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*Männerphantasien* Zur Inszenierung von Körper und Geschlecht im Film

Title: *Männerphantasien*  Zur Inszenierung von Körper und Geschlecht im Film

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Ann-Kathrin Keller (Author)

Pedagogy - Media Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Eingang

Im Folgenden soll es um die Bilderproduktion der Massenmedien gehen; um Bilder von Männern, Frauen und Heranwachsenden, die alle sowohl Betrachtende, als auch Dargestellte sind, Subjekte und Objekte der Bilder. Die These ist, dass es dabei ein ganz bestimmter Blick ist, der auf die Körper und ihr Interagieren geworfen wird und dass Medien nicht einfach etwas darstellen, sondern produzieren. Sie bilden nicht nur ab, sie bilden auch neu. Renate Lippert stellt in einem Beitrag zur feministischen Filmtheorie die Frage: „Ist der Blick männlich?“ Sie bezieht sich dabei unter anderem auf die Lacansche Relektüre der freudschen Psychoanalyse, die die Frau in den Status des Nicht-Subjekts setzt. Lacans Behauptung: Die Frau gibt es nicht, lässt sich jedoch auf vielfältige Weise lesen. Dass die Frau vom männlichen Blick erschaffen und damit zwangsläufig funktionalisiert und eingegrenzt wird, ist eine mögliche, wenn auch sehr pessimistische Lesart. Die Frau wird darin zur tabula rasa, die dem einzigen Zweck dient ausgefüllt zu werden: mit Kindern und gesellschafts-stabilisierenden Diskursen über Weiblichkeit, die sich in verschleierter Form auf die beiden Pole Heilige oder Hure beziehen. Michel Foucault hat unter anderen diese regressive Funktionalisierung der Sexualität/ Geschlechtlichkeit als einen Diskurs entlarvt, der der Sicherung ökonomischer Verhältnisse dient.
Ähnliches formulieren Gilles Deleuze und Felix Guattari im Anti-Ödipus. Sie betrachten die Zusammenhänge von Kapitalismus und Schizophrenie und finden, dass die Psychoanalyse nicht etwa den Analysanden aus seinem Gefängnis ödipaler Phantasien befreit, sondern mit der Produktion derselben sein Begehren pervertiert, welches dann kapitalistisch ausgebeutet werden kann. Sie schreiben: „Ödipus setzt eine ungeheure Repression der Wunschmaschinen voraus“ Das Unbewußte ist dabei die Wunschmaschine schlechthin, deren innovative Energie verloren geht, wenn der Versuch gemacht wird, ein befestigtes Ich, eine begrenzte dentität zu schaffen. Klaus Theweleit schreibt in Männerphantasien über das Mißlingen solcher Versuche. Er kritisiert dabei auch das freudsche Verständnis von Ich-Bildung, weil diese bei Freud mit Stillegung und Trockenlegung assoziiert wird. „Die mit der Topik von Ich/Es/Über-Ich beschreibbare Person wäre somit konzipiert als trockenes Grab für die Ströme und die Wunsch-maschinen“, schreibt Theweleit. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I: Eingang ins Themenfeld

Verortung/en der Arbeit

II: Medienanalysen

„Species“

„fight club“

“Minority Report”

Menschen und Maschinen (Björk: All Is Full Of Love)

Anhang: Songtext zu All Is Full Of Love

III: Fazit/Ausblick

IV: Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bilderproduktion der Massenmedien und deren Einfluss auf die Konstruktion von Subjektivität unter Rückgriff auf psychoanalytische Film- und Medientheorie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Filme nicht nur Realität spiegeln, sondern durch die mediale Inszenierung von Körpern gesellschaftliche Imperative reproduzieren oder in Frage stellen, wobei insbesondere die These beleuchtet wird, inwiefern die fließend-maschinelle Produktionskraft des Unbewussten unterdrückt wird.

