Delphi 1996/98


Referat (Ausarbeitung), 2004
9 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Übersicht der Ausarbeitung

1. Einleitung

2. Die Delphi-Methode

3. Die Studie „Wissens- und Bildungs-Delphi“
3.1 Auswahl der Stichprobe
3.2 Die modifizierte Delphi-Technik
3.3 Die schriftliche Expertenbefragung
3.4 Ergebnisse

4. Kommentar zur Delphi-Befragung: Prof. Dr. Günther Dohmen

5. Plenumsdiskussion

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Thema der Seminarsitzung vom 16.06.04 war die Studie „Bildungs-Delphi 1996/1998“, in der untersucht wird, wie sich die gegenwärtige Entwicklung hin zu einer Wissensgesellschaft auf das Bildungssystem auswirken könnte. Außerdem wurde die kritische Meinung des Bildungsexperten Prof. Dr. Günther Dohmen zum Bildungs-Delphi und zum Begriff der Wissensgesellschaft thematisiert.

2. Die Delphi-Methode

Mit der Delphi-Methode wird eine mehrfache Expertenbefragung bezeichnet. Der Name ist der griechischen Mythologie entlehnt. In dem griechischen Ort Delphi, der dem Apollon geweiht war, sprach ein Orakel Prophezeiungen aus.[i]

Mit der Delphi-Methode wird auf der Basis von Expertenwissen eine Prognose zu einem Thema gemacht. Typisch für Delphi-Studien ist die Mehrstufigkeit und Rückkopplung: Dieselben Experten beurteilen in mehreren Stufen immer wieder dieselben Fragestellungen zu einem Thema. Dabei stehen den Experten die Ergebnisse der vorherigen Stufe zur Verfügung. Die Mittelwerte der Antworten sowie die Begründung für abweichende Antworten durch den entsprechenden Teilnehmer werden als Grundlage für den nächsten Durchlauf zur Orientierung benutzt. Dadurch wird einerseits bewirkt, dass die Meinungen verdichtet werden, und unter Umständen ein Konsens gefunden wird, andererseits können sich aber auch klar begründete, abweichende Positionen herauskristallisieren.

Diese Methode wurde in den 60er Jahren in den USA entwickelt, ursprünglich um Prognosen im wissenschaftlichen und technischen Bereich zu erstellen.[ii] Seit In Japan wird sie seit 30 Jahren erfolgreich im Bereich der Technikprognosen eingesetzt.

Die erste Delphibefragung in Deutschland war 1993 ebenfalls eine Technikbefragung deren Ziel es war, mit einem Zeithorizont von 25 Jahren die Entwicklung von Wissenschaft und Forschung und ihren Einfluss auf das Alltagsleben zu prognostizieren. Seit 1997 wird diese Delphi-Methode in Deutschland auch auf den geisteswissenschaftlichen Bereich übertragen.

3. Die Studie „Wissens- und Bildungs-Delphi“

Im Jahr 1997 wurde vom damaligen Bundesministerium für Bildung und Forschung und Technologie (BMBF) eine Studie mit dem Titel „Potentiale und Dimensionen der Wissensgesellschaft - Auswirkungen auf Bildungsprozesse und Bildungsstrukturen“ in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde diese zweiteilige Studie nach der Delphi-Methode von einem Forschungsverbund, bestehend aus Infratest Burke Sozialforschung, dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung, und dem Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation. Der erste Teil, im Folgenden „Wissens-Delphi“ genannt, beschäftigt sich mit den Potentialen und Dimensionen der Wissensgesellschaft und wurde von der Prognos AG bearbeitet. Hierzu wurden Experten aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft befragt. Unter anderem wurde die These einer entstehenden Wissensgesellschaft geprüft und bestätigt. Unter diesem Begriff wird hier eine Gesellschaft verstanden, “[...] in der Wissen für eine Reihe gesellschaftlicher Aufgaben und Funktionen immer zentraler wird. Dies geht einher mit der Vorstellung, dass die Produktivkräfte Arbeit und Kapital an Bedeutung verlieren, während Wissen an Bedeutung stark zunimmt.“[iii]

