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Der Innovationskontext als wirtschaftshistorischer Analyserahmen

Title: Der Innovationskontext als wirtschaftshistorischer Analyserahmen

Diploma Thesis , 2004 , 73 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Hamoser (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Summary Excerpt Details

„Innovation ist ein Lebenselixier unserer Gesellschaft. Die Leistungsfähigkeit der
Wirtschaft hängt entscheidend davon ab, immer wieder neue Produkte, Verfahren
und Dienstleistungen der Nachfrage anzubieten.“1
Dennoch gibt es bisher keine umfassende Theorie, die vollständig erklären kann,
welche Gegebenheiten Innovationen ermöglichen, welche sie verhindern oder
welche Faktoren Innovationsaktivitäten begünstigen oder sie eher hemmen. Deswegen
werden zu Anfang dieser Arbeit in Kapitel 2 Forschungsansätze aus den
Jugendjahren der Innovationsforschung kurz dargestellt. Beginnend mit Schumpeter
und dem „Prozess der kreativen Zerstörung“ werden neoklassische, evolutionsökonomische
und nachfragetheoretische Forschungsrichtungen angerissen, um
zu zeigen, dass durch sie sehr wohl wichtige Aspekte des Innovationsgeschehens
erklärt werden können, jedoch diese Erklärung meist recht einseitig auf einen oder
einige wenige Faktoren konzentriert ist.
Der erste Schritt um mehrere der bisherigen Ansätze, die sich gut unter den
Schlagworten Technology Push und Demand Pull zusammenfassen lassen, zu
vereinigen, wird mit dem verbundenen Innovationsprozess getan, mit dem auch
Kapitel 3 beginnt. Eine kurze Betrachtung genügt hier, da der verbundene Innovationsprozess
lediglich auf einer Kombination bisheriger Modelle beruht. Neues
bringt hingegen Michael Porter mit seiner Netzwerkanalyse und dem von ihm
eingeführten Begriff des Branchen- oder Innovationsclusters. Er erklärt einen entscheidenden
Erfolg von Innovationsprozessen mit den Beziehungen, die zwischen
seinen Akteuren bestehen. Insofern liefert Porter auch für die kontextuelle Sichtweise
wichtige Anknüpfungspunkte. Außerdem führt er neben bisher rein ökonomischen
oder technischen Gesichtspunkten neue Variablen für das Gelingen von
Innovationsprozessen ein. Hand in Hand mit diesem Ansatz geht die Theorie der
Innovationsräume oder Innovationssysteme, die ebenfalls kulturelle, gesellschaftliche,
organisatorische und noch andere Faktoren berücksichtigt, jedoch bleibt sie
dabei sehr stark auf regionale Gesichtpunkte beschränkt.
Eine Kombination aller Einflussgrößen, ohne jedoch dabei das Augenmerk zu
sehr auf regionale Entwicklungen zu richten, liefert das Modell des Innovationskontextes,
der in verschiedenen Ausprägungen und Organisationsformen, mit einem
Fokus auf den Kontext des Lead-Marktes, geschildert wird. [...]
1 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Hrsg.), Gesellschaft, 2002, S.7, Spalte1.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Gang der Argumentation

