Das Modell zur klientenzentrierten Einarbeitung neuer Mitarbeiter im stationären Heimbereich (MoKliE) ist ein von mir entwickeltes Modell, welches sehr einfach gestaltet und leicht verständlich ist.
Es geht darum, kurz und knapp aufzuzeigen, was für einzelne Klienten wichtig ist und dass neue Mitarbeiter nicht erst seitenweise Informationen lesen müssen, sondern schnell und einfach sehen, was wichtig ist.
Im Folgenden möchte ich allgemein auf das personenzentrierte Arbeiten eingehen. Des Weiteren möchte ich den von mir entwickelten Einarbeitungsordner näher darstellen und diesen in seiner Funktionalität beschreiben.
Ab Kapitel 5 habe ich anhand zweier Praxisbeispielen exemplarisch herausgearbeitet, warum das personenzentrierte Arbeiten so wichtig besonders im Umgang mit Menschen mit herausforderndem Verhalten ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorstellen der Themenfindung
2. Wohngruppe der Behindertenhilfe (anonymisiert)
3. Hauptteil
3.1 Personenzentriertes Arbeiten mit Menschen mit Beeinträchtigungen
4. Das MoKliE
4.1 Arbeitsabläufe Allgemein
4.2 Der Pflegealltag
4.3 Persönlichkeit der BewohnerInnen
4.4 Mahlzeiten allgemein
4.5 Kommunikation
4.6 Besonderer medizinischer betreuungsbedarf
5. Personenzentriertes Arbeiten mit dem Einarbeitungsordner am Beispiel Johannes H.
6. Personenzentriertes Arbeiten am Beispiel von Julia M.
7. Der Einarbeitungsordner als Momentaufnahme
8. Zusammenfassung und Ausblick
9. Fazit meines eigenen Prozesses der Facharbeit
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Implementierung eines „Einarbeitungsordners“ als Modell zur klientenzentrierten Einarbeitung neuer Mitarbeiter in einer stationären Wohngruppe der Behindertenhilfe, um eine individuelle und bedürfnisorientierte Betreuung sicherzustellen und die Eingewöhnung neuer Mitarbeiter zu erleichtern.
- Entwicklung eines strukturierten Einarbeitungskonzepts (MoKliE) für Bewohner mit Unterstützungsbedarf.
- Anwendung des personenzentrierten Ansatzes nach Carl Rogers und Marlis Pörtner im Wohnheimalltag.
- Erfassung individueller Bedürfnisse, Ängste, Vorlieben und Besonderheiten der Bewohner.
- Reflexion der Qualität von Arbeitsbeziehungen durch ein besseres Verständnis der Bewohnerbiografien.
- Praxisbeispiele für den Umgang mit herausforderndem Verhalten und Kommunikationseinschränkungen.
Auszug aus dem Buch
Personenzentriertes Arbeiten mit Menschen mit Beeinträchtigungen
Der sogenannte personenzentrierte Ansatz entstand aus der ab 1976 begründeten humanistischen Psychologie von u.a. Carl Rogers. Carl Rogers lebte von 1902- 1987 in Amerika und war ein US-Amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut.
Er stellte sich die Frage, wie er am besten mit seinen PatientInnen arbeiten kann, um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Er bemerkte dabei, dass ihm besonders drei Begriffe dabei sehr wichtig sind: Empathie, Echtheit (Kongruenz) und Wertschätzung und bedingungsfreies Akzeptieren (vgl. Rogers, 1976)
Er stellte fest, dass man um mit den Patienten eine vertrauensvolle Basis zu schaffen, Empathie also Einfühlungsvermögen haben muss, um nachzuvollziehen, wie es ihnen dabei geht.
Gleichzeitig sind dabei die Wertschätzung und das damit verbundene ehrliche Interesse an einer Person sehr wichtig. Denn nur, wenn wir uns für den Menschen uns gegenüber wirklich interessieren und unsere eigenen Bedürfnisse, die wir vielleicht in den Momenten fühlen, in denen ein in diesem Fall Patient beginnt sich zu öffnen, hinten anstellen, können wir uns voll und ganz auf ihn konzentrieren. Dies nimmt er wahr und bekommt vertrauen, der er sich ernst genommen und wichtig fühlt.
