Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit im hobbesschen Gesellschaftsvertrag

Titel: Das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit im hobbesschen Gesellschaftsvertrag

Hausarbeit , 2014 , 13 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Franz Ruch (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Betrachtet man die philosophische Literaturlandschaft, so wird ohne Zweifel der Engländer Thomas Hobbes als Begründer der politischen Philosophie der Neuzeit genannt. Mit seinem im Jahre 1651 erschienen Werk „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens“ legte er den Grundstein für einen radikalen Wandel im politikphilosophischen Denken. Hobbes vollzieht in seiner Schrift eine gedankliche Revolution, indem er den Menschen als Vernunftwesen in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellt. Er löst sich in dieser Hinsicht von teleologischen Denkstrukturen und orientiert sich an den Naturgesetzen mit dem Ziel die Philosophie durch die Formulierung allgemeiner Theorien und Gesetze in den Rang einer Wissenschaft zu erheben. Seine Überlegungen prägen bis heute die westliche Philosophie und Politik.

Das Mitte des 17. Jahrhunderts vor dem Hintergrund des englischen Bürgerkriegs entstandene Werk gliedert sich dabei in die vier Teile „Vom Menschen“, „Vom Staat“, „Vom christlichen Staat“ und „Das Königreich der Finsternis“. Seine heutige staatsphilosophische und ideengeschichtliche Relevanz verdankt es jedoch vor allem den ersten beiden Teilen, welche sich mit dem von Hobbes geschaffenen Menschenbild, sowie mit seiner konstruierten Staats- und Herrschaftsstruktur befassen. Dabei waren es aber besonders diese beiden letzteren Teile, welche zu Lebzeiten Hobbes in erheblichen Maßen zur Kritik seitens der Kirche geführt hatte, da sie unter anderem durch Berufung auf die Rationalität und die Selbstbestimmung des Menschen den Moralitäts- und Gewissensdogmatismus des Kirche in Frage stellen.

Die Arbeit befasst sich im Folgenden mit der Kernfrage bezüglich des Verhältnisses von Freiheit und Notwendigkeit in Hobbes Staatstheorie, bzw. wie diese zueinander stehen und den Herrschaftsunterwerfungsvertrag begründen. Dazu wird im ersten Teil der konstruierte Naturzustand betrachtet, welcher mit der Erarbeitung des Menschenbildes sowie des konstitutiven Naturrechts die entscheidende Grundlage für die hobbessche Philosophie bildet. Im Folgenden wird dann der Herrschaftsvertrag betrachtet, sowie dessen Notwendigkeit und Wesensgehalt beleuchtet. Ich erhoffe mir mit diesem Vorgehen eine umfassende Erklärung der Beziehung zwischen der Freiheit der Menschen und der Notwendigkeit des resultierenden Herrschaftsunterwerfungsvertrages geben zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konstruktion des Naturzustandes

2.1 Das hobbessche Welt- und Menschenbild

2.2 Die Freiheit im Naturrecht

3. Der Herrschaftsvertrag

3.1 Begründung und Notwendigkeit der Vertragsschließung

3.2 Ausgestaltung und Wesensgehalt

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das theoretische Spannungsfeld zwischen Freiheit und Notwendigkeit in der Staatstheorie von Thomas Hobbes. Dabei wird analysiert, wie der Mensch im Naturzustand durch seine Selbsterhaltungstriebe determiniert ist und wie diese rationale Notwendigkeit zur Gründung eines absoluten Herrschaftsvertrages führt.

  • Das hobbessche Menschen- und Weltbild im Naturzustand
  • Die Rolle von Freiheit und Naturrecht in der Theorie
  • Die rationale Notwendigkeit der staatlichen Friedenssicherung
  • Struktur, Begründung und Wesensgehalt des Herrschaftsvertrages

Auszug aus dem Buch

2.1 Das hobbessche Welt- und Menschenbild

Die Konstruktion des Naturzustandes bildet die wichtigste Grundlage des Leviathans. Diese stellt dabei ein philosophisches Gedankenexperiment dar, welches einen archaischen Zustand beschreibt, der jeder gesetzlichen Ordnung voraus geht bzw. nach deren Zerfall folgt. In diesem Entwurf gibt es keine Staatlichkeit, keine einschränkende Moral und auch keine kirchliche oder historische Tradition. Hobbes begreift diesen Zustand als permanenten Kriegszustand zwischen allen Menschen. Krieg ist dabei nicht nur als die aktive Konfrontation mit Waffengewalt zu verstehen, sondern definiert sich durch die Abwesenheit von Frieden. Hierbei genügt es, dass der Wille sich zu bekämpfen hinlänglich bekannt ist. Indem jeder mit jedem in Konflikt steht fehlt jegliche Frontenbildung, und die Unsicherheit aufgrund der andauernden Konkurrenz sowie der resultierenden Feindschaft zwischen den Menschen macht ein friedliches Zusammenleben unmöglich.

Dass durch Chaos, Anarchie und Gewalt geprägte Weltbild begründet sich aus der menschlichen Natur und den ihr von Hobbes zugeschriebenen Eigenschaften. Im Wesentlichen konstituiert er so drei hierarchisch angeordnete Konfliktursachen, welche den Kriegszustand aufrechterhalten und die Menschen zu Übergriffen veranlassen. An oberster Stelle steht hierbei die Konkurrenz. Diese beschreibt das ungleich verteilte Verhältnis sowie die allgemeine Knappheit von Ressourcen. Jeder Mensch versucht deshalb, sich in diesem Nullsummenspiel durch die Anhäufung von Gegenständen einen Vorteil zu verschaffen, und somit seine Selbsterhaltung zu sicher. Als zweites nennt Hobbes das Misstrauen, welches aus der anhaltenden Unsicherheit über das Verhalten und die Motive der Mitbewerber entsteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung von Thomas Hobbes als Begründer der modernen politischen Philosophie und führt in die Fragestellung zur Dialektik von Freiheit und Notwendigkeit ein.

2. Die Konstruktion des Naturzustandes: Das Kapitel analysiert den hobbesschen Naturzustand als permanenten Kriegszustand und untersucht das zugrunde liegende Menschenbild sowie das Konzept des Naturrechts.

3. Der Herrschaftsvertrag: Hier wird die rationale Notwendigkeit des Übergangs vom Naturzustand in den staatlichen Gesellschaftszustand durch einen Herrschaftsunterwerfungsvertrag dargelegt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die scheinbare Unfreiheit im Staat die notwendige rationale Bedingung für ein Leben in Frieden und Sicherheit ist.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Naturzustand, Herrschaftsvertrag, Selbsterhaltung, Politische Philosophie, Naturrecht, Souverän, Friedenssicherung, Vertragstheorie, Freiheit, Notwendigkeit, Menschheitsbild, Zweckrationalität, Staatsgründung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Thomas Hobbes' Staatstheorie unter dem Fokus, wie das Verhältnis von individueller Freiheit und der Notwendigkeit staatlicher Ordnung begründet ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion des Naturzustandes, der anthropologischen Fundierung bei Hobbes und dem daraus resultierenden Prozess der Staatsgründung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, warum vernunftbegabte Individuen ihre Freiheit im Naturzustand zugunsten eines absoluten Souveräns aufgeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode des philosophischen Gedankenexperiments, um durch das analytische Schema des Naturzustands staatliche Normen und Gesetzmäßigkeiten zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des hobbesschen Menschenbildes, die Kritik des Naturrechts sowie die detaillierte Begründung und Ausgestaltung des Herrschaftsvertrages.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leviathan, Selbsterhaltungstrieb, Naturzustand, Souveränität und politische Vernunft geprägt.

Warum lehnt Hobbes eine Teilung der Macht ab?

Hobbes argumentiert, dass eine Gewaltenteilung ineffizient wäre und zu unlösbaren Konflikten führen würde, weshalb er die Kanalisierung der Macht in einer Monarchie favorisiert.

Wann ist laut Hobbes Widerstand gegen den Souverän legitim?

Ein Widerstand ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Souverän das Leben der Untertanen akut bedroht oder die Sicherheit und Selbsterhaltung nicht mehr gewährleisten kann.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit im hobbesschen Gesellschaftsvertrag
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Autor
Franz Ruch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V349731
ISBN (eBook)
9783668365285
ISBN (Buch)
9783668365292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Hobbes Gesellschaftsvertrag Freiheit Notwendigkeit Naturzustand Leviathan Vertragstheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franz Ruch (Autor:in), 2014, Das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit im hobbesschen Gesellschaftsvertrag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/349731
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  13  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum