Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Comparative Literature

Ein Vergleich der Protagonisten und Konflikte in Kevin Kuhns "Hikikomori" und Hermann Hesses "Der Steppenwolf"

Gesellschaftsekel und Weltflucht

Title: Ein Vergleich der Protagonisten und Konflikte in Kevin Kuhns "Hikikomori" und Hermann Hesses "Der Steppenwolf"

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Steffen Kutzner (Author)

German Studies - Comparative Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wie Bürgerhass, Gesellschaftsekel und mit Konventionen kollidierende Lebensentwürfe literarisch in Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ (1927) und Kevin Kuhns „Hikikomori“ (2012) dargestellt werden, wie die Protagonisten damit umgehen und den Konflikt letztlich versuchen aufzulösen, ist Thema der vorliegenden Hausarbeit.

Dabei wird schwerpunktmäßig untersucht werden, wie das Verhältnis der Protagonisten Harry Haller („Der Steppenwolf“) und Till Tegetmeyer („Hikikomori“) zu ihrer jeweiligen Umwelt ausgearbeitet wurde und wie sie mit und in ihren sozialen Konstellationen interagieren. In einem weiteren Kapitel soll der Versuch einer psychologischen Erklärung gemacht werden - warum verhalten sich Harry und Till, wie sie sich verhalten und wie lässt das Phänomen der Isolation von gesellschaftlichen Werten und Konzepten psychologisch erklären?

Leitthese dieser Hausarbeit ist, dass es trotz der großen zeitlichen Differenz zwischen den Erstveröffentlichungen der beiden Romane Parallelen geben müsste, da die Themen zwar nicht unmittelbar identisch, aber doch sinnverwandt sind und die dargebotenen Konflikte eine bestimmte Form der Auflösung erwarten lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. – Einleitung

2. – Einführung in die Romane

2.1 – Hauptmotive

2.1.1 – Isolation, Weltflucht, Eskapismus

2.1.2 – Scheinwelten und ihre Ausgestaltung

2.2 – Protagonisten

3. – Psychologische Ansätze

3.1 – Kognitive Dissonanz nach Leonhard Festinger

3.2 – Anwendung auf Harry und Till: Kognitive Dissonanz

3.3 – Das Selbstkonzept nach Carl Rogers

3.4 – Anwendung auf Harry und Till: Das Selbstkonzept

3.5 – Hikikomori als Phänomen

4. – Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Parallelen zwischen den Protagonisten Harry Haller aus Hermann Hesses "Der Steppenwolf" (1927) und Till Tegetmeyer aus Kevin Kuhns "Hikikomori" (2012) in Bezug auf deren sozialen Rückzug und die Flucht in Scheinwelten. Ziel ist es, das Verhältnis der Figuren zu ihrer Umwelt sowie ihre psychologische Motivlage zu analysieren und trotz der zeitlichen Differenz sinnverwandte Konfliktlösungsstrategien aufzuzeigen.

  • Darstellung von Gesellschaftsekel und Weltflucht
  • Analyse der Protagonisten als soziale Außenseiter
  • Vergleich der genutzten Scheinwelten ("Welt 0" vs. "magisches Theater")
  • Anwendung psychologischer Konzepte (kognitive Dissonanz nach Festinger, Selbstkonzept nach Rogers)
  • Untersuchung des Phänomens Hikikomori im Kontext der literarischen Figuren

Auszug aus dem Buch

2.1.1 - Isolation, Weltflucht, Eskapismus

Was bei Hikikomori nach der Geschichte eines Außenseiters klingt, der Außenseiterdinge macht und nur von Außenseitern zum Helden stilisiert wird, ist stattdessen die Geschichte eines normalen jungen Mannes: Auch nach der gescheiterten Zulassung ist Till bis zu seiner selbst gewählten Isolation ein gut integrierter Teil seines sozialen Umfeldes; auf einer privaten Abschlussparty kann er sich verschiedenen Gruppen anschließen, die ihn alle respektieren und schätzen: „Till zieht es von Gruppe zu Gruppe, sie erkennen und umarmen ihn, öffnen ihre Kreise zum Einreihen.“ Trotz allem empfindet Till sein Lebensumfeld und die Welt an sich als beklemmend, fragt sich, „wie Menschen in dieser Umgebung überhaupt atmen können“ und meint damit sein Mehrfamilienhaus, das ihn an überladene, „übereinandergestapelte Boxen“ erinnert. Eben diese Vorstellung von vorgefertigten Boxen ist es, die ihn in seiner Entfaltung behindern: Es sei etwas in ihm, „das Raum braucht, einen großen, etwas, das niemals in vorgefertigte Boxen passen wird“.

Aber es geht Till nicht nur um Selbstentfaltung, sondern auch um Selbst(emp)findung: ich schalte alle geräte und das licht aus. möglichst wenig auf sich wirken lassen. du wirst das esoterisch finden, aber es geht mir um die schulung meines geistes, ich mache spezielle übungen, um mich selbst klarer zu sehen, den willen zu stärken, bewusster zu werden. [...] in der kälte merke ich erst, dass ich überhaupt da bin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. – Einleitung: Hinführung zum Thema Gesellschaftsekel und Weltflucht anhand der Romane "Der Steppenwolf" und "Hikikomori" sowie Formulierung der Leitthese.

