Da es sich sowohl bei der Metapher als auch bei der Allegorie und dem Symbol um zentrale literaturwissenschaftliche Begriffe handelt, und diese nur schwer voneinander zu trennen sind, ist es unerlässlich, sie innerhalb einer Arbeit zumindest gemeinsam auftreten zu lassen. Im Übrigen sollte jeder, der sich mit Literatur beschäftigt, wissen, was sich hinter den Begriffen, mit denen man täglich zu tun hat, verbirgt.
Dennoch widmet sich die vorliegende Arbeit hauptsächlich der Metapher und hier besonders den unterschiedlichen Theorien und Definitionen. Schon hier sei darauf verwiesen, dass keine allgemein gültige Begriffsbestimmung gegeben werden soll, sondern lediglich eine Untersuchung bestehender Meinungen erfolgt. Vielmehr handelt es sich um einen Versuch der Redefinition.
Interessant wird es sein zu verfolgen, unter welchen Gesichtspunkten die jeweiligen Autoren die Erscheinung der Metapher betrachtet haben. Denn dies trägt entscheidend zur Beschreibung bei, die dann eventuell völlig anders als ihre Vorgänger ausfällt, ihnen jedoch keineswegs widersprechen muss. So muss man vermuten, dass es mehrere „richtige“ Definitionen der Metapher gibt, je nach dem aus welcher Perspektive man sie betrachtet.
Diese Arbeit beschäftigt sich unter anderem mit den Metapherntheorien von Max Black, Roman Jakobson und Harald Weinrich. Sie bietet außerdem einen Exkurs zu Allegorie und Symbol und schließlich einen eigenständigen Versuch zur Definition des Metaphernbegriffs.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorstellung und Begründung für die Wahl des Themas
1.1. Aufbau der Arbeit
2. Untersuchung verschiedener Lexikonartikel
2.1. Zusammenfassung
3. Metapherntheorien
3.1. Die Substitutionstheorie des Aristoteles
3.2. Andere Theorien
3.2.1. Max Black
3.2.2. Roman Jakobson
3.2.3. Harald Weinrich
4. Exkurs: Allegorie und Symbol
5. Der Versuch einer eigenen Definition von Metapher
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den vielfältigen Theorien und Definitionen der Metapher auseinander. Das primäre Ziel ist es, keine allgemein gültige Begriffsbestimmung zu forcieren, sondern ein Verständnis für die unterschiedlichen theoretischen Perspektiven zu entwickeln und eine methodische Abgrenzung der Metapher gegenüber verwandten literaturwissenschaftlichen Phänomenen wie Allegorie und Symbol vorzunehmen.
- Analyse und Extraktion zentraler Thesen aus verschiedenen Lexikonbeiträgen
- Gegenüberstellung von Vergleichstheorien und modernen Interaktionstheorien
- Untersuchung der Bedeutung von Kontext und Sprecherintention bei der Metaphernverwendung
- Kritische Differenzierung der Begriffe Metapher, Allegorie und Symbol
- Herleitung einer gebrauchsorientierten Definition der Metapher
Auszug aus dem Buch
3. Metapherntheorien
Ein interessantes Detail bei der Untersuchung von Theorien zum Phänomen der Metapher ist die Tatsache, dass der Vorgang, der sich beim Vollzug von Metaphern ereignet, seinerseits mit Metaphern beschrieben wird. Die Übertragung ist nämlich nichts anderes als eine Veranschaulichung des Prozesses. Schließlich trägt man nichts Reelles irgendwohin hinüber. Die Aufgabe von Metaphertheorien muss demnach auch die Frage beantworten, „wie es möglich ist, dass ein Sprecher eine metaphorische Verwendung von Ausdrücken vornimmt und dabei von anderen verstanden wird.“ Bei einem Blick in die Geschichte wird deutlich, dass über die Metapher gestritten wird, seit man überhaupt über Sprache nachdenkt. Die Anzahl der verschiedenen, theoretischen Ansätze ist kaum überschaubar und so erhebt auch dieses Kapitel keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sollen lediglich wichtige Vertreter und Entwicklungslinien aufgezeigt werden. Zunächst steht der griechische Philosoph Aristoteles im Mittelpunkt. Seine Substitutionstheorie ist noch immer verbreitet und beschreibt einen Hauptstrang der Forschung. Auf der anderen Seite stehen die Interaktionstheorien und ihre Vertreter. In Punkt 3.2. werden drei wichtige Vertreter im Zusammenhang mit der Entwicklung von Metaphertheorien genannt sowie deren Anstöße vorgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorstellung und Begründung für die Wahl des Themas: Einleitung in die Thematik der Bildlichkeit mit Fokus auf Metapher, Allegorie und Symbol sowie Erläuterung des Arbeitsaufbaus.
