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Autismus unter differentialätiologischer Betrachtung: Erklärungsmodelle des Symptommusters 'Autistische Störung'.

Title: Autismus unter differentialätiologischer Betrachtung: Erklärungsmodelle des Symptommusters 'Autistische Störung'.

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: sehr guter Kommentar

Autor:in: Katharina Tiedeken (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Nach Paul Watzlawick (Watzlawick, Beavin, Jackson 1996, Seite 51) kann man nicht nicht kommunizieren, aber es gibt Menschen, denen die Fähigkeit, mit anderen Menschen fühlend verbunden zu sein, auf besondere Art und Weise nicht möglich ist.

Sie leiden unter dem, was in der Alltagssprache als „autistisch“ bezeichnet wird. Ausgehend von dem Gedanken, dass eine solche auf den sozialen Kontakt und die Empathie mit anderen Menschen bezogene Auffälligkeit auf Ablehnung der Umwelt stößt, möchte ich die These aufstellen, dass Aufklärung und Kenntnis über die Krankheit ein Schritt zu mehr Verständnisse und Integration sein kann. Walther (1999) schreibt zum Wissenstand über diese Krankheit: "Die Früherkennung gestaltet sich für viele Eltern schwierig, da das autistische Phänomen aufgrund seiner Seltenheit in der Allgemeinbevölkerung noch relativ unbekannt ist" (Walther 1999, Seite 13).

Zusätzlicher Handlungsbedarf in bezug auf eine Aufklärung über das Symptommuster Autismus findet seine Begründung darin, dass Kinder bei zunehmenden Ein-Kind-

Familien häufig erst im Vorschulbereich im Kindergarten Kontakte zu anderen Kindern finden oder Eltern einen Vergleich zu anderen Kindern erleben. Leitende These meiner Arbeit ist, dass ein Wissen über die Symptommuster der „autistischen Störung“ für im pädagogischen Bereich arbeitende Menschen wichtig ist, um den autistisch Behinderten und ihrem familiären Umfeld gerade am Anfang eines Lebensweges zum Beispiel im Vorschulbereich eine heilpädagogische Hilfe zu geben, mögliche autistische Kontaktstörungen zu erkennen und Kinder mit autistischen Zügen in einer heilpädagogischen Betreuung zu fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Definitionen und Begriffsbestimmungen:

2.1 Kanner-Syndrom

2.2 Asperger-Syndrom

2.3 Zusammenfassender Vergleich von Kanner-Syndrom und Asperger-Syndrom

2.4. Weitere Ansätze

2.5 Zusammenfassung der Hauptsymptome autistischer Störung

3. Historiogenese der Erforschung

4. Diskussion der Ursachen. Unsicherheiten der Ursachen

5. Psychologische Erklärung:

5.1 Kognitive Theorie nach Baron-Cohen (1985)

5.1.1 Theory of Mind

5.1.2 Wahrnehmungsstörung

5. 2 Handlungstheoretisches Modell

6. Bedeutung für den Umgang mit autistischen Kindern

6.1 Kommunikationshilfen

6.3 Die Rolle der Beobachtung

6.4 Veränderungsangst

7. Bedeutung des Spielens

8. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die sozialen Schwierigkeiten von Kindern mit Autismus zu beschreiben, ein Verständnis für das Symptommuster der „autistischen Störung“ zu fördern und daraus heilpädagogische Handlungsmuster für den Vorschulbereich abzuleiten.

  • Differentialdiagnostische Betrachtung von Kanner- und Asperger-Syndrom
  • Analyse psychologischer Erklärungsmodelle, insbesondere der „Theory of Mind“
  • Diskussion von Ursachen und Komplexität der Entwicklungsstörung
  • Ableitung heilpädagogischer Interventionen für den Kindergartenalltag
  • Die Bedeutung des Spielens als soziale Fördermöglichkeit bei Autismus

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Theory of Mind

Anders als Kinder ohne autistisches Syndrom entwickeln die autistischen Kinder nicht ab dem Ende des 1. Lebensjahr das, was in der Wissenschaft als „Theory of mind“ bezeichnet wird. Der Begriff der „Theory of mind“ stammt von Premack und Woodruff (1978). Damit ist die Fähigkeit gemeint, die Welt auch aus einem veränderten Blickwinkel sehen zu können. Um sich in eine andere Person hineinversetzen zu können, muss man im Stande sein, die Kenntnisse und Überzeugungen des anderen Menschen wahrzunehmen und begreifen, dass diese womöglich von den eigenen abweichen. Die Fähigkeit, sich der eigenen und fremden Gedanken bewusst zu werden setzt bei Kindern ca. zwischen 3 ½ und 4 Jahren ein. Kleine Kinder interpretieren Ereignisse in der Regel nur von ihrem eigenen Standpunkt aus und nehmen an, dass alle anderen Menschen der gleichen Ansicht sind. Mit zunehmendem Alter interessieren sich normal entwickelte Kinder für die Meinungen und Standpunkte anderer und können diese auch nachvollziehen. Sie entwickeln ein „Denken über das Denken“, was in der Fachsprache als „Theory of Mind“ bezeichnet wird. Autistische Kinder haben hier die Schwierigkeiten, die zur Ausbildung des autistischen Syndroms werden. So sind sie nicht in der Lage, wie andere Kinder die verbalen aber auch die nonverbalen Kommunikationssignale anderer Menschen zu verstehen. Sie können die kommunikativen Funktionen von Gestik und Mimik nicht ablesen. Das setzt sie in die Schwierigkeit, das Handeln und die Wünsche anderer Personen nicht verstehen zu können und zu interpretieren. Dadurch haben autistische Kinder Schwierigkeiten sich in andere Personen hineinzuversetzen und auch zwischen dem eigenen und dem Wissen einer anderen Person zu unterscheiden.

