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Die Rede vom Zorn Gottes im gegenwärtigen dogmatischen Diskurs, ausgehend von Paul Althaus

Titre: Die Rede vom Zorn Gottes im gegenwärtigen dogmatischen Diskurs, ausgehend von Paul Althaus

Thèse de Bachelor , 2014 , 49 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ines Bethge-Bonk (Auteur)

Théologie - Sciences des religions comparatives
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Im ersten Teil dieser Arbeit möchte ich mich mit der Theologie Paul Althaus ausführlicher auseinandersetzen, um an seinem Entwurf exemplarisch aufzuzeigen, welche Problematiken in der Rede vom Zorn Gottes liegen können. Denn die hier aufgezeigten Vorstellungskomplexe sind es unter anderem die dem „krankmachenden Gottesbild“ vieler „gottesvergifteter“ Kinder und junger Erwachsener zu Grunde lagen. Anschließend möchte ich im zweiten Teil einen kurzen Überblick darüber geben, auf welche Art und Weise die verschiedenen theologischen Disziplinen in der heutigen Diskussion versuchen, das oben genannte „tragfähige Verhältnis“ zur biblischen Rede vom Zorn Gottes zu gewinnen.

Dabei ist diese Thematik extrem vielgestaltig, da sie in ganz verschiedene Bereiche der Dogmatik hineinreicht. Zum ersten in den Bereich der Gotteslehre, indem sich die Frage stellt, ob „Zorn“ eine „Eigenschaft“ Gottes ist und wie diese sich zu seinen anderen Eigenschaften wie Liebe und Gnade verhält. Zweitens in den Bereich der Soteriologie, denn „aus soteriologischer Perspektive scheint es problematisch „dass eben dieser Gott, auf den die Glaubenden als Grund ihres Heils vertrauen, durch seinen Zorn auch Furcht wecken könnte und der Gott, der als Retter angebetet wird, zugleich auch der Vernichter sein könnte.“ Drittens in den Bereich der Christologie und der Frage, inwiefern Jesus Christus Gottes Zorn versöhnt hat. Fünftens erscheint die Rede vom Zorn Gottes auch als ethisches Problem, insofern die Affekthandlungen, die die Bibel von Gott erzählt, für Menschen oft nicht ethisch zulässig scheinen. Hier geht es also um die Frage nach einer Differenzierung zwischen menschlichem und göttlichem Zorn. Sechstens stellt sich die grundsätzliche Frage inwiefern Gott im Zorn in der Welt ‚handelt’ bzw. ob man von „Handlungen“ Gottes sprechen kann, die ein eigenes umfassendes Feld darstellt, dass z.B. in der amerikanischen Divine-Action-Debatte seit den 90er Jahren wieder lebhaft diskutiert wird. Und zuletzt spielt die Frage nach „Gottes Zorn“ immer mit in die Eschatologie hinein. Bei meiner Analyse von Althaus Dogmatik versuche ich, auf alle diese ‚loci’ einmal kurz einzugehen. Im zweiten Teil der Arbeit habe ich mich dagegen auf die Frage spezialisiert, welche Problematiken bzw. Aporien darin liegen, Gottes Zorn ausschließlich als ‚Instrument’ seiner Liebe zu bestimmen, wie es viele aktuelle Ansätze tun und habe diesem Ansatz alternative Ansätze innerhalb der alttestamentlichen Exegese und der syst

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil I: Der „Zorn Gottes“ in der Theologie von Paul Althaus

