Wenn der langfristige Erfolg in einem Unternehmen ausbleibt, muss dies nicht unbedingt mit den angebotenen Waren oder Dienstleistungen zusammen hängen. Auch die Organisationskultur ist ein bedeutender Faktor für den Erfolg in Unternehmen, wie der Ökonom John Paul Kotter bereits in den 1990er Jahren bewies. Er ist der Meinung, dass dieser Zusammenhang heutzutage noch deutlicher ausfallen würde.
Es ist also, insbesondere bei schlechter Produktivität und stagnierenden Erträgen, die sich nicht mit niedriger Qualität oder hohen Preisen der Produkte erklären lassen, wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, ob eine schlechte Kultur innerhalb des Unternehmens der Grund dafür sein könnte. Um diese weiterzuentwickeln und zu verbessern, müssen der Veränderungsbedarf erkannt und Maßnahmen umgesetzt werden.
Um weniger Risiken einzugehen, den Erfolg langfristig zu steigern und Kosten für Forschung und Entwicklung einer verbesserten Kultur einzusparen, stellt sich die Frage, ob es sinnvoll und möglich ist, die Unternehmenskultur eines erfolgreichen Konkurrenten zu imitieren. Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Studienarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Organisationskultur
2.1. Definition
2.2. Funktionen
2.3. Drei-Ebenen-Modell der Unternehmenskultur nach Schein
3. Unternehmenskultur bei W.L. Gore & Associates
3.1. Grundüberzeugungen und Leitsätze
3.2 Sonstiges
4. Übertragbarkeit auf andere Unternehmen
4.1. Allgemein
4.2. Voraussetzungen und Limitationen
4.3. Möglichkeiten der Übertragung am Beispiel
4.3.1. Mitarbeiterbeteiligung (Associate Stock Ownership Plan)
4.3.2. Lattice-Organisation
4.3.3. Sponsorship
5. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit untersucht die theoretische und praktische Übertragbarkeit einer spezifischen Unternehmenskultur auf ein anderes Unternehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob es für Unternehmen sinnvoll und möglich ist, die Unternehmenskultur eines erfolgreichen Konkurrenten zu imitieren, um den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu steigern.
- Grundlagen und Funktionen der Organisationskultur nach Edgar Schein
- Analyse der einzigartigen Unternehmenskultur von W.L. Gore & Associates
- Theoretische Simulation einer Kulturübertragung auf den Wettbewerber SympaTex
- Herausforderungen und Limitationen bei Change-Management-Prozessen
- Bewertung von Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, flachen Hierarchien und Mentoring-Ansätzen
Auszug aus dem Buch
3. Unternehmenskultur bei W.L. Gore & Associates
Am 1. Januar 1958 gründeten Wilbert L. (Bill) und seine Frau Genevieve (Vieve) Gore im Keller ihres Hauses in Newark (Delaware) das heute international tätige Unternehmen Gore. Fast 10.000 Mitarbeiter in 30 Ländern erarbeiteten im Jahr 2014 über 3 Milliarden US$ mit Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von PTFE-basierten Produkten.
Bill Gores Motto war: „Ziel des Unternehmens ist es, Geld zu verdienen und dabei Spaß zu haben.“, welches auch heute noch von den Mitarbeitern gelebt wird. Schon mit der Gründung integrierte Bill Gore die sehr spezielle Kultur im Betrieb, die bis heute wenigen grundlegenden Änderungen unterlegen war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Unternehmenskultur für den langfristigen Unternehmenserfolg und stellt die Forschungsfrage zur Imitation von Kulturansätzen erfolgreicher Konkurrenten.
2. Organisationskultur: Hier werden zentrale Begriffsdefinitionen, Funktionen der Kultur sowie das wissenschaftliche Drei-Ebenen-Modell nach Edgar Schein theoretisch fundiert dargelegt.
3. Unternehmenskultur bei W.L. Gore & Associates: Dieser Abschnitt beschreibt die spezifischen Grundüberzeugungen, die Lattice-Struktur sowie das Prinzip der Mitarbeiterbeteiligung und weitere kulturelle Aspekte bei W.L. Gore & Associates.
4. Übertragbarkeit auf andere Unternehmen: In diesem Kapitel wird theoretisch und anhand des Praxisbeispiels SympaTex analysiert, welche Hürden bei der Übertragung kultureller Aspekte auftreten und wie Change-Management-Methoden dabei unterstützen können.
5. Schlussteil: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die generelle Sinnhaftigkeit der Imitation von Unternehmenskulturen im Vergleich zur eigenständigen Kulturentwicklung.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Organisationskultur, W.L. Gore & Associates, Imitation, SympaTex, Mitarbeiterbeteiligung, Lattice-Organisation, Sponsorship, Change Management, Unternehmenserfolg, Unternehmensorganisation, Personalmanagement, Unternehmenseffizienz, Arbeitszufriedenheit, Firmenkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob eine erfolgreiche Unternehmenskultur von einem Unternehmen auf ein anderes übertragen bzw. imitiert werden kann, um von deren positiven Effekten auf Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit zu profitieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Organisationskultur, der detaillierten Analyse der Gore-Unternehmenskultur sowie der praktischen Simulation einer Kulturtransformation bei einem Konkurrenzunternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu erörtern, ob die Imitation der Unternehmenskultur eines erfolgreichen Konkurrenten eine sinnvolle und machbare Strategie für andere Unternehmen zur Steigerung des wirtschaftlichen Erfolgs darstellt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Organisationskultur sowie eine theoretische Fallstudie, in der die Übertragung von Gore-Prinzipien (wie dem Associate Stock Ownership Plan) auf den Konkurrenten SympaTex simuliert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Unternehmenskultur nach Schein, eine Vorstellung des Gore-Modells und eine kritische Übertragungsanalyse basierend auf Change-Management-Prinzipien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Unternehmenskultur, Lattice-Organisation, Mitarbeiterbeteiligung, Sponsorship, Imitationsstrategie und Change Management.
Warum ist die Lattice-Organisation laut der Arbeit so schwer zu imitieren?
Da die Lattice-Struktur auf flachen Hierarchien und dem Verzicht auf klassische Chefs basiert, erfordert sie einen massiven Abbau von Führungspositionen, was bei etablierten Unternehmen auf starken Widerstand der Führungskräfte stößt.
Welche Rolle spielt die Mitarbeiterbeteiligung bei Gore?
Der "Associate Stock Ownership Plan" dient als starker Anreiz, da Mitarbeiter durch Aktienbesitz und Gewinnbeteiligung direkt am Erfolg des Unternehmens partizipieren und somit ein ausgeprägtes "Wir-Gefühl" entwickeln.
- Citation du texte
- Sofie Fischer (Auteur), 2016, Übertragbarkeit von Unternehmenskulturen am Beispiel W. L. Gore & Associates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350744