Zielsetzungen externer Rechnungslegung. Eine vergleichende Betrachtung von HGB und IAS/IFRS mit Praxisbeispielen


Studienarbeit, 2005
15 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

1 Grundsätze der Studienarbeit
1.1 Problemstellung
1.2 Aufgabenstellung
1.3 Zielsetzung

2 Entwicklung und Zielgruppen HGB/IAS
2.1 Geschichtlicher Hintergrund und Standardsetter
2.1.1 HGB
2.1.2 IAS
2.2 Adressaten
2.2.1 HGB
2.2.2 IAS

3 Bilanzierungsphilosophien HBG/IAS
3.1 Wesentliche Differenzen
3.1.1 Vorsichtsprinzip/Maßgeblichkeit des HGB
3.1.2 „true and fair view“ der IAS
3.2 Weitere Differenzen
3.3 Gemeinsamkeiten

4 Detaillierter Vergleich am Beispiel des Anlagevermögens
4.1 Definition des Anlagevermögens
4.1.1 HGB
4.1.2 IAS
4.2 Ansatz immaterieller Vermögenswerte
4.2.1 HGB
4.2.2 IAS
4.2.3 Erstbewertung
4.2.3.1 HGB
4.2.3.2 IAS
4.2.4 Folgebewertung
4.2.4.1 HGB
4.2.4.2 IAS
4.2.5 Goodwill
4.2.5.1 HGB
4.2.5.2 IAS
4.3 Sachanlagen
4.3.1 Erstbewertung
4.3.1.1 HGB
4.3.1.2 IAS
4.3.2 Folgebewertung
4.3.2.1 HGB
4.3.2.2 IAS

5 Praxisbeispiele
5.1 Paul Hartmann AG
5.1.1 Umstellungsfristen und Zeitpläne der Umstellung HGB auf IAS
5.1.2 Auswirkungen auf die Eigenkapitalstruktur der Paul Hartmann AG
5.2 Anwendung im DAX 30

6 Entscheidungsansätze HGB vs. IAS
6.1 Bilanzpolitische Entscheidungsansätze
6.2 Im Rahmen der Einführung von Basel II

7 Abkürzungsverzeichnis

8 Literaturverzeichnis

1 Grundsätze der Studienarbeit

1.1 Problemstellung

Durch die Liberalisierung der Märkte kennt Kapital für Investitionen in Indus-triestaaten praktisch keine Grenzen mehr. Wirtschaftsinformationen sind, wenn-gleich in unterschiedlicher Qualität, für jeden verfügbar. Internationalen Investoren wird die Möglichkeit geboten, auch in Mid- oder Small-Cap-Unternehmen stra- tegische Positionen einzugehen. Insbesondere in Hinblick auf Basel II und den daraus resultierenden möglichen Konditionsverschlechterungen bei der Kreditver- gabe von Seiten der Geschäftsbanken muss diesen Eigenkapitalgebern die Chance geboten werden, unter einfachem Aufwand eine Investitionsanalyse durchführen zu können und so die Attraktivität des Finanzplatzes Deutschland zu erhöhen.

1.2 Aufgabenstellung

Aufgabe der Studienarbeit ist es, Unterschiede der Rechnungslegung zwischen Inter-

national Accounting Standards (IAS) und Handelsgesetzbuch (HGB) aufzuzeigen und unter Berücksichtigung der individuellen Zielsetzungen von Eigenkapitalgebern und Management dem Lesenden Hinweise zu geben, welchen Schwierigkeiten eine objektive und realitätsnahe Unternehmensanalyse ausgesetzt sein kann.

1.3 Zielsetzung

Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, die übergeordnete Strategie eines Unter-

nehmens durch Wahl der entsprechenden Rechnungslegungsstandards umzusetzen

respektive dem Analysierenden Hinweise darauf zu geben, wie zu einem möglichst

realitätsnahen bilanziellen Bild eines Unternehmens gekommen werden kann.

