Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist es herauszufinden ob Führungskräfte mit der Rollenverteilung nach Belbin Teams schaffen können die fähig sind, sich im Verlauf eines Projektes selbst zu regulieren. Dabei stellt sich zunächst die Frage was selbstregulierte oder teilautonome Teams ausmacht, welche Vorteile sie Unternehmen bringen und unter welchen Voraussetzungen sie funktionieren können.
Die beiden aus der Industriellen Revolution entstammenden Konzepte der (a) Notwendigkeit einer hierarchischen Leitstruktur und (b) Notwendigkeit der Arbeitsteilung wurden viele Jahre als Voraussetzung für die erfolgreiche Führung von Unternehmen gesehen. Seit damals hat sich dieser Fokus stark verschoben. Heutzutage stellt die geteilte Arbeit in Teams einen zentralen Bestandteil in Organisationen dar. Spätestens seit den Neunzigerjahren wird die erfolgreiche Gruppenarbeit auch in deutschen Unternehmen als entscheidender Faktor für Innovation und damit verbundene Wettbewerbsfähigkeit angesehen.
Besonders bei modernen, US-amerikanischen Unternehmen kommt im Zusammenhang der Teamarbeit immer öfters das Thema der Selbstregulierung auf. Dabei werden Teams, die fortlaufen an unternehmensinternen Projekten arbeiten, mehr Verantwortung zugesprochen und weniger von außen, wie zum Beispiel durch Führungskräfte kontrolliert. Beim Aufbau solcher Teams kommt den Führungskräften und der gesamten Organisation eine wichtige Rolle zu. Besonders die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen unter denen die Teams gebildet werden, stellen die Verantwortlichen vor große Herausforderungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.2 Gang der Untersuchung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Das Team
2.2 Selbstregulierung
3. Selbstregulierte Teams
3.1 Merkmale Selbstregulierter Teams
3.2 Auswirkung selbstregulierter Teams
3.3 Perspektive der Führung
4. Rollenverteilung in Teams
4.1 Bedeutung von Teamrollen
4.2 Rollenverteilung nach Belbin
5. Anwendung in der Praxis
5.1 Das Szenario
5.2 Integration der Theorie in die Praxis
5.3 Handlungsempfehlung und kritische Würdigung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Forschungsfragen
Die Arbeit untersucht, ob Führungskräfte durch die Anwendung der Rollenverteilung nach Belbin erfolgreich selbstregulierte Teams im Unternehmenskontext aufbauen können, wobei theoretische Grundlagen mit einem praktischen Szenario verknüpft werden.
- Merkmale und Vorteile selbstregulierter Teams
- Bedeutung der Rollenverteilung für die Teamleistung
- Analyse des Belbin-Modells im Kontext der Selbstregulierung
- Anwendung der Theorie auf ein fiktives Managementproblem
- Kritische Würdigung der Rollenverteilung für die Teamentwicklung
Auszug aus dem Buch
4.2 Rollenverteilung nach Belbin
Einer großen Resonanz im Rahmen der Teamrollenforschung erfreuen sich vor allem die Arbeiten von Belbin (vgl. Gomez, 2007, S. 100; Ratzmann 2015, S. 92), dessen Teamrollentheorie in dieser Arbeit nun näher untersucht werden soll. Im Fokus seiner Arbeiten stand die Annahme, dass in einem Team verschiedene Funktionen angenommen werden müssen damit eine effektive Arbeitsweise im Team möglich ist. (vgl. Belbin 1993) Die Theorie entstammt einer Studie die die Zusammensetzung über 200 effektiver Managementteams über 9 Jahre untersuchte. Anhand einer Managementübung wurde der Erfolg eines Teams bei der Bearbeitung von Aufgaben beobachtet. Das Modell schlägt neun Teamrollen vor mit dessen Hilfe sich feststellen lässt wie sich die Gruppenmitglieder sich im Team Verhalten, Einbringen und mit anderen Interagieren (vgl. Gomez 2007, S.100). Sind alle neun dieser Rollen in einem Team vertreten, ist die Gruppenzusammensetzung laut Belbin optimal und das Team hat die besten Voraussetzungen erfolgreich zu sein (vgl. Hiller 2015, S. 60, s.Tabelle1). In kleinen Teams kann die optimale Zusammensetzung durch die Einnahme mehrerer Rollen durch ein Teammitglied erreicht werden. Dieser Ansatz von Belbin geht davon aus, dass das Verhalten von einzelnen Bestandteilen des Teams (Individuum) fundamental von der eingenommenen oder zugesprochenen Rolle beeinflusst wird (vgl. Rössing 2015, S. 41f.). In Tabelle 1 folgt eine kurze Beschreibung der verschiedenen Teamrollen nach Belbin.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Notwendigkeit von Teamarbeit und Selbstregulierung ein und definiert die Forschungsfragen sowie den methodischen Gang der Untersuchung.
2. Begriffliche Grundlagen: Es erfolgt eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Team und Gruppe sowie eine Definition der Selbstregulierung als Persönlichkeitseigenschaft und Organisationsform.
3. Selbstregulierte Teams: Die Merkmale, Vorteile und die Rolle der Führungskraft bei selbstregulierten Teams werden detailliert analysiert.
4. Rollenverteilung in Teams: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung von Rollen für die Teamdynamik und führt das Modell von Belbin als zentralen Ansatz zur Teamzusammenstellung ein.
5. Anwendung in der Praxis: Die Theorie wird auf ein fiktives Szenario in einem IT-Unternehmen angewendet, um die Eignung des Belbin-Modells für die Praxis zu prüfen.
6. Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Forschungsfragen beantwortet, ergänzt um Anknüpfungspunkte für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Selbstregulierung, Teamarbeit, Rollenverteilung, Belbin, Führung, Teamdesign, Selbstorganisation, Managementmodell, Gruppenarbeit, Teamentwicklung, Unternehmenskultur, Projektarbeit, Selbstwirksamkeit, Rollentheorie, Teamleistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Aufbau selbstregulierter Arbeitsgruppen in Unternehmen und prüft, ob das Rollenmodell nach Belbin hierfür eine geeignete Grundlage bietet.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Selbstregulierung von Teams, der Teamrollenforschung nach Belbin und der praktischen Anwendung dieses Modells in einem Managementkontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu evaluieren, ob Führungskräfte durch die Rollenverteilung nach Belbin die Voraussetzungen schaffen können, um Teams zur erfolgreichen Selbstregulierung zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie die Integration dieser Erkenntnisse in ein fiktives Praxisbeispiel, um die Anwendbarkeit der Theorie zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zu Teams und Selbstregulierung, die Analyse des Belbin-Modells und die konkrete Fallanwendung zur Problemlösung in einem IT-Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Selbstregulierung, Teamarbeit, Rollenverteilung, Belbin, Teamentwicklung und Führung.
Welche Bedeutung kommt der Rolle des Koordinators im Belbin-Modell zu?
Der Koordinator übernimmt trotz fehlender Weisungsbefugnis eine zentrale Führungsfunktion, indem er sich auf die Planung, Steuerung und Organisation des selbstregulierten Teams konzentriert.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Rollen eine Rolle?
Obwohl die Führungskraft Rollen formell zuteilt, bilden sich durch Gruppeninteraktionen oft informelle Rollen, die den tatsächlichen Erfolg und die Arbeitsweise des Teams stark beeinflussen können.
- Citation du texte
- Robin Engelmann (Auteur), 2016, Aufbau selbstregulierter Arbeitsgruppen im Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/349701