Im folgenden Text werde ich die Erzählweise des Romanes " El invierno en Lisboa" von Antonio Munoz Molina darlegen. Dabei wird sich zeigen, daß diese ein vom Autor bewußt virtuos eingesetztes und essentielles Element der Erzählung ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Erzähler
3. Erzählweise
4. Die zeitlichen Abläufe in „El invierno en Lisboa“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die komplexe Erzählstruktur des Romans „El invierno en Lisboa“ von Antonio Munoz Molina, mit einem besonderen Fokus auf die narrative Konstruktion und die zeitlichen Ebenen des Werks. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Autor durch eine nicht-lineare Erzählweise und ein „gebrochenes Ich“ die Fiktivität und Konstruiertheit der Geschichte betont.
- Narrative Analyse der Erzählperspektive und des homodiegetischen Erzählers
- Untersuchung der Aufteilung in die Handlungsstränge A und B
- Analyse der zeitlichen Abläufe und deren Logik im Roman
- Verbindung zwischen literarischer Erzählkunst und filmischen Erzähltechniken
- Deutung der Rolle des „gebrochenen Ichs“ für die Romanstruktur
Auszug aus dem Buch
Die Erzählweise
Bei der fortschreitender Lektüre der Erzählung wird nach und nach deutlich, daß die Diegese in zwei Handlungsstränge( im folgnden A und B genannt) aufgeteilt ist:
Handlungsstrang A beginnt mit dem erneuten Zusammentreffen des Erzählers mit dem Pianisten Biralbo am Tresen einer Madrider Bar. Gleichzeitig markiert er den Anfang des Romans.:“Habían pasado casi dos anos desde la última vez que vi a Santiago Biralbo, pero cuando volví a encontrarme con él...........“
Handlungsstrang A beginnt nun sich auszubreiten, bleibt selbst dabei jedoch ausgesprochen arm an Handlung.( Unregelmäßige, zufällige Zusammenkünfte des Erzählers und Santiago Biralbo).
Allerdings konstruiert der Autor nun aus dieser Ebene heraus den zweiten Handlungsstrang. Mittels Erinnerungen des Erzählers und Gesprächen zwischen Biralbo und dem Erzähler wird Handlungstrang B erzählt. Er ist zeitlich vor Handlungsstrang A gelagert und legt die Vorgeschichte dar. Im Gegensatz zu A ist B reich an Handlung. In ihm wird die Geschichte erzählt.( kurz inhalt anreißen)
Im Verlauf der Erzählung wechseln sich diesen beiden Zeitebenen konstant und ohne erkennbares Schema ab.
Wird B durch Erinnerungen des Erzählers eingeleitet, ist deutlich zu erkennen, daß er es ist, der die Diegese vorantreibt. In den Passagen in denen B durch ein Gespräch mit Biralbo eingeführt wird erscheint es nun in der Folge jedoch so als wäre er selber der Erzählende. Die Erzählweise ist nicht homogen, es existiert kein einheitliches Ich das die Geschichte erzählt, sondern vielmehr ein gebrochenes, zersplittertes Ich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ziel der Arbeit ein, die Erzählweise von Antonio Munoz Molinas Roman zu untersuchen und als bewusst eingesetztes Element aufzuzeigen.
Der Erzähler: Dieses Kapitel identifiziert den namenlosen Ich-Erzähler als eine homodiegetische Figur, die gleichzeitig als Erzähler und handelnde Person in der Geschichte fungiert.
Erzählweise: Das Kapitel erläutert die Aufteilung in zwei Handlungsstränge und analysiert, wie das „gebrochene Ich“ des Erzählers die Fiktivität des Romans unterstreicht.
Die zeitlichen Abläufe in „El invierno en Lisboa“: Dieses Kapitel entschlüsselt die komplexe Zeitstruktur des Romans durch die Analyse von Analepsen und Prolepsen sowie die logische Rekonstruktion der zwei Zeitebenen.
Schlüsselwörter
Antonio Munoz Molina, El invierno en Lisboa, Erzählstruktur, Ich-Erzähler, Handlungsstränge, Zeitstruktur, Analepsen, Prolepsen, Fiktivität, Literaturanalyse, homodiegetischer Erzähler, Romananalyse, narrative Technik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Erzählstruktur und der zeitlichen Konstruktion in Antonio Munoz Molinas Roman „El invierno en Lisboa“.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Erzählperspektive, die Aufteilung in verschiedene Handlungsstränge sowie die filmische Qualität der Erzähltechnik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie der Autor durch die bewusste Zerstückelung der Erzählweise die Natur des Romans als konstruierte, fiktive Geschichte hervorhebt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt zur Analyse das Kommunikationsmodell literarischer Texte, um die Kommunikationsebenen der fiktionalen Welt zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionen des Erzählers, die Verflechtung der Zeitebenen und die filmischen Referenzen im Werk.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Erzählstruktur, homodiegetischer Erzähler, Zeitstruktur und Fiktivität stehen im Zentrum der Untersuchung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den Handlungssträngen A und B?
Handlungsstrang A repräsentiert die Gegenwart des Erzählers (den Rahmen), während Handlungsstrang B die umfangreiche Vorgeschichte abdeckt, die durch Rückblenden und Dialoge erschlossen wird.
Welche Rolle spielt die Zeit in der Erzählung?
Die Zeit ist dynamisch und wird durch den Erzähler phasenweise erinnert, wobei die chronologische Einordnung erst durch eine intensive Analyse der logischen Zusammenhänge möglich wird.
- Arbeit zitieren
- Christian Meister (Autor:in), 2001, Die Erzählstruktur von El Invierno In Lisboa (dt. Der Winter in Lissabon) von Antonio Munoz Molina, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3493