Die Grundhaltung des Gesprächs-Psychotherapeuten und ihre Begründungen


Hausarbeit, 2004

11 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krankheitstheorie der Gesprächspsychotherapie

3. Ziel der Gesprächspsychotherapie

4. Entwicklung der Grundhaltungen

5. Grundhaltungen des Gesprächs-Psychotherapeuten
5.1 Kongruenz
5.2 Akzeptanz
5.3 Empathie

6. Kritische Positionen zur Gesprächspsychotherapie.

7. Schlussteil

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Aufgabe eines Gesprächs-Psychotherapeuten besteht darin, seinen Klienten, die mit unterschiedlichen Problemen und Schwierigkeiten zu ihm kommen, zu helfen. Doch wie erreicht er Klienten, die mutlos sind und ihre Problem nicht mehr selbst bewältigen können? Wie kann er ihnen helfen, sich seelisch mehr zu entfalten und sich weiter zu entwickeln?

In der Gesprächspsychotherapie wurden Grundhaltungen entwickelt, die zu einer erfolgreichen Therapie führen sollen.

Diese Grundhaltungen und ihrer Begründungen sind Thema dieser Arbeit.

2. Krankheitstheorie der Gesprächspsychotherapie

In der Gesprächspsychotherapie spielt der Begriff „Inkongruenz“ eine zentrale Rolle. Inkongruenz bezeichnet die Widersprüchlichkeit und Unvereinbarkeit zwischen Erlebten und dem Selbstkonzept. Das Selbstkonzept umfasst das Selbstbild und Selbstideal. Bei der Inkongruenz besteht somit ein Konflikt zwischen dem individuellen Selbst, das nach Autonomie strebt, und dem „Rollen-Selbst“, das durch Normen- und Rollenzuschreibungen entsteht. Dieser Konflikt führt zu innerpsychischen Spannungen, die das Individuum z.B. durch „Wahrnehmungsverweigerung“ zu bewältigen versucht. Kann diese Wahrnehmungsblockade nicht mehr voll aufrecht erhalten werden, wird das Selbstkonzept bedroht. Es entsteht ein quälender Leidensdruck, der mit Angst, Depressionen und Desorganisation einhergehen kann.[1]

3. Ziel der Gesprächspsychotherapie

Auf dem Hintergrund der Krankheitstheorie lässt sich das Ziel der Gesprächspsychotherapie benennen. Es geht in erster Linie nicht um die Beseitigung der Symptomatik, die für den Klienten oft Anlass ist, eine Behandlung aufzusuchen. Die Gesprächspsychotherapie strebt vielmehr eine Entwicklung der Persönlichkeit an.[2] Vorrangiges Therapieziel ist die Aufhebung der Inkongruenz und der damit verbundenen innerpsychischen Spannungen. Im Therapieprozess werden die verschütteten Selbstheilungs- und Selbstaktualisierungskräfte freigelegt. Der Klient entwickelt durch die Freisetzung dieser Kräfte mehr Autonomie, Selbstakzeptanz und Selbstachtung, Bewusstheit gegenüber seinem Erlebten, Flexibilität und mutige Kreativität.[3]

4. Entwicklung der Grundhaltungen

Die Gesprächspsychotherapie wurde zunächst unter der Bezeichnung „nicht-direktive Beratung“ gegründet. Das bedeutet, dass sich der Therapeut jeder direkten Lenkung des Klienten enthalten sollte. So sollte er beispielsweise keine Ratschläge erteilen. Auch jede indirekte Beeinflussung durch z.B. wertende Kommentare sollte nicht stattfinden. Statt dessen sollte sich der Therapeut in die innere Welt des Klienten einfühlen und ihn verstehen. Man ging von der Grundannahme aus, jeder Mensch habe die Tendenz zur Selbstentfaltung und zur konstruktiven Autonomie, die durch eine akzeptierende, bejahende, verständnisvolle und einfühlsame Grundhaltung des Therapeuten nur angeregt werden müsse.[4]

In den 50er Jahren gab es dann heftige Diskussionen über die „nicht-direktive Beratung“. Daraus entstand die „klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie“, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung des Klienten mit seiner eigenen Gefühlswelt stand. Der Therapeut sollte dem Klienten zu einer höheren Selbstwahrnehmung und Reflexion seiner Gefühlswelt verhelfen.[5] Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die drei Basisvariablen von Carl Rogers, Kongruenz, Akzeptanz und Empathie als notwendige Grundhaltung des Therapeuten als notwendige und hinreichende Bedingung angesehen.[6]

Ab den 60er Jahren entwickelten sich aus den Grundhaltungen und Basisvariablen der Schwerpunkt der therapeutischen Intervention auf den intensiven Kontakt zwischen Therapeut und Klient, aber auch insbesondere den Kontakt des Klienten zu sich selbst. Das heißt, dass der Therapeut den Klient in seinem Erleben, seinen Gefühlen und Wahrnehmungen fördern sollte.[7]

[...]


[1] vgl. Finke, 1994, S. 105ff

[2] vgl. Finke, 1994, S. 8f

[3] vgl. Kriz, 1994, S. 207f

[4] vgl. Finke, 1994, S. 1

[5] vgl. Kriz, 1994, S. 199

[6] Pallasch, 1993, S. 20

[7] vgl. Kriz, 1994, S. 199

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Grundhaltung des Gesprächs-Psychotherapeuten und ihre Begründungen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Klinische Psychologie
Note
2,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V34770
ISBN (eBook)
9783638348928
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundhaltung, Gesprächs-Psychotherapeuten, Begründungen, Klinische, Psychologie
Arbeit zitieren
Diplom-Sozialpädagoge Benjamin Kriwy (Autor:in), 2004, Die Grundhaltung des Gesprächs-Psychotherapeuten und ihre Begründungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34770

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