Griechische Dichter zu Kaiser Augustus' Lebzeiten. Philippos von Thessalonike, Antipatros von Thessalonike und Krinagoras von Mytilene


Hausarbeit, 2011
11 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Philippos von Thessalonike

3 Antipatros von Thessalonike

4 Krinagoras von Mytilene

5 Fazit

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Griechische Dichter und Augustus". In Augustus´ Lebenszeit (63 v. Chr.-14 n. Chr.)[1] hielten sich viele Dichter in Rom auf, unter anderem drei griechischen Poeten: Philippos von Thessalonike, Antipatros von Thessalonike und Krinagoras von Mytilene. Augustus könnte sie und/oder ihre Werke gekannt haben. Persönliche Äußerungen des Kaisers zu diesen Dichtern und ihren Werken sind nicht bekannt.

Über die Dichter Philippos von Thessalonike, Antipatros von Thessalonike weiß man relativ wenig. Im Allgemeinen ist die griechische Dichtung im Zeitalter des Augustus kaum erforscht. Die „Anthologia Palatina“[2] enthält viele antike Gedichte auf Latein und Griechisch. Sie wurden von Dietrich Ebener et al. ins Deutsche übersetzt.

In dieser Arbeit wurde hauptsächlich folgende Literatur ausgewertet:

„Das Leben der römischen Kaiser“ von C. Sueton Tranquillus.[3]

„Oligostichicus Caesar“ Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina von Ulrich Schmitzer.[4]

„Krinagoras von Mytilene“ von Eduard Geist.[5]

„Wörterbuch der Antike“ von Stefan Link[6]

Zu Beginn der Arbeit werden die Dichter kurz beschrieben und jeweils zwei Gedichte vorgestellt. Zuletzt sollen noch folgende Fragen behandelt werden:

Bestand eine Beziehung zwischen Augustus und den Dichtern?

Kannte Augustus die Dichter auch persönlich?

Wie reagierte Augustus auf die Epigramme?

2 Philippos von Thessalonike

Über seinen Lebenslauf weiß man wenig. Bekannt ist, dass er aus Thessalonike stammt und als Erwachsener zur Zeit des Augustus in Rom lebte. Dort arbeitete er als Arzt. Einen Namen machte er sich als Epigrammdichter.

Er verfasste insgesamt 80 Gedichte. Die meisten beschrieben Kunstwerke oder Erzählungen seltsamer Ereignisse. Häufig waren es auch Gastmahl-Gedichte. Philippos´ Gedichte handeln oft über die Natur, die dem menschlichen und himmlischen Herrscher zu Diensten steht. In dem folgenden Gedicht können wir diese Eigenschaft erkennen:[7]

„Zeugen der Seeschlacht von Aktion, bronzene Schiffsschnäbel,liegen

wir als Weihegeschenk hier, ehemals Waffen im Meer,

heute ein Sammelpunkt wachsgenährter Schätze der Bienen,

rings im wimmelnden Kreis eifrig von Schwärmen umsummt.

Danken Caesars erfolgreicher Staatslenkung: Früchte des Friedens

lockt er als Lehrmeister aus feindlichen Waffen hervor.“[8]

In der Seeschlacht von Aktion siegte Augustus über die Flotte von Marcus Antonius und Kleopatra.[9] Demnach ist mit „Caesar“ Octavian, der spätere Augustus, gemeint. Damals besaßen Kriegsschiffe so genannte Schiffsschnäbel aus Metall, mit denen man feindliche Boote rammen konnte. Aus den erbeuteten Schiffsschnäbeln wurde die Rednertribüne auf dem Forum Romanum errichtet. Ein Teil dieser Schiffsschnäbel wurde den Göttern als Weihegeschenk verehrt.[10] Dem Gedicht nach siedelten sich Bienen in den Schiffsschnäbeln an und errichteten dort einen Bienenstock. Bienen waren sehr wichtig. Sie lieferten Honig, der in der Antike als Zuckerersatz diente. Man benützte den Honig auch als Medizin. Das Wachs wurde für Kerzen verwendet oder als Abdichtungsmittel verwendet.[11]

„Möglicherweise kann man einen Schritt weitergehen und die Symbolkraft der Bienen als Sinnbild eines idealen, monarchisch verfassten Staates einbeziehen.“[12]

Ein weiteres Epigramm von Philippos von Thessalonike: „Der Elefant mit dem Turm auf dem Rücken stampft in der Phalanx nicht mehr, mit mächtigem Zahn, unwiderstehlich zur Schlacht. Sondern dem Jochriemen beugt er voll Furcht den wuchtigen Nacken, auf hohem Gefährt Caesar, den göttlichen Herrn.

