Unterrichtsplanung zu Max Frisch "Homo Faber" (Grundkurs Deutsch, Jgst. 13)


Unterrichtsentwurf, 2011

29 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Bedingungsanalyse

3.) Sachanalyse

4.) Didaktische Analyse

5.) Methodische Analyse

6.) Lernziele

7.) Dokumentation

8.) Schluss

9.) Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

Die folgende schriftliche Ausarbeitung eines Unterrichtsentwurfs befasst sich mit einer Sequenz aus Homo Faber von Max Frisch. Ich habe mich deshalb für dieses Werk entschieden, da ich den Roman in der Oberstufe selbst gelesen habe und ihn sehr interessant und aufregend fand.

Die Tragik der Figur des Walter Fabers hat mich sehr berührt, denn er muss durch den Einbruch seiner Vergangenheit und einer Kette von Zufällen sein Leben von Grund auf ändern, ist aber bereits sehr krank und muss am Ende feststellen, dass er sein Leben verfehlt hat.

Bevor sein Leben von Grund auf erschüttert wird, versucht er dieses grundsätzlich monoton und wie üblich verlaufen zu lassen und erklärt sich die Geschehnisse in seinem Leben durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Technik. Er ist Rationalist, kontrolliert und gefühlskalt. Im Gegensatz zu seinen Mitmenschen, verschließt er sich davor, die Dinge zu erleben und etwas zu fühlen. Alles, was er sieht und erlebt, filmt er mit seiner Kamera, oder erklärt es sich durch Rationalität und Wissenschaft.

Erst durch die Begegnung mit seiner Tochter Sabeth, die im völligen Gegensatz zu ihm steht, lernt er sich für Kunst zu interessieren und die Dinge, zumindest teilweise, so zu erleben, wie sie sind. Er geht mit ihr ein Verhältnis ein, ohne zu wissen, dass es seine Tochter ist. Sabeth stirbt im späteren Verlauf durch einen tragischen Unfall und Faber verliert somit die Person, die für ihn das Leben lebenswert gemacht und die ihm gezeigt hat, wie er sein Leben zum Positiven wenden kann.

Als Faber sich endlich zu einem fühlenden und mitfühlenden Menschen entwickelt hat, ist es zu spät, denn er leidet an Magenkrebs und wird die kommende Operation, die im letzten Teil des Berichts thematisiert wird, nicht überleben.

Das Buch bietet viele Analysemöglichkeiten, Themen sowie Identifikationsmöglichkeiten. Die breite Thematik in dem Buch (Inzest, Rolle der Frau, Faber als Techniker, Technik vs. Gesellschaft und Technik vs. Natur, das verfehlte Leben, Bestimmung des Daseins durch Zufall oder Schicksal, etc.) bietet ein großes Spektrum an Besprechungsmöglichkeiten im Unterricht.

Da die Wandlung Walter Fabers vom rationalen Techniker zum fühlenden Menschen äußerst wichtig für dieses Buch ist, gehe ich mit den Schülern gleich zu Anfang auf Einzelheiten dieses Charakters ein.

Meine Vorgehensweise in dieser schriftlichen Ausarbeitung lautet wie folgt:

1) Bedingungsanalyse: Beschreibung der Klassensituation
2) Sachanalyse: Persönliche Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand. Hierbei wird der Inhalt der Seiten, die die Schüler bis zur genannten Unterrichtsstunde gelesen haben sollen, erläutert und Walter Fabers Gemütszustand belegt; außerdem werden die Selbst- und Fremdwahrnehmung Walter Fabers dargestellt und anhand von Zitaten belegt.
3) Didaktische Analyse: Das Thema wird in Bezug zum Lehrplan gestellt, die Stellung der Unterrichtssequenz innerhalb der Unterrichtsreihe erläutert, sowie die Lernziele, die mit den Schülern erreicht werden sollen.

Die zentralen Ziele der Unterrichtssequenz sollen der Einstieg in die Lektüre, ein Einblick in den Charakter Walter Faber sowie eine kleine Interpretation von Walter Fabers Charakter sein, welche von den Schülern anhand von Zitaten belegt werden soll und muss. Dies ist ein weiteres Ziel meiner Unterrichtsstunden, denn die Schüler sollen die Kompetenz des richtigen Analysierens und Interpretierens vertiefen. Daraufhin folgt die methodische Analyse, in der die angewandten Methoden und Sozialformen begründet- und Planungsalternativen aufgezeigt werden. Zum Schluss werden die Lernziele und die Kompetenzen, die die Schüler erworben haben, nochmals erläutert, Tafelbilder werden hinzugefügt und es wird ein Fazit aus der Unterrichtsreihe gezogen.

2.) Bedingungsanalyse

Es handelt sich hierbei um eine Unterrichtsplanung für die Klasse 13.1, Deutsch, Grundkurs.

Die Klasse umfasst 28 Schüler, davon 18 Mädchen und 10 Jungen. Die meisten der Schülerinnen und Schüler sind 18 Jahre alt, 2 Mädchen der Klasse sind 19.

Die Lehrperson befindet sich im Referendariat, bringt also noch nicht sehr viele Lehrerfahrungen mit sich. Es ist der Beginn des 13. Schuljahres und die Lehrkraft unterrichtet die Klasse erst seit einigen Wochen. Die Schüler sehr motiviert, aufmerksam und lernwillig, die meisten der Schüler nehmen interessiert am Deutsch-Unterricht teil.

Das Verhältnis der Schülerinnen und Schüler ist ebenfalls gut. Die Schülerinnen und Schüler begegnen sich mit Respekt. Bis auf einige, kurze Privatgespräche, die von der Lehrperson unterbunden werden, finden keine Störungen des Unterrichts statt. Die Hausaufgaben werden, bis auf wenige seltene Ausnahmen, erledigt. Die Schüler bewegen sich auf das Abitur zu, sind sich dessen bewusst und daher sehr diszipliniert.

Die Klasse bevorzugt den routinierten Klassenunterricht, insbesondere das Unterrichtsgespräch und den Lehrervortrag, sind aber auch Gruppenarbeiten nicht abgeneigt. Bei Gruppenarbeiten allerdings bevorzugen die Mädchen der Klasse Partnerarbeit, während die Jungen der Klasse die Arbeit in größeren Gruppen bevorzugen. Deshalb wechselt die Lehrkraft oft zwischen diesen beiden Sozialformen. Offene kreative Impulse werden des Öfteren genutzt, um das Interesse und die Motivation der Schüler zu fördern.

Die Schülerinnen und Schüler befinden sich auf einem angemessenen Wissenstand, die vorherigen Lehrerinnen und Lehrer haben sich an den Lehrplan gehalten und die Schüler besitzen alle Kompetenzen, die sie bis zu diesem Punkt, an dem meine Stunde einsetzt, benötigen. Das heißt also, die Schüler verfügen über Lesekompetenz (Texte verstehen), rhetorische Kompetenz (Texte verfassen), kreative, ästhetische Kompetenz (imaginieren) und kognitive Kompetenz (begrifflich – analytisch und systematische Entwicklung von Problemlösungen).[1] Diese Kompetenzen müssen bis zum Abitur lediglich vertieft und wiederholt, sowie der Wissenstand erweitert werden.

Die geplante Deutschstunde findet mittwochs in den ersten beiden Stunden statt. Der Unterrichtsraum ist groß und geräumig, bietet somit viel Platz für Gruppenarbeiten und die damit einhergehenden Umstellungen der Tische. In der Klasse befindet sich eine große Tafel und ein Overhead-Projektor, welche oft als Medien genutzt werden.

3.) Sachanalyse

Meiner schriftlichen Ausarbeitung der Unterrichtsreihe zu Max Frischs Homo Faber geht zuerst die Klärung des Begriffs „Homo Faber“ voraus.

Der Begriff „Homo Faber“ wird als der Mensch mit seiner Fähigkeit, für sich Werkzeuge und technische Hilfsmittel zur Naturbewältigung herzustellen, erklärt. Des Weiteren sollen die Schüler das Titelblatt betrachten und berichten, was sie von dem Buch erwarten, um das Interesse für das Werk zu wecken. Daraufhin soll in der Einführungsstunde eine Folie mit verschiedenen Männern aufgelegt werden und die Schüler sollen vermuten, wie Walter Faber aussehen könnte und feststellen, dass man erst mehr über ihn wissen muss, um ihn einem Bild zuordnen zu können. Daraufhin sollen die Schüler bis Seite 14 (- „Start wie üblich-“) lesen, um in der nächsten Stunde in das Thema einsteigen zu können.

Meine Unterrichtsreihe beläuft sich auf die Seiten 3 - 14 und der Inhalt dieser Seiten wird im folgenden Textabschnitt erläutert.

Walter Faber befindet sich auf einer Geschäftsreise von La Guardia, New York nach Mexico. Er fühlt sich bedrängt von seiner Freundin Ivy, die ihn heiraten möchte, obwohl er ihr sagte, dass er grundsätzlich nicht heiratet und ist froh nun auf dem Flug seine Ruhe zu haben. Neben ihm sitzt ein jedoch ein junger Deutscher, der ihn in ein Gespräch verwickeln möchte. Walter Faber ist jedoch genervt und hat kein Bedürfnis nach Bekanntschaft. Um der Belästigung aus dem Weg zu gehen, stellt Walter Faber sich schlafend, entkommt jedoch den Gesprächsversuchen des Deutschen nicht.

Faber geht sich rasieren, um einen kleinen Moment Ruhe zu haben und überlegt sich, einen anderen Platz zu suchen. Außerdem bemerkt er, dass er Bauchschmerzen hat, spielt dies aber sofort wieder herunter. „Ich spürte den Magen – wie öfter in letzter Zeit, nicht schlimm, nicht schmerzhaft, ich spürte nur, dass man einen Magen hat, ein blödes Gefühl.“ [2] Er kehrt jedoch trotzdem an seinen Platz zurück und erzählt dem Deutschen, um nicht ganz unausstehlich zu sein, etwas von seiner Tätigkeit bei der Unesco und der damit einhergehenden technischen Hilfsmittel für unterentwickelte Völker. Der Deutsche zeigt sich ehrfürchtig, Faber ist trotzdem weiterhin genervt und froh um die Zwischenlandung in Houston, Texas. Er möchte einen Drink in einer Bar nehmen, bemerkt aber, dass der Deutsche ihm einen Platz freigehalten hat und geht somit auf die Toilette, um ihm aus dem Weg gehen zu können. Er wäscht sich die Hände und beobachtet sich im Spiegel. Er fühlt sich schwach und bemerkt, dass er blass ist. Daraufhin fällt er in Ohnmacht und wacht erst wieder auf, als eine farbige Frau neben ihm kniet, um ihm zu helfen. Faber jedoch ist undankbar, er bezeichnet sie sogar gedanklich als Negerin und spricht abfällig über ihr Äußeres: „ich sah ihr riesen Maul mit den schwarzen Lippen.“ [3]

Trotz allem möchte er ihr Geld geben, um sich zu bedanken. Die schwarze Frau allerdings nimmt es nicht an und sagt, sie sei froh, dass er noch lebe.

Faber geht daraufhin wieder zurück in die Bar, zündet sich eine Zigarette an und bestellt sich einen Martini, obwohl er sich aufgrund seines Schwächeanfalls noch vor ein paar Minuten geschworen hatte, dass er nie wieder rauchen will. Dabei beobachtet er den Barkeeper, wie er „die übliche Olive“ (S.12)[4] in das kalte Glas wirft. Faber möchte nicht weiterfliegen und versteckt sich. Währenddessen wird er durch den Lautsprecher mehrmals ausgerufen. Faber begibt sich erst aufs Observationsdach und später ins Untergeschoss, um nicht aufgefunden zu werden. Aus seinem Bericht geht hervor, dass Walter Faber selbst nicht genau weiß, warum er sich versteckt. Der Leser kann hier hinein interpretieren, dass er sich, aufgrund seiner Magenschmerzen unwohl fühlt, oder dem Deutschen aus dem Weg gehen möchte. Eventuell spielt beides eine Rolle. Faber bemerkt, er habe keine Lust weiter zu fliegen, reibt sich aber das Gesicht, um nicht durch Blässe aufzufallen, was darauf schließen lässt, dass er sich nicht wohl fühlt. Als Faber zur Western Union geht, um eine Depesche, betreffend seines Gepäcks aufzugeben, wird er von der Stewardess entdeckt und wieder mit zum Flugzeug genommen. Walter Faber geht widerwillig - und unter einigen Ausreden - mit.

Der Deutsche (der von Faber als Düsseldorfer bezeichnet wird) bietet Faber sogleich seinen Fensterplatz an und fragt ihn besorgt, was geschehen sei. Faber sagt, seine Uhr sei stehen geblieben und zieht diese auf.

Die ersten Seiten des Buches geben einen einführenden Einblick in den Charakter Walter Fabers, sowie einen Überblick über seine Einstellungen, seine Wahrnehmung von sich selbst und wie er von anderen Personen wahrgenommen wird. In meiner Unterrichtsstunde möchte ich auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung Walter Fabers mit den Schülern eingehen, muss jedoch um alle Details der Fremd- und Selbstwahrnehmung auf diesen Seiten wissen.