  • Psychoanalytische Film- und Medientheorie nach Lacan, Deleuze und Guattari
  • Die mediale Inszenierung und Funktionalisierung von Geschlechterrollen
  • Subjektbildung, Identität und die Rolle gesellschaftlicher Normen
  • Medienanalyse ausgewählter Filmbeispiele („Species“, „fight club“, „Minority Report“)
  • Das Spannungsfeld zwischen technisierter Ordnung und dem Unbewussten

Auszug aus dem Buch

„Species“

Die Frau in diesem Film erscheint als fleischgewordene Männerphantasie. Sie ist groß, schlank und blond. Aber: „Sie verbirgt etwas in ihrem Inneren“, wie einer der Männer zu erahnen glaubt, die damit beauftragt sind sie zu jagen. Denn tatsächlich handelt es sich nicht um eine Frau, sondern um ein Alien, um eine Kreatur, die halb Mensch halb irgendwas aus den unbekannten Weiten des Weltraums ist. In „Species“ wird auf etwas klischee-hafte Weise reproduziert, was in unserer Kultur mit Weiblichkeit und Mutterschaft assoziiert wird, allerdings wird hier die „dunkle“ Seite der weiblichen Schöpferkraft inszeniert.

Der Film beginnt mit einer Szene in einem Labor. In der Mitte des Raumes befindet sich ein achteckiger Würfel aus Panzerglas, in dem sich ein ca. 12-jähriges Mädchen befindet. Das Mädchen wird von einer Crew männlicher Wissenschaftler beobachtet, die sich jenseits des Labors befinden. Dann sieht man, wie zwei Männer Gasflaschen an den Würfel anschliessen. Das Gas strömt in den Würfel und das Mädchen hämmert verzweifelt und bittend an die Innenwände ihres Gefängnisses.

Zusammenfassung der Kapitel

I: Eingang ins Themenfeld: Einleitung in die Problematik der medialen Bilderproduktion sowie theoretische Verortung durch Verweise auf feministische Filmtheorie und psychoanalytische Konzepte.

II: Medienanalysen: Konkrete Untersuchung verschiedener Filme und Musikvideos hinsichtlich der Darstellung von Körperlichkeit, Unterdrückungsmechanismen und der Konstruktion von Identität.

III: Fazit/Ausblick: Reflektion der Ergebnisse der Medienanalysen und kritische Betrachtung der veralteten Vorstellungen von Subjektbildung in einer sich wandelnden Gesellschaft.

IV: Literatur: Verzeichnis der verwendeten theoretischen und medialen Quellen.

Schlüsselwörter

Bilderproduktion, Massenmedien, Psychoanalyse, Filmtheorie, Subjektbildung, Geschlechterverhältnisse, Körperinszenierung, Unbewusstes, Wunschmaschinen, Identität, Gesellschaftskritik, Repression, Mediale Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bilderproduktion in Massenmedien und deren Rolle bei der Konstruktion von Körperbildern und Subjektivität aus einer psychoanalytischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die mediale Inszenierung von Geschlechterrollen, der Kampf des Individuums gegen gesellschaftliche Normen und die psychoanalytische Deutung von Körpern in modernen Filmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Medien auf die gesellschaftliche Konstruktion von Subjekten zu erforschen und zu hinterfragen, wie Bilder als Instrumente der Kontrolle oder utopische Gegenentwürfe fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine psychoanalytische Film- und Medientheorie angewandt, wobei Theorien von Lacan, Deleuze, Guattari und Theweleit zur Analyse der ausgewählten Medieninhalte herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse der Filme „Species“, „fight club“, „Minority Report“ sowie der Untersuchung des Musikvideos zu Björks „All Is Full Of Love“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Subjektbildung, mediale Bildproduktion, Geschlechterverhältnisse und die psychoanalytische Perspektive auf das Unbewusste charakterisiert.

Wie wird die Rolle der Frau in „Species“ psychoanalytisch gedeutet?

Die Frau wird als Projektionsfläche für männliche Phantasien und als „dunkle“ Seite weiblicher Schöpferkraft analysiert, die als Gefahr für die patriarchale Ordnung wahrgenommen und funktionalisiert wird.

Was bedeutet der „Korrektur“ durch Marla in „fight club“?

Marla fungiert in der Analyse als Gegenpol zum totalisierenden Männerbund und als notwendiger Störfaktor, der den Protagonisten aus seiner starren, verpanzerten Identität lösen kann.

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Details

Title
*Männerphantasien* Zur Inszenierung von Körper und Geschlecht im Film
College
University of Hamburg  (Inst. für Allgemeine Erziehungswissenschaft)
Course
Medienrezeption in pädagogischer Perspektive
Grade
1
Author
Ann-Kathrin Keller (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V34716
ISBN (eBook)
9783638348577
Language
German
Tags
Inszenierung Körper Geschlecht Film Medienrezeption Perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Kathrin Keller (Author), 2003, *Männerphantasien* Zur Inszenierung von Körper und Geschlecht im Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34716
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