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Die "Deutsche Gelehrtenrepublik" Friedrich Gottlieb Klopstocks. Rezeptionsgeschichte und Textanalyse

Título: Die "Deutsche Gelehrtenrepublik" Friedrich Gottlieb Klopstocks. Rezeptionsgeschichte und Textanalyse

Trabajo Escrito , 2005 , 19 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: M. A. Marc Andre Ziegler (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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„Dichter sind keine Verschwörer“ – so Karl Mickel in seinem Essay aus dem Jahre 1976. In der Tat kann es in einer Arbeit zu Friedrich Gottlieb Klopstocks Gelehrtenrepublik nicht darum gehen, verschwörerische Tendenzen oder gar revolutionäre, auf einen Umsturz hinarbeitende Neigungen in den Worten des „grössten deutschen Dichters“ (so die Hamburger Grabinschrift) zu suchen. Dies wäre absurd und zumindest literaturwissenschaftlich nicht zu rechtfertigen.

Viel bedeutender ist die Frage, welche Absicht Klopstock mit seinem Werk verfolgte, welche Anregungen er gab und welche Forderungen er mittels dieses Entwurfs einer deutschen gelehrten Gesellschaft postulierte? Was waren die Vorbilder, wer die Gegner seiner Argumentation? Und vor allem: Welche Perspektiven eröffnet der Text an sich? Unbestritten ist zunächst einmal die Tatsache, dass das Werk auf Grund seiner Abstraktheit einen großen Interpretationsspielraum – sowohl für die Zeitgenossen des Dichters als auch für den heutigen Rezipienten – bereithält.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung und Begründung für die Wahl des Themas

2. Was ist eine Gelehrtenrepublik?

3. Zeitgenössischer Kontext und Rezeptionsgeschichte

4. Textanalyse

5. Agonale Gedanken bei Klopstock

6. Kulturpolitische Bestrebungen Klopstocks

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht Friedrich Gottlieb Klopstocks Werk "Die deutsche Gelehrtenrepublik" mit dem Ziel, die Intention des Autors sowie die kulturpolitische Bedeutung seines Entwurfs für eine gelehrte Gesellschaft im Kontext des 18. Jahrhunderts zu analysieren und von Fehlinterpretationen abzugrenzen.

  • Historische Einordnung der "Gelehrtenrepublik" als Denkmodell
  • Analyse der agonalen Strukturen und des nationalen Patriotismus bei Klopstock
  • Untersuchung der kulturpolitischen Ambitionen und des gescheiterten "Wiener Plans"
  • Abgrenzung von reaktionären oder gewalttätigen Interpretationen des Werks

Auszug aus dem Buch

Textanalyse

Zimmermann beschrieb 1980 den Text der deutschen Gelehrtenrepublik als ein „antiabsolutistisches Legitimationsmodell“, Jørgensen/Bohnen/Øhrgaard gingen zehn Jahre später noch weiter, indem sie das Werk Klopstocks als den Entwurf eines „Freiraums für das Bildungsbürgertum innerhalb absolutistischer Staatsgebilde“ bezeichneten. Während Aristoteles mit seiner Poetik den Zweck verfolgte, die Dichtung philosophisch zu rechtfertigen (, um ihrer Abwertung durch Platon entgegenzuwirken), entwirft Klopstock in der Tat eine „rhetorisch strukturierte Legitimation von Dichtung“. Er will die Dichtung mit den anderen Wissenschaften gleichstellen, sie miteinander verbinden und damit den Gelehrtenstaat verankern. Signifikant ist die Tatsache, dass es beim deutschen Dichter im Gegensatz zu seinen antiken Vorgängern eine nationale Beschränkung gibt. Wichtig ist außerdem, dass Klopstock nur bedingt politisch sein möchte. Seine kulturpolitischen Bestrebungen sollen unter 6. näher erläutert werden.

Auf der Textebene jedoch bedient sich der Autor nur politischer Muster, um seine Programmatik deutlich werden zu lassen. Auch die deutsche Gelehrtenrepublik, wie die Klopstock vorschwebt muss einen Pöbel dulden. Dieser spielt jedoch keine Rolle: „Er hat keine Stimme auf den Landtagen; aber ihm wird ein Schreier zugelassen, der, so oft man nach einer Stimmensammlung ausruht, seine Sache recht nach Herzenslust, doch nur eine Viertelstunde lang, vorbringen darf. Er ist gehalten einen Kranz von Schellen zu tragen. Nach geendetem Landtage wird er allezeit Landes verwiesen.“ Ebenso wenig zur Republik gehören die „Altfranken“, d.h. die Angehörigen der alten Adelsfamilien, die sich wohl um den Staat, aber nicht um die Kultur verdient gemacht haben. Die eigentliche Gelehrtenrepublik bilden Zünfte, Volk und Aldermänner. Selbst das Volk spielt eine eher untergeordnete Rolle. Die „Zünfte“ sind die eigentlichen Ordnungsprinzipien des Staates. Zentral in der Auseinandersetzung mit dem Text und der Frage, inwieweit Klopstock expansionistisch oder gar militant erscheint, ist folgende Stelle im Werk: „Hinzugehn, und in jenem grossen Umkreise der Wissenschaften, die Länder, welche nur halb besessen werden, ganz einzunehmen; die Mitbesizer der andern Hälften nicht nur dadurch zu schwächen, daß wir in diesen Hälften besser als sie anbaun, sondern auch dadurch, daß wir es da thun, wo wir uns allein niedergelassen haben; nirgends der falschen Cultur zu schonen […] und nicht eher von dannen zu ziehn, als bis der Dampf überall aufstiege: uns aufzumachen, neue Länder zu suchen , auf der kühnen Fahrt selbst nicht die kleinste Insel, kein Pünktchen in dem Oceane liegen zu lassen, sondern überall zu landen, alles zu umgehen, auszuspähn, zu untersuchen; in den anbaulichen Entdeckungen gleich die Erde aufzureissen, und Saat zu streun; und treibt die unüberwindliche Unruh des Aufsuchens so gewaltig fort, daß nur in dem nächsten und besten Felsen gegraben wird: Hier sind Deutsche gewesen!“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorstellung und Begründung für die Wahl des Themas: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie Klopstocks Werk als literaturwissenschaftlich zu interpretierender Entwurf zu verstehen ist und welche Interpretationsspielräume es bietet.

2. Was ist eine Gelehrtenrepublik?: Es wird die historische Entstehung des Begriffs der Gelehrtenrepublik und deren Funktion als internationale Gemeinschaft von Intellektuellen im Gegensatz zum politischen Staat erläutert.

3. Zeitgenössischer Kontext und Rezeptionsgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die zeitgenössische Rezeption des Werks durch Zeitgenossen wie Goethe und ordnet Klopstocks Schrift in den enzyklopädischen Kontext des 18. Jahrhunderts ein.

4. Textanalyse: Die Analyse konzentriert sich auf die strukturellen Merkmale des Werks, wie die hierarchische Gliederung in Zünfte und die Funktion der rhetorischen Darstellung.

5. Agonale Gedanken bei Klopstock: Hier werden die Konkurrenzgedanken des Autors, insbesondere im Hinblick auf den "Dichteragon" und den Wettbewerb mit anderen europäischen Literaturen, untersucht.

6. Kulturpolitische Bestrebungen Klopstocks: Dieses Kapitel behandelt den gescheiterten "Wiener Plan" zur Gründung einer Akademie und Klopstocks Bemühungen um staatliche Unterstützung für Wissenschaft und Dichtung.

7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Klopstock mit seiner Gelehrtenrepublik eine kulturelle Einigung Deutschlands anstrebte und das Werk als ironisch-satirisches Mittel gegen den Zeitgeist der Aufklärung zu verstehen ist.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Friedrich Gottlieb Klopstock, Gelehrtenrepublik, Aufklärung, Kulturpolitik, Dichtung, Nation, Patriotismus, Wiener Plan, Literaturwissenschaft, Geistesaristokratie, Agon, Akademie, Zünfte, Identität, Utopie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Schrift "Die deutsche Gelehrtenrepublik" von Friedrich Gottlieb Klopstock und untersucht dessen Intentionen, das Werk als kulturpolitisches Modell zu etablieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der geschichtliche Kontext des Gelehrtentums, die literarische Auseinandersetzung mit der französischen und englischen Konkurrenz sowie Klopstocks Konzepte für eine deutsche Akademie.

Was ist das primäre Ziel der Belegarbeit?

Ziel ist es, Klopstocks Entwurf als gezielte kulturelle Vision zu verstehen, die nicht als politische Revolution, sondern als intellektuelle Reform und satirische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist interpretiert werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die Textanalyse mit einer historischen Kontextualisierung kombiniert und aktuelle Forschungsmeinungen (z.B. von Katrin Kohl) einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Begriffsgeschichte, eine detaillierte Textanalyse, die Erörterung der agonalen (wettstreitenden) Strukturen sowie die Darstellung von Klopstocks konkreten kulturpolitischen Plänen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Gelehrtenrepublik", "Kulturpolitik", "Patriotismus", "Agon" und "Aufklärung" geprägt.

Warum betont Klopstock in seinem Werk einen so starken Patriotismus?

Dieser Patriotismus ist als intellektuelles Streben nach kultureller Identität in einem zerrütteten, politisch uneinigen Deutschland zu verstehen, fernab von aggressivem Nationalismus.

Welchen Stellenwert nimmt der sogenannte "Wiener Plan" in Klopstocks Wirken ein?

Der Wiener Plan war Klopstocks konkreter Versuch, den Kaiser für die Gründung einer Akademie der Wissenschaften zu gewinnen, was jedoch aufgrund mangelnden politischen Verständnisses seitens der Staatskanzlei scheiterte.

Wie unterscheidet sich Klopstocks Gelehrtenrepublik von den tatsächlichen Gelehrtenvereinigungen seiner Zeit?

Klopstocks Konzept war eine Fiktion, ein bewusstes Programm, das den damals bestehenden, oft als unpolitisch oder starr kritisierten Akademien eine idealisierte, aristokratisch-geordnete Alternative gegenüberstellte.

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Detalles

Título
Die "Deutsche Gelehrtenrepublik" Friedrich Gottlieb Klopstocks. Rezeptionsgeschichte und Textanalyse
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Calificación
1,5
Autor
M. A. Marc Andre Ziegler (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
19
No. de catálogo
V347152
ISBN (Ebook)
9783668366381
ISBN (Libro)
9783668366398
Idioma
Alemán
Etiqueta
deutsche gelehrtenrepublik friedrich gottlieb klopstocks rezeptionsgeschichte textanalyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M. A. Marc Andre Ziegler (Autor), 2005, Die "Deutsche Gelehrtenrepublik" Friedrich Gottlieb Klopstocks. Rezeptionsgeschichte und Textanalyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347152
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