer Form dokumentieren. Das wesentliche ist, dass das Ergebnis öffentlich gemacht wird, d.h. Kenntnisnahme, Beurteilung und Kritik anderer.

Die Beurteilungsmaßstäbe sind der Vergleich zwischen Ziel und Ergebnis.

Merkmal 7: Einbeziehung vieler Sinne

Im Projektunterricht versuchen Schüler und Lehrer etwas gemeinsam zu tun, zu praktizieren, zu erarbeiten.

Dies soll unter Einbeziehung des Gefühls, des Kopfes, der Hände, Füße, Augen, Zunge, Ohren, Nase und Mund, d.h. unter Einbeziehung möglichst vieler Sinne passieren.

Vor allem soll die körperliche und geistige Arbeit wiedervereinigt werden. Projektunterricht ist ein integratives Moment in seinen Aneignungs- und Aktionsformen. Dinge wie z.B. Lernen und Arbeiten, Denken und Handeln, Schule und Leben rücken zusammen und werden im Idealfall ganzheitlich.

Merkmal 8: Soziales Lernen

Beim Projektunterricht ist man auf die gegenseitige Rücksichtnahme und die Kommunikation angewiesen.

Es wird von- und miteinander gelernt. Damit wird die Interaktion zum gleichberechtigten Lernfeld und es finden demokratische Verkehrsformen statt. Hier wird also Produkt- und Prozessorientierung nicht als Gegensatz aufgefasst, sondern als wechselseitiger Zusammenhang.

Merkmal 9: Interdisziplinarität

Der Projektunterricht überschreitet Fächergrenzen, damit ist er der Schnittpunkt verschiedener Fachdisziplinen, wobei der Hochpunkt das Team-Teaching ist.

[...]


[1] vgl. Gudjons, 2001

[2] Gaudigs in Gudjons, 2001, S.10

[3] Gudjons, 2001

[4] Vgl. Becker, 1986, zitiert nach Gudjons 1994, S. 13 f.

[5] Bachmair, 1982, S.13

[6] Chott, 1990, S.15

[7] vgl. Chott, 1990, S.15f

[8] Vgl. Chott, 1990 S. 15f

[9] vgl. www.server.nibis.ni.de/historisches

[10] Chott, 1990, S.26

[11] Gudjons, 2001, S.67

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Projektarbeit im deutschen Schulsystem
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf  (Fachbereich Sozialpädagogik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V34712
ISBN (eBook)
9783638348539
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit enthält einen theoretischen Teil zum Thema Projektarbeit, sowie ein Kapitel über das deutsche Schulsystem allgemein. Für die Arbeit wurde ein Interview mit einem Lehrer geführt, welches im Anhang aufgeführt ist. Teilweise wird ein Protokoll einer Fokusgruppe angesprochen, hiervon ist leider nur die Auswertung vorhanden.
Schlagworte
Projektarbeit, Schulsystem
Arbeit zitieren
Susanne Koch (Autor), 2003, Projektarbeit im deutschen Schulsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34712

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