2. – Einführung in die Romane: Kurze Vorstellung der Protagonisten Harry Haller und Till Tegetmeyer sowie ihrer jeweiligen Ausgangssituationen.

2.1 – Hauptmotive: Analyse der gemeinsamen Grundthematik der gesellschaftlichen Isolation und des Eskapismus.

2.1.1 – Isolation, Weltflucht, Eskapismus: Untersuchung der Ursachen und Formen des freiwilligen Rückzugs beider Protagonisten.

2.1.2 – Scheinwelten und ihre Ausgestaltung: Vergleich der digitalen oder halluzinierten Parallelwelten als Zufluchtsorte.

2.2 – Protagonisten: Herausarbeitung struktureller Ähnlichkeiten und Parallelen im Umgang mit ihrem sozialen Umfeld.

3. – Psychologische Ansätze: Einleitung in die theoretische Basis zur psychologischen Analyse der Figuren.

3.1 – Kognitive Dissonanz nach Leonhard Festinger: Darstellung des theoretischen Modells der Konsistenztheorie zur Erklärung psychischer Spannungen.

3.2 – Anwendung auf Harry und Till: Kognitive Dissonanz: Analyse der Dissonanzen im Erleben der beiden Protagonisten.

3.3 – Das Selbstkonzept nach Carl Rogers: Erläuterung der personenzentrierten Theorie über Real-Selbst und Ideal-Selbst.

3.4 – Anwendung auf Harry und Till: Das Selbstkonzept: Anwendung des Modells zur Untersuchung der inneren Zerrissenheit von Haller und Tegetmeyer.

3.5 – Hikikomori als Phänomen: Soziologische Einordnung des japanischen Phänomens der sozialen Isolation.

4. – Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsthese hinsichtlich der Ähnlichkeiten der Protagonisten.

Schlüsselwörter

Hikikomori, Der Steppenwolf, Hermann Hesse, Kevin Kuhn, Isolation, Weltflucht, Eskapismus, Kognitive Dissonanz, Selbstkonzept, Carl Rogers, Leonhard Festinger, Literaturvergleich, Identitätskrise, Gesellschaftsekel, Außenseitertum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit vergleicht die Protagonisten und Konfliktlagen in den Romanen "Der Steppenwolf" und "Hikikomori", um Parallelen in der Darstellung von Gesellschaftsekel und Weltflucht aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen soziale Isolation, den Rückzug in alternative Scheinwelten sowie die psychologische Auseinandersetzung der Charaktere mit ihrer eigenen Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass trotz der großen zeitlichen Distanz zwischen den Romanen (1927 und 2012) deutliche Parallelen in den Problemlösungsstrategien der Protagonisten bestehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt ein literaturwissenschaftlicher Vergleich, der durch die Anwendung psychologischer Modelle, namentlich der kognitiven Dissonanz nach Festinger und dem Selbstkonzept nach Rogers, methodisch gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Einführung der Romane, eine motivische Gegenüberstellung, die psychologische Analyse der Protagonisten und eine soziologische Einordnung des Hikikomori-Phänomens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Hikikomori, Steppenwolf, Identitätskrise, Eskapismus, kognitive Dissonanz und soziale Isolation.

Wie unterscheidet sich Harry Hallers Scheinwelt von der digitalen Welt von Till Tegetmeyer?

Harry nutzt das "magische Theater" als eine Art halluzinogene Reise ins Innere, während Till in "Hikikomori" aktiv eine digitale Welt ("Welt 0") als Zufluchtsort konstruiert, in der er mehr Gestaltungsgewalt besitzt.

Könnte Harry Haller aus heutiger Sicht ebenfalls als Hikikomori klassifiziert werden?

Die Arbeit diskutiert diese Möglichkeit und verweist auf Forschungsergebnisse, wonach manche Hikikomori zwar das Haus verlassen, aber ein sozial zurückgezogenes Leben führen, ähnlich wie der Protagonist bei Hesse.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Ein Vergleich der Protagonisten und Konflikte in Kevin Kuhns "Hikikomori" und Hermann Hesses "Der Steppenwolf"
Subtitle
Gesellschaftsekel und Weltflucht
College
University of Bonn
Course
Wie zusammen leben? Literarische Modellversuche im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Steffen Kutzner (Author)
Publication Year
2016
Pages
18
Catalog Number
V347172
ISBN (eBook)
9783668364639
ISBN (Book)
9783668364646
Language
German
Tags
vergleich protagonisten konflikte kevin kuhns hikikomori hermann hesses steppenwolf gesellschaftsekel weltflucht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Kutzner (Author), 2016, Ein Vergleich der Protagonisten und Konflikte in Kevin Kuhns "Hikikomori" und Hermann Hesses "Der Steppenwolf", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347172
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint