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Die Aspekte des politischen Liberalismus im Leviathan von Thomas Hobbes

Title: Die Aspekte des politischen Liberalismus im Leviathan von Thomas Hobbes

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Hana Gunkel (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Bei der Betrachtung von Thomas Hobbes Staatskonstruktion, kommt man nicht darum herum die äußeren Umstände zu beachten, die ihn dazu bewogen haben, den Leviathan so zu gestalten wie wir ihn vorfinden. Bezeichnend dafür ist die Überlieferung nach der seine Mutter bei seiner Geburt Zwillinge geboren haben soll: Thomas Hobbes, und die Angst vor einem Krieg, da zum Zeitpunkt der Geburt die spanische Armada vor den Küsten Englands lag. Die Angst vor einem Krieg und später die Erfahrungen des englischen Bürgerkriegs hinterlassen starke Spuren in Hobbes Theorie. Die Art und Weise wie Hobbes den Menschen sieht ist ebenso von diesen Eindrücken geprägt, wie die Konstruktion des Staates. Bei dieser Frage ist Hobbes zu einer –auf den ersten Blick- sehr radikalen Lösung gekommen, nämlich dass die einzige Möglichkeit einen Bürgerkrieg zu verhindern darin liegt, dass sich alle Bürger einem Souverän unterwerfen, der eine nahezu allumfassende Machtfülle hat. Ob es neben diesen augenscheinlich sehr absoluten Eigenschaften auch liberale Aspekte im Leviathan gibt, soll in der folgenden Arbeit untersucht werden. Da John Rawls mit seiner normativen Theorie des politischen Liberalismus die liberale Ordnung Anfang der 1990er Jahre neu konzipiert hat, soll der Leviathan besonders unter diesen politikphilosophischen Aspekten betrachtet werden. Dazu werden zuerst einmal die Kriterien des Liberalismus als politische Theorie (2), und speziell die Theorie von John Rawls (2.2) betrachtet. Anschließend wird in einem Überblick über Hobbes politische Philosophie (3) gezeigt, wie er den Menschen und den Naturzustand beschreibt (3.1) und davon den Vertragsschluss und die Staatsgründung ableitet (3.2). Davon ausgehend wird untersucht, wo der Leviathan zwischen Totalitarismus und Liberalismus eingeordnet werden kann (4). Dabei wird anhand der Macht des Souveräns gezeigt, in wiefern der Staat totalitär ist (4.1) und anhand der Freiheit der Untertanen, welche liberalen Aspekte es gibt. Dabei wird der Leviathan auch vor dem Hintergrund des politischen Liberalismus John Rawls betrachtet (4.2). Abschließend sollen die Ergebnisse der Untersuchung in einem Fazit zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kriterien des Liberalismus als politische Theorie

2.1 Rawls Theorie des politischen Liberalismus

3 Überblick über Hobbes politische Theorie

3.1 Menschenbild und Naturzustand

3.2 Vertragsschluss und Staatsgründung

4 Hobbes Staat zwischen Totalitarismus und Liberalismus

4.1 Die Macht des Leviathan

4.1.1 Der totalitäre Leviathan

4.2 Die Freiheit der Untertanen

4.2.1 Liberale Aspekte im Leviathan

4.2.2 Rawls Kriterien des politischen Liberalismus im Leviathan

5 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich im „Leviathan“ von Thomas Hobbes trotz dessen absolutistischer Ausprägung liberale Aspekte identifizieren lassen. Dabei wird die Staatskonzeption von Hobbes in einen kritischen Dialog mit der modernen normativen Theorie des politischen Liberalismus von John Rawls gesetzt, um die Vereinbarkeit der Hobbes'schen Souveränitätslehre mit liberalen Gerechtigkeits- und Freiheitsvorstellungen zu prüfen.

  • Kriterien des klassischen Liberalismus als politische Theorie
  • Die normative Theorie des politischen Liberalismus nach John Rawls
  • Anthropologische Grundlagen und Staatsverständnis bei Thomas Hobbes
  • Spannungsfeld zwischen totalitären Machtansprüchen und individuellen Freiheitsräumen
  • Vergleichende Analyse der Gerechtigkeitskonzeptionen von Rawls und Hobbes

Auszug aus dem Buch

Die Macht des Leviathan

Der Leviathan selbst unterliegt nicht dem Vertrag, er ist keiner kontrollierenden Instanz unterworfen und hat nahezu uneingeschränkte Macht. Denn wenn der Staat die Verträge „übertreten könne, wer soll entscheiden, wenn er sie übertreten zu haben leugnet, obgleich er es wirklich getan hat?“. Da der Staat als Besitzer der höchsten Gewalt definiert ist, ist es für Hobbes ausgeschlossen, dass es darüber hinaus eine weitere, kontrollierende Instanz gibt. Das hat zur Folge, dass sich der Souverän vor niemandem zu rechtfertigen braucht, denn vollzogene Handlungen kann er immer damit erklären, dass sie zum Wohl des Volkes begangen wurden.

Die oberste Pflicht ist das Wohl des Volkes und die Friedenssicherung. Die oberste Prämisse ist, alles zu tun, damit ein Rückfall in den Naturzustand ausgeschlossen ist. Alle Mittel, die für dieses Ziel notwendig sind liegen in der Hand des Leviathans: als Regulierungsinstanz beurteilt er Meinungen und Lehren, er ist Legislativ- und Exekutivorgan, indem er bürgerliche Gesetze erlässt und kontrolliert, er ist die Judikative, da er über die richtet, die diese bürgerlichen Gesetze nicht einhalten, als Inhaber der höchsten Gewalt ist er Heeresführer und entscheidet über Krieg und Frieden, und er beruft alle Diener des Staates, die ihn bei seinen Aufgaben unterstützen, ihm jedoch unterstehen. Damit ist für Hobbes der Staat „Urheber aller Handlungen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung des Leviathan ein und skizziert die Fragestellung, ob der absolutistische Staat von Hobbes liberale Züge unter dem Blickwinkel von John Rawls aufweist.

2 Kriterien des Liberalismus als politische Theorie: Das Kapitel erläutert die Wurzeln des Liberalismus in der Aufklärung und definiert individuelle Freiheit und Rechtsstaatlichkeit als dessen zentrale Pfeiler.

2.1 Rawls Theorie des politischen Liberalismus: Hier wird das Konzept eines „fairen Systems sozialer Kooperation“ und die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls vorgestellt, welche als Maßstab für den späteren Vergleich dient.

3 Überblick über Hobbes politische Theorie: Der Autor beschreibt hier die methodische Vorgehensweise von Hobbes, der mit einer naturwissenschaftlich inspirierten Analyse das menschliche Verhalten untersucht.

3.1 Menschenbild und Naturzustand: Dieses Kapitel analysiert Hobbes' Sicht des Menschen als egoistisches, von Leidenschaften und Misstrauen getriebenes Wesen, das im „Krieg aller gegen alle“ lebt.

3.2 Vertragsschluss und Staatsgründung: Es wird dargelegt, wie die Menschen zur Selbsterhaltung vernunftgesteuert in einen Vertrag einwilligen, der zur Einsetzung eines souveränen Leviathans führt.

4 Hobbes Staat zwischen Totalitarismus und Liberalismus: Dieses Kapitel verortet das Modell Hobbes in der politikwissenschaftlichen Debatte und wägt zwischen autoritären und liberalen Interpretationsansätzen ab.

4.1 Die Macht des Leviathan: Hier werden die nahezu uneingeschränkten Befugnisse des Souveräns detailliert, da dieser als alleinige Instanz über Recht, Frieden und Lehre entscheidet.

4.1.1 Der totalitäre Leviathan: Dieser Unterpunkt diskutiert, inwiefern Hobbes' Modell aufgrund fehlender Gewaltenteilung und staatlicher Lehrkontrolle als totalitär oder autoritär zu klassifizieren ist.

4.2 Die Freiheit der Untertanen: Das Kapitel untersucht die begrenzten Spielräume, die den Bürgern in einem absolutistischen System jenseits expliziter Gesetze verbleiben.

4.2.1 Liberale Aspekte im Leviathan: Hier wird argumentiert, dass das Widerstandsrecht und die vertragliche Basis des Staates als liberale Elemente gewertet werden können.

4.2.2 Rawls Kriterien des politischen Liberalismus im Leviathan: Dieser Abschnitt führt den direkten Vergleich zwischen Rawls' Gerechtigkeitsprinzipien und der Hobbes'schen Ordnung aus.

5 Fazit: Die abschließende Betrachtung kommt zu dem Schluss, dass der Leviathan trotz theoretischer Anknüpfungspunkte wesentlich autoritär geprägt ist und zentrale liberale Merkmale wie Gewaltenteilung vermissen lässt.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Politischer Liberalismus, John Rawls, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Souveränität, Totalitarismus, Gewaltenteilung, individuelle Freiheit, Gerechtigkeitsprinzipien, Rechtsstaatlichkeit, Staatsgründung, Widerstandsrecht, Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Staatsmodell von Thomas Hobbes im „Leviathan“ und untersucht, ob dieses trotz seiner absolutistischen Struktur Elemente enthält, die sich mit modernen liberalen Theorien, insbesondere denen von John Rawls, vereinbaren lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören das Hobbes'sche Menschenbild, die Entstehung des Staates durch den Gesellschaftsvertrag, die Definition des Liberalismus sowie die Gegenüberstellung von staatlicher Allmacht und individueller Freiheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob der Leviathan als liberaler Staat interpretiert werden kann, indem man ihn vor dem Hintergrund der Kriterien des politischen Liberalismus nach John Rawls betrachtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende politikwissenschaftliche Analyse, bei der die Konzepte von Hobbes anhand der theoretischen Kategorien von Rawls normativ geprüft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Untersuchung des Naturzustands, der Machtfülle des Souveräns sowie den wenigen verbliebenen Freiheitsräumen der Untertanen und der Frage, wie diese in ein liberales Raster passen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem: Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Freiheit, Autoritarismus, Gerechtigkeit, Leviathan und politischer Liberalismus.

Warum reicht das Widerstandsrecht nicht aus, um Hobbes als liberalen Denker zu definieren?

Das Widerstandsrecht ist bei Hobbes stark eingeschränkt und gilt primär nur zum Schutz des eigenen Lebens, während andere liberale Garantien wie Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit oder politische Partizipation vollständig fehlen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Urzustand bei Rawls und dem Naturzustand bei Hobbes?

Während Rawls' „Schleier des Nichtwissens“ zu einer fairen und unparteilichen Gerechtigkeitskonzeption führen soll, ist Hobbes' Naturzustand durch Misstrauen, Egoismus und den Kampf aller gegen alle geprägt, was nur durch absolute Unterordnung beendet werden kann.

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Details

Title
Die Aspekte des politischen Liberalismus im Leviathan von Thomas Hobbes
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Hana Gunkel (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V34891
ISBN (eBook)
9783638349796
ISBN (Book)
9783638842051
Language
German
Tags
Aspekte Liberalismus Leviathan Thomas Hobbes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hana Gunkel (Author), 2004, Die Aspekte des politischen Liberalismus im Leviathan von Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34891
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