2. Überblick über die Entwicklung der Innovationstheorie

2.1 Der Begriff der Innovation

2.2 Der Begründer der Innovationstheorie: Joseph Alois Schumpeter

2.3 Neoklassische Ansätze

2.3.1 Wichtige Vertreter der neoklassischen Innovationsforschung

2.3.2 Entscheidungstheoretische neoklassische Ansätze

2.3.3 Spieltheoretische neoklassische Ansätze

2.3.4 Neoklassische und neue Wachstumstheorie

2.4 Evolutionsökonomische Ansätze

2.4.1 Das Nelson-Winter-Modell

2.4.2 Institutionenökonomische Innovationstheorie

2.5 Nachfragetheoretische Ansätze

3. Der Innovationskontext als wirtschaftshistorischer Analyserahmen

3.1 Technology Push und Demand Pull

3.2 Der verbundene Innovationsprozess

3.3 Die Netzwerkanalyse von Michael Porter

3.4 Innovationssysteme und Innovationsräume

3.5 Der Innovationskontext

3.5.1 Lead-Märkte als entscheidender Innovationskontext

3.5.2 Arten von Innovationskontexten

3.5.3 Kontextabhängige Organisationsformen

3.5.4 Die Rolle von Wissen, Transfereinrichtungen und Lernen in der kontextuellen Sichtweise

3.5.5 Die Rolle von Staaten, Staatenverbünden und Technologiepolitik im Innovationskontext

3.5.6 Fragestellungen zur Identifikation weiterer wichtiger Kontextfaktoren

4. Möglichkeiten zur Messung von Innovationsaktivitäten

4.1 Input-Indikatoren aus Forschung und Entwicklung

4.1.1 Personal in Forschung und Entwicklung

4.1.2 Ausgaben für Forschung und Entwicklung

4.2 Ausgewählte Output-Indikatoren

4.2.1 Zahl der Patente

4.2.2 Technometrischer Indikator

4.2.3 Zählung von Innovationen

4.2.4 Umsatzstruktur

4.3 Der Lebenszyklusaufwand als ganzheitliche Bewertungsmethode

4.4 Klassifikation von Messverfahren

4.4.1 Lagging-Verfahren

4.4.2 Echtzeitmessverfahren

4.4.3 Leading-Verfahren

4.4.4 Lern-Verfahren

4.5 Innovationsindikatoren im Innovationskontext

5. Schlussbetrachtung

6. Quellenverzeichnis

6.1 Quellen der Literaturzitate

6.2 Quellen der Darstellungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Analyserahmen für Innovationsaktivitäten zu entwickeln, der über rein technisch-ökonomische Perspektiven hinausgeht und den Innovationskontext in den Mittelpunkt stellt. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie komplexe Kontextfaktoren – wie kulturelle, soziale und politische Bedingungen – die Entstehung und den Erfolg von Innovationen beeinflussen und wie diese Aktivitäten adäquat gemessen werden können.

  • Entwicklung des Innovationskontextes als ganzheitlicher wirtschaftshistorischer Analyserahmen.
  • Vergleichende Analyse klassischer Innovationstheorien und deren Grenzen.
  • Integration von Netzwerkaspekten und regionalen Innovationssystemen.
  • Diskussion von qualitativen und quantitativen Messverfahren für Innovationsaktivitäten.
  • Untersuchung der Rolle von Wissenstransfer und politischer Rahmenbedingungen für Innovationsprozesse.

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Netzwerkanalyse von Michael Porter

Michael Porter führte 1990 zur Erklärung der Innovationsfähigkeit den Begriff des Clusters ein, der die vernetzten Beziehungen zwischen verwandten und unterstützenden Industrien umfasst. Branchencluster ermöglichen z.B. schnelleren Zugang zu Informationen, den Austausch von Forschung und Entwicklung, gemeinsame Problemlösungen und somit schnellere und effektivere Ergebnisse. Besondere Bedeutung kommt den Beziehungen zu Zulieferern, Abnehmern, sowie Herstellern von Komplementärgütern und unvollkommenen Substituten zu, wie in Darstellung 6 ersichtlich.

Porter sieht Cluster als ein „Mittel, Vielfalt zu erhalten und Selbstbespiegelung, Trägheit, Unbeweglichkeit und Absprachen unter Konkurrenten zu verhindern, die eine Aufwertung des Wettbewerbs und Neuzugänge verschleppen oder blockieren.“ Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist, dass die Innovationsdynamik horizontal und vertikal verwandter Branchen in einem offenen, flexiblen Cluster durch Information, Kommunikation und Interaktion in einem sich selbst verstärkenden Prozess wechselseitig vorangetrieben wird. Aufgrund der Koexistenz von Wettbewerbsbeziehungen und kooperativen Maßnahmen können einzelbetriebliche Innovationsanreize erhalten bleiben und Wissen und Neuerungen trotzdem rasch diffundieren.

