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"Graue Eminenz oder altes Eisen?" Über die Charakterzeichnung Wates innerhalb der Kudrun

Titel: "Graue Eminenz oder altes Eisen?" Über die Charakterzeichnung  Wates innerhalb der Kudrun

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marc Andre Ziegler (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Untersuchung soll es sein, ein möglichst objektives Bild Wates im Rahmen der Kudrun-Handlung, aber auch als literarische Figur wiederzugeben, die sich in eine mittelalterliche Erzähltradition einreiht und auf Vorbilder bezieht. Dass Wate im Zuge einer solchen Vereinnahmung unterschiedlichste Prädikate und Charakterzüge zugeschrieben werden, erscheint aus dieser Perspektive als ein Nebenprodukt, welches aus der Anlage seiner Rolle resultiert.

Vor allem am Text selbst sollen die Umrisse dieser Gestalt von einer schemenhaften und schlagwortartigen Beschreibung hin zu einer differenzierten Charakterzeichnung ausgearbeitet werden, wobei in erster Linie die für die Erzählabsicht notwendigen Konstituenten Beachtung finden.

„Die Zeichnung des Kriegers Wate erinnert geradezu an eine apokalyptische Vision und Personifizierung der blutigen Schlacht, des erbarmungslosen Kampfes.“ So martialisch formuliert es Friedrich Hilgers, als er auf den Charakter der Figur Wates innerhalb der Kudrun zu sprechen kommt. Und tatsächlich wurde bei der Darstellung und Beschreibung dieses Heros in der Vergangenheit kaum mit kraftvollen und zum Teil gewaltigen Synonymen gespart, sodass eine Art Stilisierung seiner Rolle nicht von der Hand zu weisen ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstand und Ziel der Darstellung

2. Zur Kudrun

3. Wates Auftreten im Text

4. Literarische Zeugnisse

5. Weiterführende Fragestellungen, Probleme, Thesen

6. Literaturverzeichnis

6.1. Textausgaben

6.2. Verwendete Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterzeichnung der Figur Wate innerhalb des Kudrun-Epos, um ein differenziertes und objektives Bild dieses Heros zu entwerfen, der zwischen einer archaisch-heldischen Tradition und einer höfischen Welt vermittelt.

  • Analyse der Rolle Wates als Krieger und strategischer Akteur innerhalb der Kudrun-Handlung.
  • Untersuchung der Spannung zwischen Wates überlieferten, teils dämonischen Charakterzügen und den höfischen Anforderungen.
  • Vergleich der literarischen Vorbilder Wates in deutschen, englischen und skandinavischen Quellen.
  • Erörterung des Konfliktpotenzials zwischen der älteren Generation (repräsentiert durch Wate) und neuen gesellschaftlichen Vorstellungen.

Auszug aus dem Buch

3. Wates Auftreten im Text

Die höfische Macht Hetels ruht vor allem auf der vielseitigen Kompetenz seiner zahlreichen Vasallen, die ihm „in unbedingter Treue ergeben sind“. Die bedeutendsten seiner Begleiter sind gleichzeitig seine Verwandten. Den ersten Rang in der Hierarchie der Gefährten nimmt ohne Zweifel Wate von Sturmland ein. Er war der Erzieher Hetels. Es ist bezeichnend, dass wir bereits das Lob seiner tapferen Fähigkeiten und Stärke aus dem Munde des Königs erfahren, noch ehe Wate selbst überhaupt auftritt:

„Dô sprach der junge Hetele: <nu lât ez hine gân.

jâ wæne ich, Wate der alte der welle niht lân

die marke dâzu Stürmen, dâ er dâ sitzet inne

danc habe des immer der im eine búrg án gewinne.> (223)

In der Ratsszene (230) über die Werbung Hildes spricht Fruote von ihm:

[...] <wollte Wate sîn

gegen Irlande nû der bote dîn,

sô möchte uns wol gelingen und bræhten dir die frouwen;

oder uns wurden wunden ûf daz herze al durch den lîp gehouwen.>

Schnell wird dem Rezipienten klar, dass das Gelingen des Unternehmens von Wate alleine abhängt. Ihm traut man die unerhörte Aufgabe zu. Dann, als Hetels Boten bei ihm eintreffen, wundert sich Wate, was der König der Hegelingen wohl von ihm wolle (232,4): Waten hête wunder, waz sîn der künic von Hegelingen wollte. Er ist aber sofort bereit mitzukommen und seine Leute zur Verfügung zu stellen (233,1f.):

Er frâgte, ob er füeren sollte mit im dan

hélm óder brünne und iemen sîner man.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gegenstand und Ziel der Darstellung: Einleitung in die Problematik der Wate-Figur, Darstellung des Untersuchungsziels sowie Einordnung des Helden in die mittelalterliche Erzähltradition.

