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Kreditrationalisierung und Humankapitalbildung - Eine Analyse des Wachstums- und Verteilungsmodells von Galor und Zeira

Title: Kreditrationalisierung und Humankapitalbildung - Eine Analyse des Wachstums- und Verteilungsmodells von Galor und Zeira

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 32 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Kurt Annen (Author)

Economics - Economic Cycle and Growth
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1 Einleitung

Das Forschungsgebiet ”Humankapital” hat in den letzten Jahrzehnten in den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen an Bedeutung gewonnen. Common sense bei den Ökonomen und besonders den Wachstumstheoretikern ist, dass Humankapital einen positiven E.ekt auf das volkswirtschaftlicheWachstum und damit auf denWohlstand der Ökonomie besitzt. So ist es nicht verwunderlich, dass das relativ schlechte Abschneiden Deutschlands in der PISA-Studie zu einem Aufschrei führte. Wenn aber Humankapital einen wichtigen Einfluss auf das Wachstum und den Wohlstand der Ökonomie besitzt, so ist es legitim zu fragen, ob es ökonomische Gründe dafür gibt, dass nicht jede Person in Humankapital investieren kann. Liegt eventuell eine ökonomische Schranke vor?

Oded GALOR und Joseph ZEIRA versuchen mit ihrem Modell ”Income Distribution and Macroeconomics”1 diese Frage zu lösen. Das Modell nutzt den Ansatz eines Generationenmodells, wobei das ganze Bildungssystem privat finanziert und bereitgestellt wird. Dabei kommt ein interessantes Ergebnis heraus. Die Anfangsverteilung des Einkommens hat einen starken Einfluss auf das Wohl der Ökonomie. Es ergibt sich sogar, dass eine ungleiche Verteilung des Einkommens zu multiplen steady states führt, d.h. die Gesellschaft teilt sich in ”arm” und ”reich”.

Nun kann der interessierte Leser dem Modell schon jetzt vorwerfen, dass die Annahme eines privaten Bildungssystems nicht mit der Realität vereinbar ist. Dies mag für die Grundausbildung stimmen. Dennoch gibt es viele Staaten, in denen die Investition in Humankapital z.B. über das universitäre Studium nicht staatlich finanziert wird. Auch werden sog. Zusatzqualifikation oft nicht staatlich bereitgestellt.

Die vorliegende Arbeit richtet ihren Fokus hauptsächlich auf das Modell von Oded GALOR und Joseph ZEIRA. Dessen Herleitung und Aussagen werden analytisch bewiesen und durch Erläuterungen, die ich aus didaktischen Gründen für wichtig halte ergänzt. In einem darauf folgenden Kapitel wird gezeigt, dass das Modell Schwächen besitzt, da die Existenz von multiplen steady states nur ein Sonderfall ist, der mit der Realität nichts zu tun hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Basismodell

2.1 Annahmen

2.2 Die Unvollkommenheit des Kapitalmarktes

2.3 Nutzenmaximierung

2.3.1 Nutzenmaximierung der ungelernten Kräfte

2.3.2 Nutzenmaximierung der gelernten Kräfte

2.4 Entscheidungsregeln

2.4.1 Keine Kreditaufnahme:

2.4.2 Kreditaufnahme:

2.5 Anzahl der Individuen in den jeweiligen Klassen

3 Die Dynamik des Basismodelles

3.1 steady state 1

3.2 steady state 2

3.3 steady state 3

4 Variable Löhne

4.1 Der Arbeitsmarkt für ungelernte Kräfte

4.2 Dyamik

4.2.1 ”Weniger entwickelte” Volkswirtschaften

4.2.2 ”Entwickelte” Volkswirtschaften

5 Auswirkungen von exogenen Schocks

5.1 Nachfragerückgang

5.2 Technische Innovation

6 Die Schwäche des Modells

7 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert kritisch das Wachstums- und Verteilungsmodell von Galor und Zeira, welches den Zusammenhang zwischen Einkommensverteilung, Humankapitalbildung und ökonomischem Wohlstand durch ein Generationenmodell untersucht. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage verfolgt, ob ökonomische Schranken eine Investition in Humankapital verhindern und inwiefern eine ungleiche Anfangsverteilung des Einkommens zu multiplen steady states führen kann.

  • Analyse der Mechanismen der Humankapitalbildung und Kreditrationalisierung.
  • Untersuchung der Dynamik zwischen Einkommensverteilung und Wirtschaftswachstum.
  • Auswirkungen variabler Löhne auf das ursprüngliche Modell.
  • Evaluation der ökonomischen Konsequenzen exogener Schocks.
  • Kritische Überprüfung der Modellannahmen auf Realitätsnähe und Stabilität.