Diese „Theory of Mind“ wird als eine mögliche Erklärung der beobachtbaren Kommunikationsstörungen diskutiert Sie beschreibt zusammenfassend „die Fähigkeit,... , Gedanken und Gefühle anderer zu attribuieren und im eigenen Denken und Handeln Wünsche und Gefühle anderer zu berücksichtigen (Mitchell 1997, 72)“ (Theunissen 2003, Seite 128).

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in das Thema Autismus, Darlegung der Relevanz für den pädagogischen Bereich und Formulierung der leitenden Forschungsziele.

2. Definitionen und Begriffsbestimmungen: Überblick über das diagnostische Spektrum, Abgrenzung von Kanner- und Asperger-Syndrom sowie eine begriffliche Einordnung.

3. Historiogenese der Erforschung: Nachzeichnung der geschichtlichen Entwicklung des Autismus-Begriffs und der sich wandelnden wissenschaftlichen Sichtweisen.

4. Diskussion der Ursachen. Unsicherheiten der Ursachen: Auseinandersetzung mit der ätiologischen Vielfalt und der Problematik einer eindeutigen Ursachenzuschreibung.

5. Psychologische Erklärung: Darstellung kognitiver und handlungstheoretischer Modelle zur Erklärung autistischen Verhaltens.

6. Bedeutung für den Umgang mit autistischen Kindern: Erörterung praktischer Konsequenzen für die pädagogische Arbeit und Möglichkeiten der Strukturierung und Kommunikation.

7. Bedeutung des Spielens: Untersuchung des Spielverhaltens als Medium für soziale Interaktion und therapeutische Förderung.

8. Ausblick: Zusammenfassende Reflexion über die zukünftige Bedeutung der Integration und der ressourcenorientierten Sichtweise in der Heilpädagogik.

Schlüsselwörter

Autismus, Kanner-Syndrom, Asperger-Syndrom, Heilpädagogik, Theory of Mind, soziale Interaktion, Kommunikation, Vorschulbereich, Wahrnehmungsstörung, Diagnostik, Entwicklungsförderung, Spielpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Krankheitsbild Autismus, dessen differentialdiagnostischer Abgrenzung sowie der Bedeutung der Früherkennung und pädagogischen Förderung im Vorschulbereich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Autismus-Formen, die historische Forschung, psychologische Erklärungsansätze und praktische Handlungskonzepte für Pädagogen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die sozialen Schwierigkeiten autistischer Kinder zu beschreiben und aufzuzeigen, wie sie durch gezielte pädagogische Maßnahmen und das Verständnis ihrer Symptomatik in das soziale Geschehen integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Publikationen, psychiatrischer Diagnosesysteme und heilpädagogischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Erklärungsmodelle (z. B. Theory of Mind) und die praxisorientierte Darstellung von Förderhilfen, Kommunikationsunterstützung und der Rolle des Spiels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Autismus, Kanner-Syndrom, Asperger-Syndrom, Heilpädagogik, Theory of Mind und soziale Integration.

Warum ist die „Theory of Mind“ für das Verständnis autistischer Kinder so wichtig?

Sie liefert eine kognitive Erklärung dafür, warum betroffene Kinder Schwierigkeiten haben, die Perspektiven, Absichten und Gefühle anderer Menschen zu verstehen, was die soziale Interaktion maßgeblich beeinträchtigt.

Welche Rolle spielt das Spiel in der pädagogischen Arbeit mit Autisten?

Das Spiel wird nicht mehr nur als isolierte Tätigkeit betrachtet, sondern als wertvolles Medium, um soziale Kompetenzen, Kooperationsfähigkeit und Interaktion zu fördern.

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Details

Title
Autismus unter differentialätiologischer Betrachtung: Erklärungsmodelle des Symptommusters 'Autistische Störung'.
College
University of Hagen
Course
Autismus
Grade
sehr guter Kommentar
Author
Katharina Tiedeken (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V34773
ISBN (eBook)
9783638348942
Language
German
Tags
Autismus Betrachtung Erklärungsmodelle Symptommusters Autistische Störung Autismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Tiedeken (Author), 2004, Autismus unter differentialätiologischer Betrachtung: Erklärungsmodelle des Symptommusters 'Autistische Störung'., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34773
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