Er beschreibt weiter, dass Gefühle und Handeln echt sein müssen. Das bedeutet, dass ich nicht nur sage, dass ich mich für jemanden freue, sondern das auch so meine und mit meinem ganzen Körper das auch ausdrücke. (vgl. Rogers, 1976 S, 64)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt die Entstehung der Idee für den Einarbeitungsordner aufgrund von Informationsdefiziten bei neuem Personal im Umgang mit einer Bewohnerin.
2. Wohngruppe der Behindertenhilfe (anonymisiert): Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen für die Unterbringung in einem Wohnheim und stellt die spezifische Wohngruppe vor.
3. Hauptteil: Hier werden die theoretischen Grundlagen des personenzentrierten Arbeitens nach Carl Rogers und Marlis Pörtner dargelegt und deren Relevanz für die Behindertenhilfe begründet.
4. Das MoKliE: Die Autorin stellt ihr entwickeltes Modell vor, das verschiedene Kategorien wie Pflegealltag, Persönlichkeit, Mahlzeiten und Kommunikation umfasst.
5. Personenzentriertes Arbeiten mit dem Einarbeitungsordner am Beispiel Johannes H.: Anhand eines Fallbeispiels wird illustriert, wie ein problemzentriertes Interview zu einer tieferen Beziehung und einem besseren Verständnis des Bewohners führt.
6. Personenzentriertes Arbeiten am Beispiel von Julia M.: Dieses Kapitel verdeutlicht den Nutzen des Ordners bei der Betreuung einer Bewohnerin mit herausforderndem Verhalten und speziellen Kommunikationsbedürfnissen.
7. Der Einarbeitungsordner als Momentaufnahme: Die Autorin betont die Notwendigkeit einer regelmäßigen Aktualisierung des Ordners, da sich die Lebensumstände der Bewohner stetig ändern.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Eine Reflexion über den Erfolg des Modells und die Vision, das Konzept auf andere Einrichtungen zu übertragen.
9. Fazit meines eigenen Prozesses der Facharbeit: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Entwicklung während der Erstellung der Arbeit und betont den Wert des Prozesses für ihre berufliche Haltung.
Schlüsselwörter
Personenzentriertes Arbeiten, Einarbeitungsordner, Behindertenhilfe, Pflegealltag, Bewohnerbiografie, Inklusion, Kommunikation, Herausforderndes Verhalten, Qualitätsentwicklung, Einarbeitung, Sozialgesetzbuch, Bewohnerbedürfnisse, Empathie, Wertschätzung, Betreuungsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Einarbeitungsordners, der als Modell für die klientenzentrierte Einarbeitung von neuem Personal in einer Wohngruppe für Menschen mit Beeinträchtigungen dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Facharbeit?
Zentrale Themen sind das personenzentrierte Arbeiten nach Rogers und Pörtner, die Strukturierung von Pflegedokumentationen, der Umgang mit herausforderndem Verhalten und die biografische Arbeit.
Was ist das primäre Ziel des MoKliE-Modells?
Das Ziel ist es, den Einarbeitungsprozess neuer Mitarbeiter so zu gestalten, dass sie Bewohner und ihre individuellen Gewohnheiten, Ängste und Vorlieben schnell kennenlernen, um eine würdige und bedürfnisorientierte Betreuung zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt das problemzentrierte Interview nach Andreas Weitzel zur Informationsgewinnung bei den Bewohnern sowie theoretische Ansätze der humanistischen Psychologie.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden der theoretische Hintergrund des personenzentrierten Ansatzes sowie das konkrete Modell des Einarbeitungsordners mit seinen verschiedenen Kategorien und Anwendungsmöglichkeiten erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie personenzentriertes Arbeiten, Einarbeitung, Behindertenhilfe, Bewohnerbedürfnisse und Inklusion charakterisiert.
Wie reagieren die Bewohner auf die Arbeit mit dem Einarbeitungsordner?
Die Bewohner fühlen sich durch das ernsthafte Interesse an ihrer Person und ihren Träumen wertgeschätzt, was teilweise zu einer Öffnung in der Kommunikation und einer verbesserten Arbeitsbeziehung führte.
Warum ist eine regelmäßige Überarbeitung des Ordners notwendig?
Da es sich um eine Momentaufnahme handelt, müssen individuelle Bedürfnisse, medizinische Bedarfe oder Veränderungen in den Lebensumständen der Bewohner kontinuierlich im Ordner angepasst werden.
- Citation du texte
- Stephanie Lied (Auteur), 2016, Modell zur klientenzentrierten Einarbeitung neuer Mitarbeiter im stationären Heimbereich (MoKliE), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350503