Auszug aus dem Buch

2.1 Annahmen

Jedes ökonomische Modell baut auf Annahmen auf. Unsere zu betrachtende Ökonomie soll eine kleine offene Volkswirtschaft mit vollkommenen Märkten und ohne Staatstätigkeit sein. In dieser Ökonomie gibt es zwei verschiedene Typen von Individuen, zum einen gelernte Arbeitskräfte und zum anderen ungelernte Kräfte. Die jeweiligen Produktionsfunktionen lauten:

Y s t = F (Kt,Ls t)

wobei Kt für Kapital, Ls t für die Anzahl an gelernten Arbeitskräften und Y s t für den Output in diesem Sektor im Zeitpunkt t steht. Die Produktionsfunktion soll weiter noch die Eigenschaften einer neoklassischen Produktionsfunktion besitzen. Die Investition in Humankapital und physisches Kapital wird in der Vorperiode getätigt

Die Produktionsfunktion für den Sektor der ungelernten Kräfte soll zunächst nur von einem Produktionsfaktor abhängen, wobei wn der Lohn in diesem Sektor ist.

Y n t = wn · Ln t

Desweiteren benutzen wir ein Generationenmodell mit überlappenden Generationen. In der ersten Periode können die Individuen entweder als ungelernte Kräfte arbeiten oder in Humankapital investieren. In der zweiten Periode arbeiten alle in ihren jeweiligen Sektoren, für welchen sie sich entschieden.

Da wir eine offene Volkswirtschaft betrachten ist der Zins r durch die Weltwirtschaft vorgegeben und soll über die Zeit konstant bleiben.

Aus Vereinfachungsgründen nehmen wir weiter an, dass es kein Bevölkerungswachstum gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Forschungsfeld Humankapital und Zielsetzung der Arbeit bezüglich des Modells von Galor und Zeira.

2 Das Basismodell: Herleitung der theoretischen Grundlagen, Nutzenfunktionen und Entscheidungsregeln unter Annahme eines privaten Bildungssystems.

3 Die Dynamik des Basismodelles: Untersuchung der langfristigen Entwicklung der Einkommensverteilung und der Konvergenz zu steady states.

4 Variable Löhne: Erweiterung des Modells um einen flexiblen Arbeitsmarkt für ungelernte Kräfte und Analyse der Dynamik in verschiedenen Volkswirtschaftstypen.

5 Auswirkungen von exogenen Schocks: Analyse der Reaktionen des Modells auf Nachfragerückgänge und technischen Fortschritt.

6 Die Schwäche des Modells: Kritische Diskussion der notwendigen Bedingungen für die Existenz multipler steady states und Überprüfung auf Realitätsnähe.

7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Modells und Einordnung der Ergebnisse in den wirtschaftswissenschaftlichen Kontext.

Schlüsselwörter

Humankapital, Einkommensverteilung, Generationenmodell, Wachstumstheorie, Kreditrationalisierung, steady states, unvollkommene Kapitalmärkte, Arbeitsmarkt, ökonomisches Modell, Produktionsfunktion, intertemporale Entscheidung, Vermögensvererbung, technischer Fortschritt, Wohlstand, Wirtschaftsmodellierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer theoretischen Analyse des Wachstums- und Verteilungsmodells von Galor und Zeira, insbesondere im Hinblick auf die Frage, wie Humankapitalbildung und Einkommensverteilung interagieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Dynamik von Generationenmodellen, die Auswirkungen von Kapitalmarktunvollkommenheiten sowie die Stabilität von steady states bei unterschiedlichen Anfangsbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Modell analytisch zu beweisen, didaktisch aufzubereiten und kritisch zu hinterfragen, ob die theoretisch postulierten multiplen steady states tatsächlich ein robustes Ergebnis darstellen oder eher Ausnahmen sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die analytische Herleitung neoklassischer Produktions- und Nutzenfunktionen, mathematische Optimierungsansätze sowie eine grafische und numerische Modellüberprüfung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstellung des Basismodells, die Erweiterung um variable Löhne und exogene Schocks sowie eine detaillierte kritische Prüfung der Modellbedingungen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Humankapital, Einkommensverteilung, steady states, Generationenmodell und Kreditrationalisierung.

Wie bewertet der Autor die Stabilität der Modellprognosen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass multiple steady states im Modell eher seltene Ausnahmen darstellen und die Existenz dreier solcher Zustände an sehr restriktive Bedingungen geknüpft ist.

Welche Rolle spielt die Anfangsverteilung des Einkommens?

Im Modell bestimmt die anfängliche Verteilung maßgeblich, ob Individuen langfristig als gelernte oder ungelernte Kräfte arbeiten, wobei der Autor dies in der Realitätsprüfung in Frage stellt.

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Details

Title
Kreditrationalisierung und Humankapitalbildung - Eine Analyse des Wachstums- und Verteilungsmodells von Galor und Zeira
College
University of Cologne  (Staatswissenschaftliches Seminar)
Course
Hauptseminar: Wachstum und Verteilung
Grade
1.0
Author
Kurt Annen (Author)
Publication Year
2002
Pages
32
Catalog Number
V3503
ISBN (eBook)
9783638121552
Language
German
Tags
VWL Wachstum Verteilung Galor Zeira
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kurt Annen (Author), 2002, Kreditrationalisierung und Humankapitalbildung - Eine Analyse des Wachstums- und Verteilungsmodells von Galor und Zeira, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3503
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