Die Erzählstruktur von El Invierno In Lisboa (dt. Der Winter in Lissabon) von Antonio Munoz Molina


Seminararbeit, 2001

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Erzähler

Erzählweise

Die zeitlichen Abläufe in „El invierno en Lisboa“

Einleitung

Im folgenden Text werde ich die Erzählweise des Romanes „ El invierno en Lisboa“ von Antonio Munoz Molina darlegen. Dabei wird sich zeigen, daß diese ein vom Autor bewußt virtuos eingesetztes und essentielles Element der Erzählung ist.

Der Erzähler

Die Diegese wird von einem namenlosen Ich-Erzähler dargelegt. Er hat keine eigene Geschichte, seine Charakteristika werden, wenn überhaupt, nur marginal erwähnt. Allerdings ist er selbst eine Figur der Geschichte. Er ist ein Bekannter des Protagonisten Biralbo, ein unregelmäßiger Begleiter und Trinkkumpane.

Ohne selbst zu in der Handlung zu interagieren , erfährt er aus einer neutralen Perspektive, sei es entweder durch eigene Beobachtungen oder durch Biralbos Erzählungen in alkoholgeschwängerten Nächten, die Geschichte der tragischen Liebesbeziehung von Santiago Biralbo und Lucrezia.

Da der Erzähler an der von ihm vermittelten Geschichte beteiligt ist, also der Diegese angehört, kann er deutlich als homodiegetischer Erzähler identifiziert werden.:“Der homodiegetische Erzähler hingegen ist an der von ihm vermittelten Geschichte beteiligt und gehört mithin der Diegese an.() Er hat eine doppelte Funktion: Der homodiegetische Erzähler ist zugleich Erzähler( erzählendes Ich) und Figur( erzähltes ich)“

Erzählweise

Bei der fortschreitender Lektüre der Erzählung wird nach und nach deutlich, daß die Diegese in zwei Handlungsstränge( im folgnden A und B genannt) aufgeteilt ist:

Handlungsstrang A beginnt mit dem erneuten Zusammentreffen des Erzählers mit dem Pianisten Biralbo am Tresen einer Madrider Bar. Gleichzeitig markiert er den Anfang des Romans.:“Habían pasado casi dos anos desde la última vez que vi a Santiago Biralbo, pero cuando volví a encontrarme con él...“[1]

Handlungsstrang A beginnt nun sich auszubreiten, bleibt selbst dabei jedoch ausgesprochen arm an Handlung.( Unregelmäßige, zufällige Zusammenkünfte des Erzählers und Santiago Biralbo).

Allerdings konstruiert der Autor nun aus dieser Ebene heraus den zweiten Handlungsstrang. Mittels Erinnerungen des Erzählers und Gesprächen zwischen Biralbo und dem Erzähler wird Handlungstrang B erzählt. Er ist zeitlich vor Handlungsstrang A gelagert und legt die Vorgeschichte dar. Im Gegensatz zu A ist B reich an Handlung. In ihm wird die Geschichte erzählt.( kurz inhalt anreißen)

Im Verlauf der Erzählung wechseln sich diesen beiden Zeitebenen konstant und ohne erkennbares Schema ab.

Wird B durch Erinnerungen des Erzählers eingeleitet, ist deutlich zu erkennen, daß er es ist, der die Diegese vorantreibt. In den Passagen in denen B durch ein Gespräch mit Biralbo eingeführt wird erscheint es nun in der Folge jedoch so als wäre er selber der Erzählende. Die Erzählweise ist nicht homogen, es existiert kein einheitliches Ich das die Geschichte erzählt, sondern vielmehr ein gebrochenes, zersplittertes Ich.

Um dies zu verdeutlichen, werde ich unter Zuhilfenahme des Kommunikationsmodells literarischer Texte[2] einige Elemente der Erzählweise zuerst allgemein und später an einem konkretem Beispiel ,analysieren. Dabei beschränke ich mich allerdings auf die Kommunikationsebenen der „fiktionalen Welt“.

[...]


[1] Munoz Molina,A. : El invierno en Lisboa.Seix Barral 1999. Seite 9, Zeile 1-3

[2] Entwickelt von Wolf Schmid(1973 und 1986)

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Erzählstruktur von El Invierno In Lisboa (dt. Der Winter in Lissabon) von Antonio Munoz Molina
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für romanische Sprachen und Literaturen)
Veranstaltung
Seminar: Gebrochenes Ich. Figurenkonzeption und Ich-Erzählung im spanischen Gegenwartsroman
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V3493
ISBN (eBook)
9783638121491
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Zitierung über Fußnoten
Schlagworte
Erzählstruktur, Invierno, Lisboa, Winter, Lissabon), Antonio, Munoz, Molina, Seminar, Gebrochenes, Figurenkonzeption, Ich-Erzählung, Gegenwartsroman
Arbeit zitieren
Christian Meister (Autor), 2001, Die Erzählstruktur von El Invierno In Lisboa (dt. Der Winter in Lissabon) von Antonio Munoz Molina, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3493

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