Doch selbst das riesige Tier begreift den Vorteil des Friedens, trägt statt der Waffen bereits willig den Vater des Rechts.“[13]

Unter Caesar ist Augustus gemeint. Man nimmt an, dass Augustus zu dieser Zeit nicht mehr lebte und bereits göttlichen Status hatte. In dieser Perspektive ist Augustus als Gott der Herrscher über die Natur, die sich seinem Ruhm beugt. Der Elefant, der normalerweise in dieser Zeit als Waffe im Krieg benutzt wurde, wird in diesem Gedicht so dargestellt, dass er Augustus als göttlichen Herrn akzeptiert und sich ihm unterwirft.[14] Er benützt seine Stoßzähne nicht als Waffe und trägt „bereits willig den Vater des Rechts“. Von 44-27 v. Chr. herrschte Bürgerkrieg indem Augustus alle Gegner ausschalten konnte. Ab 27 v. Chr. herrscht Frieden für lange Jahre. Im Frieden herrscht „Recht“. Diese Periode wird als das „Goldene Zeitalter“ unter Augustus genannt.[15]

3 Antipatros von Thessalonike

Antipatros von Thessalonike war ebenfalls ein Epigrammdichter. Es gibt keine genaueren Daten über seine Geburt und den Tod. Er schrieb 115 Epigramme, doch man ist sich nicht sicher, ob die Gedichte alle von ihm stammen. Hauptsächlich waren seine Gedichte Geschenke an die Mächtigen, z.B. den Kaiser. „...Die übrigen [Epigramme] behandeln konventionelle Themen verschiedenster Art..., unter anderem geistreiche Witze über das Goldene Zeitalter.“[16]

Antipatros von Thessalonike war zur Zeit des Augustus Lehrer in Rom. Er besaß offensichtlich intime Kenntnisse des Kaiserhauses. Über den Lieblingsenkel und Adoptivsohn des Augustus, Gaius Ceasar, ist von ihm ein Gedicht überliefert:[17]

„Caesar, geachtet, geliebt vom Grenzland im Westen wie Osten, Sprosse von Romulusstamm, einem stets siegreichen Volk, deine erhabene Abkunft besingen wir, an den Altären bieten in Fröhlichkeit wir reichliche Trankopfer dar. Folge entschlossen den Spuren des Großvaters, bleibe uns, bitte rüstig erhalten und frisch zahlreiche Jahre hindurch.“[18]

In dem Gedicht werden die Personen nicht mit Namen genannt. Berücksichtigt man aber, dass Antipatros in der Zeit des Augustus in Rom gelebt und die Personen der Kaiserfamilie wahrscheinlich gekannt hat, kann eigentlich in dem Epigramm nur Gaius Caesar und sein Großvater Augustus gemeint sein. In der ersten Zeile erkennt man, dass Gaius Caesar überall beliebt war. Die Familie führte ihren Stammbaum auf den Stadtgründer Romulus zurück.[19] Mit dem „siegreichen Volk“ sind die Römer gemeint. Augustus hatte seinen Onkel Caesar rehabilitiert und ihm eine Gott ähnliche Stellung verschafft. Damit erhielt die Familie einen besonderen Status. So lassen sich die Trankopfer im Epigramm erklären.