1.1. Aufbau der Arbeit: Kurze Skizzierung der methodischen Vorgehensweise, die von der Lexikonsanalyse bis hin zur eigenen Definitionsfindung reicht.
2. Untersuchung verschiedener Lexikonartikel: Detaillierte Analyse ausgewählter Nachschlagewerke, um Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen in der Definition der Metapher aufzudecken.
2.1. Zusammenfassung: Synthese der aus den Lexika gewonnenen Erkenntnisse über die etymologische Herkunft und die Rolle der Metapher als Akt der Uneigentlichkeit.
3. Metapherntheorien: Überblick über die historische Entwicklung sowie die theoretische Debatte zwischen Substitutions- und Interaktionsansätzen.
3.1. Die Substitutionstheorie des Aristoteles: Erörterung des antiken Modells, das die Metapher primär als eine Form des Vergleichs und eine Übertragung von Bezeichnungen betrachtet.
3.2. Andere Theorien: Darstellung weiterführender Ansätze, die den Fokus auf die Interaktion von Bedeutungssystemen und semiotische Aspekte legen.
3.2.1. Max Black: Einführung in die Interaktionstheorie, die Metaphern als Mittel zur Organisation von Weltsichten versteht.
3.2.2. Roman Jakobson: Semiotische Betrachtung, die den Zusammenhang zwischen Metapher, Selektionsfähigkeit und Aphasie beleuchtet.
3.2.3. Harald Weinrich: Analyse der hermeneutischen Sichtweise auf die „kühne Metapher“ und die Bedeutung der Bildspanne.
4. Exkurs: Allegorie und Symbol: Abgrenzung der Metapher von verwandten Tropen, um eine klare terminologische Unterscheidung zu ermöglichen.
5. Der Versuch einer eigenen Definition von Metapher: Zusammenführende Diskussion zur Abgrenzung von Metapher, Symbol und Allegorie anhand praktischer Beispiele.
6. Zusammenfassung: Schlussbetrachtung zur Vielfalt der Theorieansätze und zur Unmöglichkeit einer abschließenden, absolut gültigen Definition.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie herangezogener Lexika.
Schlüsselwörter
Metapher, Allegorie, Symbol, Substitutionstheorie, Interaktionstheorie, Aristoteles, Bildspender, Bildempfänger, tertium comparationis, Uneigentlichkeit, Rhetorik, Literaturwissenschaft, Sprache, Semantik, Bildspanne
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem literarischen Bild, insbesondere der Metapher, und untersucht, wie sich die verschiedenen theoretischen Ansätze zu diesem Phänomen im Laufe der Geschichte entwickelt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Kerngebiete sind die theoretische Bestimmung der Metapher, die Abgrenzung zu den verwandten Begriffen Allegorie und Symbol sowie die Analyse von Metaphern in ihrem jeweiligen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, die Vielfalt der Metapherntheorien darzulegen und durch eine vergleichende Analyse eine eigene, am Gebrauch orientierte Definition zu erarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt primär eine Literatur- und Lexikonanalyse, um bestehende Definitionen zu extrahieren, sowie eine vergleichende Theoriebetrachtung, um unterschiedliche Ansätze kritisch gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Theorien von Aristoteles bis hin zu Max Black und Harald Weinrich analysiert, ergänzt durch einen Exkurs zu Allegorie und Symbol.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Metapher, Substitutionstheorie, Interaktionstheorie, Bildspender, tertium comparationis und Uneigentlichkeit.
Wie unterscheidet der Autor zwischen einer Metapher und einem Vergleich?
Der Autor betont, dass eine Metapher – anders als ein expliziter Vergleich („wie“) – ein uneigentlicher Sprechakt ist, dessen tertium comparationis vom Rezipienten selbst erschlossen werden muss.
Welche Rolle spielt der Kontext bei der Metapherninterpretation?
Der Kontext ist entscheidend, da er die Interaktion zwischen Sprecher und Hörer erst ermöglicht und verhindert, dass eine Metapher isoliert und damit missverständlich betrachtet wird.
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- Marc Andre Ziegler (Autor), 2005, "Ein Löwe stürmt los". Das literarische Bild der Metapher, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347154