Wichtig hierbei ist als Erstes, dass Walter Faber der Ich-Erzähler und der einzige Erzähler dieses Werkes ist. Die Erzählweise ist zwar berichtend, jedoch sehr subjektiv, da Walter Faber zwar berichtet, aber gleichzeitig auch das Berichtete bewertet. Er berichtet über die Dinge, so wie er sie sieht und der Leser muss selbst darauf achten, wo sich Walter Faber in Widersprüche verfängt, etwas übersieht, auslässt oder überfordert ist, die Dinge in Worte zu fassen.

Ich komme somit zuerst zur Selbstwahrnehmung Walter Fabers. Walter Faber befindet sich auf einer Geschäftsreise und ist sehr gestresst, genervt und ruhebedürftig. Aus diesem Grunde möchte er keinen Kontakt zu anderen Menschen. Er möchte keinesfalls Gespräche führen. „Ich war froh, allein zu sein.“ [5]

Er ist genervt von seiner Freundin Ivy, welche beim Warten auf den Flug auf ihn eingeschwatzt[6] hatte und gibt über sich Preis, dass er grundsätzlich nicht heiratet. Dies lässt darauf schließen, dass Walter Faber kein gefühlvoller Mensch ist und den Glauben an die Liebe aufgegeben hat. Insgesamt scheint er ein Einzelgänger zu sein, denn er bemerkt auf Seite 8, dass er Menschen anstrengend finde. Dem Deutschen gegenüber begegnet er mit wenig Respekt und Aufmerksamkeit, er überhört seinen Namen und urteilt subjektiv über ihn „irgendwie kannte ich sein Gesicht, ein sehr deutsches Gesicht“ [7], „dann machte er, wie üblich nach dem zweiten Weltkrieg, sofort auf europäische Brüderschaft.“ [8] Außerdem ist Walter Faber überheblich und überzeugt davon, dass er mehr weiß als Andere. „Er redete über Wetter, beziehungsweise über Radar, wovon er wenig verstand;“ An Gesprächen mit dem Deutschen nimmt er nur höflichkeitshalber und nur sehr nebensächlich teil. „Ich schälte meinen Apfel.“ [9]

Weitere Auffälligkeiten sind, dass Faber sich während des Fluges rasieren geht und dabei betont, er vertrage es nicht unrasiert zu sein. Er sagt, er fühle sich sicherer und freier, wenn er rasiert ist. Es scheint fast zwanghaft zu sein, denn es ist äußerst ungewöhnlich, sich während eines Fluges rasieren zu gehen. Dass Faber natürlichen Prozessen, vor allem dem Alterungsprozess gegenüber abgeneigt ist, wird sich im Verlauf des Romans noch öfter zeigen. Auffällig ist auch, dass Faber das Wort „üblich“ sehr oft benutzt. Innerhalb dieser Seiten taucht dieses mehrmals auf: „ wie üblich auf dieser Strecke“ [10], „ wie üblich nach dem zweiten Weltkrieg“ [11], „nach der üblichen Schererei“ [12], „die übliche Olive ins kalte Glas wirft, dann aufgießt, die übliche Geste“ [13], „draußen brüllten gerade die Motoren der startenden Super- Constellation, die mit dem üblichen Dröhnen über uns hinweg flog-“ [14], „ als unsere Stewardess, die übliche Liste in der anderen Hand“ [15], „Start wie üblich-“ [16].

Dies lässt auf eine weitere Charaktereigenschaft Walter Fabers schließen. Walter Faber ist Techniker und Mathematiker. Für ihn gibt es kein Schicksal, sondern, wenn überhaupt Zufälle und Wahrscheinlichkeiten. Er gibt sich Mühe, sein Leben planbar zu gestalten und alles wie üblich verlaufen zu lassen. Wenn ihm etwas Neues, Ungeplantes passiert, versucht er es rational zu begründen und unerwartete Ereignisse mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen zu begründen. In seinem Leben findet sich nichts Spontanes, zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Auf den nächsten Seiten, die in der Unterrichtsstunde noch nicht besprochen werden, wird sich zeigen, dass Walter Faber mit allem Unüblichen nicht zurecht kommt und dort seine Sicherheit verliert. (Bei dem Flugzeugabsturz greift er die Stewardess am Arm und redet unaufhörlich auf seinen deutschen Sitznachbar ein.) Des Weiteren fällt auf, dass Faber zwar unwohl ist und er Magenschmerzen hat, er es sich aber nicht eingestehen will. Er fällt in Ohnmacht und beruhigt sich selbst damit, dass es nur ein Schweißanfall mit Schwindel gewesen sei. Durch diese Begründung fühlt er sich sofort wohler.[17] Außerdem bemerkt er, dass er von seinen Tätigkeiten bei der Unesco erzählen kann, während er dabei an etwas völlig Anderes denkt. Das zeigt ebenfalls, dass Faber ein Gewohnheitsmensch und in seinem Beruf schon so routiniert ist, dass er nicht mehr darüber nachdenken muss, während er darüber berichtet.