Das nachfolgende Gedicht bezieht sich eindeutig auf den Enkelsohn Gaius Caesar: „Auf zum Euphrat du Sprößling des Zeus! Schon laufen die Parther aus dem östlichen Reich freiwillig über zu dir. Auf, mein Gebieter! Du siehst schon erschlafft die feindlichen Bogen, Caesar , Wirkung der Furcht . Tu, was dein Vater befahl! Ringsum bildet die Grenze zu Rom der Okeanos. Setze selber als erster dem Reich nun mehr die Ostgrenze fest.“[20]

Gaius Caesar wird als Nachkomme des höchsten Gottes angesehen („griechischer Gott Zeus“). Dies entspricht der Vorstellung, dass das Julische Geschlecht von den Göttern abstammt.[21] Gaius Caesar ist der Lieblingsenkel des Augustus, der ihn als Nachfolger bestimmt hatte. Augustus schickt ihn auf einen Feldzug im Osten. Auf dieses Ereignis deuten die Zeilen über die „Parther“ hin.[22] Das Gedicht bezieht sich auf dem Beginn des Feldzugs und ermutigt den jungen Gaius: „Auf, mein Gebieter!“ und „Tu, was dein Vater befahl!“ Augustus ist zwar der Großvater, aber er hat Gaius als Sohn adoptiert, um ihm die Nachfolge zu sichern. Der Okeanos ist nach antiker Vorstellung das äußere Weltmeer, das die Erde umgibt. (Ptolemäisches Weltbild)[23] Gaius wird aufgefordert das Imperium im Osten zu sichern.

Leider wird nach anfänglichen Erfolgen im Osten Gaius Caesar verwundet und stirbt an den Folgen in Lykien.[24]

[...]


[1] Vgl. Link, Stefan: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 2002.

[2] Vgl. Planudes, Maximus: Epigrammatum Anthologia Palatina, 1858.

[3] Vgl. Tranquillus, C. Sueton: Das Leben der römischen Kaiser, Düsseldorf 2001.

[4] Vgl. Kreikenbom, Detlev/ Mahler, Karl-Uwe/Schollmeyer, Patrick/Weber,Thomas M.: Augustus, der Blick von aussen: die Wahrnehmung des Kaisers in den Provinzen des Reiches und in den Nachbarstaaten. In: Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008.

[5] Vgl. Geist, Eduard: Krinagoras von Mytilene, Gießen 1849.

[6] Vgl. Link, Stefan: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 2002.

[7] Vgl. M. G. ALBIANA: Der Neue Pauly 9, Stuttgart 2000, S.810-811.

[8] Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008, S.18.

[9] Vgl. Herklotz, Friederike: Prinzeps und Pharao, der Kult des Augustus in Ägypten, Frankfurt am Main 2007, S.90.

[10] Vgl. Link, Stefan: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 2002, S.793-794.

[11] Vgl. ebd., S.128-129.

[12] Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008, S.18.

[13] Vgl. ebd. S.19.

[14] Vgl. Link, Stefan: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 2002, S.225.

[15] Vgl. Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008, S.19.

[16] E. DEGANI: Der Neue Pauly 1, Stuttgart 1996, S.779.

[17] Vgl. ebd., S.779-780.

[18] Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008, S.28.

[19] Hölkeskamp, Karl-Joachim/ Hölkeskamp, Elke Stein:Von Romulus zu Augustus: grosse Gestalten der römischen Republik, München 1997, S.37.

[20] Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008, S.26.

[21] Vgl. Link, Stefan: Wörterbuch der Antike, Stuttgart 2002, S.441.

[22] Vgl. Schmitzer Ulrich: Oligostichicus Caesar- Das Bild des Augustus und seines Hauses in der Anthologia Palatina, Wiesbaden 2008, S.27.

[23] Vgl. Gerber, Rudolf: Weltbild, Norderstedt 2004, S.57.

[24] Vgl. Bernett, Monika: Der Kaiserkult in Judäa unter den Herodiern und Römern, Tübingen 2007, S.223.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Griechische Dichter zu Kaiser Augustus' Lebzeiten. Philippos von Thessalonike, Antipatros von Thessalonike und Krinagoras von Mytilene
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,7
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V350002
ISBN (eBook)
9783668370838
ISBN (Buch)
9783668370845
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
griechische, dichter, kaiser, augustus, lebzeiten, philippos, thessalonike, antipatros, krinagoras, mytilene
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Griechische Dichter zu Kaiser Augustus' Lebzeiten. Philippos von Thessalonike, Antipatros von Thessalonike und Krinagoras von Mytilene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350002

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