1. Zum biographischen Hintergrund von Paul Althaus

2. Die Ur-Offenbarung

2.1. Gottes Selbstbezeugung in der Existenz des Menschen

2.2. Gottes Selbstbezeugung in der Geschichte (als ‚Herr der Geschichte’)

3. Gottes Eigenschaften

4. Personsünde

5. Christologie und Soteriologie

6. Gottes Handeln im Zorn

6.1. Tod und Todeswelt

6.2. Das objektive Gericht

6.3. Das personale Gericht

7. Eschatologie

8. Problematiken in der Rede vom ‚Zorn Gottes’ bei Paul Althaus

Teil II: Der ‚Zorn Gottes’ in der aktuellen dogmatischen Diskussion

1. Entwürfe der systematischen Theologie I: „Der Zorn als ’Mittel’ von Gottes Liebe“

1.1 Drei aktuelle Publikationen zum Thema ‚Zorn Gottes’ und ihre Deutung des ‚Zorns’

1.2. Kritische Anfrage an die vorgestellten Entwürfe

2. Der ‚Zorn Gottes’ im Alten Testament

2.1. Einige Erkenntnisse der alttestamentlichen Exegese

2.2 Plädoyer für die Vieldeutigkeit der metaphorischen Gottesrede

3. Entwürfe der systematischen Theologie II: Pneumatologische Ansätze

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Theologie von Paul Althaus im Hinblick auf seine Rede vom "Zorn Gottes" und setzt diese in den Kontext der aktuellen dogmatischen Diskussion, um ein tragfähiges Verhältnis zu dieser biblischen Tradition zu gewinnen.

  • Die dogmatische Analyse von Paul Althaus und seinem Gottesbild
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Deutung des Zorns als "Mittel" der Liebe
  • Die Rezeption der Zorn-Problematik im Alten Testament
  • Pneumatologische Ansätze als Alternative zur traditionellen Deutung
  • Implikationen für die Seelsorge und den Umgang mit Leiden

Auszug aus dem Buch

6.1. Tod und Todeswelt

Zunächst unterscheidet Althaus das menschliche Sterben von der biologischen Vergänglichkeit aller anderen Lebewesen. Nur beim Menschen könne man wirklich von „Tod“ reden, da nur er um ihn weiß und ihn als etwas erkennt, in dem er sich selbst ganz genommen wird (vgl. 410/411). Deshalb müssen wir versuchen zu verstehen, „welchen Sinn das nur den Menschen treffende Geschehen des ‚Sterbens’ von Gott her hat“ (412). Diesen Sinn erläutert Althaus folgendermaßen:

„Alle Hingabe an den anderen, zu der wir gerufen sind, bedeutet das Opfer eines Stückes des eigenen Lebens, das Darangeben eigener Freiheit, Kraft, Gesundheit, Lebensmöglichkeit. Lieben heißt in diesem Sinne immer: sein Leben nicht lieb haben. Aber zur Vollendung kommt die Hingabe erst, wenn die ganze Existenz, das leibliche Leben in seiner Einmaligkeit und Unersetzbarkeit eingesetzt oder hingegeben wird im Dienste an anderen. ‚Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde’ (Joh. 15,13). Der volle Erweis der Liebe ist also – zwar nicht an das tatsächliche Sterben, aber – an die Sterblichkeit gebunden und wird durch sie möglich. Die Möglichkeit des Sterbens, in Bereitschaft und Einsatz vom Willen aufgenommen, gibt Gelegenheit zu dem höchsten Lebensakte, der Hingabe des Lebens. Im Angesichte der drohenden Zerstörung des Menschseins darf dieses sich doch behaupten und voll bewähren in der Todesbereitschaft des Dienenden. Gott gibt also durch die Sterblichkeit die Gelegenheit zur höchsten menschlichen Bewährung der Liebe. [...] Sofern die Sterblichkeit Vorbedingung des totalen Opfers ist, sollen wir sie bejahen, danken und lieben wie Gottes guten gnädigen Schöpferwillen in unserem Leben überhaupt.“ (412, Hervorhebungen I.B.)

Zusammenfassung der Kapitel

Teil I: Der „Zorn Gottes“ in der Theologie von Paul Althaus: Dieses Kapitel analysiert das Gottesbild von Paul Althaus, in dem der Zorn als notwendiges Erziehungsmittel Gottes zur Erlangung menschlicher Selbstlosigkeit verstanden wird.

1. Zum biographischen Hintergrund von Paul Althaus: Beleuchtet das theologische Weltbild von Althaus, das durch das lutherische Pfarrhaus und eine konservative, völkische Geschichtsdeutung geprägt ist.

2. Die Ur-Offenbarung: Erläutert, wie Gott sich nach Althaus in der Schicksalsmacht und der Geschichte offenbart, was den Menschen unter den Zorn Gottes stellt.

3. Gottes Eigenschaften: Untersucht das Gottesverständnis von Althaus, das besonders die Personalität Gottes und sein freies Handeln betont.

4. Personsünde: Definiert die Sünde als Unglauben und als innere Gegenbewegung des Menschen gegen den Anspruch Gottes.

5. Christologie und Soteriologie: Beschreibt das Wirken Jesu Christi als Sühne für die Menschheit und als Bestätigung des göttlichen Zorns.

6. Gottes Handeln im Zorn: Detaillierte Betrachtung von Tod, objektivem und personalem Gericht als Formen göttlichen Wirkens.

7. Eschatologie: Skizziert kurz Althaus Vorstellung vom Jüngsten Gericht und die Bedeutung der Bewährung für das ewige Leben.

8. Problematiken in der Rede vom ‚Zorn Gottes’ bei Paul Althaus: Fasst die Kritikpunkte zusammen, insbesondere die Gefahr eines sadistischen Gottesbildes und die Überforderung des Menschen.

Teil II: Der ‚Zorn Gottes’ in der aktuellen dogmatischen Diskussion: Gibt einen Überblick über neuere theologische Ansätze, die den Zorn Gottes behandeln.

1. Entwürfe der systematischen Theologie I: „Der Zorn als ’Mittel’ von Gottes Liebe“: Analysiert aktuelle Publikationen, die Gottes Zorn als pädagogisches Werkzeug der Liebe deuten.

2. Der ‚Zorn Gottes’ im Alten Testament: Untersucht alttestamentliche Perspektiven, die den Zorn Gottes als unbegreiflich und im Kontext von Klagepsalmen beleuchten.

3. Entwürfe der systematischen Theologie II: Pneumatologische Ansätze: Stellt neuere Ansätze vor, die eine Mehrperspektivität fordern und die Theodizeefrage offen halten.

4. Resümee: Zieht ein Fazit und plädiert für einen pneumatologischen Ansatz, der dem menschlichen Leiden besser gerecht wird.

Schlüsselwörter

Zorn Gottes, Paul Althaus, Theodizee, Gottesbild, Soteriologie, Ur-Offenbarung, Liebe Gottes, Pneumatologie, Mehrperspektivität, Klagepsalmen, Dogmatik, Christliche Wahrheit, Gerechtigkeit, Leidensbewältigung, Religionspädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das theologische Motiv des „Zorn Gottes“ bei dem Dogmatiker Paul Althaus und in der aktuellen theologischen Debatte verstanden wird.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Gotteslehre, die Soteriologie, die Bedeutung von Leid in der Welt sowie die ethischen Konsequenzen einer „Zorn-Theologie“.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach Problematiken der Rede vom Zorn Gottes und sucht nach einem theologisch verantwortungsvollen Umgang mit diesem schwierigen Motiv, besonders in Seelsorge und Schule.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine dogmenhistorische und systematisch-theologische Arbeit, die Quellentexte (insbesondere Paul Althaus’ „Christliche Wahrheit“) analysiert und mit zeitgenössischen Entwürfen vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Althaus' Konzept der „Ur-Offenbarung“, das Verständnis von Sünde und Christi Wirken, bevor neuere pneumatologische Ansätze als alternative Deutungen vorgestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zorn Gottes, Gottesbild, Mehrperspektivität, Pneumatologie, Klagepsalmen und Theodizeefrage.

Wie bewertet die Verfasserin das Gottesbild bei Paul Althaus?

Die Verfasserin kritisiert bei Althaus eine Aporie, die zu einem „sadistischen“ Gottesbild führen kann, da Gott den Menschen für Sünden straft, die er gleichzeitig determiniert.

Warum wird der pneumatologische Ansatz bevorzugt?

Dieser Ansatz wird bevorzugt, weil er dem Leid keinen einheitlichen „Sinn“ aufzwingt, sondern Raum für Klage lässt und Gott als in Geist und Freiheit wirkend versteht, was den Dialog fördert.

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Résumé des informations

Titre
Die Rede vom Zorn Gottes im gegenwärtigen dogmatischen Diskurs, ausgehend von Paul Althaus
Université
University of Osnabrück
Cours
Systematische Theologie
Note
1,0
Auteur
Ines Bethge-Bonk (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
49
N° de catalogue
V350491
ISBN (ebook)
9783668370678
ISBN (Livre)
9783668370685
Langue
allemand
mots-clé
rede zorn gottes diskurs paul althaus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ines Bethge-Bonk (Auteur), 2014, Die Rede vom Zorn Gottes im gegenwärtigen dogmatischen Diskurs, ausgehend von Paul Althaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350491
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Extrait de  49  pages
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