2 Entwicklung und Zielgruppen

2.1 Geschichtlicher Hintergrund und Standardsetter

2.1.1 HGB

Wie andere Rechnungslegungsvorschriften Kontinentaleuropas werden die Regeln des HGB primär vom Gesetzgeber erlassen. Das HGB kann dabei auf eine lange geschichtliche Tradition verweisen. Dieses Gesetz vom 10. Mai 1897 trat am 01. Ja-

nuar 1900 in Kraft1. Bis heute wurde das HGB mehrmals Anforderungen der neueren Zeit angepasst, was durch die Legislative erfolgte und eine möglichst einfach verständliche Systematik der Rechnungslegung („code law2“) ermöglichen sollte. Mit der Einführung des Deutschen Rechnungslegung Standards Comitee (DRSC) 1998 wird immer stärker eine privatrechtlich organisierte Rechnungslegung verfolgt.

2.1.2 IAS

Als Standardsetter der IAS fungiert das im Jahr 1973 gegründete International Accounting Standard Board (IASB). In dem in London (United Kingdom) ansässigen Institut finden sich Angehörige aus allen Bereichen der Rechnungslegung. Es seien

insbesondere Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Hochschullehrkörper aus dem Bereich der Rechnungslegung genannt. Deutschland wird in dem aus mehr als 100 Mitgliedsstaaten umfassenden Komitee durch das DRSC und die Wirtschafts-prüferkammer vertreten. Die IAS sollen als weltweiter Rechnungslegungsstandard etabliert werden.

2.2 Adressaten

2.2.1 HGB

Neben vielfältigen Adressaten wie zum Beispiel der breiten Öffentlichkeit, Arbeitnehmern und Lieferanten ist hauptsächlich der Gläubiger in seinen vielfältigen Formen zu nennen. Vorrangig soll die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens beleuchtet werden, das heißt inwieweit es in der Lage ist, bilanziell seine Zins- und Tilgungszahlungen zu leisten. Aus Gläubigersicht sollte die Haftungssubstanz des Unternehmens möglichst hoch sein, das heißt möglichst wenig Liquidität in Form von Steuern oder Gewinnausschüttungen das Unternehmen verlassen.

2.2.2 IAS

In den angelsächsischen Ländern wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) sowie dem United Kingdom (UK) genießt die Aktie als Anlageform einen weitaus höheren Stellenwert als in Kontinentaleuropa. Daher steht der Schutz des Eigenkapitalgebers (Schutz des Anteilseigners) im Mittelpunkt der IAS-Rechnungslegung.

3 Bilanzierungsphilosophien HGB vs. IAS

3.1 Wesentliche Differenzen

3.1.1 Vorsichtsprinzip/Maßgeblichkeit des HGB

Im Sinne des Gläubigerschutzes des HGB muss die Vermögens-, Schulden- und Er-

tragslage möglichst pessimistisch dargestellt werden. Es sollen möglichst wenig liqui-

de Mittel das Unternehmen in Form von Gewinnausschüttungen oder Steuern das Unternehmen verlassen. Prinzipiell wird daher versucht, Vermögen möglichst niedrig,

Schulden jedoch möglichst hoch zu bewerten. Die Bildung von stillen Rücklagen, welche insbesondere aus Sicht des Eigenkapitalgebers abzulehnen ist (Ansprüche aus Gewinnausschüttung werden gekürzt beziehungsweise ganz ausgeschlossen) wird bejaht. Dadurch werden Ausschüttungszahlungen zum Teil über einen langen Zeitraum in die Zukunft verschoben. Der Grundsatz des „true and fair view“ ist in Frage zu stellen, da insbesondere bei Immobilien über einen langen Zeitraum eine teils beträchtliche Wertentwicklung eintritt, welche bilanziell nicht (→“still“) angesetzt wird.

Im Falle einer geplanten Veräußerung muss eine umfangreiche Neubewertung durchgeführt werden, welche zu erheblichen Problemen führen kann. Dies wird durch die aktuellen Vorgänge im Prozess gegen die Deutsche Telekom AG bzgl. der überhöhten Bewertung von Immobilien belegt. Noch nicht realisierte Verluste müssen im Rahmen des „Imparitätsprinzips“ aus gewiesen werden.

In Deutschland wurde von Seiten des Gesetzgebers die Handelsbilanz eng mit der

Steuerbilanz verknüpft. Dabei ist die Handelsbilanz gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 Einkommensteuergesetz (EStG) maßgeblich für die Steuerbilanz. Die handels-rechtlichen Vorschriften sind zu beachten. Mit Hilfe weiterer steuerlichen Re- gelungen, insbesondere mittels den §§ 140/141 Abgabenordnung (AO), versucht der Gesetzgeber die Bildung stiller Reserven zu erschweren beziehungsweise zu verhindern. Die Möglichkeit der „umgekehrten Maßgeblichkeit“, das heißt der Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz, stellt ein weiteres Indiz für die enge Verzahnung beider Bilanzen dar.

3.1.2 „true and fair view“ der IAS

Die Vorschriften der IAS sehen grundsätzlich eine periodengerechte Gewinn- ermittlung im Vordergrund. Diese erfolgt, analog zu den vier Quartalen eines Geschäftsjahres, viermal jährlich. Ziel ist es, dem Investor nicht nur im Rahmen der Jahresabschlussbilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung am Jahresende die Möglichkeit zu geben, die Richtigkeit seiner Investition zu überprüfen. Dies steht im Einklang mit der grundlegenden Intention der IAS, entscheidungsorientierte Infor-mationen zu generieren, der sogenannten „decision usefullness“ 3. Um eine möglichst große „Nützlichkeit“ zu erreichen, erlauben die IAS im Vergleich zum HGB in deutlich größerem Umfang den Ansatz aktueller Marktpreise. Während das HGB im Bereich der Aktiva, zum Beispiel bei Wertpapieren, das „strenge Niederstwertprinzip“ anwendet und einen bilanziellen Ansatz maximal in Höhe der Anschaffungskosten erlaubt, kann im Rahmen der IAS der Wertansatz zu aktuellen Marktpreisen erfolgen. Spekulationsgewinne können daher bilanziell dargestellt werden, um bei potentiellen Investoren durch einen implizierten höheren Gewinnausweis als „Investment“ attraktiver zu erscheinen. Parallel zum HGB müssen Wertminderungen, insbesondere im Fall von Kursverlusten, im Gedanken einer realistischen Bewertung bilanziell angesetzt werden. Das sogenannte „Imparitätsprinzip“, das heißt der Ansatz noch nicht realisierter Verluste, welches im HGB im Rahmen des Vorsichtsprinzips Anwendung findet, ist im Rahmen der IAS nicht bekannt. Generell wird versucht, soweit dies im Rahmen des „going concern“-Gedankens (Annahme der Fortführung des Unternehmens bei Bilanzerstellung über den Bilanzstichtag hinaus) möglich ist, die Bildung stiller Reserven zu unterbinden um im angelsächsischen Sinne einen möglichst hohen Gewinnausweis zu erzielen. Dabei ist zu erwähnen, dass auch Gehälter des Topmanagements mittels Optionen oftmals eng an die Entwicklung des Aktienkurses und somit an die Gewinnentwicklung des jeweiligen Unternehmens gekoppelt sind.

[...]


1 Vgl. Hefermehl, Wolfgang, HGB, 37. Auflage, München (Beck-Texte), 2001, S.4

2 Vgl. Wöhe, Günther, Einführung in die allgemeine BWL, 20.Auflage, München (Vahlen), 2000, S. 1009

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Zielsetzungen externer Rechnungslegung. Eine vergleichende Betrachtung von HGB und IAS/IFRS mit Praxisbeispielen
Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Veranstaltung
Finanzcontrolling und -Analyse
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V34817
ISBN (eBook)
9783638349307
ISBN (Buch)
9783638758604
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zielsetzungen, Rechnungslegung, Eine, Betrachtung, IAS/IFRS, Praxisbeispielen, Finanzcontrolling
Arbeit zitieren
Dipl. Bw (FH) BSc MSc Daniel Kriegler (Autor), 2005, Zielsetzungen externer Rechnungslegung. Eine vergleichende Betrachtung von HGB und IAS/IFRS mit Praxisbeispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34817

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