Kurz gefasst geht auf diesen Seiten hervor, dass Walter Faber ein sehr rationaler Mensch ist - sein Leben sehr durchkalkuliert und stressig -, dass er ein Einzelgänger ist, der den Glauben an die Liebe verloren hat (denn er sagt, dass er grundsätzlich nicht heiratet), sowie dass er überheblich und von sich und seinem Wissen überzeugt ist, sowie abwertend Anderen gegenüber und von Vorurteilen geprägt.

Die Fremdwahrnehmung allerdings scheint anders zu sein. Ivy scheint ihn trotz allem zu mögen, denn sie möchte ihn heiraten; der Deutsche scheint ihn sympathisch zu finden und versucht ihn in Gespräche zu verwickeln; er hält ihm sogar einen Platz in der Bar frei und hört ihm ehrfürchtig zu, als er von seiner Arbeit bei der Unesco bereichtet.

„Er behandelte mich nicht mehr als Schwyzzer, sondern hörte zu, als sei man eine Autorität, geradezu ehrfürchtig, interessiert bis zur Unterwürfigkeit, was nicht hinderte, dass er mir auf die Nerven ging.“ [18]

Auch die farbige Putzfrau möchte Faber helfen, und nimmt sein Geld nicht an, sondern sagt, sie sei froh dass er noch lebe, obwohl Faber diese Geste nicht im Geringsten zu schätzen weiß.

Die soeben geleistete Zusammenfassung der Selbst- und Fremdwahrnehmung Walter Fabers ist somit relevant für meine Unterrichtseinheit. Die Schüler sollen herausfinden, wie sich Walter Faber selbst wahrnimmt und wie ihn andere Personen wahrnehmen. Dabei sollen sie feststellen, dass diese beiden Auffassungen sich nicht decken. Dies ist interessant und wichtig für die Schüler, da Selbst- und Fremdwahrnehmung auch in ihrem persönlichen Leben eine Rolle spielt. Des Weiteren fördert diese Aufgabe das Reflexions- und Einfühlungsvermögen der Schüler, das für den Deutschunterricht sehr wichtig ist. Die Feststellung, dass Selbst- und Fremdwahrnehmungen sich nicht decken, soll später durch den offenen Impuls am Spiegel noch bestätigt werden. Außerdem sollen die Schüler diese Aussagen mit Zitaten belegen, um fachlich richtig argumentieren zu können.

Mir als Lehrkraft muss das gesamte Werk bekannt sein, ich muss es zeitlich einordnen können und mir über die stilistischen Besonderheiten dieses Werks bewusst sein.

[...]


[1] Vgl. www.didaktikdeutsch.de/Veranstaltungen/Tagungsdoku%20Bad%Berka/Bad%20Berka%20Boehme.pdf , 06.03.11

[2] Ebd. S. 10

[3] Frisch, Max: Homo Faber. 1.Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1977, S.11

[4] Ebd. S. 12

[5] Ebd. S.7

[6] Ebd. S.7

[7] Ebd. S.8

[8] Ebd. S.8

[9] Ebd. S.9

[10] Ebd. S.7

[11] Ebd. S.8

[12] Ebd.S.10

[13] Ebd. S.12

[14] Ebd. S.12

[15] Ebd. S.14

[16] Ebd. S.14

[17] Ebd. S. 12

[18] Ebd. S. 10

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsplanung zu Max Frisch "Homo Faber" (Grundkurs Deutsch, Jgst. 13)
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Veranstaltung
Unterrichtsplanung im Fach Deutsch
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V347125
ISBN (eBook)
9783668383692
ISBN (Buch)
9783668383708
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Homo Faber, Max Frisch, Unterrichtseinheit, Charakterisierung, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Unterrichtsreihe
Arbeit zitieren
Jana Röder (Autor), 2011, Unterrichtsplanung zu Max Frisch "Homo Faber" (Grundkurs Deutsch, Jgst. 13), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347125

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