Porter legt bei dieser Betrachtung besonderen Wert auf die dynamische Komponente von Innovations- und Wettbewerbsprozessen. „Das Wesen des wirtschaftlichen Wettbewerbs ist nicht das „Gleichgewicht“, sondern ständiger Wandel. Verbesserungen und Innovationen in einer Branche sind nie endende Vorgänge, nicht ein einmaliges Ergebnis.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gang der Argumentation: Einleitung in die Problematik, dass bisherige Theorien Innovationen nur einseitig erklären, und Vorstellung des Innovationskontextes als ganzheitlicherer Ansatz.

2. Überblick über die Entwicklung der Innovationstheorie: Chronologische Aufarbeitung der Innovationsforschung von Schumpeters „kreativer Zerstörung“ bis hin zu neoklassischen und evolutionsökonomischen Modellen.

3. Der Innovationskontext als wirtschaftshistorischer Analyserahmen: Zentrale Analyse, wie soziale, kulturelle und politische Rahmenbedingungen Innovationen jenseits reiner Technikmodelle beeinflussen.

4. Möglichkeiten zur Messung von Innovationsaktivitäten: kritische Betrachtung gängiger Input- und Output-Indikatoren sowie Vorstellung des Lebenszyklusaufwandes als Bewertungsmethode.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über den Nutzen des Innovationskontextes für die zukünftige Planung und Analyse von Innovationsvorhaben.

6. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Darstellungsquellen.

Schlüsselwörter

Innovation, Innovationskontext, Schumpeter, Wissensmanagement, Innovationssysteme, Porter-Cluster, Lead-Markt, Technologiepolitik, Innovationsmessung, Produktlebenszyklus, Forschungs- und Entwicklung, Netzwerkanalyse, Technologietransfer, Wettbewerbsvorteil, Innovationsdynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Innovationen nicht nur als rein technische oder ökonomische Phänomene, sondern bettet sie in einen umfassenden wirtschaftshistorischen „Innovationskontext“ ein, der soziale, kulturelle und politische Rahmenbedingungen einbezieht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Innovationstheorie, die Rolle von Netzwerken und Clustern, Innovationssysteme sowie die Herausforderungen bei der Messung von Innovationsaktivitäten in Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Innovationskontext als einen ganzheitlichen Analyserahmen darzustellen, der Unternehmen eine bessere Planung und ein tieferes Verständnis für die Bedingungen erfolgreicher Innovationen ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literatur- und Theorieanalyse bestehender Ansätze der Innovationsökonomik und Wirtschaftsgeschichte, ergänzt durch eine konzeptionelle Modellbildung, um die vielfältigen Einflussfaktoren von Innovationen zu systematisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Innovationstheorien, die detaillierte Beschreibung des Innovationskontextes inkl. seiner Akteure und Messverfahren sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Messbarkeit qualitativer Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Innovationskontext, Innovationsfähigkeit, Wissensmanagement, Cluster-Bildung und die ganzheitliche Messung von Innovationsaktivitäten über den Produktlebenszyklus definiert.

Welchen Stellenwert nimmt die "Schumpeter-Hypothese" im Text ein?

Sie dient als historischer Ausgangspunkt und theoretische Basis, um den Zusammenhang zwischen Marktstruktur, Unternehmensgröße und Innovationsbereitschaft in der neoklassischen Innovationsforschung zu erklären.

Warum ist die Messung von Innovationen laut Autor schwierig?

Der Autor argumentiert, dass viele gängige Indikatoren (wie Patente oder F&E-Ausgaben) das Innovationsgeschehen nur unvollständig oder verzerrt abbilden und wichtige qualitative Aspekte, wie die Innovationskultur, oft gar nicht quantifizierbar sind.

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Details

Title
Der Innovationskontext als wirtschaftshistorischer Analyserahmen
College
University of Regensburg  (Institut für Wirtschaftsgeschichte)
Grade
1,0
Author
Michael Hamoser (Author)
Publication Year
2004
Pages
73
Catalog Number
V35055
ISBN (eBook)
9783638350976
Language
German
Tags
Innovationskontext Analyserahmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hamoser (Author), 2004, Der Innovationskontext als wirtschaftshistorischer Analyserahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35055
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