Der Begriff der Wissensgesellschaft wird hier explizit in Abgrenzung zu dem Begriff der Informationsgesellschaft benutzt, da er sich nicht nur auf Information als solche bezieht, sondern auf das Erschließen von Wissen durch eine Person. Hierdurch wird der Bezug zum Bildungssystem hergestellt, mit dem sich der zweite Teil der Studie, das Bildungs-Delphi beschäftigt. Es wurden Bildungsexperten dazu befragt, was das Bildungssystem in Zukunft leisten soll und wie sie die tatsächlich zu erwartende Entwicklung einschätzen. Hierbei wurde eine modifizierte Delphi-Methode benutzt, auf die ich unten weiter eingehen werde. Der Delphi-Ansatz diente in diesem Fall nicht so sehr dazu, eine tatsächliche sichere Prognose zu erhalten, sondern viel mehr dazu, einen Diskurs zu dem Thema anzuregen. Dabei war ein Ziel der Untersuchung, Handlungsbedarf in den verschiedenen Bereichen des Bildungssystems zu lokalisieren und Visionen für die Zukunft zu entwickeln.[iv]

3.1 Auswahl der Stichprobe

Für die Befragung zum Bildungs-Delphi wurden 669 Fragebögen an Experten aus den unterschiedlichen Bereichen und Handlungsfeldern der Bildung geschickt.

Befragt wurden dabei sowohl Experten aus Schulen, Universitäten und aus privaten Bildungseinrichtungen, als auch Bildungsforscher und betriebliche Bildungsexperten, um einen möglichst vielschichtigen Erfahrungshorizont zu nutzen. Von den 669 Fragebögen wurden 457 beantwortet zurückgeschickt, das entspricht einer Rücklaufquote von 68 Prozent. Dieser sehr hohe Wert deutet darauf hin, dass der Diskussionsbedarf in diesem Bereich groß ist.

Es ist auffällig, dass trotz eines hohen Frauenanteils im Bildungssystem allgemein, nur 22 Prozent der befragten Experten weiblich waren. Dies lässt sich dadurch erklären, dass nur ein geringer Prozentsatz der im Bildungssystem beschäftigten Frauen in Spitzenpositionen anzutreffen ist. Die Anzahl von promovierten oder habilitierten Bildungsexpertinnen ist also eher gering.

Aus der Tatsache, dass vor allem Experten mit einer hohen akademischen Qualifikation ausgewählt wurden, erklärt sich auch dass hohe durchschnittliche Alter von ca. 50 Jahren.[v]

3.2 Die modifizierte Delphi-Technik

Wie weiter oben bereits erläutert wurde, sieht das klassische Delphi-Verfahren mehrere Befragungsrunden zu der gleichen Fragestellung vor, wobei die Experten in jeder Runde ihre Einschätzung auf der Basis der Ergebnisse der vorherigen Runde korrigieren können. Dazu wird Runde um Runde dasselbe Erhebungsinstrument gewählt.

Beim Bildungs-Delphi wurde die Befragung dagegen in drei sich unterscheidenden Stufen durchgeführt (siehe Abbildung „Die Konzeption des Bildungs-Delphi“ auf Seite 5).

In der ersten Stufe wurden parallel in drei Workshops Fragestellungen und Thesen zum Bildungssystem der Zukunft ausgearbeitet. Die Teilnehmer des ersten Workshops befassten sich mit dem Bereich der Allgemeinbildung, also allgemeinbildende Schulen und Vorschulen, aber auch die allgemeine Weiterbildung. Der zweite Workshop hatte die berufliche Aus- und Weiterbildung zum Schwerpunkt, mit dem Dritten wurde der Bereich des Hochschulsystems abgedeckt.

Die hier erarbeiteten Fragestellungen und Thesen wurden für die zweite Stufe des Bildungs-Delphi - die eigentliche Expertenbefragung - genutzt, deren Ergebnisse anschließend in der dritten Stufe in zwei weiteren Workshops diskutiert wurden. Hier wurden die Antworten der Befragten unter den Gesichtspunkten ‚Inhalte und Methoden’ und ‚institutionelles und außerinstitutionelles Lernen’ betrachtet und die Ergebnisse im abschließenden Bericht verarbeitet. [vi]

[...]


[i] II, S.4

[ii] II, S.4

[iii] III., S.5

[iv] III, S.3 ff

[v] III, S.7 ff

[vi] III, S.7

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Delphi 1996/98
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Institut für Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Pädagogik der frühen Kindheit)
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V34757
ISBN (eBook)
9783638348836
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Referatsausarbeitung stellt die Delphi-Technik und die Studie Bildungsdelphi 1996/98 vor. Einzeiliger Zeilenabstand
Schlagworte
Delphi
Arbeit zitieren
Sarah Koenig (Autor), 2004, Delphi 1996/98, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34757

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Delphi 1996/98


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden