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Rechtsextremismus in Deutschland. Eine Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Soziale Arbeit

Título: Rechtsextremismus in Deutschland. Eine Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Soziale Arbeit

Tesis (Bachelor) , 2011 , 61 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Andre Erb (Autor)

Trabajo social
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Rechtsextremismus ist in Deutschland ein weit verbreiteter Begriff. Er wird assoziiert mit Schlagwörtern wie Antisemitismus, Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit. Bilder von kahlrasierten, Hakenkreuz tragenden Schlägern, welche beispielsweise Anfang der 1990er Jahre in Mölln, Rostock oder Solingen Asylantenheime überfielen, sind vielen Menschen in Deutschland allgegenwärtig. Schaute man damals aber genauer hin, so erkannte man schnell, dass neben diesen Symbolfiguren auch „normale“ Menschen Beifall klatschten, als ein Mob rechter Schläger im August 1992 in Rostock Lichtenhagen ein Asylantenheim stürmte. Diese Situation lässt sich auch heute noch erkennen. Rechtsextremismus und dessen Erscheinungsformen ziehen sich durch alle Ebenen der Gesellschaft. Neben Menschen, welche sich offen zum Rechtsextremismus bekennen, gibt es auch immer wieder verdeckte, weniger offensichtlichere Formen von Rechtsextremismus.

Zunächst setzt sich der Verfasser schwerpunktmäßig mit dem Thema auseinander, warum in einem demokratischen Land, welches unter nationalsozialistischer Diktatur einen Weltkrieg auslöste, es immer noch und wieder Menschen gibt, die sich in rechtsextremistischen Ideologien und Bestrebungen wiederfinden. Welche Ursachen und Motive führen dazu, dass Menschen rechtsextrem werden und wer steht dahinter?

Welche Gruppierungen gibt es innerhalb dieser Szene und welche Rolle spielt die Frau in rechtsextremen Kreisen? Dabei bezieht sich der Verfasser vor allem auf jugendliche Rechtsextremisten. Er stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten die Pädagogik hat sich mit Rechtsextremisten auseinander zu setzen und welche Präventionsmaßnahmen dabei sinnvoll sein können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rechtsextremismus

2.1 Begriffsdefinition Extremismus

2.2 Begriffsdefinition Rechtsextremismus

2.3 Rechtsextremismus in der Gesellschaft

3. Rechtsextreme Organisationen und Zusammenschlüsse

3.1 Organisationen

3.2 Die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD)

3.3 Unterorganisationen der NPD

3.3.1 Junge Nationaldemokraten (JN)

3.3.2 Ring Nationaler Frauen (RNF)

3.3.3 Kommunalpolitische Vereinigung (KPV)

3.4 Deutsche Volksunion (DVU)

4. Rechtsextremismus und Jugend

4.1 Ursachen

4.1.1 Perspektivlosigkeiten

4.1.2 Argumente ausländerfeindlicher Haltungen

4.1.3 Gewalt

4.1.4 Sozialisationsinstanz Familie und Gesellschaft

4.1.5 Protestverhalten und Rebellion

4.1.6 Gruppe und Kameraden

5. Rechtsextremismus und die Rolle der Frau

5.1 Motive zu weiblichem Rechtsextremismus

5.2 Rechtsextreme Parteien und Frauen

5.3 Positionen rechter Politikerinnen

5.4 Die Gemeinschaft deutscher Frauen (GdF)

6. Rechte Gruppen

6.1 Skinheads

6.1.1 Die Geschichte der Skinheads

6.1.2 Gruppierungen der Skinheads

6.2 Neonazis

6.2.1 Kameradschaften

6.2.2 Autonome Nationalisten

7. Erscheinungsform

7.1 Musik

7.2 Internet

8. Pädagogik und Rechtsextremismus

8.1 Zielgruppen pädagogischer Präventionsarbeit

8.2 Die akzeptierende Jugendarbeit

9. Präventionsarbeit im Kindesalter

9.1 Bedingungen rechtsextremer Verhaltensmuster im Kindesalter

9.2 Frühe Präventionsarbeit

9.2.1 Gewaltprävention

9.2.2 Partizipation

9.2.3 Geschlechtssensible Angebote

9.2.4 Historisch- politische Bildung

10. Präventivmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene

10.1 Interkulturelles Lernen

10.2 Interkulturelle Begegnungen

10.3 Politische Bildungen

10.4 Historisch- politische Bildung

10.5 Aufklärungsarbeit und Menschenrechtspädagogik

11. Aussteigerprogramme

12. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus in Deutschland als gesellschaftliches und pädagogisches Problem. Ziel ist es, die Beweggründe für den Einstieg in die rechte Szene zu analysieren und wirksame präventive sowie intervenierende Strategien für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, um den Ausstieg zu erleichtern und demokratische Werte zu stärken.

  • Strukturelle und individuelle Ursachen für den Einstieg in den Rechtsextremismus
  • Die spezifische Rolle von Frauen in der rechtsextremen Szene
  • Mediale und subkulturelle Erscheinungsformen wie Musik und Internet
  • Pädagogische Interventionskonzepte und Präventionsarbeit über verschiedene Altersgruppen hinweg

Auszug aus dem Buch

4.1.3 Gewalt

Rechte Gewalt war nicht nur nach der Wende in Deutschland ein Thema, sie zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Jahre der deutschen Geschichte. Zwischen 1990 und 2009 starben in Deutschland 137 Menschen durch rechte Gewalt (vgl. www.zeit.de). Diese erschreckende Zahl belegt, dass rechte Gewalt bis zum äußersten gehen kann. Sie ist aber auch ohne Todesopfer im Alltag präsent. Lehnt ein Teil der Rechtsextremen Gewalt ab, spielt er doch bei den meisten eine große Rolle. War die Gewalt ursprünglich zur Selbstverteidigung notwendig, ist sie für viele ein Mittel zu Selbstbestätigung (vgl. Rommelspacher 2006, 15). Schaut man sich Werbungen oder Flugblätter verschiedner rechtsextremer Organisationen genauer an, stellt man fest, dass Kraft und Stärke oft im Vordergrund stehen. Ein übertriebenes Männlichkeitsbild, wie auch bei den Nationalsozialisten, wird propagiert. Furchteinflößende Uniformen mit Totenköpfen (wie sie die SS trug), Waffen und Kriegsgeräte vermitteln ein Bild von Macht und Gewalt. Oft sind es gerade junge, vor allem männliche Jugendliche, welche davon magisch angezogen werden und so Sympathien für den Nationalsozialismus entwickeln.

Für viele Rechtsextremisten war Gewalt des Öfteren in ihrer Sozialisation präsent, da sie selbst in einem Milieu aufwuchsen, indem Gewalt an der Tagesordnung stand. Diese Gewalt kann innerfamiliär oder auch an anderen Sozialisationsorten, wie beispielsweise in Freizeiteinrichtungen oder in der Schule erlebt worden sein. Viele Rechtsextreme berichten auch von einem sozialdarwinistischen Weltbild, welchen ihnen vermittelt wurden, wie beispielsweise der Rechtsextreme Lindahl von seinem Vater berichten kann:

„Die Wirklichkeit ist nun mal kein Boxring…Da gibt es keinen Schiedsrichter und kaum Regeln…sondern da geht es darum zu gewinnen. Und es ist auch kein Schönheitswettbewerb. Also aufs Gesicht und auf die Nase. Das tut verdammt weh. Aber man gewinnt“

(a.a.O., 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Rechtsextremismus als gesellschaftliches Phänomen und Darstellung der zentralen Fragestellung sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.

2. Rechtsextremismus: Theoretische Grundlagen durch Begriffsdefinitionen von Extremismus und Rechtsextremismus sowie eine Analyse der gesellschaftlichen Verbreitung des Phänomens.

3. Rechtsextreme Organisationen und Zusammenschlüsse: Überblick über die organisierte rechte Szene in Deutschland, insbesondere die NPD und deren Unterorganisationen wie JN, RNF und KPV.

4. Rechtsextremismus und Jugend: Analyse der Ursachen für den Einstieg in die Szene bei Jugendlichen, einschließlich Gewalt, Sozialisation und der Funktion der Peergroup.

5. Rechtsextremismus und die Rolle der Frau: Untersuchung der spezifischen Motive und Partizipationsmöglichkeiten für Frauen innerhalb der rechtsextremen Szene.

6. Rechte Gruppen: Differenzierte Betrachtung verschiedener Gruppierungen wie Skinheads und Neonazis sowie deren interne Strukturen und Entwicklungen.

7. Erscheinungsform: Analyse der Bedeutung von Musik und Internet als zentrale Instrumente der Propaganda und Identitätsstiftung für Rechtsextreme.

8. Pädagogik und Rechtsextremismus: Diskussion der Möglichkeiten der Sozialen Arbeit und pädagogischer Interventionen bei der Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen.

9. Präventionsarbeit im Kindesalter: Erläuterung der Bedeutung und Ansätze frühzeitiger Präventionsarbeit in Kindergarten und Grundschule.

10. Präventivmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene: Detaillierte Darstellung interkultureller und politischer Bildungsmaßnahmen zur Vorbeugung und Auseinandersetzung mit rechter Ideologie.

11. Aussteigerprogramme: Vorstellung der Ziele und methodischen Ansätze von Programmen wie EXIT-Deutschland zur Unterstützung beim Ausstieg aus der Szene.

12. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Einbeziehung aktueller gesellschaftspolitischer Ereignisse und der Rolle der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Prävention, Jugendarbeit, NPD, Gewalt, Radikalisierung, Ideologie, Aussteigerprogramm, Politische Bildung, Medienkompetenz, Interkulturelles Lernen, Sozialisation, Rechtsextreme Gruppierungen, Demokratieerziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des Rechtsextremismus in Deutschland, insbesondere mit dessen Ursachen, Erscheinungsformen und den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, präventiv und intervenierend zu wirken.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für jugendlichen Rechtsextremismus, der Rolle von Frauen in dieser Szene, der Bedeutung von Medien wie Musik und Internet sowie pädagogischen Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche und junge Erwachsene für rechtsextreme Ideologien gewonnen werden und welche Rolle professionelle pädagogische Arbeit beim Ausstieg und bei der Prävention spielen kann.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer Fallstudie, die durch ein schriftliches Experteninterview mit einem ehemaligen Rechtsextremisten ergänzt wird.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt der Arbeit?

Im Zentrum steht das Verständnis der Szene-Strukturen (Parteien, Kameradschaften) und wie Pädagogen durch akzeptierende Jugendarbeit und politische Bildung zielgruppenspezifisch eingreifen können.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Prävention, Jugendarbeit, Radikalisierung und Demokratieerziehung.

Welche besondere Bedeutung hat das Kapitel zur „akzeptierenden Jugendarbeit“?

Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Sozialarbeiter rechtsextreme Jugendliche nicht durch reine Belehrung erreichen, sondern durch Beziehungsarbeit, Akzeptanz der Person und das Ernstnehmen ihrer Probleme, um einen Ausstiegsprozess zu ermöglichen.

Welche Erkenntnisse liefert das Interview mit dem Aussteiger?

Das Interview zeigt eindrucksvoll, dass vor allem Gruppenzugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl zentrale Motive für den Eintritt in die Szene sind und dass ein erfolgreicher Ausstieg durch professionelle Distanzierung und eine neue berufliche Perspektive möglich ist.

Final del extracto de 61 páginas  - subir

Detalles

Título
Rechtsextremismus in Deutschland. Eine Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Soziale Arbeit
Universidad
University of Applied Sciences Fulda
Calificación
1,3
Autor
Andre Erb (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
61
No. de catálogo
V349804
ISBN (Ebook)
9783668366428
ISBN (Libro)
9783668366435
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rechtsextremismus Neonazis Kameradschaften Rechte Musik Skinheads Autonome Nationalisten Pädagogik Prävention frühe Hilfen Aussteigerprogramme Partizipation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andre Erb (Autor), 2011, Rechtsextremismus in Deutschland. Eine Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Soziale Arbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/349804
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