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Geschichte, Politik und Ökonomie im "Grünen Heinrich"

Title: Geschichte, Politik und Ökonomie im "Grünen Heinrich"

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: Peter Lindhorst (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

"Je und je ist eines der schönsten Merkmale schweizerischer Eigenart das stark ausgeprägte Heimatgefühl des Schweizers gewesen. Selten sonstwo sind die Fäden zwischen Land und Bewohner so fest und dicht gewoben." (Bollmann, Emil. Gottfried Keller. Heimat und Dichtung. Frauenfeld 1915. S. 5)
So beginnt ein kleines Buch aus dem Jahr 1915 über das Thema "Heimat und Dichtung" in Bezug auf den Schweizer Autor Gottfried Keller.
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der ersten Fassung des Kellerschen Romans "Der grüne Heinrich" von 1854/55 Aspekte der heimatlichen Beziehung der Hauptperson des Romans, des grünen Heinrich, zur Schweiz. Die Themen Geschichte, Politik, Vaterland und Ökonomie werden näher betrachtet, um schließlich zu beurteilen, welches Heimat- und Gesellschaftsbild Gottfried Keller in seinem Roman vermittelt hat oder vermitteln wollte.
Besonders großen Raum nimmt dabei das Tellfest ein, das während Heinrichs Jugendgeschichte spielt. Denn meiner Meinung nach sind gerade hier viele Aspekte zu finden, die das Thema dieser Arbeit betreffen. Wichtiger Bestandteil sind zudem die Heimatträume Heinrichs kurz vor seiner Rückkehr in die Schweiz, die ebenfalls zum besagten Thema deutlich Auskunft geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Gegensatz Schweiz-Deutschland

1.1 Verherrlichung der Schweizer Demokratie

1.2 Das Lob des Einfachen als Symbol für die Schweiz

1.3 Die symbolische Bedeutung der Stadt Zürich

1.4 Familie und Staat

1.5 Der Vater Heinrichs als Verkörperung eines Idealtypus

1.6 Kritik an Deutschland

1.7 Kritik an der Schweiz

2 Die Feste im “Grünen Heinrich“

2.1 Basler Schützenfest

2.2 Das Tellfest

2.2.1 Die Tradition des Tellfest in der Schweiz

2.2.2 Vergleich zwischen Schillers “Willhelm Tell“ und Kellers Tellfest

2.2.3 Politische Gegenwart und geschichtliche Vergangenheit im Tellfest

2.2.4 Der Statthalter als Repräsentant des Liberalismus

2.2.5 Plädoyer für den Liberalismus

2.2.6 Der Konflikt zwischen dem Wirt und dem Holzhändler

2.2.6.1 Die Position des Holzhändlers

2.2.6.2 Die Position des Wirts

2.2.6.3 Der Streit als Beispiel für liberales Handeln

2.2.7 Heinrichs Isolation während der Feier

3 Heinrichs Heimatträume

4 Geschichtsbild Heinrichs

5 Gründe für das Scheitern des “Grünen Heinrich“

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die heimatliche Beziehung der Hauptfigur des „Grünen Heinrich“ zur Schweiz in Gottfried Kellers gleichnamigem Roman von 1854/55. Dabei wird untersucht, wie die Themen Geschichte, Politik, Vaterland und Ökonomie in das Heimat- und Gesellschaftsbild des Autors eingebettet sind und warum die Integration der Romanfigur in das gesellschaftliche Leben scheitert.

  • Der Gegensatz zwischen der Schweizer Demokratie und dem deutschen Staatenbild
  • Die symbolische und politische Bedeutung der Feste, insbesondere des Tellfests
  • Die Rolle von Ökonomie und Arbeit für den bürgerlichen Status in der Schweiz
  • Die Heimatträume als Ausdruck von Identitätssuche und Entfremdung
  • Der Geschichtsoptimismus und die teleologische Weltanschauung des Protagonisten

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Die Tradition des Tellfests in der Schweiz

Ein weiteres wichtiges Ereignis im „Grünen Heinrich“, in dem Heinrichs Haltung zur Geschichte, Politik und Ökonomie klar wird, ist das Tellfest, das noch während Heinrichs Jugendgeschichte stattfindet. Dazu muss gesagt werden, dass das Tellfest im „Grünen Heinrich“ nicht irgendein Nationalfest ist, sondern ein Fest, das die Schweizer Identität widerspiegelt, wie folgende Passage zeigt: „Das Buch [Schillers Tell] ist den Leuten sehr geläufig, denn es drückt auf eine wunderbar richtige Weise die schweizerische Gesinnung aus, und besonders den Charakter des Tell entspricht ganz der Wahrheit und dem Leben, [...].“ (S. 380)

Diese Freiluftaufführungen des Schillerschen Tell waren im 19. Jahrhundert üblich in der Schweiz. Die erste Aufführung wurde am 19. April 1819 nach dem Untergang des Ancien Régimes gegeben. Das Tellspiel war der Höhepunkt der Mythisierung des Volkes und des Vaterlandes und war gleichzeitig ein Gegenbild zu den deutschen Schillerfeiern. Der Wert, der diesem Fest beigemessen wird, wird auch bei Keller deutlich, z.B. wenn er Heinrich erzählen lässt, wie der Tell-Darsteller den berühmten Schuss auf den Apfel auf dem Kopf seines Sohnes abgibt: „Doch zitterte er [der Tell-Darsteller] wirklich und unwillkürlich, indem er anlegte, so sehr war er von der Ehre durchdrungen, diese geheiligte Handlung darstellen zu dürfen. Und als er dem Tyrannen den zweiten Pfeil drohend unter die Augen hielt, während alles Volk in atemloser Beklemmung zusah, da zitterte seine Hand wieder mit dem Pfeile, er durchbohrte Geßler mit den Augen und seine Stimme erhob sich einen Augenblick lang mit solcher Gewalt der Leidenschaft, daß Geßler erblaßte und ein Schrecken über den ganzen Markt fuhr“ (S. 391).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur heimatlichen Beziehung der Romanfigur zum Vaterland Schweiz.

1 Gegensatz Schweiz-Deutschland: Analyse des Kontrasts zwischen dem schweizerischen Staatsideal und der deutschen Emigrantensituation sowie der Rolle der Schweiz als kulturelles Tor.

2 Die Feste im “Grünen Heinrich“: Untersuchung der Feiern als Orte der Verklärung und der politischen Symbolik.

3 Heinrichs Heimatträume: Analyse der Traumelemente als Ausdruck der unerfüllten Sehnsucht nach heimatlicher Integration.

4 Geschichtsbild Heinrichs: Diskussion der teleologischen Geschichtsauffassung und ihres Scheiterns an der Realität.

5 Gründe für das Scheitern des “Grünen Heinrich“: Erläuterung der Identitätskrise Heinrichs und der Unvereinbarkeit von privaten Ansprüchen und gesellschaftlicher Pflicht.

6 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung über das unzugängliche heimatliche Paradies der Romanfigur.

Schlüsselwörter

Gottfried Keller, Der grüne Heinrich, Heimatgefühl, Schweizer Demokratie, Tellfest, Liberalismus, Identitätssuche, Geschichtsauffassung, Ökonomie, Vaterland, bürgerliche Gesellschaft, soziale Isolation, 19. Jahrhundert, Deutschland, Realgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die Hauptfigur des Romans „Der grüne Heinrich“ ihre Beziehung zur Schweiz erlebt und warum es ihr trotz zunehmender Erkenntnis über das Vaterland nicht gelingt, sich dauerhaft in die Gesellschaft zu integrieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Vaterland, Geschichte und Politik, ergänzt durch die ökonomischen Aspekte, die den Status eines Bürgers definieren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu beurteilen, welches Heimat- und Gesellschaftsbild Gottfried Keller in seinem Roman vermitteln wollte und an welchen Hürden Heinrichs gesellschaftliche Teilhabe scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse der ersten Fassung des Romans von 1854/55 unter Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des politischen Gegensatzes zwischen der Schweiz und Deutschland, die Untersuchung der Festkultur (insbesondere des Tellfests), die Deutung der Heimatträume sowie die Darstellung des geschichtsphilosophischen Weltbildes des Protagonisten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „liberale Staatsauffassung“, „Volksmythos“, „ökonomische Unabhängigkeit“, „teleologische Geschichtsauffassung“ und „nationale Identität“.

Warum ist das Tellfest für die Analyse so bedeutsam?

Das Tellfest fungiert als Schauplatz, an dem Heinrich versucht, das „Glück der Gemeinschaft“ zu finden, wobei sich hier jedoch gleichzeitig sein Scheitern und seine Isolation vom feiernden Volk offenbaren.

Was bedeutet das Gold im Kontext von Heinrichs Träumen?

In Heinrichs Heimatträumen versinnbildlicht das Gold eine notwendige ökonomische Basis, die für die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft entscheidend ist, die dem Helden jedoch im realen Leben fehlt.

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Details

Title
Geschichte, Politik und Ökonomie im "Grünen Heinrich"
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Romane des Realismus
Grade
2
Author
Peter Lindhorst (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V34741
ISBN (eBook)
9783638348744
ISBN (Book)
9783638648714
Language
German
Tags
Geschichte Politik Grünen Heinrich Romane Realismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Lindhorst (Author), 2003, Geschichte, Politik und Ökonomie im "Grünen Heinrich", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34741
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