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Über die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen

Title: Über die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen

Term Paper , 2004 , 14 Pages

Autor:in: Leah Schott (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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In der Soziologie gibt es diverse Untersuchungen über den Sinn der Strafe, die auf einen Normbruch folgt. Oftmals wird bei Argumentationen die schützende, erhaltende und bindende Kraft der Strafe hervorgehoben, ohne die eine Gesellschaft wohl nicht bestehen könnte.

Viele Soziologen -unter anderem Emile Durkheim- sind davon überzeugt, dass die Sanktion eines Normbruchs immer zu einer Stärkung der Kollektivgef ühle führt. Heinrich Popitz bringt diese vorherrschende Einstellung in der Soziologie auf einen Punkt: “Der Vollzug der Strafe gegen den Normbrecher, die abweichende, feindliche Haltung gegen einen Einzelnen. Stärkt den Zusammenhalt, die Solidarität der Gruppe als Ganzes.“

In seinem Werk „Über die Präventivwirkung des Nichtwissens“ untersucht Heinrich Popitz nun d ie Grenzen der Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen, also inwieweit der soziale Zusammenhalt durch Strafe gesichert werden kann.

Bevor in dieser Arbeit die von Popitz gesetzten Grenzen aufgezeichnet werden , werden zunächst einige der Überlegungen dargestellt, die Popitz in seinem Buch „Die normative Konstruktion von Gesellschaft“ anstellt. Hier gehe ich in erster Linie auf die Entstehung von Normen und Gesellschaften ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Entstehung von Gesellschaften

Die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen

1. Unterstellung

2. Unterstellung

3. Unterstellung

Resumée

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der soziologischen Überlegungen von Heinrich Popitz die Grenzen der Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen. Dabei wird analysiert, inwieweit ein vollkommen transparentes Sanktionssystem gesellschaftlich tragfähig wäre oder ob die faktische Notwendigkeit eines gewissen Maßes an Nichtwissen (Dunkelziffer) für den Erhalt des sozialen Zusammenhalts entscheidend ist.

  • Grundlagen der Entstehung von Gesellschaften und sozialen Normen
  • Die Funktion und Notwendigkeit von Sanktionssystemen
  • Die drei zentralen Unterstellungen der Effektivität negativer Sanktionen
  • Die Bedeutung der Dunkelziffer für die Entdramatisierung sozialen Lebens

Auszug aus dem Buch

Die Entstehung von Gesellschaften

Da in beiden Werken Popitz eine Gesellschaft im Mittelpunkt seiner Untersuchungen steht, wird zuerst skizziert, was laut Popitz eine Gesellschaft auszeichnet und wie sie entsteht.

Bereits eine kleine Anzahl von Menschen, die einen Bezug zueinander haben und sich an ihrem gegenseitigen Verhalten orientieren, bezeichnet Popitz als Gesellschaft. Diese Gruppierungen sind geschlossen, sodass es ein bestimmtes Kriterium gibt, das erfüllt werden muss, bevor man Mitglied dieser Gruppierung werden kann. Dieses Kriterium kann sich entweder auf persönliche Merkmale (Religion, Nationalität, Geschlecht,…) oder auf erbrachte Leistungen beziehen (Reichtum, hoher Intelligenzquotient,…) beziehen. „’Gesellschaft’ nennen wir also jede nach außen geschlossene soziale Gruppe, die sich wenigstens zum Teil selbst rekrutiert und die Neugeborenen sozial integriert.“

Gesellschaften entstehen durch Vergesellschaftung. Eine Kondition von Vergesellschaftung ist die Kenntnis über das Verhalten anderer Menschen. Diese Kenntnis basiert nicht nur auf Erfahrungen sondern auch auf Extrapolation dieser Erfahrungen. Popitz geht davon aus, dass sich unser eigenes Verhalten immer nach dem „zukünftig erwarteten Verhalten anderer“ richtet. Er bezeichnet das Phänomen der Extrapolation als „Verhaltensorientierung“.

Damit die Möglichkeit besteht, die Reaktion des Gegenübers mit einzuplanen, muss Verhalten möglichst vorausschaubar gestaltet werden. Vorausschaubarkeit wird dadurch gewährleistet, dass Verhalten in jeder Gesellschaft bestimmten Regelmäßigkeiten unterliegt, welche jedoch nicht von der Natur vorgegeben sind, sondern artifiziell von Menschen konstruiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einführung erläutert die soziologische Debatte um die Funktion von Strafe und stellt die Forschungsfrage nach den Grenzen negativer Sanktionen im Werk von Heinrich Popitz.

Die Entstehung von Gesellschaften: Das Kapitel definiert Gesellschaften als geschlossene soziale Gruppen, die durch Vergesellschaftung, Verhaltensorientierung und die Konstruktion von Normen entstehen.

Die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen: Dieser Abschnitt thematisiert das Konzept der Sanktionierung und untersucht die drei hypothetischen Unterstellungen einer totalen gesellschaftlichen Transparenz.

1. Unterstellung: Hier wird die Annahme widerlegt, dass totale Verhaltensinformationen durchsetzbar sind, da subjektive und objektive Grenzen eine solche Transparenz verhindern.

2. Unterstellung: Es wird dargelegt, dass ein System, das alle Normbrüche entdecken und bestrafen würde, scheitern müsste, da das Verschweigen von Normbrüchen zur Entlastung notwendig ist.

3. Unterstellung: Das Kapitel erläutert, warum ein Sanktionssystem bei vollständiger Entdeckung aller Taten durch Überlastung und Abstumpfung der Sanktionsbereitschaft zusammenbrechen würde.

Resumée: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass soziale Wirksamkeit und Schutzfunktion nur erhalten bleiben, wenn Sanktionen ein Minderheitsphänomen bleiben und die Dunkelziffer als stabilisierendes Element existiert.

Schlüsselwörter

Soziale Kontrolle, Heinrich Popitz, negative Sanktionen, Normbruch, Vergesellschaftung, Verhaltenstransparenz, Dunkelziffer, Sanktionssystem, Normen, soziale Ordnung, Präventivwirkung, Entlastungseffekt, Konformität, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen innerhalb einer Gesellschaft und untersucht die Frage, ob eine vollständige Überwachung und Bestrafung aller Normbrüche funktional oder zerstörerisch für den sozialen Zusammenhalt wäre.

Welche Themenfelder werden primär behandelt?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Gesellschaften durch soziale Normen, die Rolle von Sanktionssystemen bei Regelverstößen und die soziologische Bedeutung des Nichtwissens bzw. der Dunkelziffer.

Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die drei von Heinrich Popitz formulierten Unterstellungen über totale Verhaltenstransparenz kritisch zu prüfen und aufzuzeigen, warum eine Gesellschaft, die jeden Normbruch sanktioniert, in sich zusammenbrechen würde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Interpretation der soziologischen Werke von Heinrich Popitz, ergänzt durch einen Vergleich mit der literarischen Vorlage „On Being Found Out“ von William Makepeace Thackeray.

Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Grundlagen von Gesellschaftsbildung sowie die detaillierte Widerlegung der drei Thesen über die totale Sanktionierbarkeit von Fehlverhalten.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem soziale Kontrolle, Sanktionssysteme, Verhaltenstransparenz, Dunkelziffer, Normen und gesellschaftliche Stabilität.

Warum ist das "Nichtwissen" für eine Gesellschaft so wichtig?

Das Nichtwissen ermöglicht eine notwendige Entlastung des Sanktionssystems, verhindert eine Abstumpfung der Sanktionsbereitschaft und dient der Entdramatisierung sozialen Lebens, indem nicht jeder geringfügige Verstoß offiziell verfolgt wird.

Was versteht man unter dem Begriff der "Egalisierung" im Kontext der Arbeit?

Egalisierung beschreibt den Prozess, bei dem in einer total transparenten Gesellschaft Sanktionen von den untersten gesellschaftlichen Schichten nach oben wandern, bis schließlich so viele Mitglieder als "Sünder" sanktioniert werden, dass das System seinen moralischen und organisatorischen Halt verliert.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Über die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen
College
University of Wuppertal
Course
Ordnung, Devianz, soziale Kontrolle
Author
Leah Schott (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V34887
ISBN (eBook)
9783638349758
Language
German
Tags
Leistungsfähigkeit Sanktionen Ordnung Devianz Kontrolle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leah Schott (Author), 2004, Über die Leistungsfähigkeit negativer Sanktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34887
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