Muster persuasiver Kommunikation und ihre Beweismittel in Textexemplaren zur Humangenetik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Humangenetik
2.1 Was ist Humangenetik?
2.2 Die Ethikdebatte

3 Persuasive Muster
3.1 Versprechungen
3.2 Furchtapelle
3.3 negative Botschaften
3.4 Handlungsempfehlungen

4 Persuasive Strategie nach Elisabeth Beck-Gernsheim
4.1 Akzeptanzrhetorik
4.2 Bedrohungsrhetorik
4.3 Rettungsrhetorik
4.4 Verantwortungsrhetorik

5 Kategorisierung der Persuasiven Muster

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Sprachlich zu überzeugen war und ist eine Kunst, die seit jeher für die Durchsetzung der eigenen Interessen genutzt wurde und wird. Schon Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) befasste sich ausführlich mit der Rhetorik und ihrer zielgerichteten Verwendung. Die Kenntnis über die Strategien, die erforderlich sind, sein Umfeld von einer Meinung zu überzeugen, gab er u. a. in folgendem Satz zu erkennen: „Daher ist es erforderlich, Kunstfertigkeit anzuwenden, ohne dass man es merkt, und die Rede nicht als verfertigt, sondern als natürlich erscheinen zu lassen - dies nämlich macht sie glaubwürdig.“ Es wird also deutlich, dass die Kunst der Rede schon sehr früh erkannt und genutzt wurde.

Ein Ausnutzen solcher rhetorischer Fähigkeiten wurde und wird auch heute insbesondere zu politischen Zwecken genutzt. Adolf Hitler gehörte u. a. zu den Personen, die sich eingehend mit Rhetorik befassten, um sich diese für die Durchsetzung ihrer Interessen zunutze zu machen.

Persuasives Sprechen zeichnet sich durch seine ausführliche Planung und den möglichst effektiven Einsatz sprachlicher Mittel, z.B. durch rhetorische Figuren, aus.[1] Gerade in konfliktträchtigen Themenbereichen kann durch den gezielten und durchdachten Einsatz von persuasiven Mustern eine große Leser- bzw. Zuhörerschaft von der favorisierten Meinung überzeugt werden. Die Diskussion über die Humangenetik generell und im Speziellen in Deutschland zählt neben vielen weiteren zu diesen brisanten Themen und wurde an verschiedenen Stellen diskutiert.

Zunächst soll ein Einblick in die Thematik der Humangenetik und die zur Diskussion stehenden Verfahren gegeben werden. Das Hauptaugenmerk wird jedoch in der konkreten Analyse von Textbeispielen aus dem Buch „Biopolitik – Die Positionen“ von Christian Geyer (Hrsg.) liegen. Hierbei sollen die verschiedenen persuasiven Muster

- Versprechungen,
- Furchtapelle,
- negative Botschaften und
- Handlungsempfehlungen

aufgespürt und anhand konkreter Beispiele dargeboten werden. Gleichzeitig wird betrachtet, in welcher Form bzw. mit welcher Strategie diese versuchen, Einfluss auf die Überzeugung des Lesers zu nehmen. Im Anschluss daran werden die von Elisabeth Beck-Gernsheim[2] geprägten Kategoriebegriffe

- Akzeptanzrhetorik,
- Bedrohungsrhetorik,
- Rettungsrhetorik und
- Verantwortungsrhetorik

erläutert und schließlich betrachtet, inwiefern die unter 3 genannten Muster in diese Kategorien eingeordnet werden können.

2 Humangenetik

2.1 Was ist Humangenetik?

Das Thema Humangenetik, insbesondere die Stammzellendebatte sorgt seit vielen Jahren für heftige Meinungsunterschiede. Insbesondere die Frage, inwieweit eine Entschlüsselung der menschlichen Erbanlagen für therapeutische bzw. präventive Zwecke zulässig ist, führt zu großen Diskrepanzen. Die größte Uneinigkeit besteht in Fragen der Zulässigkeit der nachfolgend genannten medizinischen Vorgehensweisen:

- Die Präimplantationsdiagnostik: Die bei der künstlichen Befruchtung angewandte Methode, die befruchtete Eizelle vor dem Einpflanzen auf genetische Defekte zu untersuchen,
- das regenerative Klonen, bei dem ein Embryo zum Zwecke der Reproduktion geschaffen wird,
- das therapeutische Klonen, welches der Erzeugung menschlichen Gewebes bzw. menschlicher Organe dient. Zweck dieses Verfahrens ist es, Teile des erzeugten Embryos zur Heilung bisher tödlicher bzw. unheilbarer Krankheiten zu verwenden und
- der Import von menschlichen Stammzellen aus dem Ausland.

2.2 Die Ethikdebatte

Der Wunsch des Menschen nach gesundem Leben seiner selbst und dessen seines Kindes ist so weit verbreitet, wie das Leben selbst. Seit Beginn der humangenetischen Forschung in den 20er bzw. 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erschließen sich dem Menschen nach und nach Möglichkeiten, diese Gesundheit künstlich wiederherzustellen bzw. präventiv werdendes Leben zu überwachen. Diese Möglichkeiten spalten die Menschen in zwei Lager. Die einen befürchten aufgrund der Manipulation des menschlichen Erbgutes dessen baldigen Untergang und verurteilen die Tötung von mit Erbkrankheiten belasteten Föten. Die anderen ersehnen eine Zukunft ohne unheilbare bzw. tödliche Krankheiten. Erstere berufen sich nicht selten nach Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention auf das Recht auf Leben[3] und fordern eindringlich eine begrenzende Ethik. Letztere betrachten die Problematik z. T. auch aus Sicht der Betroffenen und sehen die möglichen Verfahren durch deren Leid gerechtfertigt.

Sehr treffend beschreibt Franz Böckle[4] folgenden Grundsatz: "Je mehr uns Wissenschaft und Technik instand setzen, zu erreichen, was wir wollen, desto hilfloser stehen wir vor der Frage, was wir eigentlich wollen." Je mehr Zukunftsalternativen sich dem Menschen erschließen und medizinisch realisierbar werden, desto schwieriger gestaltet sich die Frage, auf welchen zukünftigen Weg sich die Menschen einigen können, und aus moralischer Sicht betrachtet: einigen sollen.

Anhand verschiedener Text- und Gesprächsbeispiele zu den konträren Meinungen sollen nun nachfolgend die verschiedenen Möglichkeiten einer Überzeugungsstrategie aufgezeigt werden.

[...]


[1] Hadumod Bußmann (Hg.), Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. aktualisierte und erw. Aufl. Stuttgart 2002, S. 508.

[2] Elisabeth Beck-Gernsheim „Die soziale Konstruktion des Risikos – Das Beispiel Präna-taldiagnostik“ in: Biopolitik. Die Positionen. Christian Geyer (Hrsg.), Frankfurt a. M. 2001 Seite 21-40.

[3] Europäische Menschenrechtskonvention, Art. 2, Abs. 1: Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt. Niemand darf absichtlich getötet werden, außer durch Vollstreckung eines Todesurteils, das ein Gericht wegen eines Verbrechens verhängt hat, für das die Todesstrafe gesetzlich vorgesehen ist.

[4] Franz Böckle 1984, siehe Literaturverzeichnis

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Muster persuasiver Kommunikation und ihre Beweismittel in Textexemplaren zur Humangenetik
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
HS A- Überzeugungsstrategien
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V34776
ISBN (eBook)
9783638348973
ISBN (Buch)
9783638758796
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Muster, Kommunikation, Beweismittel, Textexemplaren, Humangenetik
Arbeit zitieren
Nadin Kleber (Autor), 2005, Muster persuasiver Kommunikation und ihre Beweismittel in Textexemplaren zur Humangenetik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34776

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