2. Zur Kudrun: Überblick über die Entstehungsgeschichte, Gattungszugehörigkeit und die handschriftliche Überlieferung des Kudrun-Epos.

3. Wates Auftreten im Text: Detaillierte Analyse der Rolle Wates als treuer Vasall, Stratege und Kämpfer im Kontext der zentralen Epos-Handlung.

4. Literarische Zeugnisse: Untersuchung der literarischen Vorbilder und der Rezeptionsgeschichte der Wate-Figur im europäischen Kontext.

5. Weiterführende Fragestellungen, Probleme, Thesen: Zusammenfassende Diskussion des Konflikts zwischen der älteren Helden-Generation und neuen gesellschaftlichen Werten.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Textausgaben und der herangezogenen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Kudrun, Wate, Heldenepik, Mittelhochdeutsche Literatur, Charakterzeichnung, Vasallentum, Rache, höfische Kultur, Held, Krieger, Mittelalter, Intertextualität, Literaturwissenschaft, Heldenlied, Tradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Charakterzeichnung der Figur Wate in der Kudrun und untersucht dessen Funktion und Rolle als ambivalenter Held zwischen Tradition und höfischem Wandel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Rolle des Vasallen, die Darstellung von Krieg und Rache, den Generationenkonflikt im Epos sowie die literarische Einbettung Wates in die europäische Heldendichtung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein objektives Bild Wates zu zeichnen und zu belegen, dass er entgegen einer oft eindimensionalen Wahrnehmung eine vielschichtige und durchaus sympathische Figur ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf den Epos-Text selbst sowie auf relevante Sekundärliteratur und komparatistische Ansätze zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Textanalyse von Wates Auftreten in verschiedenen Handlungsabschnitten, seine Handlungsweisen, sein Wertesystem und seine Entwicklung im Verlauf des Epos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören vor allem Kudrun, Wate, Heldenepik, Rache, Vasallentum und Charakterzeichnung.

Welchen Einfluss hat Wates Herkunft auf seine Rolle im Epos?

Wate gilt als archaische Figur, die in der vorhöfischen Welt verwurzelt ist. Seine Herkunft aus "Sturmland" und seine übermenschlichen Züge unterstreichen seine Rolle als "Naturkraft" im Gegensatz zum höfischen Ideal.

Wie verändert sich die Wahrnehmung von Wate im Verlauf der Erzählung?

Obwohl er stets treu zu seinem Herrn steht, offenbart sich im Verlauf ein wachsender Konflikt zwischen seinem traditionellen, harten Kriegerethos und dem auf Verzeihung und höfische Ordnung ausgerichteten Handeln der jüngeren Generation um Kudrun.

Warum wird Wate oft als "dämonisch" bezeichnet?

Diese Zuschreibung resultiert aus seiner unbändigen Kampfeslust, seinem "Berserker"-Verhalten und seiner Kompromisslosigkeit, die insbesondere in Kampfszenen und bei der Anwendung von Gewalt deutlich wird.

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Details

Titel
"Graue Eminenz oder altes Eisen?" Über die Charakterzeichnung Wates innerhalb der Kudrun
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Kudrun (Hauptseminar)
Note
1,0
Autor
Marc Andre Ziegler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V347153
ISBN (eBook)
9783668366404
ISBN (Buch)
9783668366411
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kudrun Wate Kudrun-Handlung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc Andre Ziegler (Autor:in), 2007, "Graue Eminenz oder altes Eisen?" Über die Charakterzeichnung Wates innerhalb der Kudrun, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347153
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Leseprobe aus  28  Seiten
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